24.10.2025
HEILWIRKUNGEN DER WACHOLDERBEEREN
Mein Vater, Karl Hess wurde 96 Jahre alt, obwohl er von 1945 bis 1952 in russischer Kriegsgefangenschaft verbringen musste, wo fast seine gesamte rückwärtige Kompanie (keine Front-Kompanie), von 160 Wiesbadener Männern gestorben bzw. ermordet worden sind. Bis zu seinen Tod hatte er keinerlei Prostata-Beschwerden, was in seinem hohen Alter auffällig und erstaunenswert war. Er schwor auf ein Mittel aus dem Erfahrungsschatz seiner Mutter, meiner Oma Klara Elbert, aus Wenschdorf, bei Miltenberg, im Fränkischen. Mein Vater übte alle paar Wochen seine Wacholderbeer-Kur derart, dass er an einem Tag morgens auf nüchternen Magen, mit einem Glas Wasser, 1 Wacholderbeere schluckte, am nächsten Tag 2 Beeren und so fort, bis es 15 Beeren waren, dann geschah die Prozedur rückwärts, also 14, 13, 12 bis auf 1, wonach er sich für etliche Wochen der Wacholderbeeren völlig enthielt.
Bei den Germanen genoss der Wacholder ein besonders hohes Ansehen: Er galt als Gift- und Pest-Prophylaxe, harntreibendes, magenstärkendes und verdauungsförderndes Mittel. Man entzündete in der Pestzeit auf dem Dorfplatz ein Feuer, das sog. Nytfeuer/Notfeuer. Mit einem glühenden Holz-Span räucherte man dann die Krankenzimmer aus. Diese Tradition des Reinigens durch Ausräuchern hat sich gehalten: In einigen Regionen Süddeutschlands werden die Ställe nach dem Viehtrieb nach wie vor zur Reinigung ausgeräuchert. Aus Gründen des modernen Naturschutzes darf hierfür aber kein Baum mehr beschädigt werden.
Streng genommen sind Wachholderbeeren nicht wirklich Beeren. Sie sind die weiblichen Samenzapfen der Wachholderpflanze – ein Nadelgehölz. Wachholdersträucher variieren bezüglich ihres Aussehens und können entweder als Strauch in die Breite oder wie ein kleiner Baum nach oben wachsen. Abgesehen von ihrem leicht irreführenden Namen sind Wachholderbeeren auch keine „Beeren“, die man wie andere Beeren zum Frühstück essen würde. Stattdessen werden Wachholderbeeren häufig als bitteres Gewürz verwendet. Sie sind unter anderem für den charakteristischen Geschmack von Gin verantwortlich. Das am häufigsten verwendete Wachholderprodukt ist das essentielle Öl. In der Volksheilkunde ist das essentielle Öl der Wachholderbeere ein beliebtes therapeutisches Öl, von dem moderne wissenschaftliche Untersuchungen nahe legen, dass es natürliche antiseptische und antioxidative Eigenschaften besitzt.
Die Heilwikungen des Wacholders sind bekannt. Seine ätherischen Öle wirken gegen Bakterien und Pilze und regen die Durchblutung an. Wacholder wirken als Beeren, als Öl, Tinktur, Kapseln, Tee oder Badezusatz. Wacholderbeeren haben nicht nur im Gin, sondern auch als Heilmittel eine lange Tradition. Eigentlich sind Wacholderbeeren aber gar keine Beeren, sondern Scheinfrüchte: die weiblichen Samenzapfen des Gemeinen Wacholders. Sie reifen erst im dritten Jahr, sind zunächst grün und färben sich schließlich schwarzbraun. Die Beeren können pur gegessen oder als Tee getrunken werden. Sie sind beliebt als Gewürz für Sauerkraut und Wildgerichte. Ihre Inhaltsstoffe werden aber auch als Wacholder-Öl-Kapseln und -Tinkturen, als Badezusatz, Massage-Öl oder Wickel eingesetzt.
