08.02.2026
Der vaterländisch gesinnte Münchner Max Wünsche (1914-1995) wurde im Dritten Reich ein deutscher SS-Standartenführer, Kommandeur eines Panzerregiments der Waffen-SS und Träger des Eichenlaubs zum „Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes“. Max war Sohn eines Gärtners. Nach Besuch der Oberschule in Bautzen, die er nach bestandener Untertertia verließ, erlernte er landwirtschaftliche Buchführung und Steuerberatung beim „Reichslandbund“ in Löbau und besuchte die Handelsschule. 1931 trat er eine Stelle in der Verwaltung eines landwirtschaftliches Gutes an. 1933 wurde er Abteilungsleiter in der Buchführungs- und Steuerberatungsstelle des „Reichslandbundes“ in Königsberg.
Er trat schon am 10.08.1933 der Königsberger „18. SS-Standarte“ bei, unter der Nummer 153.508. Ab 01.06.1934 war der sportliche, tüchtige Jungmann Geländesportlehrer an der SS-Sportschule in Wolfenbüttel. Nach Absolvierung des Führeranwärterlehrgangs der „Leibstandarte SS Adolf Hitler“ (LAH) in Jüterbog und der „SS-Junkerschule Tölz“ kam er als „SS-Standartenoberjunker“ im April 1936 zur sog. „Leibstandarte“. Am 20.04.1936 erfolgte seine Beförderung zum „SS Untersturm-führer“. Anfangs fand er als Zugführer in der 9. Kompanie der Leibstandarte und ab März 1937 im Panzerspähzug Verwendung. Nach seiner Beförderung zum SS-Obersturmführer erfolgte am 01.10.1938 seine Versetzung als Ordonnanzoffizier bei Adolf Hitler selbst. Er war Mitglied der NSDAP, mit Mitgliedsnummer 5.508.247.
Während des WK II. wurde Max Wünsche im Januar 1940 zur 15. Kradschützenkompanie der LAH versetzt, mit der er unter dem SS-Hauptsturmführer Kurt Meyer am Feldzug gegen Frankreich teilnahm, beide „Eisernen Kreuze“ erhielt und zum SS-Hauptsturmführer befördert wurde. Nachdem er nochmals für kurze Zeit ins Führerhauptquartier zurückgekehrt war, holte ihn Sepp Dietrich im Dezember 1940 als Adjutant in den Stab der Leibstandarte. In dieser Dienststellung nahm Wünsche 1941 am Balkan- und am Russlandfeldzug teil.
Als die Panzerabteilung der LAH aufgestellt wurde, übernahm Wünsche im Februar 1942 deren Sturmgeschützabteilung. Danach nahm er am 6. Generalstabslehrgang an der Kriegsschule Berlin teil. Im Herbst 1942 kehrte er zur LAH als SS-Sturmbannführer zurück und übernahm die neue I. Abteilung des Panzerregiments. Bei den Kämpfen um Charkow im Februar 1943 bewährte er sich mit seiner Truppe bei der Zerschlagung des sowjetischen VI. Garde-Kavallerie-Korps. Am 14.02.1943 gelang Wünsche der Durchbruch nach Alexejewka, wo Kurt Meyer eingekesselt war. Am 25.02.1943 erhielt Wünsche dafür das „Deutsche Kreuz in Gold“, führte am gleichen Tag einen Panzervorstoß nach Norden und vernichtete eine starke sowjetische Kampfgruppe, die den Südflügel seiner Division bedrohte. Hierfür erhielt er, nur drei Tage nach seiner letzten Auszeichnung, am 28.02.1943 das „Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes“. Auch an den weiteren Kämpfen, die am 14.03.1943 zur Rückeroberung von Charkow führten, war Wünsche beteiligt.
Am 24.06.1943 wurde Wünsche mit der Aufstellung des Panzerregiments der neuen 12. SS-Panzer-Division „Hitlerjugend“ beauftragt und zum Regimentskommandeur ernannt. Im Sommer 1943 absolvierte er einen Regimentsführerlehrgang an der Panzertruppenschule Wünsdorf. Anfangs in Mailly-le-Camp (Frankreich), danach bei Hasselt (Belgien) und später wieder in Frankreich vollzog sich die Aufstellung und Ausbildung des Regiments, das in seiner Masse aus jungen Kriegsfreiwilligen der Hitlerjugend bestand. Am 30.01.1944 wurde Wünsche zum SS-Obersturmbannführer befördert. Sein Regiment kam bei Authie zum ersten Kampfeinsatz. Am 28. und 29.06.1944 verhinderte es die Bildung eines feindlichen Brückenkopfes über die Orne bei Amayé-sur-Seulles und Saint-André-sur-Orne. Für die Leistungen seines Regiments erhielt Wünsche am 11.08.1944 das „Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes“.
Wünsche, inzwischen SS-Standartenführer, geriet am 25.08.1944, als er mit zwei weiteren SS-Offizieren aus dem Kessel von Falaise zu entkommen versuchte, mit einer Wadenverwundung in britische Kriegsgefangenschaft. 1948 beantragte er erfolgreich seine Repatriierung. Der britische Lagerkommandant bescheinigte ihm gute Führung und den Willen, „aus der Vergangenheit lernen zu wollen“. Unbehelligt von den Untersuchungen über die Kriegsverbrechen an der Ostfront und in der Normandie [wo sich auch die Alliierten schwerster Kriegsverbrechen schuldig gemacht hatten, ohne je dafür belangt worden zu sein], ging er nach Österreich zu seiner Frau, einer ehemaligen BDM-Führerin im Gau Oberbayern. Max hatte Ingeborg Piwitz 1944 geheiratet. Aus der Ehe gingen fünf Söhne hervor. Als Geschäftsführer einer Industriefirma in Wuppertal kam er zu einem bürgerlichen Wohlstand. Er starb am 17.04.1995 in München, wo er auf dem Nordfriedhof bestattet ist. Max Wünsche konnte als führendem Mitglied der SS-Division „Hitlerjugend“ nach dem Weltkrieg in Gerichtsprozessen keine persönlichen Verstrickungen in Kriegsverbrechen nachgewiesen werden.
Auszeichnungen (Auswahl)
• Ehrenwinkel der Alten Kämpfer (Februar 1934)
• Ritterkreuz des Ordens der Krone von Rumänien (16. Juli 1942)
• Deutsches Kreuz in Gold (25. Februar 1943)
• Verwundetenabzeichen 1939 in Silber (11. Juni 1944)
• Ritterkreuz mit Eichenlaub (11. August 1944)