ZAHLEN des PYTHAGORAS

"Entwicklung ist das Gesetz des Lebens.
Zahl ist das Gesetz des Universums.
Einheit ist das Gesetz Gottes."

 

 

Honoré de Balzac (1799-1850), der französische Schriftsteller, sagte im Verlauf eines Gesprächs über die Zahlen: »Ohne sie würde das ganze Gebäude unserer Zivilisation in Stücke zerfallen.« Zahlen beeinflussen unser tägliches Leben auf vielfältigste Weise, und eine der ältesten geheimen Wissenschaften ist die Numerologie. Es lässt sich nicht ganz genau bestimmen, wann sich die Lehre von den Zahlen zu einer Methode entwickelte, mit der man die Zukunft vorhersagte. Die Menschen des Altertums, die Ägypter, Babylonier, Griechen (Römer), Hindus und Hyperboräer bzw. Gallo-Germanen entwickelten ihre eigenen numerologischen Systeme, und bis heute wurde die Numerologie ständig erweitert und durch die Experten verschiedener Kulturen ergänzt, die ihre jeweiligen Erkenntnislehren beigetragen haben.

Die ODING'sche, wie auch die kabbalistische Gematrie, sind als eine magisch-philosophische Kunst zu verstehen, die mit Hilfe der 24 germanischen bzw. 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets und der zugehörigen Zahlenwerte den verborgenen Sinn in den Schriften zu entschlüsseln versucht, oder auch Charakter und Schicksal eines Menschen durch Analyse seines Namens zu entdecken hofft. Ich habe als eher kritischer Geist über die Numerologie nachsichtig gelächelt, bis ich einen Mann von enormen Wissen kennen lernten durfte - es war mein späterer verehrter Freund und Lehrmeister Dr. Kurt Kibbert (1920-1993) - der davon ganz durchdrungen war. Er wie ich sind an einem 13. Monatstag zur Welt gekommen. Mein Freund war Mathematiker und als Althistoriker an der Fankfurter Universität beschäftigt, hielt aber auch Vorträge über Philosophie und über die Bedeutung der Zahl 13 in runischen Schriftzügen, im Sinne des großen Runologen Prof. Dr. Heinz Klingenberg. Unsere Freundschaft währte exakt 13 Jahre, dann verlor ich meinen für mich unersätzlichen Mentor durch seinen Tod. Der Schlüssel der Gematrie, also die Deutung der Zahlen nach den ihnen zugeschriebenen Eigenschaften, stammt von den Pythagoreern, also den Anhängern des großen hellenischen Zahlenmeisters Pythagoras (ca. 582-500 v.0). Seine Zahlenlehren gründeten sich aus dem abend- und morgenländischem Wissensfundus, sowie seinen eigenen Erkenntnisfrüchten.

Numerologen glauben, dass wir nicht zufällig an einem bestimmten Datum, zu einer bestimmten Stunde und Minute geboren werden, sondern, um im Laufe unseres Lebens wichtige Lektionen zu lernen und bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Die Bedingungen und Schwingungen zur genauen Zeit unserer Geburt müssen vorteilhaft sein, wenn uns die Erfüllung unserer Mission im Leben gelingen soll. Manche glauben auch, dass die Seelenwanderung und die Möglichkeit der Reinkarnation eine wichtige Rolle in ihrer Lebensphilosophie spielt. Numerologie ist auch eine Methode der Charakteranalyse, die es mit den Zahlenwerten der Namen und den Geburtsdaten versucht, die uralte Frage »Was bin ich ?« zu lösen. Die Beschäftigung mit der Numerologie ermöglicht es - wie Numerologen meinen - uns selbst objektiv und unvoreingenommen zu beurteilen und unsere angeborenen Begabungen und Fähigkeiten zu entdecken.

Die numerologische Analyse lässt uns nicht nur unsere Grenzen erkennen, sondern sie zeigt uns auch, wozu wir am meisten talentiert sind und wie wir unsere Bestimmung erfüllen können. Wir können in die Zukunft unserer »Lebenszyklen« schauen und versuchen, Informationen über das zu erlangen, was uns bevorstehen könnte. All dies und noch mehr scheint die Numerologie zu ermöglichen. Wenn wir erst einmal unsere persönlichen Zahlen erforscht haben, können wir sie (dieser Lehre folgend) - mit Geduld und Verständnis - als Schlüssel gebrauchen, die uns das Rätsel unseres Daseins erschließen.

