22.10.2025

Eicheln: gesünder als Oliven und Avocado zusammen ! >>

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Eicheln essen: Zubereitung von Eichelmehl, Eichelkaffee, Eichelbrot >>

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Mein Gesundheitslehrer Dr. W. Wassenich, während meines Heilpraktiker-Lehrgangs zu Wiesbaden, empfahl Eichel-Tee gegen Durchfall und zur Stabilisierung der Darmflora.

Die tausendjährigen Eichen, die früher das Bild der Urwälder des alten Europa prägten, beeindrucken nicht nur durch ihre enorme Größe. Auch ihre Fähigkeit, sehr alt zu werden, macht die Eiche zu einem Baum der Superlative. Bis zu 1.500 Jahre alt kann eine Eiche werden. Damit überdauert sie Generationen von Menschen. Wie kaum ein anderer Baum, abgesehen von der Eibe, verkörpert die Eiche eine urwüchsige Kraft und Stärke. Sie galt den Ariern als der heiligste Baum und wurde Thor und Zeus/Jupiter, dem Gott des Donners, geweiht. Der Grund: Eichen sind Tiefwurzler. Dadurch treffen sie häufig auf Wasseradern. Dies führte zu dem Aberglauben, dass der Blitz häufiger in sie einschlägt als in ihre Baumbrüder von nebenan.

Die Frage, sind Eicheln giftig oder essbar, stellte sich den Vorfahren nicht, denn unsere Omas und Opas kennen Eichel-Kaffee sicherlich sogar noch aus der letzten Nachkriegszeit. Auch Eichelbrot und andere Speisen, die man mit Mehl backen konnte, wurden in Notzeiten aus Eichelmehl hergestellt. Es handelt sich hier also nicht um kulinarische Märchengeschichten, sondern um Zubereitungsmethoden, die in unserer Zeit fast in Vergessenheit geraten sind.

Eicheln essen: Das Wichtigste in Kürze

Rohe Eicheln sind, so sagt man heute, aufgrund ihres hohen Gehalts an Gerbstoffen, für empfindliche Mägen, nicht recht genießbar. Sie müssen zunächst geschält und einen oder zwei Tage lang gewässert werden, um die Gerbstoffe zu entfernen. Anschließend können die Eicheln püriert oder getrocknet, geröstet und gemahlen werden. So lässt sich aus Eichelmehl ein nährstoffreiches Brot backen. Auch Kaffee, der aus dem Eichelpulver hergestellt wird, war beliebt.

Kann man also Eicheln essen?

Eicheln sind essbar, aber auch bedingt giftig, wie alles was im Übermaß verköstigt wird. Die Eichel enthält im rohen Zustand einen recht hohen Anteil an Gerbstoffen, die ihr einen für uns sehr widerlichen Geschmack verleihen. Sollte dieser nicht schon abschreckend genug sein, können die Gerbstoffe zu Magen-Darm-Beschwerden wie Brechreiz, Bauchkrämpfen und Durchfall führen.

Um Eicheln leichter genießbar zu machen, müssen diese Gerbstoffe also erst einmal möglichst reduziert werden bzw. verschwinden. Das erreicht man, indem man die gesammelten Eicheln vorsichtig in der Pfanne röstet, schält und sie mehrere Tage wässert. Während des Wässerns geben die Früchte die Gerbstoffe ans Wasser ab, das sich dadurch bräunlich verfärbt. Das Wasser muss dabei täglich gewechselt werden. Bleibt das Wasser am Ende des Tages klar, sind die Gerbstoffe aus den Eicheln ausgewaschen und sie können getrocknet und weiterverarbeitet werden.

Wie kann man Eicheln verwerten und genießen?

Sind die Gerbstoffe ausgewaschen, lassen sie sich entweder pürieren und zu einer Paste verarbeiten, die man auch gut einfrieren kann, oder sie werden getrocknet und zu Mehl zermahlen. In diesem Zustand kommen ihre Inhaltsstoffe zum Tragen, denn Eicheln enthalten eine große Menge an Energie in Form von Stärke, Zucker und Proteinen (etwa 45 Prozent). Dazu kommt ein 15-prozentiger Anteil an Öl. All das zusammen gibt dem Mehl in der Verarbeitung eine gute Klebewirkung, weswegen es sich hervorragend für Teige eignet. Dazu sind Eicheln ein richtiges Power-Food, da die langkettigen Kohlenhydrate Energie über einen längeren Zeitraum an den Körper abgeben.

Bereits in der Antike wurde die Eichenrinde als zusammenziehendes und austrocknendes Arzneimittel bei der Wundbehandlung geschätzt. Im Mittelalter fand sie auf Grund dieser Eigenschaften Verwendung bei

• Durchfall,
• Hauterkrankungen und
• Verletzungen.

Auch zur Kräftigung des Immunsystems schwächlicher Kinder wurde die Eiche eingesetzt. Hier kamen jedoch nicht die Rinde, sondern die kleingeschnittenen, gerösteten Eicheln in Form von Eichelkaffee zum Einsatz.

