01.08.2022

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Originalunterschrift des Heimatvereins von Oeding im Münsterland: „Der Burgturm nach der Renovierung und Einrichtung als HJ-Herberge im August 1935.“ 

DIE ODING-BURGEN

Wo steht des ODING Glaubens-Burg ?
In hohen, starken Herzen !
Als deutsche UR- und OD-Religion,
gefügt aus festen Erzen.

Einst war sie auch gebaut aus Stein,
bestimmt an manchen Stätten.
Die heiligen Tempel luden ein,
die Seelen-Kraft zu retten.

„Oedingen“ gibt‘s im Sauerland,
einst hieß der Platz „Odingen“,
den „Odingerberg“ krönte die Burg;
die Deutung muss gelingen !

 Auch „Alt-Oding“ solch ein Ort,
„Altötting“ heißt er heute.
Und „Oeding“ liegt im Münsterland,
Kult-Platz der Heiden-Leute.

Hier fand man Urnen alter Zeit,
aus Zweitausendachthundert vor.
Des Ortes Name weist es aus,
dass man hier Gott beschwor.

Den alten Gott, den wahren Gott,
den „Wodan-Wodin-Odin“,
der Deutschen in den Seelen ist;
nicht Jesus und nicht Aladin !

Die Ordensburgen, weit im Land,
Od-Ritter auf den Zinnen
und feine, helle Jungfräulein
in Kemenaten drinnen.

Die starken Herren übten sich
im Schwerterkampf und Reiten,
die Damen lasen Runen-Schrift
in geistig freien Zeiten.

Dann schlich mit einem Mal heran
der Christen-Kirchen Trügerei,
verboten ward der Runen Rat,
der Mensch war nicht mehr frei.

Und trotzdem, das ist unser Stolz,
das ODING lebt, wir leben noch.
Auch da man uns verfolgt und hängt,
wir bleiben Heiden doch !

 

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Originalunterschrift Heimatverein Oeding: „Hitlerjugend-Heim in der Burg Oeding“

Zum alten Sonnenkultrad des sog. Schweif- oder Hakenkreuzes dürfen wir uns heute nicht mehr bekennen, das wollen und müssen wir auch nicht, denn unsere altgermanisch-deutsche Od-Religion verfügt über einen anderen Symbolbestand.

ODING

Der Begriff ODING ist, wie ich seit um 40 Jahren predige und unter vielfachen Beweis gestellt habe, der Name der germanischen 24 Stäbe umfassenden Runenreihe, oder treffsicherer gesagt, des Runen-Systems, das bis heute zum Schreiben eines jeden deutschen Wortes geeignet ist, dass aber obendrein das Wunder einer wahrhaft „Heiligen Schrift“ birgt, nämlich den germanischen luni-solaren Kultfestweiser, also das „Heilige Runenjahr“. Die Ur-Runenreihe beginnt rechts mit O-D-ING („Geist-Kind“), wie alles Rechte, rechts zu beginnen hat und endet links mit F-U-Þ („Hintern/Endstück“). Beim Runen-ODING handelt es sich fraglos um einen Kult-Anweiser für die germanische Wodin-Odin-Religion. Die Germania war überzogen von einem Netz von Od-Kultstätte, wie ich mit meiner Arbeit „Woden-Oden-Gottes-Orte“ nachweisen konnte. Eine ganze Vielzahl von Od-Orten sind weder vom Fischmarder Otter noch von der Öde, Einöde ableitbar. Auch der Familienname Oding und Öding erklärt sich kaum als dem „Mann aus der Öde“ bzw. dem „Öd-Mann“. Naheliegend muss angenommen werden, dass das Wort Oding in den Gilden des Altglaubens ein Code- und Schlüsselwort gewesen ist. Den Eingeweihten war es folgerichtig eine heilige Chiffre, möglicherweise ein Zauberklang, ein Galster-Medium. Jedenfalls ist nicht auszuschließen, dass diese Lautung zur Bezeichnung von Od-Priestern wurde und zu Kultort-Nennungen.

