Sorgenfalten

INDOGERMANEN

 

 
INDOGERMANEN-HERKUNFT

 

Über die Frage der Herkunft unserer großen indogermanischen Völkerfamilie wird noch immer kontrovers diskutiert, doch eigentlich müsste bei etwas gutem Willen - wenn nicht ideologische Verblendungen dies verhinderten - eine wissenschaftliche Einigung möglich sein. Dazu empfehlen sich besonders die Forschungen und Darlegungen von Carl-Heinz Boettcher mit seinem Werk „Der Ursprung Europas“. Vier von fünf Europäern stammen nachweislich noch von den Jägern und Sammlern ab, die bereits vor 40.000 Jahren hier lebten. Forscher der Johannes Gutenberg-Universitäten Mainz und Cambridge, wie Prof. Dr. Joachim Burger vom Institut für Anthropologie kamen i. J. 2005 zu dem Ergebnis, dass die heutigen Europäer mit den autochthonen Sammler- und Jägergruppen genetisch übereinstimmen, die vor über 40.000 Jahren in unserem Kontinent lebten. Demzufolge fand weder eine bedeutende neolithische Einwanderung von Ackerbauern aus dem Südosten statt, noch eine genetisch beweisbare sogenannte „Indogermanische Einwanderung“. „In der weltweiten Datenbank mit 35.000 modernen DNA-Linien weisen weniger als 50 Europäer heutzutage diesen alten Bauern-DNA-Typ auf“, erläutert der Genetiker Dr. Peter Forster von der University of Cambridge.

Um 6.000 v.0 etabliert sich und ab 4.100 v.0 verschmilzt die aus den nordischen Jägersippen erwachsen Ertebølle-Kultur von Nord- und Ostsee-Anrainern - den „Wikingern der Steinzeit“ - mit den mitteleuropäischen Bauernkulturen der Stichbandkeramiker. Dieser Entwicklungsprozess mündet in der Ackerbau und Viehzucht, also Milchwirtschaft betreibenden Trichterbecher-Kultur, welche ab 3.500 v.0 dann ihre beeindruckenden Großsteingräber errichtete.

Die Indogermanen-Werdung stand im innigen Zusammenhang mit dem Aufkommen der Streitaxt-Leute bzw. der Schnurkeramiker, aus dem vom Brandenburgischen bis zum Baltikum reichenden Großraum, die eine neue Lebensauffassung und Religion einbrachten. Fast gleichzeitig stießen, ausgehend von der Iberischen Halbinsel, die Glockenbecher-Bogenschützen nach Innereuropa hinein. In Folge dieser Völker- und Ideenbewegungen -, den kämpferischen, nordischen Seejägern, den sesshaft-beständigen zentraleuropäischen Bauern-Gemeinschaften, den dann die Küsten besiedelnden Großsteingräber-Leuten, den beweglichen, streitaxtbewehrten Rinderzüchtern sowie den Einmischungen von aggressiven, südlichen Bogenkämpfern, erwuchs das Trichterbecher-Großreich, aus dessen ungeheurer Kraftentfaltung die Wanderbewegungen bis nach Südrussland, Griechenland, Vorderasien, Persisches Hochland und Indien gelangten.

Seit 1816, als der Mainzer Franz Bopp sein Lebenswerk veröffentlichte und somit die vergleichende Sprachwissenschaft begründete, darf als sicher gelten, dass die indogermanischen Völker eine gemeinsame Ursprache besaßen. Der Begriff „Indogermanisch“ wurde 1823 von H. J. Klaproth für die von Bopp erkannte Sprachfamilie eingeführt; sie umfasst als Klammerbegriff die arischen Inder im äußersten Osten und die isländischen Germanen im äußersten Westen. Bezogen auf das Wort „Hundert“ wurden die indogerm. Sprachen in etwas unterschiedliche westliche Kentum- u. östliche Satem-Sprachen geordnet. Weltweite Untersuchungen in den 1970er und 1980er Jahren haben ergeben, dass sprachliche und genetische Merkmale der indogermanischen Menschen weitgehend übereinstimmen. Es darf als sicher gelten, dass die Indogermanen überwiegend der nordischen Rasseprägung angehören und deshalb allein ein nord-mittel-europäischer Ursprung des sprach-bestimmenden Kernvolkes in Betracht kommt.

Der neuerdings oft verwendete Begriff anstatt indogermanisch „indoeuroäpisch“ zu gebrauchen, ist als unrichtig abzulehnen, denn in Europa existieren etliche nichtindogermanische Völker.

 

-o-o-o-o-o-o-o-

 

WOHER WIR KOMMEN

 

Die Positionen des Eisrandes während der letzten sog. „Weichsel-Eiszeit“ zeigt die rote Linie auf der Karte. -- Der west-holsteinische Raum, die Deutsche Bucht und die Doggerbankregion waren eisfreie Jagdgebiete.

Hier muss sich die Blauaugen-Mutation entwickelt haben !

Diese Kältephase ist seit ca. 11.700 Jahren abgeschlossen. Die am Eisrand lebenden Menschen werden der sog. Ahrensburger-Kultur (ca. 10.760 bis ca. 9.650 v.0) zugeordnet.

