21.07.2026

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Auch die Franzosen machen sich zu „Irminsul“-Deppen, wie könnte es anders sein, wo es ihnen die irregeführten deutschen Heiden lange genug vorexerziert haben ! „Terre et Peuple“ (T&P) ist eine 1995 vom französischen Historiker Pierre Vial gegründete nationalgesinnte, neo-altgläubige Kulturorganisation. Wikipedia glaubt zu wissen: „Im deutschsprachigen Raum existieren keine offiziellen, eigenständigen Sektionen der französischen Mutterorganisation. Stattdessen gibt es dort ideologische Überschneidungen und lose Kooperationen mit bestimmten Vertretern des deutschen Rechtsextremismus.“

Und weiter konstatiert Wikipedia: Der Begriff „Résistance Identitaire Européenne“ (Europäischer Identitärer Widerstand) bezeichnet keine eigenständige deutsche Organisation, sondern den ideologischen Überbau der Identitären Bewegung (IB). Die Gruppierung stammt ursprünglich aus Frankreich und wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft. Die Gruppe gilt als Wegbereiter der identitären Bewegung und vertritt eine völkische Ideologie, Rassismus und Ethnopluralismus (die Vorstellung, dass alle Völker getrennt voneinander leben sollten). Sie befürwortet die Rückkehr zu einem europäischen, vorchristlichen Heidentum.“

Das klingt alles nicht eben abstoßend und nur nach dem legitimen Rückbesinnen auf die französischen und europäischen Urwerte, welche vor der kirchenchristlichen Invasion Gültigkeit in den Völkern besaßen. „Terre et Peuple“ unterhält eine sehr umfangreiche französischsprachige Weltnetzseite, die eine interesssante Masse an Wissenswertem vermitten kann. Auch über die Runen gibt es dort mehrere Leseteile, deren Wert ich leider nicht beurteilen kann, da ich Französisch nicht beherrsche. 

Dass die Franzosen jedenfalls weniger gescholten werden müssten für den Unsinn den sie hinsichtlich deutscher Kaisergeschichte verzapfen, muss angemerkt werden. Sie sind nur die Epigonen deutsch-heidnischer Torheiten. Sie nehmen den geknickten Kaiserbaum vom Externstein-Relief als die altsächsische Weltstütze, wie das der streckenweise blindgläubige Fantast Wilhelm Teudt schon in seinem Buch „Germanische Heiligtümer“ (1929-1936) vorgebetet hatte.

Die naive Leichtfertigkeit und sich offenbarende Gedankenlosigkeit jener Leute welche die orientalische Dattelpalm-Ikone als germanische Irmin-Säule offerierten ist ebensowenig nachvollziehbar, wie das geradezu verbissene Festhalten und Verteidigenwollen dieser Dummheit. Man muss kein Kenner der orientischen Kunstgeschichte sein und man muss nicht mein Glück gehabt haben, diese Palmbaum-Gebilde, beispielsweise auf Zypern, in mehreren Originalreliefs im Museum gesehen zu haben. Man braucht lediglich ein waches, prüfendes Auge, ohne jegliche Vorkenntnisse, um den albernen Irminsul-Spuk zu durchschauen. Aber keiner seiner Vertreter hat sich die ins Auge fallenden Fragen nach möglichen Erklärungen der Säulen-Gestalt gestellt. Folgendes hätte doch intelligenen Menschen auffallen müssen !

1.) Was haben an einer Weltsäule die beiden gefächerten Palmbaumranken zu suchen ? Zwei Palmästen ist eine Stützung von irgendwas völlig unmöglich. 2.) Welche Bewandtnis haben die beiden kleinen Röllchen unter den Blattranken ? Welche Aufgaben könnte ihnen, hinsichtlich der unterstellten Himmelsdach-Stützung, zugedacht sein ? Keine ! Es handelt sich dabei um die Symbole der hängenden Dattel-Fruchtstände.

Die Dattelpalme war der bis ins Religiöse verehrte Lebensbaum des Orients, ganze Stadtkulturen lebten von seinen süßen Früchten. Als ein heiliges und profanes Idol ist er zu hunderten oder tausenden Ausführungen in Keramikmalereien, in Steinreliefs sowie Holzverzierungen erhalten geblieben. Das orientalische Christentum brachte die Legende vom paradiesischen Lebensbaum mit nach Europa, natürlich auch das dazu gehörende Palmbaum-Bild. Nach den Kreuzzügen, auf denen europäische Herren und Ritter die verehrten majestätischen himmelhohen Palmen kennengelernt hatten, nahmen einige Geschlechter die Palme in ihre Wappenschilder auf, entweder in ausführlicheren Formen oder als verkürzte sog. heraldische Lilien-Bilder. So errang die Palme auch in Europa ihren Stellenwert und wurde schließlich zu einem Herrschafts-Sinnbild und zum Kaiser-Baum.

