13.08.2025

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RUNEN-SCHUTZ

Die Welt ist voller Alltags-Schmutz,
ummantelt Euch mit Runen-Schutz.
Stellt Euch vor, den Runen-Kreis,
in der zweitausendjährigen Weis‘ !

In diesen Kreis stellt Euch hinein,
gleich einer Rüstung muss er sein.
Die Runen-Kraft hält alles fern,
an Strahlungen vom bösen Stern.

Kein Feld ist frei und ohne Feind,
wie es ein Kindskopf gerne meint.
Aus jedem Graben kommt Gefahr;
so mancher Anschlag schon geschah.

Schwirr‘n aus einem Hohlweg Pfeile,
droh’n von einem Rüpel Keile,
Panschen uns böse Weiber Gifte,
und opponieren schon die Stifte ?

Was Dich stört, was Dich bedroht,
wärst Du auch ganz und gar umloht,
von unheilvoller Unhold-Energie,
sie fasst und sie erreicht Dich nie !

Vertrau‘ dem Runen-Rüstungs-Schild,
sei stets abwehr-bewusst gewillt,
und sei beseelt, von Deinem Recht
zu jedem Schutz- und Trutz-Gefecht.

Dein Rüstungs-Ring ist wie ein Berg,
davor steht jeder Troll als Zwerg,
reicht nicht an Deinen Nervenkern,
und bleibt Dir sicher meilenfern !

Wer sich mit einem runischen Zauberschutz ankleiden will, hat sich nur in die intensive Vorstellung des ODING-Runen-Zirkels zu begeben. Das sollte möglichst während einer Andacht in den Tagen des gebärenden Schwarzmondes geschehen. Ein „Magischer Kreis“, Zauberkreis oder Schutzkreis ist ein abgegrenzter kreisförmiger Bereich und ein häufiger Bestandteil von magischen Ritualen in verschiedenen Traditionen, darunter neuheidnischen Traditionen, „GOD“, „Wicca“ und „Weißes Hexentum“. Je nach Tradition ist ein Schutzkreis entweder dazu gedacht, einen heiligen, gereinigten Ort zu errichten, die in dem Kreis befindlichen Personen während eines Rituals zu schützen, oder beides. Ein Schutzkreis kann visualisiert werden, es ist allerdings manchmal üblich, die Grenzen mit physischen Dingen, wie beispielsweise Runensteine, Salz, Mehl oder Kalk (Kreide) zu markieren.

Das Zeichnen eines Kreises im Rahmen religiöser und magischer Rituale reicht zurück bis in das antike Altertum. Zum Beispiel gab es im alten Mesopotamien ein Ritual namens „Zisurrû“ („magischer Mehlkreis“), bei dem mit Mehl oder Getreide ein magischer Schutzkreis errichtet wurde. In einer der Beschwörungen heißt es:

„Was an die dahinhuschenden Wasser des Ea herankommt, / die Falle des Ea fange es! / Was an den Mehlbrei der Nisaba heranhuscht, / das Netz der Nisaba umgarne es! / Der Zauberkreis, wenn es ihn überspringt, / der Zauberkreis der Götter, der Zauberkreis Himmels / und der Erde, lasse es nicht los!“

Bei der Beschwörung von Dämonen oder bösartigen Geistwesen war solcher Schutz besonders notwendig. Daher finden sich in den „Grimoires“ und den Zauberbüchern zahlreiche Kreisdiagramme wiedergegeben, die für das Anlegen von magischen Kreisen verwendet werden sollen und die sich im Wesentlichen in den dem Kreis einzubeschreibenden Namen unterscheiden. Das als „Clavicula Salominis“ bekannte Grimoire zum Beispiel legt den allergrößten Wert auf das korrekte Anlegen eines Zauberkreise: „Wahrlich, da keine Experimente zur Geisternbeschwörung durchgeführt werden können ohne einen vorbereiteten Kreis, welche Experimente auch immer im Umgang mit Geistern du also durchzuführen wünschst, so mußt du lernen, den entsprechenden Kreis zu errichten; und wenn das geschehen ist, so umgib ihn mit einem weiteren Kreis, zu besserer Wirksamkeit und aus Vorsicht.“

Das Anlegen eines magischen Zirkels ist dementsprechend in Werken der Populärkultur seither unverzichtbar in der Darstellung einer Beschwörungsszene. Das gezeichnete Diagramm ist dabei häufig ein Pantakel, also ein dem Kreis einbeschriebenes regelmäßiges Fünfeck oder Pentagramm. Zum festen Bestand solcher Szenen gehört dann auch, dass der Kreis versehentlich verlassen oder an einer Stelle zerstört wird, was dann üble Folgen hat.

Dass dergleichen nicht pure Phantasie ist, muss man annehmen, wenn man dem Bericht glaubt, den Aleister Crowley und Victor Benjamin Neuburg von einer 1909 in der algerischen Wüste durchgeführten Beschwörung des Dämons Choronzon gaben, bei welcher es dem Dämon gelungen sein soll, einen Teil des Kreises mit Sand zu überdecken und Neuburg anzugreifen.

Im Neuheidentum, so beispielsweise im „Wicca“, dient der Kreis vorrangig dazu, einen „Ort zwischen den Welten“ zu erschaffen und einen Ritualplatz zu kennzeichnen bzw. durch das Ziehen des Schutzkreises einen aktiven Übergang von Alltag zu Ritual zu schaffen. Üblicherweise hat er einen Durchmesser von zwei bis drei Metern, doch die Größe kann je nach Zweck des Kreises variieren. Da ein Schutzkreis meist visualisiert wird, kann jede unvorhergesehene Handlung die Person bzw. die Personen, die den Kreis geschaffen haben, aus der Konzentration bringen und so den Kreis zerstören. Vor allem das Hindurchlaufen soll dem Kreis schaden. Traditionellerweise sollte niemand den Kreis verlassen, bis er wieder geschlossen wird.