Ihr Lebensraum war das Flachland des nördlichen Mitteleuropa, das damals von einer mit Baumgruppen durchsetzten endeiszeitlichen Tundra bedeckt war. Große Räume der heutigen Nordsee (Doggerbank) waren festes Land auf dem das nordeuropäische Wildpferd gejagt wurde.

Ab 9.650 v.0 erwärmte sich das Klima schnell. Es entwickelte sich die Maglemose-Kultur (ca. 8000 bis 6000 v.0), die älteste mesolithische Kultur des nordeuropäischen Tieflandes.

Die folgende sog. Kongemose-Kultur (ca. 6.000 bis 5.200 v.0) gilt als eine mesolithische Wildbeuter- bzw. Küstenseejägerkultur.

Daraus erwuchs die sog. Ertebølle-Kultur (ca. 5100 und 4100 v. 0) in Norddeutschland und Dänemark.

Es folgte die sog. Trichterbecherkultur (ca. 4.200 bis 2.800 v.0) im nördlichen Mitteleuropa. In ihrer Region entstand nicht, wie vielfach falsch dargestellt wird, die erste bäuerlich geprägte Kultur, aber die Bodenbearbeitung geschah jetzt im breiten Umfang.

Hier und jetzt entwickelte sich die indogermanische Sprache, von der die diversen noch heutigen europäischen Sprachen abstammen, ausgenommen das Baskische, Finnische, Estnische, Ungarische.

 

-o-o-o-o-o-o-

 

BLAUE AUGEN

 

Ursprünglich besaßen alle Wesen unserer Erde, Tiere wie Menschen, eine braue bis schwarze Augenfarbe. „Unsere [urmenschlichen] Vorfahren hatten ursprünglich alle braune Augen“, erklärt Hans Eiberg von der Universität Kopenhagen, der darüber unlängst im Fachmagazin „Human Genetics“ berichtete.

Die stammesgeschichtliche Entstehung der Blauaugen liegt ersichtlich auf der Hand, denn sie kann allein in einer nördlichen Urheimat entstanden sein, in der aufgrund mangelnder Sonneneinstrahlung jener Entfärbungsprozess einsetzte, der zwangsläufig zum blauen Auge führen musste.

Die Genetiker vermuten eine Entstehungszeit vor 10.000 bis 6.000 Jahren. Das war um das Ende der letzten großen Eiszeit. Damals lebten die harten Seejägersippen der „Hamburger-“ und „Ahrensburger-Kultur“ am Südrande der skandinavischen Vergletscherung, in einem Klima der Kälte, der Nebel und der Lichtarmut kurzer Sommer. Die Folge davon war, dass sich die Haut dieser Menschen immer mehr aufhellte, weil allein die ungebräunte Haut dem Eindringen kurzwelliger UV-Lichtanteile keinen abschirmenden Filter entgegensetzt. UV-Licht aber benötigt der menschliche Organismus zur Produktion von Ergosterin (Provitamin) und seiner photochemischen Umwandlung zu Vitamin D2, welches zur Erhaltung des Immunsystems sowie der Zahn- und Knochenfestigung unverzichtbar ist.

Der die Abdunkelung bewirkende Farbstoff, das Melanin, wurde mehr und mehr zurückgenommen, was sich als Haut- und Haaraufhellung und Blauaugenbildung bemerkbar machte. Hans Eiberg fand die besondere Veränderung im Erbgut der Blauäugigen, indem er eine dänische Großfamilie untersuchte, in der seit drei Generationen ausschließlich blaue Augen vorkommen; dabei fand er bei allen Familienmitgliedern und auch bei Hunderten anderer Dänen exakt dieselbe Mutation. Eibergs Auffassung ist es, dass die Blauäuger sämtlich von einem einzigen Urahn abstammen, was ich für unwahrscheinlich erachte.

Eine sich genetisch fixierenden Mutation der Blauäuger entstand, die im Norden Europas bis heute deutlich nachweisbar blieb; die meisten von ihnen gibt es im nördlichen Ostseeraum, mit bis zu 90 Prozent der Bevölkerungen. Die Gen-Mutation der Menschen mit blauen Augen hat das Gen OCA2 verändert, das an der Produktion von Melanin beteiligt ist, erläutert Eiberg. Es gelangte weniger Melanin in die Iris; „Braune Augen werden sozusagen zu blauen Augen verdünnt.“ Über die großen Wanderbewegungen der Nordvölker in die klimatisch anziehenden Regionen des Südens, gelangten die Blauäuger in ferne und fernste Länder von ihrer einstigen Nordheimat. Eine so weit verbreitete, wie die Blaue-Augen-Mutation, sei nur möglich, wenn Blauaugenträger in der Evolution einen Vorteil haben, erklärt Thomas Meitinger, Leiter der Humangenetik an der Technischen Universität München. Der widerstandsfähigere Nordmensch, der aus einer ungleich härteren Eiszeit-Selektion hervorging, musste den Menschen der südlich-mediteranen Kulturen überlegen sein, er unterwarf sie vielerorts - wie Italiker, Griechen, Kelten, Germanen - und führte seine blonden blauäugigen Götter mit; z.B. den blonden Apoll und die blauäugige Athene.

 

Pin It