10.05.2026
Erkenntnis ist die größte Macht ! >>
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Ins Zentrum der Kalender-Graphik stellte ich das bronzezeitliche schwedische Felsbild von Ryland (Bohuslän) hinein, welches das ur-germanische Jahr versinnbildlicht.
Die große Erkenntnis: ODING, das heilige Idealjahr des Runen-Kalenders, beginnt mit der 1. Rune () auf dem tiefsten Sonnenstand des Jahres, einem Neumond auf Wintersonnenwende (kommt alle 19 Jahre vor). Legt man auf die folgenden 12 Vollmonde und folgenden 11 Neumonde die folgenden Runen bis zur 24. Rune (
), dann stehen sämtliche Runen als signifikante Jahres-Feierzeichen an ihren korrekten Stellen. Ein 13. Leermonat muss jedes 2. oder 3. Jahr eingeschaltet werden, damit die Differenz zwischen Mond- und Sonnenjahr, von ca. 11 Tagen, das ODING-Jahr nicht aus dem Ruder laufen lässt. Das nannte der angelsächsische Gelehrte Beda Venerabilis (672-735), das „Thrilida“ (im Schaltjahr einen 3. Sommermonat, names lida, einschieben). Man lese seine Beschreibungen des angelsächsisch-germanischen Kalenders in seinem Werk De temporum ratione (Kapitel 15).
KOSMISCHER RUNENRING
Was keiner kennt, was keiner weiß,
der Kosmos kurvt in seinem Kreis,
und jedes Rädchen, Schritt für Schritt,
ruckt rätsel-runisch mit ihm mit.
Wer könnte Zeit und Raum versteh’n,
weiß wie der Götter Uhren geh’n,
kennt aller Mächte Kräfte-Netz
und der Strukturen Kern-Gesetz ?
Doch wenn das Größte Kleinem gleicht,
dann ist nach gleichem Maß geeicht
das höchst’ und niedere der Struktur,
es schwingt im Rhythmus einer Uhr.
Dann geh’n die Zeiten hin und her,
im Sinn’ der ewigen Wiederkehr,
so wie der Tag aus Nacht sich hebt
und Frühling aus dem Winter strebt.
Wie sich des Mondes Licht verhüllt,
doch immer neu sein Rund erfüllt,
und wie die Sonn’ dem Wolf erliegt,
doch jährlich frisch den Tod besiegt.
So müsste auch, wenn Tod sie raubt -
wie es die Ahnen schon geglaubt -
des Menschen Seel’ im frischem Leib,
einst kehr’n zum irdischen Verbleib.
Da alles Dasein -, jeglich’ Ding,
sich dreht in seines Daseins Ring,
ist jeder Ring mit dem verschweißt,
was mit im großen Reigen kreist.
Wenn Gott den Zeiger vorwärts stößt,
kein Stäubchen wird ins Nichts gelöst,
es wandelt nur sein Mantelkleid,
macht sich zur Neugeburt bereit.
Das scheint des Kosmos Urprinzip,
dass keine Kraft verloren blieb’ -,
in steter Wandlung, Sprung für Sprung,
ewiglich bleibe neu und jung !
Wie’s geht im Großen, Grad um Grad,
so spiegelt sich’s im Runen-Rad;
des’ Weistum macht sich selber kund,
es raunt nur, ringst Du sie zum Rund !
Zum Gedicht: Die letzte Zeile meint, allein dann beginnen unsere altdeutschen Sinnzeichen, die Runen, zu raunen, zu reden, also ihr kosmisches Weistum preiszugeben, wenn man die 24 Zeichen zu einem Kreis zusammenrundet -, und sie in dieser Ringform auf das runde Kalenderjahr legt. Dann erkennt man, dass jede Rune zu den 24 Mondständen des Jahres passt, dass wir also im Runen-Ring den altgläubigen luni-solaren Sakralkalender vor uns haben. Und da der Tag, der Monat und das Jahr die kleinen Geschwister des Äons sind, also des Gottesjahres, können wir hochspekulieren auch auf den größten kosmischen Reigentanz.