11.08.2026

Der Rote Baron >> https://www.youtube.com/shorts/1b9W9-GumRg


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 Richthofens roter Dreidecker war eine Fokker Dr.I, ein legendäres deutsches Jagdflugzeug aus dem WK I.. Geflogen von Manfred von Richthofen, dem „Roten Baron“, bot die Maschine mit ihren drei übereinanderliegenden Tragflächen eine enorme Wendigkeit. Bekannt war sie für ihren markanten roten Anstrich, der zur leichten Erkennbarket für die Luftfeinde beitrug.


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Manfred Albrecht Freiherr von Richthofen (1892-1918) war ein deutscher Offizier und Jagdflieger im WK I.. Er erzielte als einzelner Pilot die höchste Zahl von 80 Luftsiegen. Manfred von Richthofen wurde weltweit einer der bekanntesten Piloten, an den bis in die Gegenwart Filme, Bücher und andere Medien erinnern. Den populären Beinamen Roter Baron erhielt er posthum erst nach dem Krieg; er geht auf seine adlige Abstammung und den roten Signalanstrich  seiner Flugzeuge zurück.

Manfred entstammte der Adelsfamilie Richthofen. Er war das zweite von vier Kindern des Kavallerieoffiziers Albrecht Freiherr von Richthofen (1859-1920) und dessen Frau Kunigunde, geborene von Schickfus und Neudorff (1868-1962), und ein Nachfahre des preußischen Feldmarschalls Leopold von Anhalt-Dessau und des Generals und Geheimen Kriegsrats Johann Philipp von Beust. Seine ersten Lebensjahre verbrachte Manfred auf dem großväterlichen Gut Schloss Romberg. Bis zum 9. Lebensjahr erhielt er Privatunterricht. Dann zog seine Familie nach Schweidnitz. Als Junge interessierte er sich sehr für die Jagd und das Reiten. Bereits mit elf Jahren nahm er an großen Jagdgesellschaften teil. Er war sehr wagemutig und liebte es, gemeinsam mit seinen Spielgefährten die Herausforderung zu suchen. Auf Wunsch des Vaters besuchte er von 1903 bis 1908 die Kadettenanstalt Wahlstatt. Er wurde ein begeisterter Sportler, der mit viel Ehrgeiz Aufgaben bewältigte, die selbst den Ausbildern enorme Anstrengungen abverlangten. Während dieser Zeit pflegte er sehr intensiv seine Passion, den Pferdesport. Er nahm an Reitturnieren teil und war mit seinen engsten Freunden viel mit Pferden unterwegs.

Von 1909 bis 1911 besuchte er die Hauptkadettenanstalt Lichterfelde und trat am 27.04.1911 in das Ulanen-Regiment „Kaiser Alexander III. von Rußland“ (Westpreußisches) Nr. 1 in Militsch ein. Dort wurde er nach dem Besuch der Kriegsschule am 19.11.1912 zum Leutnant ernannt und der 3. Eskadron in Ostrowo zugeteilt. 

Zum Beginn von WK I. wurde Manfred bald an die Westfront verlegt. Von Diedenhofen aus überschritt sein Regiment die Grenze zu Luxemburg und marschierte anschließend durch Belgien. Während dieser Zeit unternahm er verstärkt Patrouillenritte zur Aufklärung hinter den feindlichen Linien. Am 01.09.1914 wurde er als Nachrichtenoffizier zur 4. Armee versetzt, die nach den Grenzschlachten vor Verdun lag. Um der Monotonie des Stellungskrieges zu entgehen, beantragte von Richthofen am 01.01.1915 seine Versetzung. Er wurde als Ordonnanzoffizier der 18. Infanterie-Brigade zugeteilt. Da diese Tätigkeit sich zumeist im rückwärtigen Gebiet hinter der Front abspielte, hatte er Zeit, seiner Leidenschaft als Jäger nachzugehen. Auch hier fühlte er sich unterfordert und ließ sich zur Fliegertruppe versetzen. Er trat Ende Mai 1915 seine Ausbildung als Beobachter bei einem Lehrgang in der Flieger-Ersatzabteilung 7 in Köln an, absolvierte dort einen 30-tägigen Lehrgang und dann einen 14-tägigen praktischen Lehrgang in Großenhain nahe Dresden. Im Juni 1915 wurde von Richthofen zur Feldflieger-Abteilung 69 kommandiert, die an der Ostfront in der Nähe von Lemberg im Einsatz war und den Auftrag hatte, Aufklärungsflüge über russische Truppenbewegungen in Russisch-Polen und Galizien durchzuführen. Bei den Aufklärungsflügen bekämpfte er mehrfach Russen in ihren Stellungen.

