05.03.2026
Der undurchsichtige Milliardär Jeffrey Epstein (1953-2019) besaß ein Bankkonto das angeblich mit dem Namen „Baal“ belegt war. Baal (oder Ba’al) ist eine dämonische Gottheit, die im Koran, der Bibel und der Tora erwähnt wird. Historisch gesehen wurde Baal über Jahrhunderte hinweg verehrt und ihm wurden Opfergaben dargebracht, oft in Form von Menschenopfern und sogenannten unmoralischen Riten. Der Name ist stark mit bösen oder teuflischen Kräften verbunden. Interessanterweise ähnelt die Aussprache des Begriffs im Somalischen dem Wort „Bahal“, das ein nicht-menschliches gruseliges Wesen bezeichnet. Nach biblischen Berichten gerieten die Israeliten bereits während ihrer Einwanderung nach Palästina in Kontakt mit dem Baals-Kult (4 Mos 25,3 EU). Es zeigen Baal-haltige Namen, dass in der Frühzeit Israels Jahwe- und Baal-Verehrung nicht als Gegensätze empfunden wurden: Israels König Saul nannte seinen zweiten Sohn „Ischbaal“ (Mann Baals) und König David nannte einen Sohn „Beeljada“ (Baal hat erkannt, 1 Chr 14,7 EU). Hos 2,18 EU legt nahe, dass das Wort Baal (entsprechend seiner ursprünglichen Etymologie) als Titel vormals auch für Jahwe selbst gebraucht worden ist.
Baal, auch bekannt als Moloch oder Chemosch, war der Fruchtbarkeits- und Wettergott der Moabiter (Numeri 21,29; Jeremia 48,7.13.46), der als „Herr“ über Regen, Ernte und Naturkräfte galt. Er ist eine kanaanäische Gottheit, die von einigen alt-semitischen Völkern verehrt wurde, die während der levantinischen Bronze- und Eisenzeit die Region Moab im heutigen Jordanien, östlich des Toten Meeres, bewohnten. Wie viele andere lokale semitische Gottheiten wurde auch Chemosh mit Kinderopfern geehrt, eine Praxis, die in den letzten zweitausend Jahren nie ganz aufgegeben wurde, zumindest nicht von Randgruppen der sogenannten Juden, Aschkenasim/Chasaren bis in die heutige Zeit. Wie wir alle aus den bekannten Epstein-Akten zu wissen glauben. Der Name und die Bedeutung von Chemosh sind historisch belegt durch die moabitischen Inschriften auf der Mescha-Stele, die auf etwa 840 v.0 datiert sind. Chemosh wird auch in der hebräischen Bibel erwähnt.
Die Verehrung umfasste Opferriten auf „Höhen“ und war einerseits ein Hauptgegenspieler zum alttestamentarischen Jahwe-Glauben der Israeliten, anderseits sind Aspekte des Baal-Glaubens in die Jahwe-Religion eingegangen, nämlich er Glaube, ein Kinderopfer könne die Gottheit, den menschlichen Wünschen gegenüber, gnädig stimmen. Abraham will seinen Sohn Isaak opfern (1. Mose 22). Das unsinige Bibel-Episödchen geht so, dass der Juden-Gott den Abraham auffordert: „Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde. Da stand Abraham früh am Morgen auf und gürtete seinen Esel und nahm mit sich zwei Knechte und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, von dem ihm Gott gesagt hatte. Am dritten Tage hob Abraham seine Augen auf und sah die Stätte von ferne. Und Abraham sprach zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel. Ich und der Knabe wollen dorthin gehen, und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen.“ Der Vater war also in seinem Gotteswahn imstande, das geliebte Söhnchen zur Ehre seines Gottes zu schlachten. Dass er dann doch davon absah und dafür einen Widder opferte, kann nicht davon ablenken, dass das Kinderopfer im damaligen Judentum üblich gewesen ist.
Die Phönizier im nordafrikanischen Karthago, auf der Stätte des heutigen Tunis, waren eifrige Baals-Diener, was schon aus den diversen Eigennamen etlicher ihrer Führer hervorgehrt: Hannibal, Hasdrubal und der numidische Reitergeneral Maharbal. Es soll in Karthago von innen befeuerte Standbilder des stierköpfigen Baal gegeben haben, in deren Öffnungen die Baals-Priester jene Kinder ins Feuer warfen, die von ihren Eltern als Baals-Opfer vorgesehen waren. Es ist sehr verständlich, dass dem Kult fernstehende Personen und spätere Generationen, der Baal-Kult als etwas dämonisches und Baal selbst als eine Art Satan betrachtet wurde.
Baal, kanaanitisch-phönizischer Götze, Motiv aus: „Der Tempel Die Mythologien der vorzüglichsten Culturvölker bis zum Christentum“, von Johannes Minckwitz, Alfred Oehmigke`s Verlag, Leipzig, 1880.
