20.08.2014

DIE „BEFREIUNG“

Ich war ein Kind, es herrschte Krieg,
Soldaten standen Posten -,
die Mutter wurde ernst und schwieg,
der Vater kämpft’ im Osten.

Im Himmelsblau zog silbern hin,
ein Bomber-Strom nach Frankfurt,
verbrannt ist Mutters Schwägerin,
mit ihrem Säugling, nach Geburt.

Die Stadt glich einem Trümmermeer,
wir stiegen über Ziegel,
zerbombte Häuser rings umher,
das war des Feindes Spiegel.

Die Feinde hab’ ich selbst erlebt,
da war’n sie nicht gelinder,
zwei Flieger sind herangeschwebt,
sie schossen auf uns Kinder.

Dann kam der Feind in unsre Stadt,
das Panzer-Rasseln tobte,
die Menschen war’n des Krieges satt,
doch keiner Feinde lobte.

Die Leute um mich standen stumm,
sie murrten oder schwiegen,
man nahm dem Feind das Bomben krumm,
als niederträcht’ges Siegen.

Ich habe niemand jubeln seh’n,
„befreit“ fühlte sich keiner,
sah manches Aug’ voll Tränen steh’n
und glücklich war nicht einer !
 
Gerhard Hess
 
PS: Der große massenmörderische und mithin verbrecherische Unsinn der Städtebombardements - Die Flächenbombardierung von deutschen Innenstädten hatte militärisch keinen Sinn, weil sich die Industrie nicht in den Innenstädten befindet (ging es also allein um die Dezimierung der Deutschen, also um Volksmord ?). -- Eine Bilanz der Bombardements von Frankfurt am Main 1941-1945 -78 Bombenangriffe - 18 Tieffliegerangriffe - 5.559 Tote, davon 4.822 Frankfurter. - 1939 waren es 550.000 Einwohner, im März 1945 noch etwa 260.000 Einwohner, davon 50 % obdachlos - fast 50 % der Wohnungen zerstört - fast alle öffentlichen Gebäude zerstört - Frankfurt wurde von 18 Mio. m3 Trümmerschutt bedeckt. -- (Der menschenverachtende Britische- und US-Luftterror gegen Zivilisten ging weiter: z.B. Hamburg, Dresden, Tokio, Hiroshima, Nagasaki, Bagdad, Falludscha und, und, und.........).
 
Die unmenschlichen Anweisungen für die US-Bomberbesatzungen sahen vor, auf alles in Deutschland zu schießen was sich da unten bewegte. Das bekam mein sieben Jahre älteres Schwesterchen Cläre und ich im Kinderwagen, zu spüren. Im Raum der Wiesen hinter der Leichtweiß-Höhle beschossen uns zwei US-Jabos, silbern glänzende Doppelrumpf-Lightnings; ich sehe noch heute wie die Sandfontänen der Geschoss-Einschläge vor uns auf dem Feldweg aufspritzten.
 
Als die Amis nach Wiesbaden kamen und in Gestalt einer langen Panzerkolonne einrückten, stand ich mit meiner Mutter vor dem Hauptbahnhof, kurz zuvor von einer Reise zu Verwandten aus dem Mainfränkischen zurückkehrend. Mit einem höllischen Gerassel fuhren die Kriegsfahrzeuge den Ring hinunter, um dann links zur Bahnhofsstraße einzuschwenken und in Richtung Innenstadt weiterzudonnern. Wir standen auf dem Bahnhofsvorplatz, zusammmen mit etlichen anderen Angekommenen, dem erschreckenden Schauspiel direkt gegenüber. Dass dort nun die Feinde leibhaftig angekommen sind war mir bewusst und die damit verbundene Dramatik ebenso. Ich schaute aus meiner kindlichen Perspektive von unten zu den Erwachsenen hinauf, um in deren Gesichtern die Stimmung abzulesen. Aber alle Gesichter blieben steif und stumm und ausdruckslos, eine kleinere, ältere Frau wischte sich Tränen aus den Augen. Kein Mensch strahlte, ich sah keinen einzigen glücklichen Erwachsenen. Keiner schien sich „befreit“ gefühlt zu haben.
 