In das Externstein-Relief der Paderborner Benediktiner-Mönche vom Abdinghof gelangte das Bild nach dem Sieg der Ostsachsen über Kaiser Heinrich V. nach der Schlacht am Welfesholz. Seit dem Herbst 1114 waren die sächsischen Großen um Lothar von Süpplingenburg Teil einer Fürstenrevolte bereit, zu der namentlich die dem Papst anhängenden fanatischen Benediktiner-Mönche gehetzt hatten. Die Schlacht am Welfesholz war Teil des gesamten antisalischen Widerstands gegen den Salier Heinrich V., dessen Regierungsstil als zu autokratisch und gegen den Papst und dem Papst anhängenden Fürsten gerichtet erschien. Die Schlacht fand am 11. Februar 1115 bei Welfesholz, einer Siedlung bei Hettstedt in der Gegend von Mansfeld, statt.

Dort standen sich die gewappneten Gefolgsleute Kaiser Heinrich V., unter Führung seines Feldmarschalls Hoyer von Mansfeld (der 1113 den Past in Rom, mit eigener Hand gefangen gesetzt hatte), und das Heer der Fürstenopposition gegenüber. Diese Fürstenmacht bestand aus den sächsischen Größen, Herzog Lothar von Süpplingenburg, Wiprecht von Groitzsch, Bischof Reinhard von Blankenburg, Bischof von Halberstadt und Pfalzgraf von Sachsen Friedrich von Sommerschenburg. Nach seiner Niederlage verlor Heinrich V. den gesamten Norden des Reiches und die triumphierenden Reichsfeinde, die Benediktiner-Mönche, ließen ihr Siegszeichen in den Exterstein-Felsen hineinmeißeln. Deshalb sieht man dort die um 90° zu Tode geknickte Kaiser-Palme, die Kaiser Heinrich V. versinnbildlichen, also auf ewig schmähen soll. Mit einer Irminsul hat sie folglich nicht das Geringste zu tun !

Die Leute die dieses Sinnzeichen als Irminsul deuten, haben es in Gänze seiner Bildsprache nicht verstanden. Das ist der Hauptvorwurf den man ihnen machen muss. Denn der Gipfel ihres fatalen Fehlgriffes ist noch gar nicht erwähnt worden: Eigentlich handelt es sich um den orientalischen Lebensbaum, das ist sicher. Jedoch zeigen diese Lebensbaum-Idole des Orients immer über den beiden Hauptpalmblattranken einen Wipfelstrauß. Dieser fehlt bei der Externstein-Palmette, aus der bösartigen Benediktiner-Verfluchung des Papst-Feindes heraus. Ohne Wipfel wird aus einem Lebensbaum ein Todesbaum-Sinnbild, welches sich natürlich auf Kaiser Heinrich V. bezieht. Sein salisches Kaisertum sollte ohne Fortsetzung und ohne Erben bleiben. 1114 hatte Heinrich V. Mathilde geheiratet, die 12-jährige Tochter des englischen Königs. Die Ehe blieb jedoch kinderlos. Bei Heinrichs Tod im Jahr 1125 bewarben sich mehrere Fürsten um die Nachfolge, darunter der Staufer Friedrich II. Das salische Kaisertum war tatsächlich gestorben.

Dass also neuheidnische Kreise einen orientalischen Todesbaum als ihr unheilschwangeres Logo benutzen ist an dümmlicher Kuriosität kaum zu überbieten !

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Zwei Beispiele für Dattelpalm-Ikonen aus einer Vielzahl von orientalische Funden: 1. Bild = Zwei semitische Genien flankieren das mehrstöckige Dattelbaum-Idol. Phönizisch; 9./8. Jh. v.0; Elfenbein; H. 21,9 cm, B. 9,7 cm. (rechte Seite fehlt hier) - 2. Bild = Verzierung auf einem Elfenbeindöschen aus Nimrud/Kalchu, mit Lebensbaum-Idol, nach dem Naturvorbild der Dattelpalme (aus ca. 8. Jh. v.0). Die Ruinen von Nimrud liegen 30 km südsüdöstlich von Mossul im heutigen Irak am mittleren Tigris.

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Das Denkmal der sog. größten deutschen Schlacht im Hochmittelalter, am Welfesholz.

 

Siehe: DIE ENTSTEHUNG DES RELIEFS VOM EXTERNSTEIN >>

https://oding.org/religion/irminsul-irrtum/die-entstehung-des-reliefs-vom-externstein