Oting(as) = Altötting

Eindringliche Hinweise dazu fand ich beispielsweise in der katholisch-bayrischen Kultstätte Altötting, einer Siedlung aus der Urnenfelderkultur (ca. 1250-750 v.0), die zum altgermanischen Dingplatz, zum Versammlungsort und Gerichtsstätte gedieh. Der altehrwürdige Kultort behielt auch nach der Christianisierung seine hohe Bedeutung, als der bedeutendste Herzogssitz in Bayern. Sohn des alamannischen Herzogs Gotefrid aus dem Geschlecht der Agilofinger, war Odilo (vor 700-748) der 741 Hiltrud heiratete, die Tochter von Karl Martell, ihrer beider Sohn war Tassilo III. (um 741-796). Der fränkische Regierungschef Karl Martell (ca. 690-741), der gewalttätige fränkische Hausmeier, dessen Zuname „der Hammer“ bedeutet, war alles andere als ein echter Christ. Aufgrund seiner Übergriffe auf Kirchengut sahen die mittelalterlichen Autoren in ihm sogar einen Kirchenräuber. Die Missionierungen betrieb er bestenfalls halbherzig. Es war eine Zeit des heidnisch-christlichen Synkretismus, von einer Durchdringung kirchlicher Gedanken kann keine Rede sein. Noch entstand 746 in Alemannien eine letzte Empörung gegen den fränkisch-kirchlichen Zentralismus, die niedergeschlagen und das freie Herzogtum endgültig beseitigt wurde. 748 war der Ort eine Pfalz der Agilofinger’schen Herzöge von Bayern, mit der ersten urkundlichen Erwähnung von „Oting-Ötting“ als „villa publica“ (lat. Landhaus, Amtsgebäude) sowie der Bezeichnung „autingas“. Man deutet es heute gerne so, dass vermutlich diesem Ortsnamen der Personenname „Auto“, „Oto“, „Otto“ oder „Odo“ zugrunde liegen würde und sich auf Tassilos Vater Odilo (reg. 735-748) beziehen könnte. 743 überfielen die Franken, jetzt unter Führung von Karl Martels Söhnen, Herzog Odilo, der ihnen in der Schlacht bei Epfach am Lech unterlag, und gezwungen wurde, die Oberhoheit des fränkischen Reichs anzuerkennen. Bezeichnenderweise waren die heidnischen Ostsachsen in diesem Gefecht gegen die Franken Odilos Verbündete. In einigen Texten Altöttinger Ortsgeschichten wird angegeben, in den Jahren 770 u. 777 soll Tassilo III. zweimal auf dem Hofgut des späteren „Ötting“ anwesend gewesen sein, wo er Urkunden ausstellte. In diesen wurde der Ort „Otingas“ oder „Otingon“ bezeichnet. Die bairisch Lautung ist noch heute: „Oideding“. Ob Autingas, Otingas oder Otington, handelt es sich um die gleiche altgerm. Wortsilbe aut/ot(d) die Geist, Seele, Gut meint und sich versteckt in vielen deutschen Wortschöpfungen wiederfindet. Die Endungsformen „-as“ und „-on“ von Oting sind als lateinisierende scheingelehrte Schreiberschnörkel zu werten. Es muss keine namensgebende Person bemüht werden, denn der vorchristliche Kultort-Begriff kommt auch im Norden Germaniens vor. Odilos Sohn, Herzog Tassilo III., ließ Karl der Große 788 in einem Schauprozess in Ingelheim aburteilen, blenden und mitsamt seiner Familie in Klöster verbannen. Man warf ihm vor, mit den Langobarden und den heidnischen Awaren kooperiert zu haben. Erst im Jahr 1224 verwendete man die Bezeichnung „Altötting“. Erst im Jahre 1489 begann die Geschichte der Altöttinger Wallfahrt, nachdem Berichte über zwei angebliche Heilungen durch ein Marienbild („Die schwarze Madonna“) von der Kirche verbreitet wurden.