Wie wirkt die Eichenrinde?

Ihre Wirksamkeit verdankt die Eichenrinde hauptsächlich ihrem hohen Anteil an Gerbstoffen. Bis zu 20 Prozent können sie in der Rinde junger Bäume ausmachen. Eichenrinde wirkt
äußerlich angewendet auf Haut und Schleimhäute:

• zusammenziehend,
• entzündungshemmend,
• blutstillend,
• schweißhemmend,
• juckreizstillend,
• antimikrobiell,
• leicht schmerzlindernd.

innerlich angewendet:
• stopfend,
• entzündungshemmend und
• antiviral und antibakteriell.

Ein Baum der Geschichte

Die Heilkraft der Eiche ist kein neues Phänomen. Schon Hippokrates von Kos (460 bis 377 v.0), einer der bekanntesten Heilkundigen der Antike, sah die Balance der Kräfte als Schlüssel zur Gesundheit. Und genau diese Balance konnte die Eiche mit ihren Inhaltsstoffen fördern. Später, im Mittelalter, hielten Klöster ihre Anwendungen sorgfältig fest. Die getrocknete Rinde, Blätter und Eicheln fanden ihren Weg in Rezepturen, die innerlich und äußerlich genutzt wurden.

Eichen galten als wahre Lebensretter in einer Zeit ohne chemische Arzneimittel: Ob bei Fieber, Durchfall, Hautproblemen oder Gicht – die Eiche war immer zur Stelle. Selbst gegen Frostbeulen und Hämorrhoiden halfen Sitzbäder und Waschungen mit Eichenrindensud.

Die geheime Zutat: Gerbstoffe

Das Herzstück der Eiche sind ihre Gerbstoffe, vor allem die sogenannten Tannine. Sie wirken zusammenziehend, entzündungshemmend und sogar antibakteriell.

Die Rinde junger Äste, die man dafür verwendet, hat es in sich:

• Sie enthält 10 bis 20 Prozent Gerbstoffe und wird speziell getrocknet.

• Die Inhaltsstoffe bilden auf Haut und Schleimhäuten eine Art Schutzschicht, die Reizungen lindert und Infektionen vorbeugt.

• Der Nachweis der Gerbstoffe erfolgt sogar chemisch mit Eisen(III)-chlorid, das die charakteristische dunkelgrüne Färbung hervorruft.

Welche Anwendungsgebiete besitzt die Eichenrinde?

Die Anwendungsgebiete der Eichenrinde sind sehr vielfältig. Sie kann äußerlich z. B. in Form von Tinkturen und Sitzbädern oder innerlich durch Tee, Tropfen oder Tabletten verabreicht werden.
Innerlich angewendet wirkt die Rinde der Eiche bei unspezifischen, akuten Durchfallerkrankungen. 

Äußerlich findet sie Verwendung

• als Umschlag bei entzündlichen Hauterkrankungen wie z. B. wie nässenden Ekzemen.
• zur Linderung von Juckreiz bei z. B. Neurodermitis und Windpocken durch Abtupfen der betroffenen Stellen.
• gegen Fußschweiß und übermäßiges Schwitzen.
• zur Wundbehandlung und Wundnachbehandlung.
• zum Gurgeln und Spülen im Mund- und Rachenraum.
• als Sitzbad zur Behandlung von Entzündungen im Genital- und Analbereich.

Welche Inhaltsstoffe besitzt die Rinde der Eiche?

Der Anteil an Gerbstoffen in der Eichenrinde ist mit bis zu 20 Prozent sehr hoch. Gerbstoffe vernetzen

die Eiweißmoleküle auf der Hautoberfläche zu unlöslichen Eiweißverbindungen. In Proteinen gebundenes Wasser wird so durch den Gerbprozess verdrängt. Die Zellen der obersten Hautschicht verlieren Wasser. Das Gewebe zieht sich zusammen und es entsteht eine stabile, schützende Schicht. Gerbstoffe besitzen deshalb eine abdichtende sowie keim- und entzündungshemmende Wirkung. Neben den Gerbstoffen enthält die Eichenrinde auch Flavonoide, die über einen entzündungshemmenden Effekt verfügen.

Wie wird Eichenrinde angewendet?

Die getrocknete Rinde der frischen, jungen Zweige von drei Eichen-Arten kommen für Heilzwecke zum Einsatz:

• Quercus robur (Stiel- oder Sommereiche)
• Quercus petraea (Stein-, Trauben- oder Wintereiche)
• Quercus pubescens (Flaumeiche)

Es ist ratsam, sich die zerkleinerte Rinde in der Apotheke zu besorgen. Heilpflanzen aus der Apotheke erfüllen die gesetzlichen Vorschriften hinsichtlich Reinheit und Wirkstoffgehalt.