Die über 3.000 Epstein-Files sind zum größten Teil geschwärzt, also nicht einsehbar, aber es liegen Dutzende von Aussagen erwachsener Frauen vor, die als Jugendliche in die Fänge vom Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gerieten, von ihm missbraucht wurden und auch angaben, dass sie von ihm, oder seiner verurteilten Gehilfin Ghislaine Noelle Maxwell, für den Fall, dass sie über an ihnen verübten Taten bei den Behörden Angaben machen wollten, mit dem Tode bedroht worden sind. Wir erkennen an den wenigen einsehbaren Fotografien die pädophien Neigungen des Jeffrey Epstein, aber daran ist nicht ablesbar was mit den Kindern geschah, ob sie dem Täter nur als sexuelle Spielobjekte dienen mussten, oder ob sie für rituelle Opferungen Verwendung fanden. Derartige Vermutungen sind von mehreren Seiten erhoben worden. Epstein, so ist die übereinstimmende Ansicht der Insider, soll seine Sex-Opfer auf seiner Privatinsel in der Karibik „Little Saint James“, missbraucht haben. hierher flog er regelmäßig mit seinen Freunden und mit den Mädchen, die er, entsprechend der Akten, missbraucht habe. Donald Trump hatte Epsteins Karibikinsel als „Hureninsel“ bezeichnet. „Diese neuen Bilder bieten einen erschreckenden Einblick in die Welt von Jeffrey Epstein und seiner Insel“, sagte der demokratische Abgeordnete Robert Garcia einer Mitteilung zufolge. „Wir veröffentlichen diese Fotos und Videos, um Transparenz in unseren Ermittlungen zu gewährleisten und ein vollständiges Bild von Epsteins grausamen Verbrechen zu zeichnen.“
Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft Jeffrey Epstein Sexhandel und Verschwörung zum Sexhandel vor. Der Mann soll zwischen 2002-2005 in seinen Häusern in Florida, New York und seiner Insel dutzende Minderjährige sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Auf Jeffreys Insel, die laut des „New York Magazine“ von den Nachbarn „Pädophilen-Insel“, „Orgieninsel“ oder „Insel der Sünde“, genannt wurde, gibt es, neben dem luxuriöse Hauptwohnsitz und Gästehäusern, ein seltsames Gebäude am südwestlichen Spitz von Little St. James: Ein blau-weiß-gestreifter Tempel mit goldener Kuppel in ägyptischer Bauart. Es muss zwischen 2009 und 2013 errichtet worden sein. Die Schlossriegel sind an der Außenseite angebracht, so dass darin jemand eingeschlossen werden könnte. In den Keller-Räumen des „Tempels“ hätten Epsteins Sex-Partys mit jungen Mädchen stattfinden können, wird vermutet. Die 13 zum Eingang weisenden blauen Linien stehen im Judentum für Glück und Gottes Barmherzigkeit. Sie markiert das Alter der religiösen Mündigkeit (Bar Mizwa), bezieht sich auf 13 göttliche Eigenschaften und 13 Glaubenssätze des Maimonides. Sie steht oft für einen Neuanfang oder besonderen Schutz. Mit dem 13. Geburtstag werden jüdische Jungen religionsmündig und übernehmen die Verantwortung für ihr Handeln. Die 13 steht über der 12, die oft für Vollständigkeit (12 Stämme, 12 Monate) steht, und symbolisiert so das Göttliche, das über der irdischen Ordnung steht.
Ob Jeffrey Epstein, aus einem uns unbekannten Symbolismus, mit seinem Insel-Tempel den Jerusalemer „Felsendom“ nachzuempfinden beabsichtigte ist ungewiss. Jedoch die starke seelische Verbindung zu Jerusalem, eines fanatischen Zionisten, Freund und Gönners, dem US-Milliardär Leslie Wexner, ist ein Fakt. Der steinreiche Wexner schenkte nicht allein seinen israelischen Politiker-Freunden und Einrichtungen Millionen-Beträge, er war auch der Hauptverursacher für Epsteins Aufstieg und dessen Reichtum. Seine Geschenke an J.E. waren das teure New Yorker Stadthaus, sein Flugzeug (Privat-Jet, „Lolita-Express“) sowie die Blanko-Vollmacht in Wexners Geschäftsstrukturen, wodurch er fähig wurde, aus Wxners Vermögen große Summen in die eigenen Taschen zu lenken, wie Wexner angab.
Der Grundstein (oder „Edle Felsen“), auf dem der Tempel errichtet wurde, ist in den abrahamitischen Religionen von großer Bedeutung, da er als der Ort gilt, an dem Gott die Welt und den ersten Menschen, Adam, erschuf. Er gilt auch als der Ort, an dem Abraham versuchte, seinen Sohn zu opfern, und als der Ort, an dem sich Gott-Jahwes Gegenwart stärker als an jedem anderen Ort manifestiert; zu diesem Ort wenden sich Juden während des Gebets.
Der Judenkönig David eroberte Jerusalem, nachdem er seinen Vorgänger König Saul entmachtet hatte, die Nachbarvölker der Amalekiter und Philister gedemütigt und auch von den übrigen israelitischen Stämmen als König anerkannt worden war. Daraufhin soll er seinen Regierungssitz um 1000 v.0 von Hebron nach Jerusalem verlegt haben, das etwa in der Mitte zwischen Norden und Süden Israels lag. Er nannte seine Stadt fortan die „Davidsstadt“. Nachdem er die „Bundeslade“, die als beweglicher Thron die früheren Feldzüge der Israeliten begleitet hatte, dorthin überführte, wurde die Stadt zum religiösen Mittelpunkt seines Reichs. Davids Sohn Salomo (um 969-930 v.0) war das Kind der Indogermanin bzw. Hetiterin Bathseba (vorher Frau des Urias, den David in den Kampfestod geschickt hatte). Salomo erbaute einen Palast und den ersten Tempel. Als Ort des Tempels entwickelte sich Jerusalem von da an zum Zentrum des Judentums in und außerhalb Israels. Nach Salomos Tod, um 926 v.0, und der Spaltung des Königreichs in die Staaten Juda (Süden) und Israel (Norden) wurde Jerusalem die Hauptstadt des Südreiches Juda. Hiskija (725-697 v.0) weihte erneut den Tempel, sicherte die Stadt durch Mauern und ihre Wasserversorgung durch den Hiskija-Tunnel. Joschija machte 628 v.0 Jerusalem wohl zur alleinigen legitimen israelitischen Kultstätte, indem er die übrigen Heiligtümer der anderen Volksgötter zerstören ließ. Der Baylonier-König Nebukadnezar II. eroberte Jerusalem erstmals 597, nochmals 586 v.0; beim ersten Mal führte er die jüdische Oberschicht in Gefangenschaft (babylonisches Exil) und setzte Zedekia als Vasallenkönig ein. Nach dessen Bruch mit den Babyloniern ließ Nebukadnezar 586 v.0 Jerusalem und seinen Tempel zerstören und führte die Reste der Führungsschicht, darunter Zedekia, ins Exil, an die Ufer des Eufrat. Nach der Einnahme Babylons erlaubte der arisch-persische König Kyros II. mit dem Kyros-Edikt den dort gefangen gehaltenen Juden 538 v.0 die Heimkehr und den Wiederaufbau ihres Tempels. Der von ihm eingesetzte Verwalter seiner persischen Provinz Jehud war der Richter Esra (Bibel: Buch der Richter), welcher die jüdische Rassereinheit deklarierte und alle Mischehen annullieren ließ. Unter römischer Herrschaft wurde der von Herodes dem Großen ausgestattete zweite Tempel im Jahre 70 n.0 am Ende des von megalomanen Juden angezettelten „Jüdischen Krieges“ durch den röm. General Titus zerstört. Die Römer und Byzantiner, sechshundert Jahre die Herrscher über Palästina, machten Caesarea zur Hauptstadt. Hadrian verbot nach dem mörderischen jüdischen Bar-Kochba-Aufstand Juden unter Androhung der Todesstrafe den Zutritt zur Stadt und benannte sie in (Colonia) „Aelia Capitolina“ um, wobei Aelius Hadrians Mittelname war und sich Capitolina auf den römischen Kapitol-Hügel bezog, das Zentrum der Verehrung des röm. Hauptgottes Jupiter. Auf dem Tempelberg wurde infolgedessen ein Jupitertempel errichtet. Die jüdischen Bewohner emigrierten in die jüdische Diaspora rund ums Mittelmeer, viele wanderten ins tolerante Perserreich aus.
