24.05.2026

Das Hofer-Lied >> https://www.youtube.com/shorts/4YSOP76WL6E

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Aus dem Film „Andreas Hofer – Die Freiheit des Adlers“ (2002), mit Tobias Moretti.

ANDREAS HOFER

Nur Freiheitshelden sind wahrhaft groß,
starke Männer wie ein Fanfahrenstoß,
durchschmettern die Heimat in dunkler Nacht,
bis auch der letzte Schläfer erwacht.

Die Zeit bleibt ewig grau und gleich,
immer steht das Gesindel gegen das Reich.
Und die äußeren Feinde sind immer dabei,
so lautet die teuflische Litanei !

Einst war‘s der Korse Napoleon Bonapart,
der deutsches Volk betört‘ und genarrt.
Das Bayernland zwang er, ihm willig zu sein,
rückte gegen das Reich im Tirol-Gau ein.

Doch Franzosenterror konnte nicht nützen,
auf standen deutsche „Tiroler Schützen“.
Die führte ein Kerl von Kraft und Mut,
der Andreas Hofer, der „Sandwirt“, gut.

Manch‘ Lawine aus Steinen rauschte zu Tal,
mancher scharfe Schuss, zur Franzosen-Qual.
Kämpfe gewonnen und Kämpfe verloren,
Dann wurd‘ ermattet der Frieden beschworen.

Napoleon hat die Rachehand ausgestreckt,
doch Freiheitsheld Hofer hielt sich versteckt.
Er wurde verraten, durch Pfaffen-List,
wie die Kirche ein Feind jeder Freiheit ist.

Sein Erschießungskommando in Reihe stand,
da segnet Andreas Hofer sein Vaterland.
Eine Salve krachte, Andreas brach ins Knie
und lachend er seine Verachtung schrie:

„Ihr verfluchten Buben, das war nicht recht,
was schießt ihr Franzosen doch gar zu schlecht !“
So bleibt uns der Hofer im stolzen Sinn,
unzerstörbar im trotzigen Freiheitsgewinn !

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Andreas Hofer vom Historien-Maler Franz Defregger (1835-1921).

Andreas Hofer (1767-1810) war Anführer der Tiroler Aufstandsbewegung von 1809 und gilt als Freiheitskämpfer gegen die französisch-bayrische Besetzung seiner Heimat. Als Wirt im GasthausAm Sand“ war Hofer auch als der „Sandwirt“ bekannt. Von der deutschsprachigen Bevölkerung im italienisch okkupierten Tirol wird Hofer mit zahlreichen Denkmälern als Volksheld und Nationalheld geehrt.

Andreas Hofer wurde am 22. November 1767 in Passeier geboren. Sein Vater Josef war zur Zeit seiner Geburt schon 43 Jahre alt und Besitzer der gutgehenden Gastwirtschaft „Am Sand“. Seine Mutter Maria starb 1770, als er drei Jahre alt war. Von Anna Frick, der neuen Frau seines Vaters, mit der dieser eine weitere Tochter bekam, wurde er nicht besonders gut behandelt. Sein Vater starb 1774, und die Stiefmutter übernahm die Führung der Gastwirtschaft. Hofer besuchte die Schule, die erst seit wenigen Jahren Pflicht war. Bis an sein Lebensende orientierten sich seine schriftlichen Laufzettel direkt an der im Südtiroler Dialekt gesprochenen wörtlichen Rede. Eine seiner Schwestern heiratete schon bald darauf Josef Griener, der sich verpflichten musste, bis zur Volljährigkeit von Andreas Hofer die Gast- und Landwirtschaft am Sandhof fortzuführen. Die ständigen Streitigkeiten zwischen seiner Stiefmutter und seinem Schwager, der den Besitz bald mit 1.700 Gulden verschuldet hatte, waren wohl der Hauptgrund, weswegen sich Andreas noch vor seiner Volljährigkeit für einige Zeit bei verschiedenen Wirten und auch Weinhändlern gegen Kost und Logis anstellen ließ. Während dieser Zeit war er auch in Welschtirol (Cles im Val di Non), wo er italienisch lernte. Auf diesen Fahrten konnte er sich gute Kenntnisse von Land und Leuten im weiteren Umkreis aneignen. 1789 heiratete er die 24-jährige Anna Ladurner und übernahm das verschuldete Gasthaus am Sandhof in St. Leonhard in Passeier, sein elterliches Erbe. Anna und Andreas hatten 4 Töchter (Maria, Geltrude, Crescenzia, Rosa) und einen Sohn (Johann). Während Hofer als Kämpfer in Tirol unterwegs war, übernahm seine Frau alle Aufgaben im Gasthof, bestellte die hauseigenen Äcker und kümmerte sich um die Kinder. Auf eine gute Ausbildung der Töchter wurde Wert gelegt.