Wasserburg Ödink, Oeding

Als nächstes wenden wir uns der Wasserburg Oeding zu, die im altsächsischen, heute im deutsch-niederländischen Grenzbereich liegt. Die benachbarte niederländische Provinz ist „Gelderland“. Oeding liegt im Westen der Gemeinde Südlohn. Urnenfunde aus der Bronzezeit, aus 800 v.0, die zwischen Südlohn und Oeding gemacht wurden, beweisen, dass dieser Raum schon vor 3.000 Jahren besiedelt war. Diese Funde aus Grabungen von 2009 sind jetzt im Flur der Gemeindeverwaltung in einer Vitrine ausgestellt. In frühmittelalterlicher Zeit bildete sich rund um den Lohner Esch, dessen Ackerflur sich über eine Länge von rund sechs Kilometern und einer Breite von 500 bis 1000 Metern zwischen den Flussläufen der Schlinge und Berkel erstreckt, ein Ring von Bauernhöfen, der das Landschaftsbild noch heute bestimmen. Auf einer Übersichtskarte von Nichtern mit Burg Oeding um 1600, wird die Ortschaft „Ödinck“ geschrieben. Der hohe spitzdachige Burgturm überragt die Gebäude der kleinen Ortschaft (Quelle: Gelders Archiv, Arnheim). Die Schreibweise der Gemeinde variierte zwischen Ödink, Ödinck und Öding, das Suffix „ing“, für „Nachkommenschaft“, blieb trotzdem bestimmend. In den ersten Aufzeichnungen über die Gemeinde wird dieser Ort, der Bauernschaft Nichtern, zunächst nur als Flecken bezeichnet. Die Häuser des Dorfes liegen um die Burg herum, welche wahrscheinlich, wie man hypothetisch annimmt, von einem holländischen „Ritter von Oeding“, einem bischöflichen Lehen, im 13. Jahrhundert gegründet wurde. Jeglicher urkundliche Beweis dafür fehlt allerdings. Um 1350 befand sich die Burg im Besitz der Herren von Bermensfeld. 1353 sind Burg, Hof, Mühle und Fischteiche an den Bischof Ludwig II. von Münster verkauft worden. Als sich 1366 ein dem Bischof feindlicher Ritter darin festgesetzt hatte, ist die Burg von Bischof Florenz aus Münster vollständig zerstört worden. Im gleichen Jahr baute ein Johann von Gemen die Burg wieder auf. Um 1372 siedelten sich auf der Vorburg und ihrer Umgebung nach und nach Handwerker und Kaufleute an, die sich im Schutze der Burg in größerer Sicherheit wähnten. Später gelangte die Burg erneut in den Besitz der Herren Bischöfe von Münster. Durch die Ansiedlungen entwickelte sich allmählich ein Flecken und schließlich nach einiger Zeit ein kleines Dorf mit dem Namen Oeding. Um 1470 kam der Flecken durch Heirat an die Ritter von Viermund. Vorläufig blieb es aber ein münsterisches Lehngut. 1555 verkaufte Fürstbischof Wilhelm II von Münster das ganze Gut Oeding an Ambrosius von Viermund. Schließlich verlor durch Erbschaft und Verkauf der fürstbischöfliche Stuhl in Münster die gesamte Burganlage mit einer schönen Kapelle, dem ringsherum liegenden Gut und der Mark Nichtern. Damit kam Oeding in den Besitz eines protestantischen Grundherren. Seit dieser Zeit besteht in Oeding auch eine protestantische Kirchengemeinde. Sie gehört mit zu den ältesten im Kreise Ahaus. Wie es in einer Chronik heißt, waren die Zeiten des 30-jährigen Krieges von 1618 bis 1648 war für die Bewohner Oedings schwer zu ertragen, vor allem durch hohe Abgaben. Es wurde eine Konskriptionssteuer von den männlichen Personen erhoben, die im Alter von 14 bis 60 Jahren für den Militärdienst nichts übrig hatten oder tauglich waren. 1809 besetzten französische Duaniers die holländische Grenze. Der Handel mit Holland war fast unmöglich gemacht, dadurch wurden der Schleichhandel und der Schmuggel gefördert. Während der napoleonischen Zeit wurde der Baron Karl von Mulert zum Maire (Gemeindevorsteher) von Südlohn und Oeding ernannt. Nach der Niederlage Napoleons im Jahr 1812 wurden die westfälischen Gaue dem Land Preußen zugeschrieben. Um 1819 wurde das Zollamt II. Kotten in Oeding errichtet, erste Aufzeichnungen fand man bei Umbaumaßnahmen im Jahre 1911. 1930 wurde es in Zollamt Oeding umbenannt. Der EG-Binnenmarkt bedeutet das Ende des Zollamtes Oeding, am 30.12.1992. An der Stelle einer alten Missionskapelle im Burgring, die 1919 abgebrochen wurde, hat man 1931 das Kriegerehrenmal errichtet. Die Namen aller Gefallenen des ersten und zweiten Weltkrieges sind auf den Tafeln im Ehrenmal eingraviert. Selbst diese kleine Landgemeinde wurde während Weltkrieg II. von den englischen Terrorfliegern angegriffen, Häuser wurden zerstört, Menschen ermordet. Der Zweite Weltkrieg brachte der Zivilbevölkerung unendliche Not durch Luftangriffe, Vertreibung, Hunger und Entbehrungen. Auch Südlohn blieb nicht verschont. Besonders in den letzten Kriegstagen wurde Südlohn am 22.03.1945 zerstört. 72 Menschen starben. In Südlohn die Volksschule St. Vitus erhielt viele englische Jagdfliegertreffer, obwohl sie als Lazarett gekennzeichnet war. Zahlreiche Menschen kamen in dem Gebäude ums Leben. Ungleich mehr fanden den Tod auf den Schlachtfeldern. 246 Bürger aus Südlohn und Oeding fielen bzw. wurden vermisst.

