17.05.2024

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Die Madonna im Kloster „Sant Miquel del Fai Enric del Fai“ ist eine der seltenen Madonnen, bei denen das Jesuskind einen Vogel in der Hand hält. Der Vogel ist aber absichtlich derart unnatürlich gestaltet, dass er das eine Bein strack nach oben, das andere ebenso strack nach unten richtet. Damit wird die Totalität des christlichen „Erlösergottes“ in Form der germanischen Algiz-Rune ausgedrückt, er bestimmt - nach christlicher Diktion - das Oben und das Unten. Hervorgehoben ist jedoch der obere postive Algiz-Runen-Anteil, der im ODING-Runenjahr den Sommerbeginn zum Mai-Anfang meint. Auf das Zahlen-Sinnbild des Geistes wird extra hingewiesen mittels der 3 Jesus-Finger auf dem Algiz-Runen-Wipfel. Die Zahl 4, als  gegensätzliches Materie-Symbol, wird im nach unten weisenden Vogelfuß verdeutlicht, wo die hintere, die 4. Vogelkralle, nicht vergessen wurde.

Wie alt diese wunderschön gearbeitete Madonna ist und wer ihr Künstler war, konnte ich bisher nicht feststellen. Es steht aber fest, dass dieser Mann die germanischen Runen kannte und den dort lebenden Katalanen bzw. Westgoten-Nachfahren eine ihnen zugängliche runische Botschaft setzen wollte.

Die gotische Landnahme in Katalonien begann schon im 5. Jahrhundert. Nach der Schlacht von Vouillé im Jahre 507, in der die vordringenden Franken die Westgoten entscheidend schlugen, mussten die Besiegten jedoch den größten Teil ihres gallischen Machtbereichs räumen. In der Folgezeit waren die Westgoten auf die Iberische Halbinsel und Septimanien (einen schmalen, aber wertvollen Streifen an der Mittelmeerküste nordöstlich der Pyrenäen) beschränkt. Hauptstadt des neuen Westgotenreichs wurde Toledo; daher nennen es die Historiker Toledanisches Reich.

Im Jahre 409 drangen Alanen, Sueben und Wandalen in das Land ein und begründeten verschiedene kurzlebige unabhängige Staatswesen. Im Zuge des römischen Feldzuges gegen die Eindringlinge zogen bis 415 die Westgoten als Foederaten des römischen Imperiums aus ihrem Siedlungsgebiet in Aquitanien in die Tarraconensis ein. Unter ihrem König Athaulf ließen sie sich zunächst bei Barcino (Barcelona) nieder. 429 zogen daraufhin die Vandalen und Alanen nach Nordafrika weiter und die Sueben errangen außer in der Tarraconensis die Vorherrschaft auf der Halbinsel. 449 drangen sie mit Unterstützung der Bagauden bis nach Lleida vor. Eurich, König der Westgoten, eroberte 475 Tarraco und zerstörte es vollständig. Die politischen und gesellschaftlichen Strukturen der hispanischen Provinzen lösten sich allmählich auf und mit dem Untergang des Weströmischen Reiches im Jahr 476 wurde das Westgotenreich, welches bereits das heutige Katalonien einschloss, eigenständig. Das Westgotenreich. Im Zuge des Auflösungsprozesses des Imperium Romanum kamen 418 die Westgoten erstmals mit Polizeiaufgaben betraut nach Spanien, aber erst nach der Schlacht von Vouillé 507 setzten sie sich auf der Iberischen Halbinsel fest. Das Erbe dieses Westgotenreiches behauptete sich am Südhang der Pyrenäen am zähesten. Bis in das 11. Jahrhundert blieb der gotische Rechtskodex Liber Iudicum von 654 in Gebrauch - auch die Einbeziehung der südlichen Pyrenäenregion in das fränkische Markensystem (Spanische Mark) änderte nichts daran. Die Bewahrung lokaler Eigenständigkeit war jedoch nicht gleichbedeutend mit kultureller Isolation.