Anwendung von Wacholder
Oberbauchschmerzen und Verdauungsbeschwerden wie Magenbrennen, Völlegefühl, Aufstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen gehören zu den Einsatzbereichen. Wacholderbeeren mit Mineralwasser zerkaut sollen die Knoblauchfahne lindern, in lauwarmem Wasser mit Apfelessig zusammen sollen sie antibakteriell wirken, den Stoffwechsel ankurbeln und so angeblich das Leben verlängern. Als Massage-Öl soll Wacholder die Durchblutung der Muskulatur fördern, Verspannungen lösen und Schmerzen lindern.
Als harntreibender Entwässerungstee bei Blasenentzündungen war Wacholder früher ebenfalls gebräuchlich, doch hier haben ihn Birkenblätter, Schachtelhalm und Bärentraubenblätter inzwischen dank besserer Wirksamkeit und weniger Nebenwirkungen verdrängt. Aber auch bei Blähungen und Oberbauchschmerzen bietet die Naturapotheke mit Anis, Fenchel und Kümmel bekömmlichere Alternativen mit weniger Risiken und besserer Wirkung.
Was macht Wacholder zum Arzneimittel?
Die Wirkung des Wacholders ist vor allem auf seine ätherischen Öle zurückzuführen. Er enthält:
• 0,8 bis 2 Prozent ätherisches Öl (insbesondere mit dem Terpenalkohol Terpinen-4-ol, daneben mit α- und β-Pinen, Myrcen, Sabinen, Thujen, Limonen)
• Flavonglykoside
• Catechine (Gerbstoffe)
• Diterpene.
Die ätherischen Öle wirken gegen Bakterien und Pilze, reizen die Nieren und haben so auch einen harntreibenden Effekt. Zudem haben die ätherischen Öle eine direkte Wirkung auf die glatte Muskulatur der inneren Organe: Durch Anregen der Durchblutung entkrampfen sie die Muskulatur von Darm, Magen und Gallenblase - lindern auf diese Weise Verdauungsbeschwerden.
Auch bei der äußerlichen Anwendung bewirken die ätherischen Öle eine stärkere Durchblutung der Muskulatur und lösen so Verspannungen. Mit dem ätherischen Öl der Wacholderbeeren kann zudem eine Behandlung auch bei leichten Gelenkschmerzen versucht werden. Ergebnisse von zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten weisen auf ein breites Wirkungsspektrum des Wacholders hin, doch um von gesicherten Wirkungen sprechen zu können, müssten vor allem klinische Studien durchgeführt werden.
Risiken und Nebenwirkungen auf Niere und Haut
Wer an entzündlichen Nierenerkrankungen leidet, sollte Wacholder meiden. Auch Schwangere, Stillende sowie Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten Wacholder nicht einnehmen. Eine Überdosierung kann selbst bei gesunden Menschen zu Nierenschäden führen. Die maximale Tagesdosis von zehn Gramm getrockneten Beeren sollte daher nicht überschritten werden und die Anwendung nicht länger als vier bis sechs Wochen dauern. In seltenen Fällen kann Wacholder-Öl äußerlich angewendet zu Hautausschlägen führen.
Wacholderbeeren wirken hauptsächlich harntreibend, entzündungshemmend, krampflösend und verdauungsfördernd. Sie können bei Harnwegsinfektionen helfen, den Stoffwechsel anregen und die Verdauung unterstützen. In der äußerlichen Anwendung können sie bei Muskel- und Gelenkbeschwerden Linderung verschaffen. Schwangere und Personen mit Nierenproblemen sollten jedoch vorsichtig sein oder auf die Einnahme verzichten.
Der Gemeine Wacholder ist nicht nur in Europa weit verbreitet, sondern überall auf der nördlichen Halbkugel, also auch in Nordamerika, Nord- und Westasien. Man findet ihn auf trockenen Rasen, lichten Wäldern und an felsigen Hängen. In den Alpen kommt er bis auf 2300 m Höhe vor. Der Wacholder ist bei uns die namensgebende Pflanzen-Art der sogenannten Wacholderheiden. Das sind Kulturlandschaften, die durch Schaf-Weidewirtschaft entstanden sind. Da die Schafweide als Biotop immer mehr verschwindet, ist auch der Wacholder selbst gefährdet und steht deshalb unter Naturschutz. Wacholderheiden sind typisch für die Schwäbische Alb, aber auch für die Heidelandschaften im Norden Deutschlands, beispielsweise die Lüneburger Heide.