Es muss einige Wochen darauf gewesen sein, dass die Amis eine Parade in der Wilhelmstraße vor dem Kurhaus abhielten. Es herrschte ein sonniges Wetter. Ich stand mit meiner Mutter vor dem Kaiser-Friedrich-Denkmal. Plötzlich sprang ein Neger aus seinem Jeep und kam auf mich zu, mit einer rot leuchtenden Orange in der Hand. Ich nahm meine beiden Hände zum Rücken, denn ich wollte von den Feinden keine Geschenke annehmen. Aber meine Mutter raunte hinter mir: „Nimm sie doch, nimm sie doch!“ Viel später, erst als Erachsener, erfuhr ich, dass diese Amis, während sie uns Kinder in Wiesbaden mit Süßigkeiten beschenkten, gleichzeitg unsere gefangenen Väter auf den nicht fernen Rheinwiesen-Feldern verhungern und verrecken ließen.
 
Weder kann man mit dem 08. Mai 1945 vom „Kriegsende“, noch von einer „Befreiung“ reden, das eine wie das andere wäre völlig unsinnig ! Der Krieg nahm, mit der hemmungslosen Ermordung von deutschen Menschen, geradezu erst richtig Fahrt auf. Nach der Aufhebung des NS-Regimes ging es nahtlos über zum Besatzungs-Regime der alliierten Kriegsgegner und ihren scheinjuristisch verbrämten Rachemorden und Beraubungsmaßnahmen.
 
Der Vater des westdeutschen Nachkriegsstaates, Konrad Adenauer (1876-1967) hielt am 23. März 1949 eine Rede vor der Interparlamentarischen Union in Bern (Quelle: StBKAH. Teildruck: Konrad Adenauer. Erinnerungen Bd. I, S. 182-190. Er führte u.a. aus:

„1946 wurden durch Verfügung der Alliierten Länder gebildet. Es wurden politische Parteien zugelassen und im Herbst 1946 ordneten die Militärregierungen in den Ländern das Zu­sammentreten von Landtagen an, deren Mitglieder sie ernannten. Im Jahre 1947 fanden die ersten Wahlen zu diesen Landtagen statt. Aber trotzdem nunmehr die gewählten Landtage in Funktion traten, die die Länderregierungen bestellten, erhielten die Län­der sehr beschränkte Zuständigkeiten. Alle Beschlüsse der Landtage bedurften - und bedürfen zu ihrer Gül­tigkeit der Genehmigung der Militärregierung. … Ich habe erwähnt, dass politische Parteien zugelassen wurden. Aber diese politischen Par­teien erhielten keine oder nur sehr geringe Möglichkeiten zunächst zur praktischen Betäti­gung. Der Erfolg war, dass die Parteien sich in theoretischen Auseinandersetzungen ergin­gen und die Parteifronten dadurch sich versteiften. Wäre schon im Jahre 1945 den Par­teien die Möglichkeit praktischer Arbeit gegeben worden, so würde wahrscheinlich der Zwang gemeinsamer Arbeit die Parteien näher zusammengeführt haben. … Unsere wirtschaftliche Erholung wurde und wird schwer beeinträchtigt durch die Demonta­gen. Kein Mensch in Deutschland hatte und hat etwas dagegen, dass Kriegsindustrien restlos demontiert werden. Aber die Demontage, wie sie zum Teil betrieben worden ist, erfolgt auch unter anderen Gesichtspunkten. Das wirtschaftliche Potential Deutschlands soll auf einem Niveau gehalten werden, das mit den Zielen des Marshall-Planes nicht ver­einbar ist. Weiter macht sich offenbar auch das Bestreben hier und da geltend, die deut­sche Konkurrenz auf dem Weltmarkt auszuschalten. Ein bekanntes Beispiel dafür ist der Fall der De­montage der Kammfabrik Kolibri, ein Fall, der in Deutschland sehr großes Auf­sehen erregt hat, und der auch im britischen Unterhaus zur Sprache gebracht wurde. Es hat sich herausgestellt, dass die Demontage dieser Fabrik trotz allem Widerspruch der deutschen maßgebenden Stellen erfolgt ist auf Betreiben eines britischen Offiziers, der ein Konkurrenzunternehmen in England betreibt. In diesem Zusammenhang muss ich auch erwähnen die Erklärungen, die nach englischen Zeitungsberichten auf der Generalver­sammlung des Vereins der englischen Uhrenfabriken abgegeben worden sind. Man hat dort dem Vorsitzenden dafür gedankt, dass es ihm gelungen sei zu erreichen, dass durch die Demontage die deutschen Uhrenfabriken noch unter den Produktionsstand von 1936 heruntergedrückt worden seien. Die deutschen Uhrenfabri­ken hätten jetzt nur noch Ma­schinen, die 10 Jahre und älter seien. Der britische Uhrenexport sei sehr erheblich ge­stiegen. Wenn es den Deutschen bei den alten Maschinen gelänge, auf dem Weltmarkt wieder dem eng­lischen Export unangenehm zu werden, müsste von neuem an das Problem der Demontage herange­gangen werden…

Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang auch die Frage der deutschen Patente erwäh­nen. Sie wis­sen, dass alle deutschen Patente freigegeben worden sind. Der Direktor des USA Büros für technische Dienste, Mr. John Green, hat Ende 1948 der Presse einen Be­richt über seine Tätigkeit, die in der Verwertung der deut­schen Patent- und Industriege­heimnisse bestand, gegeben. Bemerkenswert daraus ist, dass als eifrigster Käufer die AM­TORG aufgetreten ist, das ist Moskaus ausländische Handelsorganisation. Die Russen haben allein in einem Monat über 2000 verschiedene Berichte der Wehrmacht über ge­heime deutsche Kriegswaffen für insgesamt 6.000 Dollar gekauft. Die Patente von IG-Farben haben nach der Erklärung eines amerikanischen Sachverständigen der USA Farben-Industrie einen Vorsprung von wenigstens 10 Jahren gegeben. Der Schaden, der durch all das der deut­schen Wirtschaft entstanden ist, ist natürlich außerordentlich groß und in Zif­fern nicht zu schätzen. Außerordentlich bedauerlich ist, dass die neuen deutschen Erfin­dungen auch jetzt noch keinen Schutz genießen, da Deutschland nicht Mitglied der Patent-Union ist. Zwar hat England erklärt, dass es, gleichgültig was im Friedensvertrag bestimmt werde, die neuen deutschen Erfindungen achten werde. Amerika aber hat es abgelehnt, eine solche Erklärung abzugeben. Deutsche Erfin­der sind infolgedessen nicht in der Lage, ihre Erfindungen zu verwerten. Die deutsche Wirtschaft wird dadurch empfindlich ge­hemmt.

Ein besonders ernstes und wichtiges Kapitel, wichtig auch vom europäischen Standpunkt aus, ist das deutsche biologische Problem. Ich muss in diesem Zusammenhang zunächst von dem Problem der Vertriebenen sprechen. Es sind aus den östlichen Teilen Deutsch­lands, aus Polen, der Tschechoslowakei, Ungarn usw. nach den von amerikanischer Seite ge­troffenen Feststellungen insgesamt 13,3 Millionen Deutsche vertrieben worden. 7,3 Mil­lio­nen sind in der Ostzone und in der Hauptsache in den drei Westzonen angekommen. 6 Millionen Deut­sche sind vom Erdboden verschwunden. Sie sind gestorben, verdorben. Von den 7,3 Mil­lionen, die am Leben geblieben sind, ist der größte Teil Frauen, Kinder und alte Leute. Ein großer Teil der arbeitsfähigen Männer und Frauen sind nach Sowjetrussland in Zwangsarbeit ver­schleppt worden. Die Austreibung dieser 13 bis 14 Millionen aus ihrer Heimat, die ihre Vorfahren zum Teil schon seit Hunderten von Jahren bewohnt haben, hat unendliches Elend mit sich gebracht. Es sind Un­taten verübt worden, die sich den von den deutschen Nationalsozialisten verübten Untaten würdig an die Seite stellen. Die Austrei­bung beruht auf dem Potsdamer Abkommen vom 2. August 1945. Ich bin überzeugt, dass die Weltgeschichte über dieses Dokument ein sehr hartes Urteil dereinst fällen wird. ...“