Im August 1915 folgten seine Verlegung von der Ost- an die Westfront und seine Kommandierung zur Brieftauben-Abteilung Ostende. Diese Einheit entwickelte sich zu einem ersten Kampfgeschwader der OHL gegen England. Da aber die Reichweite der zur Verfügung stehenden Flugzeuge vom Typ AEG G nicht ausreichend war, mussten sich die Piloten mit Einsätzen im Kanal sowie im französischen Hinterland begnügen. Im September 1915 beantragte von Richthofen seine Versetzung zur Brieftauben-Abteilung Metz. Auf der Eisenbahnfahrt nach Metz lernte er im Speisewagen das Flieger-Ass Oswald Boelcke kennen.

In Metz absolvierte von Richthofen in der Folgezeit seine Ausbildung zum Flugzeugführer, die er am 24.12.1915 mit seiner Fluglizenz abschloss. Als Mitglied der 8. Kampfstaffel des 2. Kampfgeschwaders war von Richthofen ab 1. März 1916 wieder vor Verdun im Einsatz. Im September 1916 kam er zur Jagdstaffel (Jasta) 2, die unter dem Kommando von Oswald Boelcke stand. Seinen ersten Abschuss erzielte er am 17.09.1916 über Cambrai. Zur Erinnerung an ihre Feuertaufe überreichte Boelcke jedem seiner erfolgreichen Flieger einen Ehrenbecher als Anerkennungsgeschenk. 

Manfred von Richthofen lernte schnell und wurde ein geschickter Taktiker, der die von seinem Lehrer Boelcke aufgestellten Grundsätze genau beachtete und vor einem Luftkampf meist alle Vorteile auf seine Seite zu nringen versuchte. Boelcke fiel am 28.10.1916 während eines Kampfeinsatzes, nachdem er bei einem Ausweichmanöver das Flugzeug seines Kameraden Erwin Böhme berührte und dabei seine Tragfläche beschädigt hatte. Sein Flugzeug geriet ins Trudeln und stürzte ab. Am 23.11.1916 flog Richthofen mit weiteren Piloten einen weiteren Einsatz. Dabei traf die Jasta 2 über Le Sars auf die Staffel des bekannten britischen Piloten Lanoe Hawker. Im Verlauf des Kampfes entwickelte sich ein Kurvenkampf zwischen von Richthofen, der einen Doppeldecker Albatros D.II flog, und Hawker in seinem Airco D.H.2. Der Westwind trieb die beiden über deutsches Gebiet, weshalb Hawker den Kampf abzubrechen versuchte, um im Zickzackflug über alliiertes Gebiet zurückzukehren. Von Richthofen schoss den Engländer ab, der Mann starb. Am 27.12.1916 hatte Manfred einen Luftkampf mit James McCudden, dem zweiterfolgreichsten englischen Jagdfliegerass. McCudden konnte nur dadurch entkommen, dass er sehr tief über die britischen Linien flog. Von Richthofen hätte riskiert von den britischen Bodentruppen beschossen zu werden und brach die Verfolgung ab.

Nach seinem 16. Luftsieg erhielt von Richthofen am 12.01.1917 den Orden Pour le Mérite, die höchste preußische Tapferkeitsauszeichnung.

Im Januar 1917 wurde ihm die Führung der Jagdstaffel 11 übertragen. Seinen Bruder Lothar, den er bereits 1915 dazu bewegt hatte, ebenfalls Militärflieger zu werden, forderte er zur Jagdstaffel 11 an. Am 24. März flog er mit ihm den ersten gemeinsamen Kampfeinsatz. Am 22.03.1917 wurde von Richthofen zum Oberleutnant und schon am 06.04.1917 zum Rittmeister befördert. Beide Beförderungen erfolgten aufgrund seiner besonderen Verdienste schneller als sonst üblich.