Was bedeutet der Name und warum findet man Wacholder so oft auf Friedhöfen?
Das hängt einerseits natürlich damit zusammen, dass der immergrüne Strauch auch im Winterhalbjahr attraktiv aussieht. Andererseits steckt dahinter sicherlich auch volkstümlicher Aberglauben. Der Wacholder wurde in unseren Breiten früher hochgeschätzt. Das kommt beispielsweise in diesem alten Spruch zum Ausdruck: „Vor dem Holunder soll man den Hut abnehmen, vor einem Wacholder aber muss man in die Knie gehen!“
Er galt als Dämonenschutz, war aber auch ein beliebtes Heilmittel –insbesondere für typische Alterskrankheiten. Ganz allgemein galten Pflanzen, die immergrün den Winter überdauern, als hilfreich gegen Altersbeschwerden. Schließlich steht der Winter ja auch für das Alter und Sterben.
Auf der anderen Seite spielte Juniperus als Pestschutz eine Rolle. In diesem Zusammenhang entstand wohl auch sein Name Wacholder. Dieser geht auf das althochdeutsche „wechalter” zurück. Das Wort wird einerseits abgeleitet von dem Wort für „wickeln“ und bezieht sich damit auf die Nutzung der Zweige von Juniperus zum Flechten. Andererseits hat es aber auch Bezug zu dem mittelhochdeutschen Wort Quecholder. Das wiederum bedeutet so viel wie lebendig, lebensfrisch, immergrün.
Man sah Juniperus also als Wach-Halter und Lebendig-Macher an. Das bezog sich einerseits auf seine heilsame Wirkung, andererseits aber auch auf seine mystische Bedeutung: Unsere Vorfahren glaubten, dass sich die Seelen der Verstorbenen in dem Baum verbergen können. Unter besonders guten Umständen könnten sie dann auch wieder ins Leben zurückkehren. Deshalb pflanzte man denWacholder aufs Grab.
Sind Wacholderbeeren Beeren oder Zapfen?
Umgangssprachlich sind die Früchte von Juniperus communis als Wacholderbeeren bekannt. Botanisch gesehen handelt es sich aber nicht um Beeren, sondern um beerenförmige Zapfen. Die weiblichen Blüten-Stände sind dreischuppig. Nach der Befruchtung verwachsen diese Samenschuppen und werden fleischig. Es dauert 3 Jahre, bis sich die fertigen „Beeren-Zapfen“ vollständig entwickelt haben, also reif sind. Deshalb findet man an einem Strauch meist drei verschiedene Stadien der Wacholderbeeren. Die einjährigen sind noch grün, erst die dreijährigen dann richtig schwarzbraun, bläulich bereift. Diese bläuliche Bereifung ist eine Wachsschicht, die man abreiben kann.
Was hat es auf sich mit Wacholderdrosseln, Wacholderschnaps, Machandel, Gin und Kranewitt?
Die Verbreitung der in den Wacholderbeeren enthaltenen Samen erfolgt durch Vögel – allen voran durch die Wacholderdrossel, die deshalb diesen Namen trägt. Früher wurde sie Krammetvogel genannt. Davon hat sich dann wohl Kranewitt abgeleitet.
Als Kranewitt wurde der Gemeine Wacholder in Süddeutschland bezeichnet. „Esst Kranewitt und Bibernell, dann sterbts nit so schnell.“ So hieß es dort in der Pestzeit. Mit etwas Fantasie kann man aus dem „Gesang“ der Wacholderdrossel auch durchaus diese Worte heraushören. Probiert es mal aus, hört mal hin !
So unterschiedlich wie Juniperus in den einzelnen Regionen verwendet wurde, so unterschiedlich sind auch die Bezeichnungen, die man dem Strauch gegeben hat. Im Niederdeutschen hieß der Wacholder Machandelbaum. Von 1776 bis 1945 gab es auch eine Schnapssorte, die als Machandel bezeichnet wurde. Regina Scheer schuf mit ihrem Mecklenburg-Roman „Machandel“ diesem schönen Namen ein literarisches Denkmal.
