25.07.2025

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GERMANEN-GLAUBE

So war es einst Glaube in alter Zeit,
vor dem Glaubensbruch der Kristenheit,
als wir unsere eigene Seele verloren
und zu Lämmlein wurden geschoren.

Wir waren frei und stolz und stark,
uns steckte in Knochen Germanen-Mark.
Demut und Reue kannten wir nicht,
und keiner sprach vom „Letzten Gericht“.

Unsere Odal-Rune schenkte Vertrau’n,
die wusste der Mensch nur anzuschau’n.
Wer in diesem göttlichen Zeichen stirbt,
sich um das Ewige Leben bewirbt.

Er trug die Rune, wie ein jeder Genoss,
als Gottes Schwur auf dem Koppelschloss.
Er trug sie auf seinem Hals-Amulett,
das der Erilar ihm geschmiedet hätt.

Und kam der Tod, ohne Angst und Graus,
hob ihn der Glaube zur Höhe hinaus.
Zwei Flügel wuchsen der Seele zu,
ein Recke sucht keine himmlische Ruh‘.

Nach Walhalls Freuden hob es ihn hin,
Odin verhieß ihm Lohn und Gewinn.
Alles Wohlsein was ihn immer entzückt,
hat den Mann auch drüben beglückt.

Er nahm seine Liebste mit starkem Arm,
ihr Leib war lieblich, so weich und warm.
Und jeden Schurken den er erschlug,
das Zeichen seines Dienstmanns trug.

Da wuselten schwarze Römer herum,
und rackerten sich als Knechte krumm.
So herrlich war es in Walhallas Reich,
es blieb fast alles dem Leben gleich.

Man hörte von ferne der Kristen Sermon,
von deren widerwärtigen Jenseits-Lohn.
Vom „Hosiannasingen“ in Frauentracht,
ein Germane hat drüber nur laut gelacht.

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Eine  kleine Auswahl an germanischen Goldbrakteaten-Amuletten, mit dem Heilsversprechen der Odala-Rune. Allerdings war die allgemeinverständliche Chiffre des Gottesversprechens auf Wiederbeseelung, also der Reinkarnation, das Bild des gefallenen Rössleins Baldur, dem Vater Odin das Versprechen ins Ohr flüstert bzw. die neue wiederbelebende Hauchseele zuhaucht. Jeder gläubige Germanen-Krieger hat sich als ein vertrauensvolles Fohlen Odins empfunden.

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 Gürtelschließe der fränkischen Merowingerzeit, mit dem Seelenzeichen einer nicht geschlossenen Odal-Schlinge. Wer weitere Beispiele sucht, möge in meinem Buch „ODING-Wizzod“ nachschauen, Seite 90ff, 95, 97.

 

Im 2. Merseburger Zauberspruch klingt der alte Hoffnungsglaube an. Da heißt es:

Phol und Wotan ritten in das Gehölz.
Da wurde dem Balders-Fohlen sein Fuß verrenkt.
Da besprach ihn Sinthgunt, die Schwester von Sunna,
da besprach ihn Frija, die Schwester von Folla,
da besprach ihn Wotan, der es wohl verstand:
Wie Beinverrenkung, so Blutverrenkung,
so Gliederverrenkung:
Bein zu Bein, Blut zu Blut,
Glied zu Gliedern, wie geleimt sollen sie sein! 

Dieses Schlüssel-Bild ist die germanische Glaubens-Metapher welche man auf sehr vielen Goldbrakteaten-Talismanen verbildlicht findet. Das gefallene Gäulchen und darüber das Odin-Haupt, mit offenem Mund, bei der Heilung bzw. Wiederbelebung.