Infolge der Niederlage Österreichs im „Dritten Koalitionskrieg“ und dem „Frieden von Pressburg“ stand Tirol seit 1805/1806 unter fanzösisch-bayerischer Herrschaft. Die Zwangsaushebung von Rekruten für die fanzöisch-bayerische Armee führte schließlich zum Aufstand, der am 09.04.1809 in der Tiroler Hauptstadt Innsbruck begann. Der Aufstand gilt als Freiheitskampf gegen französisch-bayerische Fremdherrschaft und deren Kirchenkampf und Rekrutierungspraxis. Er zeigte auch auch als heute sog. „reaktionäre, antiaufklärerische“ Züge. Man hatte sich z.B. der Pockenimpfung widersetzt. Hofer verbot nach dem ersten Sieg, in zu ernster Zeit, alle „Bälle und Feste“. Auch kam es unmittelbar nach der ersten Schlacht auf dem Bergisel zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen die ungeliebten Juden Innsbrucks durch die Aufständischen.

Andreas Hofer wurde als Oberkommandant an die Spitze der antifranzösisch-bayerischen Bewegung gewählt. Bereits am 11.04.1809 konnte er sich in einem Gefecht bei Sterzing gegen die fremden Mititärs durchsetzen. Am 12. April kam es zur ersten Schlacht auf dem Bergisel mit Andreas Hofer und Martin Teimer an der Spitze der Tiroler Streitkräfte. Schon zwei Tage später, nach dem Sieg Teimers bei Wildau / Wilten über das französisch-bayerisch-Korps „Bisson“, konnten die Österreicher und die Tiroler Freiheitskämpfer in Innsbruck einziehen. Den gegnerischen Truppen gelang es jedoch, Teile Tirols wieder unter ihre Kontrolle zu zwingen und Innsbruck zurückzuerobern. Nachdem sich am 13.05. die französisch gelenkten Truppen in einer blutigen Schlacht bei Wörgl durchgesetzt hatten, kam es vom 25. bis zum 29. Mai zur zweiten Schlacht auf dem Bergisel, wobei sich die feindlichen Truppen am 29.05. geschlagen ins Unterinntal zurückziehen mussten. Es folgte der „Znaimer Waffenstillstandmit erneuter Besetzung Tirols durch napoleonische Soldaten. Dem Aufruf zum Landsturm folgte ein erneuter Sieg der Freiheitskämpfer am 13.08.: 15.000 französische, bayerische, sächsische Soldaten unter der Führung von Marschall Lefebvre standen dabei einem ebenso großen Tiroler Schützenaufgebot unter Andreas Hofer gegenüber (dritte Schlacht am Bergisel).

Der „Friede von Schönbrunn“, der in Tirol unbestätigt blieb und als Verrat galt, motivierte Hofer erneut zum Aufstand, der allerdings am 01.11. 1809 mit der Niederlage der Tiroler am Bergisel endete. Am 08.11.1809 rief er in einer Proklamation dazu auf, den Widerstand einzustellen: „Brüder! gegen Napoleons unüberwindliche Macht können wir nicht Krieg führen. Von Oesterreich gänzlich verlassen würden wir uns neuem unheilbaren Elend Preis geben. […]“

Hofer hatte als Anführer der Aufstandsbewegung bis zuletzt Widerstand geleistet und war zum Geächteten geworden. Zu einer Flucht nach Österreich konnte er sich aber nicht entschließen; nach dem endgültigen Zusammenbruch des militärischen Widerstands suchte er zusammen mit seiner Familie sowie seinem Sekretär und Vertrauten Kajetan Sweth Zuflucht zunächst auf der „Kellerlahn“ im Passeier, danach auf dem „Pfandlerhof“ und dann auf der Mähderhütte der „Pfandleralm“ (Alm des Prantacher Hofs gegenüber St. Martin in Passeier). Dort endete schließlich am 28.01.1810 seine Flucht, und er wurde von französischen Besatzungssoldaten gefangen genommen, die seinen Aufenthaltsort von dem Tiroler Franz Raffl für 1500 Gulden erfahren hatten.

Danach wurde er nach Bozen und dem italienischen Mantua gebracht, dem Hauptquartier des für den südlichen Teil Tirols zuständigen französischen Vizekönigs von Italien, Eugène Beauharnais, und dort am 05.02.1810 in dem MilitärgefängnisPorta Molina“ festgesetzt. Der französische Kaiser Napoleon ordnete die unverzügliche Aburteilung und Exekution Hofers an. Nach kurzer Schein-Gerichtsverhandlung wurde am 19.02.1810 das bereits diktierte Todesurteil über Andreas Hofer gesprochen. Dieses wurde am folgenden Tag von einem Erschießungskommando vollstreckt. Nach Verlesung des Todesurteils krachten die Schüsse und Hofer fiel auf die Knie, eine zweite Salve traf sein Gesicht und er brach zusammen, lebte aber noch. Daraufhin trat ein französischer Soldat an ihn heran und gab ihm den Gnadenschuss ins Ohr.