Das ätherische Wacholder-Öl, das in den Beeren besonders hoch konzentriert ist, hat ein sehr intensives Aroma und wirkt darüber hinaus krampflösend und möglicherweise auch anregend auf den Verdauungstrakt. Dadurch ist es geradezu prädestiniert für einen guten (Verdauungs-)Schnaps. Dieser ist seit dem 17. Jahrhundert als Genever bekannt. Später wurde dann der Gin der wohl bekannteste Wacholderschnaps. Allerdings ist dieser heute selten ein reiner Wacholderschnaps, sondern kann – je nach Hersteller - rund 120 verschiedene Zutaten haben.
Der Wacholder als Gewürz und Heilpflanze
Wir kennen und schätzen die reifen, getrockneten Wacholderbeeren in erster Linie als Gewürz – beispielsweise für Sauerkraut oder Wildgerichte. Sie haben ein angenehmes Aroma und machen die Speisen besser verdaulich. Doch der Wacholder kann weit mehr. Leider spielt er als Arzneipflanze gar nicht mehr eine so große Rolle wie früher, obwohl sich viele Wirkungen, die ihm traditionell zugesprochen wurden, inzwischen auch wissenschaftlich bestätigen lassen.
Heute werden sowohl das Wacholderöl als auch die getrockneten Wacholderbeeren arzneilich verwendet. Das ätherische Öl wird durch Wasserdampfdestillation aus den reifen Beerenzapfen gewonnen. Die Anwendung erfolgt überwiegend äußerlich bei rheumatischen Beschwerden.
Ätherisches Wacholderöl ist Bestandteil von vielen Badezusätzen und Einreibungen. Es gibt aber auch Weichgelatinekapseln, die das Öl enthalten.
Die reifen, getrockneten Wacholderbeeren sind besonders beliebt als Gewürz – beispielsweise für Sauerkraut oder Wildgerichte. Wie viele andere Gewürzkräuter, haben die Wacholderbeeren dabei neben dem aromatischen, auch einen wichtigen gesundheitlichen Aspekt. Sie machen die Speisen besser verdaulich und haben durch ihre krampflösende Wirkung einen positiven Einfluss auf Magen-Darm-Beschwerden im Zuge der Verdauung. Darüber hinaus sind die Beeren oft Bestandteil von Teemischungen, die als Verdauungstees zum Einsatz kommen.
Früher wurden die Beeren wegen ihres diuretischen, also harntreibenden Effektes auch häufig als Nierenmittel verwendet. Dafür kamen und kommen sie in vielfältiger Art zum Einsatz: als ganze Beeren, gequetscht oder gepulvert, als Abkochung, alkoholischer Extrakt oder in Form von weinigen Auszügen. Diese verschiedenen Darreichungsformen werden als Fertigarzneimittel angeboten. Sie sind aber auch in Form von Nierentees enthalten, die man in der Apotheke kaufen kann. Nierentees werden zur Durchspülungstherapie verwendet. Sie kommen aber auch – oft zusammen mit Lebertees – im Rahmen der so genannten Frühjahrskuren zum Einsatz.
Da Wacholderbeeren bei unsachgemäßem und vor allem langfristigem Gebrauch jedoch auch die Nieren reizen können, erfolgt der Einsatz heute sehr oft in ausreichend verdünnter Form – insbesondere in der Homöopathie.
Wachholderbeere
Wachholderbeeren werden traditionell unter anderem zur Entgiftung des Körpers, zur Förderung einer guten Gesundheit und zur Förderung einer gesunden Haut verwendet. Und die Resultate sind nicht nur anekdotenhafter Natur. Es gibt eine ganze Reihe von Studien, die die wirkungsvollen antioxidativen und antibakteriellen Eigenschaften von Wachholderbeeren zeigen. Aufgrund dieser antibakteriellen Eigenschaften haben Ärzte früher Wachholderbeeren zur Desinfizierung ihrer medizinischen Geräte verwendet.
