06.04.2022
Julia und der Untermensch der ihr junges Leben bestialisch auslöschte
 
PSEUDOHUMANITAS
 
Ein Untermensch ergreift ein Kind,
an dessen Mord er sich erfreut
doch die Gesellschaft, die perverse,
sich vor dem Mord am Mörder scheut.
 
Nichts anderes hat er voll verdient,
der Unmensch gehört weggeräumt,
doch eine Anzahl von Gutmenschen,
vom Pseudohumanismus träumt.
 
„Es wäre denkbar“, hört man flöten,
„er würde künftig nicht mehr töten.
Und vor den Jahren, selbst als Kind,
war er gewiss nicht bös‘ gesinnt !
 
Sie wollen Mörder gern verschonen
und päppeln bis auf ein Jahrzehnt,
nur in besonders schlimmen Fällen
wird Staatsversorgung ausgedehnt.
 
Womöglich war der Schweinehund,
zur Tatzeit psychisch nicht gesund,
oder, was als strafmildernd gilt,
er hat ja nur im Rausch gekillt !“
 
Dieses Links-Deutschland-Geschrei,
man kennt es seit Jahrzehnten gut,
will alle Schwerverbrecher schonen;
an ihren Händen klebt viel Opferblut.
 
Die meisten Fälle wär‘n vermeidbar,
gäb es die Sexualstraftäter-Kartei
und lebten diese dreckigen Würger
nicht so wie Normals froh und frei.
 
Nur manchmal ist ein Fall gerechter,
der Unmensch der nach Julia griff,
der sie missbrauchte und verbrannt‘,
verbrannte selbst an seinem Kniff.
 
Die Tatspuren wollte er vertuschen,
Benzindämpfe entzündeten sich,
zu 80 Prozent verbrannte seine Haut;
Gerechter Rache Flammen-Zisch !
 
Der Fall des Verschwindens und der Ermordung der achtjährigen Julia Hose im Sommer 2001 in Biebertal, durch einen Mann namens Thorsten V. aus der Nachbarschaft, bewegte damals die ganze Republik. Julia verschwindet an einem sonnigen Nachmittag vom Spielplatz in ihrem Heimatort. Die bis dahin umfassendste Suchaktion mit Spürhunden begann. Doch nach vier Tagen wird die Suche ergebnislos abgebrochen. Kurz nachdem dies in den Medien vermeldet wird, entdeckt ein Fahrradfahrer ein Feuer in einem Wald, 60 Kilometer vom Wohnort Julias entfernt. Bei den Löscharbeiten werden menschliche Überreste gefunden, es handelt sich um Julias Leiche. Nun beginnt die Suche nach ihrem Mörder. Schließlich führen ein Blitzerfoto und die Entdeckungen eines Amateurdetektivs die SoKo-Ermittler auf die Spur von Julias Mörder. In der Zeit nach der Tat unternahm der Täter offenbar Anstrengungen, um Spuren zu beseitigen. Er unterzog seinen Pkw einer gründlichen Reinigung und tauschte die Fußmatten aus. Am 06.08.versuchte er in seinem Keller mit Hilfe von Benzin weitere Spuren zu beseitigen, wobei sich die Dämpfe entzündeten und ihn am ganzen Körper dauerhaft schwer verbrannten. Er wurde in eine Spezialabteilung im eingeliefert. 80 Prozent seiner Hautoberfläche waren verbrannt.Die Untat beeinflusste maßgeblich die breite öffentliche Diskussion um Verschärfungen in Strafmaß und Maßregevollzug bei Sexualstraftaten zum Nachteil von Kindern. Zur Tat äußerte sich der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder am 08.07.2001 gegenüber „Bild am Sonntag. Er gab an, er komme immer mehr zu der Überzeugung, dass erwachsene Männer, die sich an kleinen Mädchen vergingen, nicht therapierbar seien. Dabei sagte er den Satz: „Deswegen kann es da nur eine Lösung geben: wegschließen - und zwar für immer.“ Im Mordfall Julia Hose forderte Schröder höchste Anstrengungen, um den Täter schnellstmöglich zu fassen und mit aller Härte abzuurteilen. „Wer sich so außerhalb der menschlichen Gemeinschaft stellt, für den kann es nur die Höchststrafe geben.“ Daraus entwickelte sich eine Debatte, die sich um Maßnahmen wie Einführung einer Sexualstraftäterkartei, Speicherung genetischer Fingerabdrücke sowie Anwendung und Ausdehnung der „Sicherheitsverwahrung“ besonders gefährlicher Straftäter drehte. Während der Gerichtsverhandlung des Indizienprozesses plädierte die Verteidigung auf Freispruch. Nach 20 Jahren stirbt Julias Mörder in einer Wetzlarer Klinik. Der Unmensch war bis zuletzt so schwer gezeichnet wie er es verdient hat.