Nach Berichten des hellenistisch-ägyptischen Schriftstellers Apion (1. Jh. n.0) soll der syrische König Antiochus IV. Epiphanes (215-164 v.0) bei der Plünderung des Tempels in Jerusalem im Jahr 167 v.0 einen gefangenen Griechen in den inneren Räumen gefunden haben, der auf einem prunkvollen Bett lag und mit feinsten Speisen gemästet wurde. Der Grieche flehte den König um Rettung an und behauptete, er würde von den Juden gefangen gehalten, um nach einem Jahr gemästet und schließlich als Menschenopfer dargebracht zu werden. Der Bericht besagte weiter, dass die Juden jedes Jahr einen Griechen opfern, seine Eingeweide essen und dabei einen Eid der Feindschaft gegen alle Griechen schwören würden. Antiochus IV. verfügte schließlich, dass Der Tempel dem „Zeus Olympios“ geweiht werden solle und ließ einige identitätsstiftende jüdische Bräuche verbieten. Dieses Vorgehen löste den jüdisch-rechtsradikalen Makkabäeraufstand (167-160) aus. Der jüdische Historiker Flavius Josephus (ca. 37-100), versuchte diese Behauptungen in seinem Werk „Contra Apionem“ zu entkräften und stellte diesen Bericht als „Ritualmord-Legende“ dar. Die heute übliche Ausdeutung lautet so: „Die Tempelentweihung durch Antiochus IV. sollte wohl mit der Menschenopferung rechtfertigt und das jüdische Volk in der hellenistischen Welt als menschenfeindlich und barbarisch dargestellt werden.“ Der weise Griechen-Philosoph Plutarch (45-125) beschrieb in seinem Werk „De Iside et Osiride“ („Über Isis und Osiris“), als Teil seiner „Moralia“ den sog. „Judaios“ aber als Teufels-Kind, das aus dem Satans-Vater Typhon-Seth und einer Eselin entsprungen sei, was darauf schließen lässt, dass die öffentliche Ansícht über das Judenvolk nicht recht positiv gewesen sein kann. Das Werk wurde im späten 1. oder frühen 2. Jh. n.0 geschrieben, vermutlich in der Spätphase seines Schaffens, als er bereits als Priester in Delphi tätig war. Die Gleichsetzung des ägyptischen Fremdländer-Gottes Seth mit dem griech. Ungeheuer Typhon (oft auch „Seth-Typhon“ bezeichnet) erfolgte vornehmlich durch Griechen und Römer, die in Seth eine Verkörperung des Bösen, des Chaos und der Zerstörung sahen. In Ägypten wurde Baal mit Seth gleichgestellt: Seth als Baal und Baal als Seth. Typisch vorderasiatische Merkmale der ägyptischen Darstellung sind die konische Mütze, Stierhörner und ein bestimmter Schurz. Die Attribute Götterbart, Lebenszeichen und Zepter wurden an die ägyptische Umgebung angepasst. Lediglich seine Eigenschaft als Wettergott blieb unbeeinträchtigt erhalten.
Der Jerusalemer Tempel glich hauptsächlich einem Viehmarkt, gleichzeitig einem Schlachthof, dazu einer Münze und Börse bzw. einem Geldwechselinstitut, denn das zu kaufende Opfervieh durfte nur in erlaubter Münze (nur mit jüd. Geld) bezahlt werden. Die Priester schlachteten die Tiere, versprengten das Blut am Altar und verbrannten Teile auf dem Altar, während andere Teile verzehrt oder verbrannt wurden. Der Kult begann und endete täglich mit einem männlichen Lamm (kontinuierliches Brandopfer, tamid). Antike Opferbräuche im Jerusalemer Tempel (bis 70 n.0) dienten in erster Linie der rituellen Entsühnung, Anbetung und Gemeinschaft mit „Gott JHWH“. Täglich wurden Lämmer als Brandopfer (Tamid) dargebracht, während fehlerfreie Tiere (Rinder, Ziegen, Schafe) bei Sünd- und Schuldopfern (Chattat) durch Blutversprengung am Altar Sünden auf das Tier übertrugen. Die Tiere mussten völlig makellos („ohne jeden Makel“) sein und wurden vor der Opferung, in diesem Sinne, streng untersucht. Neben dem täglichen Brandopfer (Morgen und Abend) gab es Sündopfer zur Entsühnung von Gebotsübertretungen, Schuldopfer sowie Friedensopfer, die oft mit einem gemeinsamen Mahl verbunden waren.