Ernährungstechnischer Hintergrund
Weil Wachholderbeeren nicht wie traditionelle Beeren konsumiert werden, gibt es nicht viele Informationen über ihren Kalorien-, Nährstoff- oder Vitamingehalt. Lange bevor Wachholderbeeren als Gewürz verwendet wurden, nutzten die Griechen Wachholderbeeren bereits als Medizin und Stimulans für ihre Olympiaathleten. Doch erst heute beginnen Wissenschaftler herauszufinden, wie nützlich Wachholderbeeren als Naturheilmittel zur Behandlung einer Vielzahl von Leiden sein können.
Potentielle Gesundheitsvorzüge von Wachholderbeeren
Wachholderbeeren können oxidativen Stress reduzieren und dabei helfen Krankheiten zu verhindern.
Einer der Hauptvorzüge von Wachholderbeeren ist ihr Gehalt an Antioxidantien. Antioxidantien sind Verbindungen, die dem Körper dabei helfen oxidativen Stress durch zu hohe Spiegel freier Radikale zu lindern, was im Gegenzug dabei helfen kann Krankheiten zu verhindern, die durch freie Radikale hervorgerufen werden. Wachholderbeeren enthalten polyphenole Verbindungen, die als Bioflavonoide oder Flavonoide bezeichnet werden. Diese Verbindungen sind das, was Obst und Gemüse (und einigen anderen Nahrungsmitteln) ihre antioxidativen Eigenschaften verleihen. In Wachholderbeeren finden sich laut einer chemischen Analyse 87 unterschiedliche antioxidative Verbindungen. Diese Verbindungen scheinen in reifen Wachholderbeeren in größeren Mengen als in unreifen Beeren vorzukommen (5). Wahrscheinlich noch signifikanter ist die Tatsache, dass die Aktivität von drei extrem wichtigen Antioxidantien im Körper durch Wachholderbeeren angeregt wird: die Superoxide Dismutase (SOD), Catalase und Glutathion Peroxidase.
Probleme mit SOD werden mit ALS, Down Syndrom, Krebs und Lungenproblemen in Verbindung gebracht. Catalase und SOD schützen beide vor Schäden durch Peroxid im Körper, während die Glutathion Peroxidase selbiges tut und zusätzlich dabei helfen kann Krebs und Herzkrankheiten zu behandeln.
Wachholderbeeren wirken als natürliches Antiseptikum
Die antibakteriellen und antifungalen Eigenschaften haben sich im Laufe der Zeit bewährt, was einer der Gründe dafür ist, dass das essentielle Öl der Wachholderbeere oft als natürlicher Haushaltsreiniger empfohlen wird. Die Beeren zeigen gegenüber vieler Bakterienstämme eine beeindruckende Wirkung. Darüber hinaus legt mindestens eine Studie nahe, dass Wachholderbeeren Teil einer Behandlung für Infektionen der Haut und der Atemwege sein könnten. Das essentielle Öl der Wachholderbeeren tötet auch Hefepilze ab, welche Infektionen hervorrufen können, die für eine große Bandbreite von Nebenwirkungen verantwortlich sind. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass das essentielle Öl bei der Elimination von Bakterien und einer Linderung von Entzündungen im Mundraum genauso effektiv wie Chlorhexidin ist – ein weit verbreitetes Medikament, das toxische Nebenwirkungen besitzt. Einige Untersuchungen legen darüber hinaus nahe, dass das essentielle Öl der Wachholderbeeren potentiell Bakterien abtöten kann, die gegen weit verbreitete Antibiotika resistent sind. Im Rahmen von Labortests zeigte ein Extrakt aus Wachholderbeeren aus der Türkei eine signifikante Aktivität gegen unterschiedliche Erreger inklusive des grampositiven Bakteriums Staphylococcus aureus. Diese Bakterien verursachen Hautinfektionen und Probleme wie Furunkel und können manchmal zu ernsthaften Komplikationen wie Lungenentzündung, Zellulitis oder Knocheninfektionen führen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Verwendung als Antioxidans in Nahrungsmitteln und Getränken ein anderes mögliches Anwendungsgebiet von Wachholderbeeren darstellt. Zusätzlich hierzu konnte gezeigt werden, dass ein Ethanol Extrakt dieser Beeren eine signifikante Wirkung gegen Aspergillus Niger zeigt – ein schwarzer Schimmel, der sich häufig in verdorbener Nahrung wieder findet.