Nach dem Tod der Lufthelden Max Immelmann (18.06.1916) und Oswald Boelcke (28.10.1916) war Manfred von Richthofen der mit Abstand erfolgreichste deutsche Jagdflieger. Die Engländer setzten hohe Belobigungspreise zum Abschuss oder der Gefangennahme von Menfred aus. In den Monaten, in denen von Richthofen die Jasta 11 anführte, entwickelte sie sich zu einer Eliteeinheit. Er selbst schoss über 20 britische Flugzeuge ab, auch seine Männer erzielten sehr hohe Abschusszahlen. Die Staffel hatte großen Anteil daran, dass die Engländer den April 1917 als „Bloody April“ (dt. wörtlich „Blutiger April“, sinngemäß etwa auch „Verdammter April“) bezeichnen. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Piloten des Royal Flying Corps und des Royal Naval Air Service war von 295 Stunden im Einsatz auf 92 Stunden gefallen. Aus Anlass seines 50. Feindabschusses wurde von Richthofen von Kaiser Wilhelm II. empfangen und beglückwünscht. Innerhalb der deutschen Zivilbevölkerung war er äußerst populär. Die Reichs-Kriegspropaganda hatte nicht viel zu leisten, den Lufthelden zu glorifizieren.

Im Juni 1917 wurde aus den Jagdstaffeln 4, 6, 10 und 11 das Jagdgeschwader 1 aufgestellt. Alle vier Staffeln operierten unter dem Kommando von Richthofens. Am 06.07.1917 wurde er während eines Luftkampfes von einem Projektil am Kopf getroffen, erlitt dabei laut ärztlichem Befund eine schwere Gehirnerschütterung und höchstwahrscheinlich auch eine Hirnblutung. Infolgedessen verlor er für etwa eine Minute das Sehvermögen und die motorische Kontrolle. Nur mit knapper Not gelang es ihm schließlich, das aus 4.000 Metern Höhe unkontrolliert abstürzende Flugzeug notzulanden. Von dieser Verwundung erholte er sich nie mehr vollständig. Während der Genesungszeit erschien beim Ullstein Verlag Berlin in der Reihe der Ullstein-Kriegsbücher die Autobiografie Manfred von Richthofens Der rote Kampfflieger. Ärzte rieten ihm, sich zu schonen und erst wieder vollständig gesund zu werden, doch die Not des Vaterlandes rief, schon nach 40 Krankheitstagen flog Richthofen wieder Einsätze.

Zusammen mit seinem Bruder Lothar von Richthofen wurde er am 26.12.1917 als Beobachter zu den Friedensverhandlungen nach Brest-Litowsk beordert. Da die Verhandlungen vorzeitig abgebrochen wurden, erlaubte der Oberbefehlshaber Ost den Brüdern die Jagd in den Wäldern von Białowieża, dem exklusivsten Jagdrevier des ehemaligen russischen Zarenhauses. Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen blieben beide bis Mitte Januar 1918 in Brest-Litowsk. Manfred von Richthofen wurde dann nach Berlin zurückbeordert, um bei der Prüfanstalt der Flugzeugmeisterei neue Prototypen zu begutachten. 

Wegen der zahlenmäßigen Unterlegenheit der deutschen Fliegertruppe (Verhältnis 1 : 3) entwickelte Richthofen im Frühjahr 1918 eine Kampftaktik, die, von den Engländern „Fliegender Zirkus“ genannt, in die Militärgeschichte einging. Richthofens Geschwader bestand aus der Elite der Fliegertruppe und wurde regelmäßig an Brennpunkten der Bodenkämpfe eingesetzt. Die Einheit war inzwischen völlig mobil geworden und konnte daher schnell den Standort wechseln. Zu diesem Zweck wurden die Flugzeuge demontiert und zusammen mit dem benötigten Material auf Lastwagen verladen. So konnte das Geschwader ähnlich einem Wanderzirkus innerhalb kürzester Zeit zu den entsprechenden Einsatzgebieten verlegt werden, die meistens in unmittelbarer Nähe der Front lagen. Da die Alliierten sich über diese Taktik im Klaren waren und das Auftauchen des Geschwaders genauestens registrierten, verzichtete man auf deutscher Seite auf die sonst übliche Tarnfarbe an den Flugzeugen und malte sie stattdessen bunt an. Durch die Präzision, mit der die Flugzeuge gesteuert wurden, sahen die Luftkämpfe aus der Entfernung wie akrobatische Kunststücke unter einer Zirkuskuppel aus.