 

Mühlentor_1.JPG

Mühlentor von Südlohn – Ansicht nach dem Befestigungsplan von 1597.
Der Torbalken trug die Inschrift:

Tria placent Deo et hominibus:
Concordia fratrum
amor proximorum,
vir et mulier bene sibi consentieentes

Drei Dinge gefallen Gott und den Menschen:
Eintracht unter Brüdern,
Nächstenliebe und gutes Einvernehmen
zwischen Mann und Frau

Aus dem Kriegstagebuch eines dort stationierten deutschen Soldaten vom 10.02.1945: „Die ,Jabos‘ machen uns viel zu Schaffen. Große feindliche Fliegerverbände überfliegen uns, und zerstören alle deutschen Städte. Ein Jammer !“ 17.02.1945: „Den ganzen Tag Dienst. Kalt. Es ist eine wahre Erholung, wenn man Abends heimkommt, ins Quartier, und mit diesen guten Leuten beisammensitzen darf. ,Jabos‘ werfen Bomben in der Umgebung. Der Krieg kann nur noch Wochen dauern. Überall in den Ortschaften werden Panzersperren gebaut. Die Brücken werden sprengfertig gemacht. Dies alles deutet auf einen Rückzug hin. Es ist purer Wahnsinn, daß man diesen Krieg nicht beendet.“ 01.03.1945: „Jabos beschiessen Oeding! Tscherpe totl! (Bauchschuss) Ein UffZ. verwundet Häuser und Fensterscheiben kaputt! Ich helfe mit, neue einzubauen! Habe Schnupfen und Husten bekommen!“ 03. 03.1945: „Eingeladen zu Wippich ! Ungeheuren Schnupfen. Tagsüber 100 mal Fliegeralarm !!! Ich gehe zu Bett, wo Andere in den Luftschutzkeller fliehen. Wenn es mich treffen soll..., dann in Gottes Namen. Post bleibt aus. Es wird von einer geheimen, Kriegsentscheidenden Waffe gesprochen ! Ich glaube nicht daran! Ich halte das für einen grossen Bluff.“ Nach dem 16.03.1945: „Und somit schliesse ich den Ausschnitt aus meinem Kriegstagebuch, das vergilbt und in teilweise losen Blättern vor mir liegt. Es ist schön, darin zu lesen, man erlebt alles wieder in den farbigsten Bildern, genauso, wie in einem Farbfilm im Kino. Oeding aber, habe ich ins Herz geschlossen, denn dort leben die besten Leute auf der Welt.“

