25.03.2026

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BOBBY FISCHER

Robert Bobby Fischer war ein Magier,
das Schachbrett war sein Zauberfeld,
dort schlug er seine Geistesschlachten,
dort wurde sein Gehirn zum Held.

Den Bolschewismus lehnte Bobby ab,
der Kommunismus blieb ihm fremd.
Mütterlein Regina kam aus Russland,
in den USA trug er sein Baby-Hemd.

Sein Vater war Hans-Gerhardt Fischer,
oder war‘s der Paul Neményi wohl ?
Ganz gleich, der Bobby folgte einem,
der Geist des Schachs wurd‘ sein Idol.

Bobby Fischer stieg auf zum Meister,
gewann so manche Schach-Partie,
war Schach-Großmeister mit 15 Jahren,
doch an‘s Studieren dachte er nie.

Er galt als das Trumpf-Ass Amerikas,
er stieß die Russen vom Thron hinab.
Bobbys IQ mit 180 bis 187 gemessen,
jedoch sein Schulwissen blieb knapp.

Adolf Hitler war für ihn ein „toller Kerl“,
„A great guy“ hat ihn Bobby genannt.
An den „Holocaust“ glaubte er nicht,
und Jude zu sein galt ihm als Schand‘.

Er hasste Amerika und Russland auch,
meinte, „Jüdische Weltverschwörung“
die sei so real wie die „Kinder-Morde“;
und war niemals zu dumm und zu jung.

Aus den USA floh er nach Japan weg,
der gefeierte Volksheld Amerikas,
dort traf er das Fräulein Miyoko Wata
mit der er bald Schach-Lektüre las.

Bobby jubelte, es ist kaum zu fassen,
über den Anschlag in New York City,
„World-Trade-Centers“ Zusammensturz;
die Sprengung galt ihm gut und pretty.

Island schenkte Bobby Fischer Asyl,
dort lagen ihm Elfen-Forschung im Sinn
und auch „Verschwörungstheorien“.
Dann ging auch Bobbys Leben dahin.

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Der junge Robert James „Bobby“ Fischer.

Robert James „Bobby“ Fischer (1943-2008) wurde in Illinois (USA) geboren und starb in Reykjavik (Island). Er war von 1972 bis 1975 der 11. Schachweltmeister. „Bobby“ Fischer kam als Kind von Regina Fischer, geborene Wender, zur Welt. Seine aus Zürich stammende Mutter soll jüdischer Abstammung gewesen sein. Reginas deutscher Ehemann war der kommunistisch-gesinnte Biophysiker Hans-Gerhardt Fischer, den sie 1933 in Moskau, wo sie Medizin studierte, geheiratet hatte und von dem sie sich 1945 scheiden ließ. Es wird spekuliert, dass der biologische Vater von Bobby, der ungarische Paul Neményi gewesen sein könnte. Zusammen mit seiner fünf Jahre älteren Schwester Joan wuchs Bobby im New Yorker Stadtteil Brooklyn in sehr ärmlichen Verhältnissen bei seiner alleinerziehenden Mutter auf, die als Krankenschwester arbeitete. Ihre Freundin Joan Rodker beschrieb die Regina als „glühende Kommunistin“ und begeisterte Anhängerin der Sowjetunion. Deshalb stand sie vom FBI unter Dauerbeobachtung und Vater Fischer durfte aus gleichem Grund nie in die USA einreisen, er lebte deshalb zumeist in Chile. Auch Neményi war durch sowjetfreundliche Äußerungen aufgefallen und stand ebenso auf der FBI-Überwachungsliste.

Er und Mutter Regina müssen es mit ihrer Erwärmung für die KPdSU übertrieben haben, denn bei Bobby entwickelte sich frühzeitig eine starke Aversion gegen den Sowjetkommunismus und eine dauerhafte antisowjetische und antikommunistische Haltung. Regina Fischer arbeitete als Krankenschwester, die beiden Kinder blieben oft allein. Die ältere Schwester Joan hatte dem sechsjährigen Bruder Robert-Bobby ein Schachspiel geschenkt und die Züge beigebracht. Als 13-Jähriger sorgte er am 17.10.1956 für einen Paukenschlag in der Schachwelt, als er in einem von dem Fachjournalisten Hans Kmoch zur „Partie des Jahrhunderts" hochstilisierten Kräftemessen mit dem US-Meister Donald Byrne den Sieg davontrug. Mit 14 Jahren wurde Fischer erstmals selbst US-Champion und konnte den Titel achtmal in Folge verteidigen. Mit 15 Jahren brach er seine von ihm als nutzlos empfundene Schulausbildung an der „Erasmus High School“ in Brooklyn ab, um sein Leben komplett dem Schach zu widmen. Einem hohen Intelligenzquotienten von ca. 186 stand fortan ein weniger hoher Bildungsgrad gegenüber. Dank seiner Qualifikation für das Kandidatenturnier 1959, bei dem der Herausforderer für den amtierenden Schachweltmeister ermittelt wurde, wurde er mit 15 Jahren zum damals „jüngsten Großmeister der Geschichte“ gekürt.