Wenn der Mythos oder Mystizismus der Völker vermitteln kann, dass gewisse Regeln und Riten das spezielle oder allgemeine Heil bescheren könnten, dann wird ihnen gefolgt, unabhängig von vernünftigen und moralischen Bewertungen. Das ist aus der Kultur- und Religionsgeschichte aller Nationen ablesbar. Bei den sog. „Kindern Israels“, dem Volk der Juden, steht an ihrem mythischen Anfang nicht nur die Bejahung der Opferung eines erstgeborenen Sohnes, nämlich die von Abrahams Gott verlangte Opferung des Isaak durch den eigenen Vater, den Abraham (1. Mose 22), es steht als zweiter zentraler jüdischer Volksmythos, die Ermordung der ägyptischen Erstgeburten durch den Judengott selbst, als Fanal für die Befreiung aus der Sklavenhaft aus ägyptischem Joch (2. Mose 12,21–33.51). Da heißt es im biblischen Text: „Es war Mitternacht, als der HERR alle Erstgeburt im Land Ägypten erschlug, vom Erstgeborenen des Pharao, der auf dem Thron saß, bis zum Erstgeborenen des Gefangenen im Kerker und alle Erstgeburt beim Vieh. Da standen der Pharao, alle seine Diener und alle Ägypter noch in der Nacht auf und großes Wehgeschrei erhob sich bei den Ägyptern; denn es gab kein Haus, in dem nicht ein Toter war. Der Pharao ließ Mose und Aaron noch in der Nacht rufen und sagte: Auf, zieht fort aus der Mitte meines Volkes, ihr und auch die Israeliten! Geht und dient dem HERRN, wie ihr gesagt habt! Auch eure Schafe, Ziegen und Rinder nehmt mit, wie ihr gesagt habt. Geht und segnet auch mich! Die Ägypter drängten das Volk, eiligst das Land zu verlassen, denn sie sagten: Sonst kommen wir noch alle um. Das Volk nahm den Brotteig ungesäuert mit; sie wickelten ihre Backschüsseln in Kleider ein und luden sie sich auf die Schultern. Die Israeliten taten, was Mose gesagt hatte. Sie erbaten von den Ägyptern Geräte aus Silber und Gold und auch Gewänder. Der HERR ließ das Volk bei den Ägyptern Gunst finden, sodass sie auf ihre Bitte eingingen. Auf diese Weise plünderten sie die Ägypter aus. Die Israeliten brachen von Ramses nach Sukkot auf. Es waren an die sechshunderttausend Mann zu Fuß, nicht gerechnet die Kinder. Auch ein großer Haufen anderer Leute zog mit, dazu Schafe, Ziegen und Rinder, eine sehr große Zahl.“
Die sehr geschönte Darstellung schiebt dem jüdischen Volksgott die Ermordung der ägyptischen Erstgeburten in die Schuhe und deklarierte den Raub von ägyptischen „silbernen und goldenen Geräten“ als „Geschenke“. In unserer irdischen Realität lässt sich die fromme Legende als Volksaufstand bzw. Rebellion einer unterprivilegierten Schicht erkennen, die gegen die Besitzenden aufsteht, in deren Häusern mordete und raubte, um dann außer Landes zu fliehen. Wie sollte sich diese Auszugs-Geschichte (Exodus) mit dem angeblich so strengen Tötungsverbot und der Ächtung von Menschenopfern der Israeliten vertragen ? Gar nicht ! Der hebräische „Exodus“ müsste in den Regierungszeiten der Pharaonen Sethos I. (1290-1279 v.0) und seinem Sohn Ramses II. (1303-1213) geschehen sein, doch die Nachrichten über deren Aktivitäten berichen davon rein nichts. So dürfte es sich bei diesen biblischen Erzählungen, um Formulierungen aus hebräischer Fantasie - von Mord und Raub - des visionären Wunschdenkens gehandelt haben.
Was aber bedeutend erhellender wäre und nachdenklich machen muss, ist die Erkenntnis, dass auch die von Rabbi Shaul-Paulus erdachte jüdische Sekte, aus der sich das Christentum entwickelt hat, ins Zentrum seines Glaubens die angebliche Opferung von des Judengottes Erstgeburt stellte, nämlich Jeshua bzw. sein sog. „Jesus-Christus“.
An den besprochenen legendären judenvölkischen Auszug aus „ägyptischer Knechtschaft“ will das jüdische „Passa“- / Pessach“-Fest erinnern (2. Buch Mose). Es wird von den Gläubigen in der Woche vom 15. bis 22. Monat Nisan gefeiert, welcher Ende März beginnt. Das deutsch germanische Osterfest lehnt sich nach kirchenchristlicher Deutung an dieses Fest an, folgt aber konkreter dem germanischen Siegfest-Herkommen (an. Sigrblót). Dieses markierte den Beginn des Sommers, am mondstandsabhängigen ersten Sommertag (4. Neumond nach Winterwende-Neumond) und diente dazu, die Gottheiten um Beistand für bevorstehende Unternehmungen zu bitten. Die Etymologie des jüd. Wortes Pessach ist umstritten. Das „Alte Testament“ deutet es aus der Wortwurzel „psḥ“ = „hinken, vorübergehen, springen“ und meint das „Vorübergehen“ der Mörder (angeblich war es der „strafende“ Gottes-Geist) an allen Juden-Häusern, an deren Türpfosten, mit Lämmerblut, die schützende Markierung angebracht war. Durch die aufgemalten Blutzeichen sind die Juden in der Mordnacht verschont geblieben. Es heißt also: „Um verschont zu bleiben, solle jede israelitische Familie abends ein männliches, einjähriges fehlerloses Jungtier von Schaf oder Ziege schlachten, mit dessen Blut die Türpfosten bestreichen und es dann braten und gemeinsam vollständig verzehren.“ Mit diesen Vorstellungen, von Ermordung und Beraubung nichtjüdischer Machthaber, feiern Juden bis heute ihr Passa-Fest.