Wallburg Odingen auf dem Odingerberg

Odingen liegt im Sauerland, es ist ein Ortsteil der Gemeinde Stadt Lennestadt im Kreis Olpe, Nordrhein-Westfalen. Im 9. bis 10. Jh. befand sich bereits eine Wallburg auf dem Oedingerberg. Im Jahr 1000 wurde Oedingen zum ersten Mal in einer Urkunde, die Kaiser Otto III. ausstellen ließ, erwähnt. Nennungsbelege: 1000 in loco Odingi, 1175: in Odinge, 1202: Teodericus de Odenege, 1210: Tidericus et filii eiusde Odincge, 1325: ecclesie in Odingen u. a.). Die Nachsilbe „-ing“ (bzw. „-ingi“) stellt bekanntlich im Germanischen eine Nachkommenschaftsbezeichnung dar, die sich besonders in vielen schwäbischen Ortsnamen niedergeschlagen hat. Die offizielle Sichtweise, das ahd. „-odi“ für leer, verlassen bzw. Einöde zu deuten, ist für viele der germanisch-deutsche Od-Orte nicht haltbar. Am 18. Mai 1000 nahm Kaiser Otto III. das „Damenstift Oedingen“ von der Gräfin Gerberga (Tochter des Königs Konrad von Burgund und Mathilde, einer Tochter König Ludwigs IV. von Frankreich) unter seinen besonderen Schutz. Es wurde nach den Quellen zur Oedinger Chronik innerhalb von schützenden Wällen einer Burganlage errichtet. Hinlänglich bekannt ist, dass vorzüglich Kapellen, Kirchen, Stifte und Klosteranlagen dort errichtet wurden, wo in dieser heftigen karolingischen antiheidnischen Kampfzeit, altgläubige Heilstätten waren. 1144: In einem Eigengüterverzeichnis des Sifrid von Boyneburg wird eine curia in Odinge (= Haupt- bzw. Oberhof in Oedingen) erwähnt. Dies wird als Beleg dafür gewertet, dass Oedingen ursprünglich in pfalzgräflichem Besitz war und damit eine andere Besitzgeschichte hatte als das Stift auf dem Oedingerberg, dessen Geschichte mit den Grafen von Werl/Arnsberg verknüpft war. 1068 Nennung des Vogt von Oedingen als Zeuge in einem Prozess. 1144 curia (Haupthof) in Oedingen wird urkundlich genannt. 1192: Kaiser Heinrich VI. verzichtet bei einem Tausch auf mit dem Paderborner Bischof Bernhard II. auf ein Gut in Oedingen im Tal. Erst um das Jahr 1200 gelangte der Graf von Werl/Arnsberg in den Besitz Oedinger Höfe. 1279: Gutsherr Dietrich Rump bezeichnet sich bei einem Tausch von Wachszinsigen als Vogt der Pfarrkirche von Oedingen (Beleg für das hohe Alter der Kirche). Die kirchlichen Vögte vertraten die Kirchen in weltlichen Angelegenheiten (z. B. vor Gericht) und sorgten für den bewaffneten Schutz der Kirchengüter. 1294: Erstmalige Nennung von Varenbert, „Haus Valbert“. Belege deuten darauf hin, dass „Haus Valbert“ ein eigenständiger Adelssitz war. 1476: Der letzte der Vögte „derer von Oedingen“ (stammten aus der Familie von Brochusen mit Stammsitz in Bruchhausen bei Arnsberg) überträgt all seine Güter (sechs Oedinger Höfe) dem Kloster Grafschaft. 1538 Aufhebung des Stiftes auf dem Oedingerberg durch den Kölner Erzbischof Hermann von Wied 1553 Nennung der Kapelle St. Martin in Brenschede. Der kirchliche Martin-Kult wurde in aller Regel dort platzíert wo vorher Wodan-Odin-Kultstätten waren. Durch das Freigericht Oedingen, die Kirchspielgemeinde und später die politische Gemeinde Oedingen waren die Orte Oedingen, Oedingerberg, Brenschede und Haus Valbert in ihrer Geschichte eng miteinander verbunden. 1625: Erwähnung einer Schule in Oedingen - das frühzeitliche Schulwesen war eng mit der kirchlichen Indoktrination verbunden. 1685: In Oedingen sind nach einer Kopfschatzliste (diente der Eintreibung der „Türkensteuer“) 75 Personen erfasst (ohne Kinder unter 12 Jahren). Aus den Personenbezeichnungen geht hervor, dass es sich neben den Ehepaaren bei einem Großteil der Personen um Knechte, Mägde, Pferdejungen und Kuhmädchen handelte. 1802/19: Die Beendigung der geistlichen Herrschaft 1802 im Zuge der Säkularisierung führt auch im lokalen Bereich zu einigen Neuerungen. Unter preußischer Herrschaft wird Oedingen 1817 zunächst dem neu gebildeten Kreis Arnsberg zugeordnet. Bereits zwei Jahre später wird Meschede neuer Kreisort. 1821: Tod des letzten Richters, F.J. Beckers v. Oedingen. Ende des Freigerichts Oedingen.

