02.08.2025
Man legte der Braut während der Trauung einen rituellen Thors-Hammer in den Schoß, auch unter die Kissen des Braut-Bettes, um ihre Fruchtbarkeit zu segnen.
Der „Thorshammer“ war das Symbol des Gottes Donar-Thor. Er wurde und wird als Amulett um den Hals getragen. Es gibt viele verschiedene Formen von Hammer-Amuletten. Eiserne Thorshämmer an eisernen Halsreifen fand man in Brandgräbern des 9./10. Jahrhunderts, hauptsächlich im Gebiet Mittelschwedens, in Jütland, auf Åland sowie Deutschland. Etwa 50 silberne Thorshämmer kennt man aus Schatz-, Grab- oder Siedlungsfunden. Sie konzentrieren sich auf Süd- und Mittelskandinavien und Island. Sie können in das 10. und auf Gotland bis ans Ende des 10. Jahrhunderts datiert werden. Einige Funde stammen aus den von Polen geraubten ostdeutschen Gebieten und England, darunter einige Exemplare aus Bernstein. Da die Funde fast ausnahmslos aus Gräbern weiblicher Personen sowie aus der Übergangszeit zwischen heidnischem und christlichem Glauben in Skandinavien stammen, könnten sie eine Kampf-Reaktion auf das christliche Kreuz darstellen. Sie stehen sicherlich mit Fruchtbarkeitsriten oder Eheweihungen in Verbindung. Eine weitere gleichsinnige Verwendung ist von einigen Runensteinen (Runenstein von Hanning, Runenstein von Læborg, Runenstein von Stenkvista) in Dänemark und Schweden in der Übergangszeit bekannt.
Der Runen-Thorshammer von Købelev, 2014 gefunden bei Købelev auf der dänischen Insel Lolland, ist der bisher einzige mit Runen versehene Amulett-Fund eines Thorshammers. Laut der Runologin Lisbeth M. Imer, Kuratorin am Dänischen Nationalmuseum, bestätigt die Inschrift den Gegenstand erstmals als Hammer. Sie versteht H M A R x I S als eine Fehlschreibung von hamar is: „Dies ist ein Hammer“, wobei sie das x als Worttrenner interpretiert, was aber eher als Malkreuz und mithin als ein Vermehrungssymbol zu verstehen ist.
In der nordischen Mythologie ist Thors Hammer, Mjölnir, nicht nur eine Waffe, sondern auch ein Symbol für Fruchtbarkeit und wird in einigen Kontexten mit Fruchtbarkeitsritualen in Verbindung gebracht. Die Geschichte der „Thrymskvitha“ erwähnt, dass Mjölnir auf den Schoß einer Braut gelegt wurde, um die Ehe zu segnen, was auf eine Verbindung zur Fruchtbarkeit und dem Segen neuer Leben hinweist.
Fruchtbarkeitssymbol: Mjölnir, als Symbol für die Kraft Thors, wurde auch mit Fruchtbarkeit und Wachstum in Verbindung gebracht. Die Fähigkeit des Hammers, Blitze zu erzeugen und Regen zu bringen, wurde als förderlich für die Fruchtbarkeit des Landes angesehen. In der „Thrymskvitha“, einer mythologischen Erzählung der Edda, wird der Hammer von dem Riesen Thrym gestohlen, und Thor muss ihn als Braut verkleidet zurückholen. Der Riese fordert, dass Mjölnir auf den Schoß der Braut gelegt wird, um die Ehe zu weihen, was die Verbindung zwischen dem Hammer und der Fruchtbarkeit unterstreicht.
Der Fund von Thors Hammer-Anhängern an verschiedenen Orten, einschließlich Gräbern, deutet auf die Verwendung in Fruchtbarkeitsritualen hin. Die Anhänger wurden als Talismane getragen, um Fruchtbarkeit und Schutz zu fördern. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Thors Hammer in der nordischen Mythologie nicht nur eine Kriegswaffe, sondern auch ein mächtiges Symbol für Fruchtbarkeit und Schutz ist und in verschiedenen Ritualen eine bedeutende Rolle spielte.