Wachholderbeeren können Hautkrankheiten lindern
Das häufigste Anwendungsgebiet für Wachholderbeeren – insbesondere in Form des essentiellen Öls – ist die Behandlung von Hautproblemen wie Hautausschläge und Ekzeme. Die enthaltenen Antioxidantien sind wahrscheinlich einer der Hauptgründe für diese Wirkungen. Bei einer Untersuchung zur Wundheilung bei Tieren nach einer Behandlung mit dem essentiellen Öl der Wachholderbeere entdeckten Wissenschaftler, dass zwei Kultursorten von Wachholderbeeren erstaunliche wundheilende und entzündungshemmende Aktivitäten zeigten. Dies legt nahe, dass die traditionelle Verwendung von Wachholderbeeren zur Heilung der Haut eine wissenschaftliche Grundlage besitzt.
Anhand einer Laborstudie aus Südkorea scheit es außerdem möglich zu sein, dass ein Extrakt aus Wachholderbeeren dazu in der Lage sein könnte, dabei zu helfen Pigmentstörungen wie die Weißfleckenkrankheit zu behandeln. Das essentielle Öl der Wachholderbeere wird außerdem, seit einiger Zeit zur Behandlung von Zellulite verwendet – ein harmloses kosmetisches Problem, das Fetteinlagerungen umfasst und meist Überschenkel, Hüfte und Gesäß betrifft.
Wachholderbeeren könnten dabei helfen, die Verdauung zu verbessern
Im Rahmen der Volksheilkunde wurden Wachholderbeeren lange als Verdauungshilfe angesehen, aber nur wenige Studien haben diese Wirkung näher untersucht. Eine mit Milchkühen durchgeführte Studie fand jedoch heraus, dass ein Futterzusatz aus Wachholderbeeren in einer besseren Verdauung resultierte.
Da sie auch als Diuretikum agieren, könnten Wachholderbeeren in einigen Fällen auch dabei helfen, Wassereinlagerungen zu reduzieren.
Wachholderbeeren können einen erholsamen Schlaf fördern
Viele Naturheilkundler empfehlen das essentielle Öl der Wachholderbeere als Entspannungsmittel und glauben, dass er positive Auswirkungen auf die Hirnchemie besitzt und die Entspannung fördert. Eine Studie der Mie University Graduate School of Medicine in Japan untersuchte die Wirkungen eines therapeutischen Duftsprays, welches das essentielle Öl der Wachholderbeere, Sandelholz, Rose und florentinische Schwertlilie enthielt bei Menschen, die unter Schlaflosigkeit litten und hiergegen Medikamente einnahmen. 26 der 29 Probanden waren dazu in der Lage die Dosis ihrer Medikation zu reduzieren und einen erholsamen Schlaf zu erreichen, wenn dieses Duftspray während der Nacht versprüht wurde und 12 Probanden konnten am Ende der Studie ihre Medikation vollständig absetzen.
Wachholder könnte bei bestimmten Krebsarten nützlich sein
Viele Kräuter und Nahrungsmittel mit signifikanter antioxidativer Aktivität werden auf ihre potentiellen Auswirkungen auf Erkrankungen wie Krebs hin untersucht. Bis jetzt wurden jedoch noch keine Humanstudien bezüglich des Anti-Krebs Potentials von Wachholderbeeren beim Menschen durchgeführt.
Im Rahmen einer Laboruntersuchung konnte jedoch beobachtet werden, dass sowohl das essentielle Öl als auch Wachholderbeerextrakte bei medikamentenresistenten Stämmen von Leukämie, HepG2 (Leberkrebs) und p63 (Neuroblasten) Zellen einen Zelltod (Apoptose) hervorrufen konnten.