Roerdalen ist von Roermond, wo nahe „Sint Olilienberg“ liegt, keine 10 km entfernt. Zu Deutsch „Sankt Odilienberg“ ist ein Dorf in der niederländischen „Provinz Limburg“ und gehört zur Gemeinde Roerdalen, westlich von Mönchengladbach bzw. Düsseldorf. Hier gründeten 706 die fremdländischn angelsächsischen Missionare Wiro, Plechelmus und Otgerus eine Abtei, die bedeutsam für die Verchristlichung der Niederlande wurde. Otger(us) starb 713 vermutlich auf dem Petersberg. Von Roerdalen nach Oedingen sind es ca. 170 km. Zu Lohn entstand um 800 mit St. Otger eine der ältesten Pfarrkirchen des Bistums Münster. Auf dem Grund und Boden des Hofes Schulze Pröbsting bestand schon im 12. Jh. innerhalb dieses Urkirchspiels eine Kapelle. Im Jahre 1231 erhob Bischof Ludolf von Münster (1226-1247) die Vitus-Kapelle zur Pfarrkirche und wies ihr den als Südlohn bezeichneten südwestlichen Teil der Mutterpfarre mit den Bauerschaften Eschlohn und Nichtern als Kirchspiel zu. Die Niederlassung von Kleinbauern, Händlern und Handwerkern im Umfeld der Kirche führte zur Bildung des Dorfes Südlohn. Stadtlohn gilt als eine der um 800 gegründeten Urpfarreien des Münsterlandes. Von Lohn, Südlohn Stadtlohn, Estern-Büren und Oeding nach Oedingen beträgt die Strecke jeweils rund 150 km. Die Kirche St. Otger ist Pfarrkirche der katholischen Kirchengemeinde St. Otger in Stadtlohn, die im 15. Jahrhundert als niederrheinische Stufenhalle neu erbaut wurde. Zu ihr kamen die Kirchen St. Joseph aus den 1960er Jahren im Stadtgebiet und die Kirche St. Karl Borromäus in der Bauerschaft Estern-Büren hinzu. Nicht nachvollziehbar ist, wie behauptet wurde, dass sich der Name des englischen Missionars Otger in der Ortsbezeichnung von Oedingen niedergeschlagen haben könnte.