Ein anderes Fest im Mosaischen-Feierkreis ist „Purim“, das im Februar/März (14. Adar) mit lustigen Verkleidungen und Umzügen, in karnevalsähnlicher Stimmung, begangen wird. Ein fröhliches Essen gehört dazu, oft mit traditionellem Gebäck wie den „Haman-Taschen“ (Haman-Ohren, Mohnteigtaschen). Seine angeblich historische Basis ist das „Buch Ester“, von dem der jüdische Gelehrte Abraham Geiger, in „Einleitung in die biblischen Schriften“, S. 170 schrieb: „Da ist ein anderes Büchlein: Esther; es ist geschmack- und gesinnungslos, es erzählt uns sicher einen Roman, von dem wir nicht mehr wissen können, wie viel Wahres daran ist.“ Vom „Buch Esther“ sind als einzigem Buch der jüdischen Bibel keine Fragmente unter den Schriftrollen vom Toten Meer gefunden worden, aber der jüdische Schriftsteller Flavius Josephus erzählte vom Esther-Buch im Rahmen seines 93/94 n.0 fertiggestellten Geschichtswerks „Jüdische Altertümer“ (Buch 11, 184-296). Die Feier des karnevalartigen Purimfestes war wohl schon in der Zeit des „Zweiten Tempels“ vor 70 n.0 in jüdischen Gemeinden weit verbreitet. Doch heutige historisch-kritische Exegeten kommen mehrheitlich zu dem Ergebnis: „Das idealisierte Milieu und die märchenhaften Züge sowie die kunstvolle dichterische Komposition zeigen, dass es sich um eine literarische Fiktion handelt. Einzelne Erzählzüge können auf historischen Motiven beruhen […], insgesamt überwiegt die Typisierung.“ Im „Buch Ester“ kommen jüdisch-religiöse Stereotypen gar nicht vor, der jüd. Gottesname Jahwe wird nicht erwähnt.
Auch das Purim-Fest gilt, geradeso wie das Passah-Fest, als Erinnerung an eine freudige Befreiung, diesmal vom Perser-Joch. Was historisch unwahrscheinlich erscheinen muss, war es doch der Perserkönig Kyros I. (640-600 v.0) der dem Judenvolk, nach seiner „Babylonischen Gefangenschaft“, die Heimkehr nach Israel gewährte und dort seinem Statthalter über die „Provinz Jehud“, dem „Richter Esra“, freies innenpolitisches Schalten und Walten zugestand. Der Esther-Roman soll sich unter Perserkönig Xerxes I. (486-465) oder dessen Sohn Artaxerxes (465-424) zugetragen haben, was völlig unglaubhaft erscheint. Die vorgetragene Geschichte im Esther-Roman verläuft dergestalt, dass der persische König, welcher hier Ahasveros benannt wird, nach der Verstoßung seiner Hauptfrau Waschti, die Jüdin Esther in seinen Harem aufnimmt und zur Ehefrau erwählt. Esthers jüdischer Vormund ist ein Hofbeamter namens Mordechai. Es läuft gerade eine Intrige des Großwesirs Haman, welche beabsichtigt, die gesamten Judenschaft im Perserreich an einem Tag umbringen zu wollen. Was war der Grund für das geplante Pogrom ? Haman warnte den König vor den Umtrieben dieser Andersgläubigen, wozu Johann Goethe im „Jahrmarkt von Plundersweiler“ (1773/78) reimte: „... sie haben einen Glauben, Der sie berechtiget, die Fremden zu berauben, Und der Verwegenheit stehn deine Völker bloß. Oh König ! säume nicht, denn die Gefahr ist groß.“ Doch dieser Anschlag wird, durch des Königs Begehren nach der schönen Esther, unter seiner Gutheißung, durch sie und Mordechai vereitelt, indem Haman, mitsamt seinen zehn Söhnen und weiteren Juden-Kritikern an Galgen gehängt werden, die Judenschaft aber im Perserreich, nach Wegräumen der falschen Vorurteile, geachtet und geehrt bleibt. Am Ende der Erzählung sind also alle Judenfeinde tot, die Juden sind geachtet und glücklich, viele Proselyten schließen sich ihrer Religion an, und das Purimfest wird als jährliches Freudenfest über den Tod der Judengegner gefeiert.
Auch jede andere Nation hat ihre Gefährdungen erlebt, hat Raubzüge und Versklavungen erlitten, aber welches Volk wäre auf die Idee gekommen, aus dem Erlebnis seiner gelungenen Rache, mit der Abschlachtung seiner Gegner, ein über Jahrhunderte hinweg weiter geübtes Freudenfest zu gestalten ? Das allein schon eröffnet einen Blick auf die delikate jüdische Religionspsychologie, die von den urmenschlich-steinzeitlichen Menschenopferritualen nie ganz loskam, sie aber theoretisierte und verklausulierte, bis hin zum judäo-christlichen Messias-Opfer des „Gottessohnes Jesus-Christus“, nach der Ideologie des Rabbi Saul-Paulus aus Tarsus.
So ist es kein Wunder, dass außerhalb der exklusiven und integrationsunwilligen Judenschaft immer erneut Stimmen laut wurden, die hinter den abgeschotteten realen und geistigen Gettomauern Anrüchiges und Abnormes vermutet haben. Von jüdischer Seite sind derartige Unterstellungen als böswillige Erfindungen und reine Verleumdungen bezeichnet worden. Das mag so sein, aber die „Causa Epstein“ zeigt, wie schwierig die Wahrheitsfindung immer war und weiter bleibt.
Darstellung aus der „Bavaria Sancta“ (1627) vom angeblichen Ritualmord an sechs Regensburger Knaben, 1476.