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Bigues i Riells del Fai ist eine katalanische Stadt in der Provinz Barcelona im Nordosten Spaniens. Sie liegt in der Comarca Vallès Oriental. Das Siedlungsgebiet war Teil der Baronie Montbui und wurde 1857 mit dem Zusammenschluss von Bigues, Riells del Fai und Sant Mateu de Montbui zur eigenständigen Gemeinde. Die erste Kirche wurde 1059 erwähnt. Die heutige Kirche „Sant Pere“ stammt von 1737. Das ehemalige Benediktinerkloster „Sant Miquel del Fai“ liegt wie ein Adlerhorst an einem Felshang. Die in eine Höhle gebaute Klosterkirche ist der größte unterirdische Kirchenbau Spaniens. „Sant Miquel del Fai“ wurde bereits im Jahre 997 erwähnt und auf einer Klippe errichtet. Es zeigt gotische Architektur. Von hier aus kann der wunderschöne Wasserfall Salt d' Aigua bestaunt werden. Das Kloster wurde um das Jahr 1000 durch Gombau de Besoraden, dem damaligen Herrn von Montbui gegründet. Um den Bestand des Klosters auch nach seinem Tod zu sichern, verschmolz er das katalanische Kloster mit dem Kloster Saint-Victor in Marseille. Die Gemeinschaft bestand immer aus wenigen, meistens fünf oder sechs Mönchen. 1567 wurde das Kloster aufgelöst und in ein Heiligtum umgewandelt, das von den umliegenden Dörfern unterhalten wurde. Heute ist es in Privatbesitz. 

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Zu Sant Miquel del Fain schreibt die Autorin Nicole Biarnés: „Endlich ist es wieder geöffnet, das kleine Felsenkloster in den Cingles de Berti. Vor vielen Jahren war ich schon einmal dort und habe es sehr geliebt, in dieser einsamen, ruhigen Ecke Kataloniens diese ungewöhliche Klosteranlage mitten in der Natur zu genießen. Doch 2017 wurde sie plötzlich geschlossen. Jahrelang baute man um, restaurierte und reparierte, damit die Besucher nun wieder gefahrlos das altehrwürdige Areal erkunden können. Nachdem Ramon Borrell, Graf von Barcelona und seine Frau Ermessenda im Jahre 997 einem gewissen Gombau de Besora, Lehnsherrn der Burg Montbui, die Höhle, in der der Erzengel Michael verehrt wurde [kirchliche Wodan-Ersatzfigur], als Schenkung überlassen hatten, gründete dieser dort ein Kloster. Zwischen dem zehnten und fünfzehnten Jahrhundert lebten Benediktinermönche ziemlich einsam in den abgelegenen Felsen der Cingles de Berti. Lina und ich sehen uns zuerst die wunderschöne Klosterkirche an, die direkt in den Felsen gehauen wurde. Eine kleine Plattform bietet eine unglaubliche Aussicht und führt am Berghang entlang zu zwei Wasserfällen, dem Saltant del Tenes und dem Saltant del Rossinyol. Wie hinter einem Vorhang führt der Weg hinter dem Wasser hindurch, das laut plätschernd vor uns ins Tal hinabstützt. Bis ins 16. Jahrhundert lebten und werkelten die Mönche hier und versuchten mithilfe der Errichtung einer Treppe und einer Brücke über den Rossinyol, den Zugang zum Kloster zu erleichtern. Doch Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Abtei, wie fast alle Klöster Spaniens, aufgelöst und die Anlage verkauft. Während Sant Miquel del Fai in privaten Händen war, wurden leider viele historische Elemente zerstört. Um den Erhalt dieses Kulturgutes zu sichern und die Anlage wieder ordnungsgemäß in Stand zu setzen, kaufte die Diputaciò das Gelände und gab es frisch restauriert und wieder für Besucher frei. Der Besuch ist kostenlos, die Eintrittskarten zum Felsenkloster Sant Miquel del Fai muss man sich aber rechtzeitig vorher reservieren. Um Überfüllung zu vermeiden, wird nämlich nur ein bestimmtes Kontingent an Karten ausgegeben. Reservieren kannst Du die Tickets hier: parcs.diba.cat/web/cinglesberti Auf der Seite erfährst Du auch, wenn im Sommer, etwa bei erhöhter Waldbrandgefahr, der Zugang geschlossen werden muss. Ganz in der Nähe befinden sich übrigens de Gipfel der Adler, Cim d’Aligues, und der Parc dels Olors.“