Oding-Hova


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Das Sterntor der alten Stadbefestigung von Hardtberg-Bonn

Oedekoven ist die drittgrößte Ortschaft der heutigen Gemeinde Alfter im Rhein-Sieg-Kreis im Süden Nordrhein-Westfalen, am westlichen Stadtrand von Bonn.Der Ort hat heute rund 5.400 Einwohner, die auf einer rund 700 Hektar großen Fläche leben. Die erste urkundliche Erwähnung der Gemeinde Oedekoven ist auf das Jahr 795 datiert. Zu dieser Zeit hieß der Ort noch Odenkoven (Hof mit reichem Landbesitz). Die Schreibweisen des Ortes waren nach den Angaben des dortigen Heimatvereines: 795 = Odenkoven, 1064 = Hudenchoven, 1332 = Odinkoven, 1333 = Udinchoven, 1449 = Odenkoven, 1599 = Oedinghoven, 1669 = Oedingkoven, 1733 = Oedinghoven, 1979 = Oddekoven. Ein Prof. Von einer Burganlage in Odinghofen ist kein Nachweis zu erbringen, aber Hardtberg, ein heutiger Stadtbezirk vom einstmals schwer befestigten Bonn, liegt in nächster Nähe. Bis heute zeugt das um 3 km entfernte Sterntor am Rande des Bottlerplatzes an die mittelalterliche Stadtbefestigung. Das originale Sterntor aus dem 13. Jh. stand einige Meter von seinem jetzigen Standort entfernt am Ende der Sternstraße.
1670 umfasste Oedekoven 55 Häuser. Landesherrlich gehörte die Ortschaft bis Ende des 18. Jh. zum Kurfürstentum Köln und unterstand als Teil des Dingstuhles (Gerichtsstätte) Duisdorf der Verwaltung des Amtes Bonn. Gerhard Mürkens deutete den Ortsnamen von Oding-Hova (Hof der Leute des Odo) ab. In Odo sah Mürkens eine mögliche Kurzform beispielsweise des Namens Otbert, welcher um das Jahr 795 als Stammvater der Pfalzgrafen bei Rhein, der Ezzonen bzw. Hezeliniden lebte und in der Gemarkung Oedekoven angesiedelt war. Ein Stammvater des fränkischen Adelsgeschlechtes der Ezzonen ist aber nicht bekannt. Lediglich ein Otbert II., Markgraf (Hugo) von Este (975-1014/21) lässt sich nachweisen. Bei den „Pfalzgrafen bei Rhein“ lässt sich ebenfalls kein Otbert auffinden. Seit der Zeit der merowingischen Könige war der Pfalzgraf ein Verwaltungsbeamter in den Königspfalzen. In karolingischer Zeit war er zu ihrem Vorsteher aufgestiegen. Im 9. Jh. amtierten weitere Pfalzgrafen in Lothringen (Niederrhein), in Sachsen, Bayern und Schwaben und Lothringen. Das Pfalzgrafenamt am Rhein war seit 989 im Besitz der Familie der Ehrenfriede (Ezzonen). Die Familie war in der Eifel und im Gebiet um Bonn, Siegburg und Zülpich begütert und hatte Vogteirechte am Rhein und im Moselland. Nach Ezzos Tod im Jahr 1043 ging die Pfalzgrafschaft an seinen Neffen Heinrich über. Das Hausgut der Ezzonen fiel zum großen Teil an die Kölner Kirche.