Die „jüdische Ritualmordlegende“ ist eine der ältesten und hartnäckigsten antijudaistischen Vorwürfe, die seit der Antike bis in die Gegenwart existiert. Sie dient, so heißt es, „der Dämonisierung jüdischer Menschen, indem ihnen fälschlicherweise vorgeworfen wird, christliche Kinder zu ermorden, um deren Blut für religiöse Rituale, meist das Backen von „Matzen“ [ungesäuertes, knäckebrotartiges Fladenbrot zum Pessachfest, zu verwenden.“ Der Sophist Apion beschuldigte in Alexandria um 40 n.0 die Juden beim röm. Kaiser Caligula mit der Erzählung: Der seleukidische Herrscher Antiochos IV. Epiphanes habe 167 v.0 im Jerusalemer Tempel einen Griechen gefesselt aufgefunden. Nach dessen Zeugnis hätten die Juden ihn gefangen, im Tempel allein eingeschlossen und ein Jahr lang für ein rituelles Menschenopfer gemästet. Dieses vollzögen sie jährlich, äßen das Fleisch des Opfers und schwörten dabei ihrem Gott einen Eid, die ewige Feindschaft zu den Griechen zu bewahren. Laut dem byzantinischen Lexikon „Suda“ schrieb der griech. Historiker Damokritos kurz vor oder nach der Tempelzerstörung 70 n.0, die Juden würden „…alle sieben Jahre einen Nichtjuden fangen, als Opfer anbieten, sein Fleisch zerreißen und ihn so töten.“ Die mittelalterlichen Berichte kamen aus England des 12. Jh. Der erste bekannte Fall war die Beschuldigung im Fall des William von Norwich im Jahr 1144. Die Unterstellungstheorien gehen davon aus, Juden wurden für ihre Riten (in anderen Versionen auch für magische Praktiken) das Blut christlicher bzw. Gojim-Kinder benötigen, diese daher entführen und nach okkulten Regeln schächten. Ein sehr bekanntes Beispiel ist der angebliche Ritualmord an Simon aus Trient im Jahr 1479, der von der römisch-katholischen Kirche bis 1965 als „seliger Märtyrer“ verehrt wurde. Sie wurde erst im Jahr 1965 vom örtlichen Bischof verworfen. Die Legende von der rituellen Ermordung des Andreas (Anderl) entstand um 1620. Der damalige Arzt am adeligen Damenstift in Hall, Hippolyt Guarinoni hatte eigenen Angaben zufolge von einem Kindsmord gehört und daraufhin eigene Untersuchungen angestellt. Im Jahr 1642 publizierte er ein Buch in Reimform über den Vorfall: „Triumph Cron Marter Vnd Grabschrift des Heilig Unschuldigen Kindts“. Der Knabe, der am 26.11.1459 geboren und am 12.06.1462 im Nordtiroler Dorf Rinn von ortsfremden Juden rituell ermordet worden sein soll, wurde über mehrere Jahrhunderte hinweg, in Form seiner angeblichen Gebeine, die man in der damaligen Wallfahrtskirche im Ortsteil Judenstein aufbahrte, Ziel von Pilgern. Sebastiano von Portobuffolé war ein italienischer christlicher Junge, der im 15. Jh. ermordet sein soll, führte 1476 in Portobuffolé, Venetien, zu einer schweren Verfolgung der lokalen jüdischen Gemeinde. Auch im Fall des Lorenzino von Marostica wurden die Juden beschuldigt, das Kind entführt zu haben, um es zu Pessach rituell zu opfern. Am Nachmittag des 23.03.1475, Gründonnerstag, verschwand der Junge auf mysteriöse Weise aus seinem Haus. Die Lage verschärfte sich, als der wohlhabende jüdische Kaufmann Samuel am Nachmittag von Pessach erklärte, er habe Simones Leiche in seinem Keller gefunden. Es folgten Todesurteile. Hundert Jahre später erklärte Papst Sixtus V. Simon zum „Märtyrer“ und legte ihm einen Gedenktag fest: den 24. März.
Opfer-Motivationen
Aus Epsteins Vernehmungs-Notizen vom 02.05.2019 geht der Geschmack der „Bestie“ hervor. Ein Opfer gab an, er habe „keine spanischen oder dunklen“ Mädchen gewollt und sei „nicht glücklich“ gewesen, als ihm eines gebracht wurde. Ihr wurde aufgetragen, „weiter nach Mädchen zu suchen“. Er scheint dem Opfer zudem gesagt zu haben: „Du weißt, worauf ich stehe“, was sie so verstand, dass er „jung, zierlich, minderjährig“ meinte. Der hellhaarige europäische Typus zählte eindeutig zu Epsteins Favoriten. Gesetzt den Fall, der FBI fände in den Keller-Grüften des Epstein-Tempels auf Epsteins Karibikinsel, den Nachweis für vollzogene Ritualmorde an Kindern, so real wie ihm Vergewaltigungen und Zwangsprostitutionen von Kindern nachgewiesen worden sind, würde dieser Umstand ein neues Bewertungslicht auf die diversen historischen Ritualmordfälle werfen können? Das wäre immerhin denkbar! Im Vordergrund stünde dabei die Motivationsunsicherheit. Gründe für Menschentötungen dieser Art können sein, um geglaubte „Götter“ gewogen zu machen bzw. gnädig zu stimmen, wie es in mesopotamischen Kulturen üblich war, beispielsweise im Hinblick auf den Kindes-Mordplan von „Erzvater Abraham“, sowie den Ägypterkinder-Morden beim Wegzug der Juden aus Ägypten, zum Ausdruck kam. Die Menschenopfer im semitischen Baals-Kult wurden bekannt und die der Mayas und der Azteken für den Sonnen- und Kriegsgott Huitzilopochtli. Die Juden wurden über Jahrhunderte beschuldigt, fremde Kinder zu ermorden, um deren Blut für rituelle Zwecke zu verwenden. „Blut ist ein ganz besonderer Saft“ ist ein sehr bekanntes Zitat aus Goethes „Faust I“ (von Mephistopheles). Mit gewonnenem Opferblut hoffen die Täter höhere Macht zu erreichen oder dämonische Kräfte abzuwehren. Das es weit verbreitet ist, sich die Seele eines Wesens im Blut zu denken, kommt auch in Betracht, dass sich etwaige Opferer spezielle Seelenkräfte anzueignen bestrebt sind. Historisch belegt sind auch Bäder in Opferblut, als Verjüngungsmittel und erhoffter Hautkosmetika. Derartige Wünsche und Praktiken werden heute der Kategorie „Satanismus“ zugerechnet, aber „Satanskult“ ist eine Definitionssache, wie sagt die plattdeutsche Redewendung so treffend: „Was dem einen sein Uhl ist dem anderen die Nachtigall“. Das bedeutet, dass Geschmäcker verschieden sind, auch natürlich auf dem Sektor von religiöser Ausrichtung und verwerflichem Ritus.
