Sorgenfalten

II. WIE WAR DAS EIGENTLICH ?

 
WIE WAR DAS EIGENTLICH -
 
als wir unsere eigene Religion verloren und zu Christen gemacht wurden ?
 
 

Fanatiker, gedungene Abenteurer und Totschläger ließen die (un)Verantwortlichen, unter hemmungslosesten Schandtaten, die neue Christenreligion einführen. -- Über die „Bekehrung Islands“ erfahren wir aus der „Saga vom weisen Njal“, 8. Stück, dies: „In Norwegen gab‘s Thronwechsel: mit Jan Hakon war‘s zu Ende und an seine Stelle kam Olaf Tryggwissohn (995-1000) ... zugleich erfuhr man, dass es einen Glaubenswechsel in Norwegen gegeben hatte."

 
„Diesen selben Herbst landete ein Schiff im Ostland im Bärinnenfjord ... Der Schiffsherr hieß Thangbrand; er war ein Sohn des Grafen Wilbalder aus Sachsenland. Thangbrand war hier herausgeschickt von Olaf Tryggwissohn, den Glauben zu verkünden. Ihn begleitete ein Isländer namens Gudleif.... Gudleif war berühmt für seine Totschläge, handfest wie wenige und tatkräftig in allem.“
 
Gudleif war also dem fränkisch-sächsischen Überredungskünstler als das beigegeben, was man heute auch Bodyguard nennt.
 
„Eines Morgens im Herbst war es, dass Thangbrand in der Frühe draußen war, ein Zelt aufspannen ließ und im Zelte die Messe sang und eifrig dabei war, denn es war ein hoher Festtag. Hall [ein Bauer in Waschach im Schwanenfjord] sagte zu Thangbrand: ,Wem zu Ehren feierst du diesen Tag ?’ – ,Dem Engel Michael’, sagte er. ,Was hat dieser Engel für Eigenschaften ?’ fragte Hall. ,Viele gute’, sagte Thangbrand, ,er wird alles abwägen, was du Gutes tust, und er ist so barmherzig, dass er all das schwererwägen lässt, was ihm wohlgefällt.’ Hall sagte: ,Ihn möcht‘ ich zum Freunde haben !’- ,Das wird dir freistehn’, sagte Thangbrand, ,so weihe dich heute ihm und Gott.’ - ,Da möcht‘ ich das ausbedingen’, sagte Hall, ,dass du in seinem Namen versprichst, dass er dann mein Schutzengel sei.’ - ,Das will ich versprechen“, sagte Thangbrand.’ Da nahm Hall die Taufe und mit ihm sein ganzes Hausvolk.
 
Aber energische Bewahrer der heimatlichen Asenreligion, denen ihr Glauben wirklich am Herzen lag, wurden der Einfachheit halber einfach umgebracht:
 
Gudleif jagte den Hedin, der ein großes Opfer gegen Thorbrand und seinen Anhang verrichtet hatte, und „schoss den Speer nach ihm und durch ihn hindurch“. „Am meisten sprach“ gegen den neuen Glauben „der Dichter Wetrlidi und sein Sohn An, und deshalb erschlugen sie den Wetrlidi. „Die Auseinandersetzung mit den Vertretern der alten Religion im isländischen Südland führten die beiden folgendermaßen: „Thangbrand schoss seinen Speer durch Thorwald, aber Gudleif hieb ihm in die Schulter und den Arm ab, und das wurde sein Tod.“ Die Begegnung mit dem Berserker Otrygg verlief ähnlich: „Da stach ihm Thangbrand das Schwert in die Brust, aber Gudleif hieb nach seinem Arm, so dass er ihn abtrennte.“ Nach sehr magerem Missionserfolg „fuhr Thangbrand außer Landes und Gudleif mit ihm“.
 
Nach Norwegen zurückgekehrt, erzählte Thangbrand dem König Olaf, „was ihm die Isländer Böses antaten“. „Da wurde König Olaf so zornig, dass er alle Isländer dort greifen ließ und in den Kerker setzte, und er dachte, sie hinzurichten.“ Eine neue Abordnung wurde nach Island geschickt, welche massiven politischen Druck auf das von Norwegen abhängige Eiland ausübte. Es kam soweit, dass sich Christen und Asengläubige mit der Waffe in der Hand am Gesetzesfelsen gegenüberstanden. Der Gesetzessprecher der christlichen Partei gab in dieser Situation dem Goden Thorgeier 3 Mark Silbers, damit er das neue Christengesetz dem Volk vortrage. Es war aber wohl weniger das christliche Bestechungsgeld als vielmehr die verzweifelte innen- und außenpolitische Situation des nunmehr in zwei Religionsfraktionen zerteilten Landes, die ihn bewog, dem Volk zuerst den Eidschwur abzuverlangen, welches Gesetz er auch verkünde, ohne Widerspruch anzunehmen. Die Christen schworen in Zuversicht, denn sie dachten sich den Mann als von ihrer Partei gekauft. Die Heiden schworen ohne Argwohn, denn sie glaubten, Thorgeier würde als Heide kein dem Asenglauben zuwider gehendes Gesetz verkünden.

 

Thorgeier aber verkündete für ganz Island das neue Christengesetz. „Die Heiden kamen sich sehr hintergangen vor, aber doch wurde da der Glaube zum Gesetz erhoben, und alle Leute hierzulande zu Christen gemacht.“

 
Übertölpelung, Mord, politischer Druck und Intrige standen also Pate bei der Verchristlichung Islands ! Wie blutige Wölfe unter Schafskappen, so waren diese sogenannten Missionare mit ihrer christlichen „Friedensbotschaft vom Bibel-Gott“ !
Pin It