Richthofens Tod

Am 21.04.1918 hob Richthofen mit einem Fokker-Dr.I-Dreidecker und neun anderen Piloten vom Flugplatz Cappy ab. Die Gruppe verwickelte sich in einen Luftkampf mit den Sopwith Camels der No. 209 Squadron RAF, angeführt von dem Kanadier Arthur Roy Brown. In diesem Luftkampf verfolgte der kampfunerfahrene kanadische Leutnant Wilfrid Reid May den ebenfalls kampfunerfahrenen Wolfram von Richthofen, den Vetter von Manfred von Richthofen. Als Manfred sah, dass sein Vetter angegriffen wurde, eilte er ihm zu Hilfe und schoss auf May. Als Brown sah, dass May in Schwierigkeiten war, setzte er sich im Sturzflug hinter Richthofen und schoss aus großer Entfernung einige Feuerstöße, die höchstwahrscheinlich fehlgingen bzw. Richthofen nicht erreichten. Während Richthofen May über die britischen Linien verfolgte, wurde er von drei australischen MG-Schützen beschossen. Getroffen von einer Kugel, die von rechts unten in seinen Oberkörper eingedrungen war, landete Richthofen nahe der australischen Stellung, unweit der französischen Gemeinde Corbie. Die Stelle ist unter den Koordinaten ♁49° 55′ 50,9″ N, 2° 32′ 29,9″ O zu finden. Er vermochte sein Flugzeug gut zu landen, starb aber kurz nach Ankunft der australischen Soldaten. Sein kaum beschädigter berühmter Dreidecker wurde von den Souvenirjägern zerlegt.

Manfred von Richthofen hatte in seiner Karriere bei der Fliegertruppe 80 bestätigte Luftsiege erzielt. Am Tage seines Todes hatte der Bericht des deutschen Generalstabes seinen 79. und 80. Luftsieg gemeldet. Er wurde am 22. April von britischen Soldaten mit vollen militärischen Ehren beerdigt.

Der kommandierende General Ernst von Hoeppner erließ folgenden Nachruf im Verordnungsblatt für Luftstreitkräfte: „Unserem Rittmeister Freiherrn v. Richthofen ! Rittmeister Manfred Freiherr v. Richthofen ist von der Verfolgung eines Gegners nicht zurückgekehrt. Er ist gefallen. Die Armee hat einen rastlosen und verehrten Helfer, die Jagdflieger haben ihren fortreißenden und geliebten Führer verloren. Er bleibt ein Held des deutschen Volkes, für das er kämpfte und für das er starb. Sein Tod ist eine tiefe Wunde für sein Geschwader und für die gesamten Luftstreitkräfte. Der Wille, durch den er siegte, mit dem er führte und den er vererbte, wird die Wunde heilen !“

Durch später bekannt gewordene Erkenntnisse über die Art der Verletzung und die Ballistik der tödlichen Kugel ist als gesichert anzunehmen, dass die Todeskugel von einem der MG-Schützen am Boden kurz vor der Notlandung abgefeuert wurde und nicht von einem Piloten in einem Luftkampf. Manfred von Richthofen blieb folglich in der Luft unbesiegt !


Nach Richthofens Tod führte Wilhelm Reinhard das Geschwader bis zum Juli. Nachdem dieser bei einem Absturz ums Leben gekommen war, wurde auf Befehl des Kommandierenden Generals der Luftstreitkräfte (Befehl Nr. 178654) Hermann Göring mit der Führung des Geschwaders betraut.

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Manfred von Richthofen erhielt den Orden „Pour le Mérite“ am 12.01.1917.