Eine weitere Motivation für Untaten dieser Art wäre die allgemeine oder selektive Misanthropie, die schwer nachvollziehbare Weltanschauung des religiösen oder sozialen Menschenhasses. Man fragt sich spontan, gibt es so etwas überhaupt ? Da existiert beispielsweise ein „Kult der schwarzen Kali“, die Verehrung der hinduistischen Göttin Kali, gilt als die rücksichtslose, dunkle, zerstörerische, mütterliche Erscheinungsform von Parvati und Shakti. Sie symbolisiert die unbarmherzige Energie Shivas und wird mit Tod und Zerstörung assoziiert. Shiva, einer der Hauptgötter im indischen Hinduismus, soll die notwendigen zerstörerischen Kräfte im Universum verkörpern, die es allein möglich machen, etwas Neues und Besseres zu schaffen. Die Göttin Kali kann nach dem Glauben Wünsche erfüllen, aber fordert ihre Opfer. Die belegte Verbindung zwischen Kali und kriminellen Handlungen stammt von den indischen Würgerbanden, den sog. „Thuggs“ oder „Thuggen“. Sie begingen Morde, die sie als religiöse Opfer für Kali interpretierten, deren Taten von manchen als göttlich legitimierte Opferung angesehen wurden.
Eine selektiver Misanthropie gehört auch zur Elementarlehre des mosaisch-rabbinischen Kultus, es handelt sich um den „Amalek-Komplex“. Die meisten biblischen Schmähreden beziehen sich gegen Edomiter und Amalekiter, kurzum gegen „Amalek“, was als Synonym für gewisse vorisraelische Landesbewohner Palästinas gilt, möglicherweise indogermanische, und für deren Rassenmischlinge. Auf israelischen Netzseiten, zur Erklärung mosaischer Glaubensinhalte, wird dargelegt, dass zu gewissen Festzeiten, so am „Schabbat vor Purim“, Lesungen vorgenommen werden (Schmuel I., Kap. 15), wobei dessen gedacht wird, „was Amalek dir angetan hat“. Es soll sich um ein Gebot der Tat handeln, „bindend für ganz Israel, Amalek, seine Nachkommen und die Missetaten der Amalekiter zu verabscheuen und ausdrücklich zu erwähnen. Wir sollen unseren Kindern erzählen, was uns Amalek, gleich nach dem Auszug aus Ägypten, angetan hat. Endgültig wird diese Mizwa [Gebot] erst erfüllt sein, wenn wir das Andenken an ihn vollkommen aus der Welt geschafft haben werden, so dass alles, was nur in irgendeiner Weise an Amaleks Name erinnern könnte, vom Erdboden vertilgt werden wird.“ Widersinnig erscheint das Gebot, Amaleks Namen auslöschen zu wollen, wo er doch bei jedem dieser Festriten aufs Neue genannt wird, so dass er nicht vergessen werden kann. Die amalekitischen Feinde der alten Israeliten - wohl hellhäutige Frühgriechen bzw. Mykenier/Philister - sind längst vergangen, auf welche heutigen Völker beziehen sich also die nicht endenden Bannflüche heutiger orthodox-gläubiger Juden ? Wie wird es von den Fachgelehrten, den schriftkundigen Rabbinen verstanden, werden heutige Amalekiten genetisch definiert, oder gilt das Vernichtungsgebot allein für jene die Israel hassen ? Der uralte Zug der Unversöhnlichkeit eines Hass- und Rachekultes im Mosaismus hat zum unguten Ruf des Judentums zweifellos beigetragen. Im talmudischen Mystizismus gibt es den heiklen Amalek-Komplex, der eine solche Erbfeindschaft beschreibt. Die Amalekiter waren eine kanaanitische Bevölkerung die im nordägyptischen Vorfeld, also Palästinas, lebte. Als die Altisraeliten von Ägypten herkommend dort eindrangen, machten ihnen die alteingesessenen Amalekiter ganz natürlich das Vordringen streitig. Das wird im biblischen Buch „Exodus“, Kap. 17 dargestellt. Weil die Amalekiter bzw. „Amalek“ die Neuankömmlinge abzuwehren versuchten, sollten sie und ihre Nachkommen für alle Zeit verteufelt werden, laut biblischer Mystagogen. Die Israeliten „verwüsteten das ganze Gebiet der Amalekiter“ („Genesis“, 14:7) und ihre Könige Saul, David und Hiskia sollen sie gänzlich besiegt und als Volk wiederholt ausgerottet haben („1. Buch Samuel“, 15; „1. Buch der Chronik“, 4:43). Das „2. Buch Mose“ gibt Moses als Verfasser an, wo es heißt: „Und der Herr [Gott] sprach zu Mose: Schreibe dies zum Gedächtnis in ein Buch und präge es Josua ein; denn ich will Amalek unter dem Himmel austilgen, dass man seiner nicht mehr gedenke.“ („Exodus“ 17:14) Von Jahwe heißt es: „Er führt Krieg gegen Amalek von Kind zu Kindeskind.