Zur Numerologie gehört der pythagoreische Glaube, dass »alle Dinge in Zahlenwerten ausdrückbar sind, weil alle Dinge letztlich auf Zahlen zurückzuführen sind«. Numerologen arbeiten gewöhnlich mit den Zahlen Eins bis Neun, und den Meisterzahlen Elf und Einundzwanzig - ihre Bedeutung; zusammengenommen, umfasst alles Erleben, was das Leben bieten kann. Symbolisch stellen die Zahlen jene Stadien dar, die eine Idee zuerst zu durchwachsen hat, bevor sie Realität wird. Das Verständnis und die praktische Anwendung der Bedeutung dieser Zahlen wird zu einem tieferen Verstehen des eigenen Lebens führen. Es ist nicht nötig, Fähigkeiten der außersinnlichen Wahrnehmung oder des Hellsehens zu besitzen, um die Numerologie anzuwenden - einfaches Rechnen genügt.

Wir verdanken viel von unserem spirituellen und wissenschaftlichen Verständnis der Zahlen dem genannten Mathematiker Pythagoras. Uns allen ist dieser große Hellene durch den Satz bekannt, der besagt, dass das Quadrat über der Hypotenuse eines Rechtwinkligen Dreiecks gleich der Summe der Quadrate über den beiden anderen Seiten ist. Pythagoras war jedoch in erster Linie ein Mystiker und Philosoph. Er war der Überzeugung, »alle Dinge sind Zahlen«, und Zahlen repräsentierten spirituelle Wesen, deren Gegenwart . man in allem Seienden fühlen kann. Er entdeckte bzw. propagierte die mystische Bedeutung von Zahlen, indem er darlegte, daß die Zahlen von 1 bis 9, makrokosmisch gesehen, für universale Prinzipien stehen.

Auf der persönlichen Ebene, mikrokosmisch gesehen, stehen sie für Charaktereigenschaften, Fähigkeiten und Ereignisse. Er sah in Zahlenstrukturen und geometrischen Verhältnissen die Erklärung aller natürlichen Phänomene, musikalischer Harmonien und Tonqualitäten. Er wusste, dass Sterne und Planeten schwingende Körper sind und Töne erzeugen, die als »Sphärenmusik« bekannt sind.

Pythagoras wurde auf der griechischen Insel Samos in der Ägäis geboren. Als junger Mann verließ er seine Heimat und reiste nach Ägypten, wo er in verschiedene mathematische Lehren eingeweiht wurde. Es ist überliefert, dass er ein Schüler des Zoroasters, des persischen heiligen Großmeister gewesen sei und bei den Chaldäern die Kabbala studiert habe. Die Wissenschaft der Zahlen, die er später lehrte, basierte auf kabbalistischen Prinzipien. Pythagoras ließ sich schließlich in Crotona in Süditalien nieder und gründete dort eine Mysterienschule. Bevor seine Schüler in die pythagoreischen Mysterien eindringen konnten, mussten sie die vier Wissenschaften der Mathematik, Musik, Astronomie und Geometrie beherrschen.

Plato (ca. 428-348 v.0) war ein Nachfolger des Pythagoras. Ihm verdanken wir die Überlieferung eines Großteils des Wissens der pythagoreischen Schule. Dieser lehrte: »Die Evolution ist das Gesetz des Lebens, die Zahl ist das Gesetz des Universums, und die Einheit ist das Gesetz Gottes«. Er glaubte, dass alle Dinge im Universum vorhersehbaren progressiven Kreisläufen unterliegen. Sein Mittel, diese Zyklen messbar zu machen, waren die Zahlen von 1 bis 9. Er lehrte ebenfalls, dass Zahlen auch noch eine Bedeutung außerhalb des von ihnen benannten Zahlenwertes haben. Zahlen sind etwas anderes als Ziffern. Zahlen repräsentieren Qualitäten; Ziffern repräsentieren Quantitäten. Zahlen wirken auf der spirituellen Ebene, Ziffern bemessen Dinge auf der materiellen Ebene.

Ein klares Verständnis der Grundzahlen von 1 bis 9 ist unerlässlich beim Studium der Numerologie, weil sich letztlich alle Zahlen über 9 auf eine dieser einstelligen Zahlen reduzieren lassen. Mit Hilfe eines umfassenden Verständnisses der Bedeutung dieser Zahlen kann man möglicherweise Einsicht in die geordnete Entwicklung aller Lebensprozesse gewinnen.

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