Den Titel gewann Bobby 1972 in einem als „Match des Jahrhunderts“ bezeichneten Wettkampf gegen den russischen Weltmeister Boris Spasski. Bobby Fischer äußerte sich wiederholt mit „antisemitischen“ und antiamerikanischen Hasstiraden. Bobby wurde die einzige westliche Hoffnung gegen die sowjetische Schach-Maschinerie. Die Top-Sowjetspieler wurden vom UdSSR-Staat besser betreut und die Finanzierung war leichter verfügbar als das, was Fischer in den USA beanspruchen konnte, weshalb er fast zu Recht nicht wenig nachtragend war. Er war die schillerndste Figur der Schachgeschichte und der genialste Spieler des 20. Jahrhunderts. Auch abseits des Bretts sorgte der Exzentriker mit seinen, wie es heißt: „antisemitischen und antiamerikanischen Hasstiraden“ für weltweite Aufmerksamkeit. In vielen internationalen Blättern wurde zudem auf eine tragische Symbolik hingewiesen: Fischer, der in Kollegenkreisen vor allem für sein phänomenales Schachgedächtnis bewundert wurde und im Laufe seiner Karriere eine unglaubliche Bilanz von lediglich 61 Niederlagen in 576 Partien aufweisen konnte, sei 64 Jahre alt geworden.

Er setzte alles daran, nicht als Jude angesehen zu werden. So schrieb er beispielsweise den Herausgebern der „Encyclopaedia Judaica“ 1984, man solle seine Biografie aus der Enzyklopädie streichen. Der Beginn Bobbys antijüdischer Einstellung wird auf das Jahr 1961 vermutet, als er sich in seinem von Jacqueline Piatigorsky gesponserten Wettkampf gegen Samuel Reshevsky benachteiligt gefühlt und eine jüdische Verschwörung gegen sich vermutet habe. Doch der Schachautor Pál Benkő berichtete, dass sich Bobby bereits 1958 ihm gegenüber so geäußert habe, Adolf Hitler sei ein „toller Kerl“ („great guy“) gewesen. Später sei er von dieser Meinung jedoch wieder abgerückt und habe stattdessen vermutet, dass Hitler möglicherweise selbst Jude gewesen sein könnte. Zudem war er der Ansicht, es gebe eine „jüdische Verschwörung“, welche die Weltherrschaft anstrebe und reihenweise christliche Kinder ermorden würde (ein Vorwurf der durch Studium der Epstein-Files in unseren Tagen erneut diskutiert wird). Ab 1999 hielt Fischer offen den „Holocaust“ für eine Lügengeschichte. Nach seinem Sieg 1972 in Reykjavik schlug Fischer eine Einladung des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon ins Weiße Haus aus, indem er einfach fernblieb. Am 11.09.2001 äußerte sich Fischer in Tokio in einem Radiointerview mit „Bombo Radyo Philippines“ lobend über die islamischen Terroranschläge dieses Tages und kritisierte die US-amerikanische Außenpolitik der letzten Jahrhunderte. Infolge dieses Interviews wurde Fischer aus dem „US-Schachverband“ ausgeschlossen und seine Verfolgung durch US-amerikanische Behörden begann.

Fischers langjährige Lebensgefährtin und späteren Ehefrau Miyoko Watai (Internationale Meisterin (WIM) gab an, Bobby habe bereits seit dem Jahr 2000 in Japan gelebt. Seinen durch ein Touristenvisum zeitlich begrenzten, aber legalen Aufenthalt in Japan erneuerte er regelmäßig dadurch, dass er alle drei Monate jeweils kurz ausreiste, etwa nach Manila, um bei der Wiedereinreise nach Japan ein neues Touristenvisum zu erhalten. Doch erst als 2004 die US-Botschaft in Japan die dortige Einwanderungsbehörde darüber informierte, dass Fischers Reisepass vom Außenministerium in Washington für ungültig erklärt worden war und gegen Fischer ein Haftbefehl des Bezirksgerichts im „District of Columbia“ vom 15.12.1992 vorliege, kam es am 13.07.2004 zur Verhaftung von Bobby Fischer. Dieser bestritt jedoch, dass sein Pass ungültig sei, und widersetzte sich der Festnahme. Fischer wurde nach seiner Inhaftierung in Ushiku bei Tokio gefangen gehalten. Im weiteren Verlauf klagten die USA ihn wegen Steuerhinterziehung an und versuchten, auf diesem Weg die Abschiebung aus Japan zu erwirken. Miyoko Watai, die auch Generalsekretärin des japanischen Schachverbandes war, initiierte eine internationale Kampagne mit dem Ziel seiner Freilassung. Während Fischer noch in Haft war, heiratete er Watai am 17.08.2004. Im März 2005 ließ er sich mit seiner Ehefrau in Island nieder, wo er politisches Asyl und die isländische Staatsbürgerschaft erhielt.

Als Fischer in Island ankam, war er in schlechter gesundheitlicher Verfassung. Er führte ein Leben abseits der Medien und fühlte sich weiterhin verfolgt. Außerhalb seiner Wohnung besuchte er gelegentlich Restaurants und Cafés sowie regelmäßig das Antiquariat Bókin. Der Inhaber einer Elfenschule, in der isländische Folklore gesammelt und erforscht wird, sprach nach eigenen Aussagen mit Fischer über paranormale Phänomene und Verschwörungstheorien und wurde sein Vertrauter. Als Bobby wegen Nierenversagens ins Krankenhaus Landspitali in Reykjavík eingewiesen wurde, lehnte er eine lebensverlängernde Dialyse ab. Am 17. Januar 2008 starb er dort.