“ Trotz ihrer Ausrottung wurde der Name „Amalek“, oft ohne nähere Erklärung, zum Synonym für vergangene und lebende „Feinde des Volkes Israel“. Sie gelten in der Bibel als Nachkommen Esaus, dem jüngeren Bruders und jüdischen Stammvaters Jakob. Sie gelten als Söhne von Isaak. Amalek sei ein Enkel Esaus gewesen, der sein reines Judenblut nicht bewahrte, indem er kanaanäische Frauen genommen habe („Genesis“, 36:1), was seine Nachkommen zu einem verachtenswerten Mischvolk degradierte. Bedeutende Rabbiner wie Maimonides von Cordoba (11./12. Jh.) und Pinhas Halevi von Barcelona lehrten, dass es immer noch Amalekiter gäbe, und mit diesen eben auch die Pflicht, sich ihrer Taten zu erinnern und sie zu vernichten. Bis in die aktuelle jüdische Überlieferung hinein werden Personen, die durch Juden-Feindschaft namhaft geworden sind, dem „Stamm Amalek“ zugeordnet. Es gibt Interpreten welche die Palästinenser als Volk mit Amalek gleichsetzen und auch den Deutschen insgesamt eine Abstammung von den Amalekitern nachsagen. So weigerte sich der Großrabbiner Joseph Chaim Sonnenfeld (1848-1932) dem deutschen Kaiser Wilhelm II. bei seinem Jerusalembesuch zu begegnen, da er der Meinung war, der Kaiser wäre ein Amelekiter-Nachfahre. Und Rabbiner Israel Hess (1935-1997) veröffentlichte am 26.02.1980 in der Studentenzeitung „Bat Kol” der „Bar-Ilan-Universität” den Artikel mit dem Titel „Genozid - Ein Gebot der Thora“, auch übersetzt als „Das Gebot des Völkermords in der Thora”. Er argumentierte darin dafür, dass die Palästinenser „das gleiche Schicksal wie die Amalekiter verdienten” und, dass währenddem das Töten von Säuglingen ohne Erbarmen vonnöten sei. Daraufhin ist der Autor vom Präsidenten des Institutes, dem Rabbi Emanuel Rackman (1910-2008), seiner Position an der Schule enthoben worden. Aus diesem Geschehen ist zu entnehmen, wie religiöse Texte auch sogar von Fachleuten unmenschlich missgedeutet werden können, um wie viel verfänglicher können sie für extremreligiöse Schwärmer unter den Laien werden. Auch, möglicherweise, für den extremen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ?
Epstein und Weinstein
Die Redaktion von „Opinioiuris.de online“ schrieb am 08.03.2026: „Die Namen Jeffrey Epstein und Harvey Weinstein stehen heute für zwei der größten Sex- und Machtmissbrauchsskandale der modernen Geschichte. Beide Fälle erschütterten nicht nur die Medienwelt und Hollywood, sondern offenbarten auch ein System aus Einfluss, Schweigen und struktureller Macht. Viele Opfer berichteten erst Jahre später von dem, was geschehen war – oft aus Angst, niemand würde ihnen glauben oder ihre Karriere wäre zerstört. Doch aus diesen Fällen lassen sich wichtige Lehren ziehen. Sie betreffen Machtverhältnisse, Manipulation, institutionelles Versagen und die Strategien von Tätern. Der folgende Beitrag untersucht, welche Erkenntnisse Frauen – und letztlich auch die Gesellschaft – aus diesen Skandalen ziehen können. Eine der verstörendsten Erkenntnisse aus beiden Fällen ist, wie lange die Taten ungestraft bleiben konnten. Epstein wurde bereits früh untersucht, erhielt jedoch zunächst nur eine vergleichsweise milde Strafe durch einen umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft. Auch bei Weinstein kursierten jahrelang Gerüchte über sein Verhalten, ohne dass es ernsthafte Konsequenzen gab. Der Grund liegt häufig in einer Kombination aus: Reichtum, politischem Einfluss, hochrangigen Kontakten, teuren Anwälten. Das heißt: Macht kann Ermittlungen verzögern oder verhindern.“ Der „SPIEGEL“ vom 11.03.2026 (in Auszügen): „Harvey Weinstein stand sowohl in Los Angeles als auch in New York vor Gericht. Seit 2017 haben ihn mehr als 80 Frauen der Taten beschuldigt. Zurzeit sitzt er in „Rikers Island“ in New York ein. Immer wieder blitzt in alter Filmmogulmanier der Größenwahn bei Weinstein auf. Etwa als er darauf pocht, was für eine unendliche Gnade es für den Journalisten sei, dass er ihm dieses Treffen gewährt. Trotz dieser Ausbrüche von Geltungsdrang wird das Gespräch über weite Strecken von Weinerlichkeit geprägt. Immer wieder versucht er im Interview, die Deutungshoheit zu gewinnen. Er gibt zu, dass er sich bei seiner Annäherung an Frauen aufdringlich verhalten habe. Er gibt zu, dass er seine Mitarbeiter anwies, solche gescheiterten Versuche zu vertuschen. Aber er habe sich keiner der Frauen gegenüber sexuell übergriffig verhalten. Als ihn der Reporter auf die Masse an Anschuldigungen anspricht, in denen das immer gleiche Muster von Übergriffen beschrieben wird, wiegelt Weinstein ab. Es gehe bei den Anschuldigungen nur ums Geld. Viele der Frauen, die ihn beschuldigten, seien mit einem ,Check‘ nach Hause gegangen. Mal hätten sie 500.000 Dollar bekommen, mal drei Millionen. Der Journalist konfrontiert ihn mit einer Vielzahl von Vorwürfen, immer wiegelt Weinstein ab und droht mit juristischen Gegenschlägen gegen seine Kontrahenten. Insgesamt erweckt der Auftritt des einst mächtigen Filmproduzenten den Eindruck, als lebe er in einer ganz eigenen Realität. Sogar eine Rückkehr ins Geschäft scheint für Weinstein nicht ausgeschlossen.“