Hofer wurde zunächst in Mantua im Pfarrgarten der Zitadelle begraben. Tiroler Kaiserjäger unter der Führung von Georg Hauger haben seine Gebeine am 09.01.1823 beim Rückmarsch von Neapel nach Tirol exhumiert und sie zunächst nach Trient, dann nach Bozen gebracht. Sein Grabmal wurde nach einem Entwurf des Tiroler Malers Johann Martin Schermer ausgeführt.

Hofers letzte Worte sollen, so wird berichtet, nachdem die erste Exekutions-Salve ihn nur verletzt hatte, ausgerufen haben: „Franzosen! Ach, wie schießt ihr schlecht !“

Das Andreas-Hofer-Lied („Zu Mantua in Banden“) ist die Landeshymne des österreichischen Bundeslandes Tirol. In der heute autonomen italienischen Provinz Südtirol wurden die Forderungen, das Lied ebenfalls zur Landeshymne zu erklären, bisher von den Politikern abgelehnt. Der Text stammt von dem 1803 in Marieney im sächsischen Vogtland geborenen und 1867 in Oldenburg verstorbenen Dichter Julius Mosen

Am 27.01.1810 soll Franz Raffl, der Sohn des Mesners Johann Raffl, den französischen Behörden unter dem Kommando des Generals Léonard Huard de Saint-Aubin für eine Belohnung von 1500 Gulden das Versteck des in Tirol als Freiheitskämpfer verehrten Andreas Hofer verraten haben, der mehrere Aufstände gegen Napoleons Truppen angeführt hatte. Raffl selbst wies in einer Vernehmung am 31. März 1810 in Meran jede Verantwortung für Hofers Festnahme von sich und gab einem „Kurber Peter Ilmer“ die Schuld, der von den Franzosen als „Ortsaufseher“ in St. Martin in Passeier eingesetzt worden war. Der Autor Andreas Dipauli von Treuheim, recherchierte, wonach Raffl sein Wissen zunächst dem Geistlichen Josef Daney mitgeteilt hatte und dieser die Franzosen über Hofers Verbleiben informierte. Die Vermutung konnte nie ausgeräumt werden, der Analphabet Raffl, der sog. „Judas von Tirol“, sei nur das „Werkzeug“ des Pfarrers gewesen.

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Zu Mantua in Banden
der treue Hofer war,
in Mantua zum Tode
führt ihn der Feinde Schar.
Es blutete der Brüder Herz,
ganz Deutschland, ach in Schmach und Schmerz.
Mit ihm das Land Tirol,
mit ihm das Land Tirol.

Die Hände auf dem Rücken
der Sandwirt Hofer ging,
mit ruhig festen Schritten,
ihm schien der Tod gering.
Der Tod, den er so manchesmal,
vom Iselberg geschickt ins Tal.
Im heil'gen Land Tirol,
im heil'gen Land Tirol.

Doch als aus Kerkergittern
im Festen Mantua
die treuen Waffenbrüder
die Händ' er strecken sah,
da rief er laut: „Gott sei mit euch,
mit dem verrat'nen deutschen Reich.
Und mit dem Land Tirol,
und mit dem Land Tirol.“

Dem Tambour will der Wirbel
nicht unterm Schlegel vor,
als nun der Sandwirt Hofer
schritt durch das Kerkertor.
Der Sandwirt, noch in Banden frei,
dort stand er fest auf der Bastei.
Der Mann vom Land Tirol,
der Mann vom Land Tirol.

Dort soll er niederknien,
er sprach: „Das tu ich nit,
will sterben, wie ich stehe,
will sterben, wie ich stritt!
So wie ich steh' auf dieser Schanz,
es leb' mein guter Kaiser Franz.
Mit ihm sein Land Tirol,
mit ihm sein Land Tirol!“

Und von der Hand die Binde
nimmt ihm der Korporal
und Sandwirt Hofer betet
allhier zum letzten Mal.
Dann ruft er: „Nun, so trefft mich recht,
gebt Feuer! Ach, wie schießt ihr schlecht!
Ade, mein Land Tirol,
ade mein Land Tirol!“

Text: Julius Mosen 1831
Musik: Leopold Knebelsberger, 1844

http://www.volksliederarchiv.de/text1281.html

In den Befreiungskriegen von 1809 führte Andreas Hofer die Tiroler drei Mal siegreich zum Kampf gegen die Truppen Napoleons.