Eichenrinde wird auf verschiedene Weise angewendet: als Hausmittel oder als Fertigpräparat.

Heilpflanzen – welcher Tee hilft wann?

Übelkeit und Bauchschmerzen

Sie haben Bauchschmerzen und ein flaues Gefühl im Magen? Dann greifen Sie zu Heilpflanzen, die den Magen beruhigen. Dazu gehören Ingwer, Kümmel, Anis und Pfefferminze. Ein Tee, in kleinen Schlucken getrunken, stoppt die Übelkeit. Kamillen- oder Fencheltee hingegen können gegen quälende Bauchschmerzen helfen und Krämpfe lindern.

Wichtig: Auch Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.

Tees gegen trockenen Husten

Bei einer Erkältung mit trockenem Reizhusten ist ein Tee aus Lindenblüten, Spitzwegerich, Eisenkraut, Eibisch, Huflattich, Malve oder Isländisch Moos die richtige Wahl. Die Heilpflanzen enthalten sogenannte Schleimstoffe, die sich auf die gereizte Schleimhaut legen. Das stillt den Hustenreiz. Wenn Ihre Atemwege verschleimt sind, greifen Sie besser zu anderen Tees ...

Natürliche Schleimlöser

Anis, Fenchel, Thymian und Ingwer sind natürliche Schleimlöser. Sie unterstützen den Körper, den festsitzenden Schleim in den Atemwegen zu verflüssigen und erleichtern das Abhusten. Bei einer Erkältung mit Husten können Sie außerdem Tee aus Königskerze, Primel oder Holunder trinken. Auch diese Pflanzen lösen den Schleim.

Bei Halsschmerzen und einem entzündeten Rachen können Thymian, Ingwer und Salbei ebenfalls die Beschwerden mildern. Ebenfalls empfehlenswert: Königskerze, Spitzwegerich, Eisenkraut, Brombeerblätter, Heidelbeeren und Ringelblumentee. Die Pflanzen wirken leicht keimtötend und beruhigen den gereizten Rachen.

Tees gegen Durchfall

Wenn die Verdauung verrücktspielt und Sie an Durchfall leiden, hilft Ihnen ein Tee aus Brombeerblättern, Eichenrinde, Eisenkraut oder getrockneten Heidelbeeren. Für Babys und Kinder ist etwas Fencheltee besonders gut geeignet. Mit dem Tee die Milch oder den Brei verdünnen.

Besser Schlafen

Baldrian ist ein pflanzliches Beruhigungsmittel. Kein Wunder also, dass Baldrianwurzeltee einen guten Schlaf fördern kann. Bei Schlafstörungen können Sie ebenfalls zu Melissenblätter- oder Pfefferminztee greifen. Am besten trinken Sie eine warme Tasse am Abend, direkt vor dem zu Bett gehen.

Schmerzstiller

Mädesüß und Weidenrinde sind Schmerzmittel aus der Natur. Die Pflanzen enthalten eine Vorstufe des Wirkstoffs Acetylsalicylsäure (ASS). Deshalb wirkt Tee aus den Pflanzen gegen leichte Schmerzen. Bei Kopf-, Zahn- oder Ohrenschmerzen können Sie den Tee unterstützend trinken. Auch gegen Fieber sind die Inhaltsstoffe wirksam.

Gereizte Augen beruhigen

Die Augen sind rot, tränen und schmerzen? Dahinter kann eine Bindehautentzündung stecken. Ein altbewährtes Hausmittel in diesem Fall ist Ringelblumentee. Der Tee kommt dabei äußerlich zum Einsatz. Tränken Sie zwei Wattepads mit dem erkalteten Aufguss und legen Sie auf die geschlossenen Augen. Das lindert den Juckreiz.

Teemischungen aus der Apotheke

Verschiedene Heilpflanzen können in Kombination noch wirksamer sein. Eine Teemischung, die gegen Ihre Beschwerden hilft, kann Ihnen Ihr Apotheker empfehlen. Er kennt auch die richtige Dosierung. Bei der Anwendung von Heilpflanzentees bei Babys und Kindern, Schwangeren oder bei Personen gilt: Vor der ersten Anwendung mit dem (Kinder-)Arzt sprechen.

Eichenrinde als Hausmittel

Sie können sich mit Eichenrinde einen Tee zubereiten oder damit Umschläge und Gurgellösungen machen.

Innerliche Anwendung

Bei akuten Durchfallerkrankungen hilft Erwachsenen Eichenrindentee: Setzen Sie dazu ein Gramm (knapper halber Teelöffel) fein geschnittene oder grob pulverisierte Eichenrinde mit 200 Milliliter kaltem Wasser an und kochen Sie das Ganze kurz auf.

Lassen Sie alles fünf Minuten ziehen und seihen Sie anschließend ab. Sie können dreimal täglich eine solche Tasse Eichenrindentee trinken - jeweils eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten. Die Tagesdosis beträgt drei Gramm Eichenrinde.