Wachholderbeeren können die Gesundheit des Herzens fördern
Wachholderbeeren können – wahrscheinlich aufgrund ihrer antioxidativen Qualitäten – dabei helfen, die Herzfunktion zu verbessern. So konnte z.B. im Rahmen von mit Tieren durchgeführten Studien gezeigt werden, dass das essentielle Öl der Wachholderbeere abhängig von seinem Antioxidantiengehalt den Blutdruck senken kann.
Im Rahmen einer ähnlichen Studie agierten Wachholderbeeren als natürliches Diuretikum, was auch zur blutdrucksenkenden Wirkung von Wachholderbeeren beitragen kann. Eine weitere mit Ratten durchgeführte Studie fand heraus, dass Wachholderbeerenextrakte bei der Reduzierung hoher Triglyzeridspiegel hilfreich sein könnten. Wachholderbeeren agieren außerdem als „Anticholinesterase Wirkstoff“. Dies ist wichtig für die Herzfunktion, da Anticholinesterasewirkstoffe (egal ob natürlich oder pharmazeutisch) dabei helfen Acetylcholin im Nervensystem aufzubauen, welches im Gegenzug die Herzaktionen verlangsamen, den Blutdruck senken, den Blutfluss steigern und Kontraktionen des Herzens induzieren kann. Interessanterweise werden dieselben Wirkstoffe auch in einigen Fällen zur Behandlung von Verdauungsproblemen, Myasthenia Gravis und Alzheimer eingesetzt. Bis jetzt gibt es jedoch noch keine Studien, die die Auswirkungen von Wachholderbeeren auf die beiden letztgenannten Krankheiten untersucht haben. Wachholderbeeren können als Teil eines diabetischen Ernährungsplanes verwendet werden. Studien, die Wachholderbeeren mit der Behandlung von Diabetes in Verbindung bringen, beschränken sich auf in vitro und Tierstudien. Die Resultate dieser Studien sind jedoch vielversprechend. Ein Alkoholextrakt und ein Tee aus Wachholderbeeren scheinen das Potential zu besitzen, bei diabetischen Ratten hohe Blutzuckerspiegel zu senken. Das essentielle Öl der Wachholderbeere scheint außerdem die Menge an Malondialdehyd zu begrenzen, das von den Körpern der Tiere produziert wird. Auch wenn man die Rolle von Malondialdehyd bei Diabetes noch nicht vollständig versteht, ist seine Konzentration bei Mensch mit Diabetes (und Krebs) sehr viel höher.
Wachholderbeeren könnten dabei helfen, Leishmaniose zu behandeln
Es ist möglich, dass eine neue Verwendung von Wachholderbeeren in der Behandlung der Parasiten bestehen könnte, die Leishmaniose verursachen – eine Krankheit, die in tropischen Ländern und in Südeuropa vorkommt. Labortests konnten sehr starke Wirkungen eines Wachholderbeerenextrakts gegen diese Parasiten beobachten.
Wachholderbeeren können diuretische Wirkungen besitzen
Wachholderbeeren können als natürliches Diuretikum wirken, was bedeutet, dass sie die Ausscheidung von Flüssigkeitseinlagerungen im Körper über die Nieren fördern können. Im Bereich der Naturheilkunde wird Wachholder schon lange zu diesem Zweck eingesetzt und fand bereits in einem 200 Jahre alten medizinischen Handbuch zu diesem Zweck Erwähnung. Neben positiven Auswirkungen auf Blutdruck und Nierenfunktion, könnte dies auch lästigen und unschönen Wassereinlagerungen in den Beinen und unter der Haut entgegenwirken, die durch eine zu hohe Natriumzufuhr oder Entzündungen im Körper zustande kommen können. Des Weiteren kann eine gesteigerte Urinausscheidung auch dabei helfen, Infektionen des Harntrakts durch eine Unterstützung der Ausscheidung von Bakterien und Toxinen zu verhindern.
