30.04.2022
 
Weltälteste Wagenspur bei Kiel entdeckt
 
Wissenschaftler sind sich sicher: Die wohl ältesten entdeckten Wagenspuren der Welt stammen aus dem Jahr 3.400 vor Ztr. und finden sich in Flintbek, südlich von Kiel. Das ist die Geschichte hinter der Sensation. In Flintbek haben Forscher die wohl ältesten Wagenspuren der Welt entdeckt. Gefunden wurden sie auf einer der größten Megalith-Friedhöfe Europas, der Sichel bei Flintbek. Die Grabmonumente selbst mit einer Länge von vier Kilometern und einer Breite von 500 Metern sind bereits bei wissenschaftlichen Grabungen von 1976 bis 1996 entdeckt worden. Und dort findet sich, das wissen Forscher seit Kurzem, auch der früheste Nachweis für die Nutzung von Rädern und Wagen weltweit - im Jahr 3.400 vor der heutigen Zeitrechnung. Die frühere Vermutung, dass es sich um die ältesten Radspuren der Welt handelt, konnte kürzlich durch Radiokohlenstoffdatierungen, auch als C14-Analyse bekannt, bestätigt werden. Dabei nutzen Forscher die Halbwertszeit des Kohlenstoffisotops, um das Alter von kohlenstoffhaltigen Materialien zu bestimmen. Aus Sicht von Prof. Johannes Müller von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) rückt das Ergebnis Flintbek in das Zentrum einer der „entscheidenden Innovationen der Menschheit“. Die wissenschaftliche Dokumentation des Befundes ist in der kürzlich erschienenen Publikation „Das Neolithikum in Flintbek. Eine feinchronologische Studie zur Besiedlungsgeschichte anhand von Gräbern“ von Prof. Doris Mischka nachzulesen. Das Buch ist Teil einer vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Christian-Albrechts-Universität koordinierten Publikationsreihe.
 
Die wohl ältesten jemals entdeckten Wagenspuren der Welt, die auf etwa 3.400 vor unserer Zeitrechnung datiert wurden, finden sich auf einem Gräberfeld bei Flintbek, auf dem sich dutzende Grabmonumente aus der Jungstein- und Bronzezeit sichelförmig aneinanderreihen. Archäologinnen und Archäologen fanden bei Ausgrabungen sieben sogenannte Langbetten, steinzeitliche Großsteingräber, sowie 14 Grabhügel. Mithilfe von Radiokohlenstoffdatierungen konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass das aufgrund seiner Form als Flintbeker Sichel bezeichnete Gebiet vor etwa 5.800 Jahren für erste Bestattungen genutzt wurde. Zu dieser Zeit erbauten die Menschen zunächst die Langbetten, die sie durch sukzessive Anbauten stetig vergrößerten. Während der frühen Phase errichteten sie zudem Grabhügel mit kleinen Steinkammern, sogenannte Dolmen. 500 Jahre später, um 3300 vor Christi Geburt, veränderte sich die Architektur. Die Menschen begannen, die Toten in Ganggräbern zu bestatten; großen Steinkammern mit ebenfalls aus Stein gebauten Zugängen, die fortan für Jahrhunderte als kollektive Bestattungsorte dienten. Forscherin Mischka nimmt an, dass hier Familien aus verschiedenen Gebieten jeweils ihren eigenen Begräbnisplatz hatten. Die Flintbeker Sichel wäre somit das rituelle Zentrum für die ganze Region. Neben der Vielzahl der Gräber sorgten bei den archäologischen Grabungen zwei unscheinbare, braune Linien im Boden für Aufsehen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellten fest, dass die Breite der Verfärbungen genau mit der Breite von jungsteinzeitlichen Holzrädern übereinstimmt, die unter anderem in den Mooren Norddeutschlands gefunden wurden. Weiterhin entsprachen die Abstände der beiden Rillen zueinander genau der Breite jungsteinzeitlicher Wagenachsen.
 
Die Forscher sehen darin einen eindeutigen Beweis dafür, dass für den Bau der Strukturen in der Flintbeker Sichel die damals neue Technologie „Nutzung Wagen auf Rädern“ zum Einsatz kam - und das um 3.400 vor unserer Zeitrechnung. Damit findet sich in Flintbek der früheste Nachweis dieser Innovation, die in vielen anderen Regionen Europas und Südwestasiens erst später anzutreffen ist. Die Technologie wurde somit nicht, wie bislang angenommen, im Nahen Osten erfunden. Der Kieler Archäologe Prof. Johannes Müller, Herausgeber der Reihe, ist beeindruckt von dem Ergebnis: „Es ist eindeutig, dass die Menschen in Mitteleuropa ebenso früh wie jene des Nahen Ostens hochtechnologisiert waren“, erläutert er. Alles Wichtige aus Rendsburg-Eckernförde und Neumünster. Jeden Montag gegen 17 Uhr im E-Mail-Postfach. Doris Mischka, Professorin am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, habilitierte 2012 mit der kürzlich erschienenen Publikation an der Kieler Universität. Sie dokumentiert darin die Genese und Entwicklung der Flintbeker Sichel. Wagenspuren kenne sie sonst nur aus etwas jüngeren Zeiten, teilte Mischka weiter mit. Es sei nicht ausgeschlossen, dass im Norden noch ältere Wagenspuren zu finden seien. „Es kommt auf die günstigen Erhaltungsbedingungen an.“ In Flintbek seien die Wagenspuren mit einem Grabhügel zeitnah überbaut worden. „Auch die frühesten bekannten Pflugspuren sind auf diese Weise überliefert.“ Wo das Rad erfunden wurde, sei nicht einfach zu beantworten. „Es gibt mehrere Regionen, die in Frage kommen.“ Die meisten ihrer Kollegen und Kolleginnen präferierten die Steppenregionen nördlich des Schwarzen Meeres oder das Zweistromland. (Autor Frank Scheer)
 

Wie man liest, halten panbabylonistische Narren weiter an ihrer alten, verstaubten Ex-Oriente-Lux-Fixation fest; warum sollte das Rad nicht in Deutschland erfunden worden sein, wo man die ältesten Wagenspuren und Fernstraßen findet ? Ich schrieb darüber schon vor Jahren:

 
DEUTSCHER GENIUS
 
Wer hat wohl das Rad erfunden,
wer wohl könnte das bekunden ?
Natürlich die Frühzeit-Archäologie,
die sagt genau: Wo, Was und Wie.
 
In Europas steinzeitlichem Norden
scheint technische Kultur geworden,
man baute Wagen, baute Straßen,
als andere noch auf Bäumen saßen.
 
Urdeutsche schufen erste Räder,
woanders war man damit später.
Seit Urzeit sind des Nordens Kinder
die Ersten und geborene Erfinder.
 
Egal um welche Kunst sich‘s handelt,
die Deutschen sind damit verbandelt.
Sie waren allzeit Fortschrittsträger,
beim Rad, Motor und Düsenjäger.
 
Sichtbar wird die deutsche Waltung,
Buchdruck bis Atomkernspaltung,
sind Werke deutschen Genius;
das endet nie, denn alles ist im Fluss.