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Die Benediktiner sind der älteste Orden des abendländischen Mönchtums. Mit seinem Leitspruch „ora et labora“ hat der „heilige Benedikt von Nursia“ bis heute gültige Maßstäbe für christliche Klöster gesetzt. Nicht nur im deutschen Baden-Württemberg finden sich beachtliche Zeugnisse des Wirkens dieses Ordens. Das Konzil von Chalcedon entschied 451, die Klöster der bischöflichen Jurisdiktion zu unterstellen. Außerdem wurde kirchenrechtlich fixiert, dass der Mönch an das Kloster gebunden war, in das er eingetreten war, man nannte diese Fixation „Stabilitas loci“. Vor diesem Hintergrund sticht die Gestalt des Benedikt von Nursia (um 480-547), der für das im Jahr 529 von ihm gegründete Kloster beim italienischen Montecassiono (Provinz Frosinone) die nach ihm benannte „Regula Benedicti“ (Benediktsregel) verfasste, die auf vorausgegangenen klösterlichen Regeln basierte. Er und seine Regel sind eingebettet in die „italische Mönchslandschaft.“ Benedikt hatte bei ihrer Abfassung keine ordensartigen Strukturen vor Augen – er wollte, ebenso wie andere Regelautoren, die Verhältnisse in seinem eigenen Haus klären und verfestigen. Unter Abt Petronax wurde 717 das Kloster Montecassino neu gegründet. Es galt als Ideal mönchischen Lebens, so dass viele einflussreiche Mönche (etwa Willibald von Eichstätt und Sturmi, der erste Abt des Klosters Fulda) es besuchten oder eine Weile dort lebten. Auch Karlmann (um 714-708), der älteste Sohn von Karl Martell, der ehemals fränkischer Hausmeier und faktischer Herrscher der östlichen Hälfte des Frankenreiches, trat, mehr oder minder politisch genötigt, dort ein. 750 gab Papst Zacharias das in Rom befindliche Exemplar der „Regula Benedicti“, das als Original galt, zurück auf den Montecassino. Die Benediktsregel wurde in der Folgezeit als römische Klosterregel („Regula Romana“) stilisiert, ein wichtiger Faktor für ihre spätere Alleingeltung.

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Durch diesen frühen Zeitansatz ihrer Entstehung, hatten die Benediktiner noch unmittelbare Beziehungen und Zugang zum germanischen Heidentum, mit dem es sich auseinanderzusetzen galt.  So war der Fuldaer Abt Sturmi persönlich zugegen, als der Frankenkönig, der spätere „Karl der Große“, die Irminsul auf dem Eresburg-Gipfel, dem späteren Obermarsberg, im Jahre 772 niederlegte. Den verkürzten Rest der Irminsul ließ er als Trophäe  mitgehen und, wie ich es an anderer Stelle beschrieben habe, seine Nachfolger, unter dem Namen „Christussäule“, als zentrale Stütze der Fuldaer Michaelkapellen-Krypta verbauen.

Ein weiteres vielsagend-ausdrucksstarkes Stück ist der „Taufstein von Freudenstadt“, mit seinen diversen heidnischen Darstellungen, denen es vor der kirchlichen Christentaufe abzuschwören galt. Heute steht er in der evangelischen Stadtkirche. Gefertigt wurde er etwa um das Jahr 1100 weiter nördlich in der Hirsauer Gegend aus grobkörnigem Buntsandstein. Möglicherweise entstand er im mönchischen Auftrag durch reisende germanisch-lombardischen Steinmetze. Er war aber nicht im Kloster Alpirsbach selbst platziert, sondern wurde um 1606/1608 aus der dortigen Gemeindekirche, der „Leutkirch“, in der getauft werden konnte, beschafft. Auf dem schweren ein Meter weiten Taufstein trennen zwei Tauwülste drei Bereiche.

Der Sockelbereich ist mit vier vollplastischen fratzenhaft grinsenden „heidnischen“ Gnomen versehen. Ein sorgfältig gescheiteltes Weib, ein Symbol der Eitelkeit, befindet sich mitten unter mehreren Löwen als tierischen Unheilgestalten. Sie fletschen Zähne und Zungen, versinnbildlichen möglicherweise Gefräßigkeit, Schwatzhaftigkeit und Selbstsucht und lassen den Menschen nicht los. An den Seiten im mittleren Teil des Taufsteins, dem eigentlichen Taufbecken, werden in reliefartig herausgebildeten Bildern Kämpfe dargestellt, in die der Getaufte verwickelt wird. In den Bildern sind Hirsch, Einhorn und Panther, Schlangen und Teufels-Flügeldrachen. Ein Hirsch, der eine Schlange verschluckt hat, gibt sie, nachdem er Wasser als Zeichen der Taufe getrunken hat, mit ihrem Gift wieder von sich. Die lateinische Inschrift verweist darauf: „Evomit infusumhomo cervus ab angue venenum“; übersetzt: „Es speit der (getaufte) Mensch wie der Hirsch das von der Schlange eingeflößte [heidnische] Gift aus.“ Rechts vom Hirsch steht einem löwenartigen Tier kämpfend ein Einhorn gegenüber. Das kleinere Tier rechts oben ist wohl ein Panther, der seinen Gegner in Schlangengestalt verschlingt. Sowohl neben dem Hirsch als auch neben dem Panther behauptet sich eine kleine Lilie als Zeichen der Hoffnung des bewahrten Lebens. Es folgt schließlich eine Szene mit zwei bärtigen Männern im Kampf mit zwei Feuer speienden Drachen, wobei die Männer Schwänze und Hals der Basilisken umfassen. Bei den Männern handelt es sich um heidnische Priester (Parawari) mit ihren signifikanten langen Zöpfen.