Wachholderbeeren können die Gesundheit der Nieren und des Harntrakts fördern
Wachholderbeeren können die Funktion der Nieren unterstützen und die Gesundheit der Nieren fördern. Die Glomerulusfiltrationsrate (GFR) ist ein Test, der als Goldstandard für die Nierenfunktion angesehen wird. Im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen konnte beobachtet werden, dass das in Wachholderbeeren enthaltene Terpinen-4-ol die Glomerulusfiltrationsrate erhöhen kann, was dafür spricht, dass Wachholderbeeren die Nierenfunktion verbessern können. Die diuretischen Wirkungen von Wachholderbeeren, die den Urinfluss erhöhen können, führen dazu, dass Harnsäure und Kristalle ausgeschwemmt werden, die viele Probleme inklusive Gicht, Arthritis und Nierensteine fördern können. Studien deuten darauf hin, dass Wachholderbeeren die toxischen Auswirkungen auf die Nieren reduzieren und der Bildung von Nierensteinen entgegenwirken können. Durch den gesteigerten Urinfluss werden außerdem vermehrt Bakterien aus Nieren und Blase geschwemmt. Dies macht Wachholderbeeren nützlich zur Behandlung von Infektionen des Harntrakts und einige Patienten berichten bereits nach 24 bis 72 Stunden von einer Linderung. Das britische Pharmaziebuch führt Wachholderbeeren sogar als Desinfektionsmittel für den Harntrakt auf.
Anwendungsgebiete von Wachholderbeeren
Anders als andere Beeren werden Wachholderbeeren nicht in größeren Mengen verzehrt, sondern typischerweise in geringen Mengen verwendet, um Nahrungsmittel zu würzen. Sie besitzen einen beißenden, pinienähnlichen Geschmack, der sie zu einer beliebten Zutat für Würzmischungen und Getränke macht. Wachholderbeeren werden z.B. verwendet, um Marinaden und Gewürzmischungen zu verfeinern und Gin seinen charakteristischen Geschmack zu verleihen. Sie werden für gewöhnlich getrocknet – entweder als ganze Beeren oder gemahlen – verkauft, sind aber auch in frischem Zustand erhältlich. Man sollte im Hinterkopf behalten, dass es viele Arten von Wachholderbeeren gibt und nicht alle Arten essbar sind. Beeren der Gattung Juniperus communis werden am häufigsten zu kulinarischen Zwecken verwendet. Das essentielle Öl der Wachholderbeere wird auch im Bereich der Aromatherapie verwendet, wo ihm eine beruhigende Wirkung nachgesagt wird. Man sollte im Hinterkopf behalten, dass essentielle Öle nicht verzehrt werden sollten. Zusätzlich hierzu sind Wachholderbeeren in Form von Teebeuteln erhältlich oder können durch ein Vermahlen zu Tee verarbeitet werden.
Dosierung und Vorsichtsmaßnahmen
Für Wachholderbeeren gibt es keine offiziellen Dosierungsempfehlungen. Bei Supplements liegt die empfohlene Dosierung meist zwischen 1 und 6 Gramm Extrakt pro Tag, auf mehrere Einzelgaben aufgeteilt. Wacholderbeeren Supplements sind für Kinder nicht geeignet und sollten von schwangeren Frauen gemieden werden, da Wachholder als Stimulans des Uterus angesehen wird und in hohen Dosierungen zu Fehlgeburten führen kann.
Diese Supplements könnten auch mit bestimmten Medikamenten wie Diuretika und psychiatrischen Medikamenten interagieren. Einige online Quellen behaupten, dass konzentrierte Wachholderbeersupplements die Nieren schädigen könnten, wobei es jedoch keine wissenschaftlichen Daten gibt, die solche Behauptungen unterstützen.
Fazit:
Wachholderbeeren sind aufgrund ihres aromatischen Geschmacks eine beliebte Zutat für Marinaden, Gewürzmischungen und Cocktails.
Es konnte gezeigt werden, dass Extrakte aus Wachholderbeeren eine ganze Reihe von Gesundheitsvorzügen besitzen können. Es könnte entzündungshemmende und antioxidative Eigenschaften besitzen, die Blutzuckerspiegel senken und Risikofaktoren für Herzkrankheiten reduzieren.