Sorgenfalten

E. LANDMANN-LARIFARI

Abb. 1

E. Landmann beim albernen Buchstabenlesen einer Maya-Hieroglyphe

 

 

E. LANDMANN-LARIFARI

 

Erhard Landmann (geb. 1937) ist ein fantastischer Sprachforscher, Freund der Däniken-Theorien, Autor des Buches „Weltbilderschütterung“, 1993, in dem er ausführt, dass Außerirdische die Erde besucht, die Menschen gezüchtet und eine Sprache „Elidiutische“ hinterlassen hätten, welche sich im Althochdeutschen am besten erhalten habe. Sämtliche Weltsprachen würden somit vom Althochdeutschen abstammen. Die jüdische Bibel sei eigentlich eine Art Geschichtsbuch der Deutschen und ursprünglich auf Deutsch geschrieben worden. Schon Richard Fester (1910-1982) hatte in seinem Buch „Sprache der Eiszeit“, 1962, die Behauptung aufgestellt, dass alle Sprachen der Welt einen einmaligen gemeinsamen Ursprung besäßen. Er versuchte einen Urwortschatz rekonstruieren zu können, doch war er in Fragen der Vorgeschichte, der Sprachwissenschaft nicht studiert, und seine zufälligen Wortgleichungen hatten keinerlei Beweiskraft. In ähnlicher Weise versuchte sich der Jurist und Sprachwissenschaftler Arnold Wadler mit seinem Buch „Der Turm von Babel - die Urgemeinschaft der Sprachen“, 1935. Auch J. P. Cohane, in „The Key“, 1969, legte den Rekonstruktionsversuch einer Ursprache von 6 Urwörtern vor. Bereits in den 20er Jahren des 20. Jhs. erschien in Deutschland das Büchlein eines Hebräers mit dem er beweisen wollte, dass Deutsch eine semitische Sprache sei. Alle diese Versuche beachten die wissenschaftlichen Sprachgesetze nicht und gehen ohne Rücksicht auf die diversen Lautverschiebungen von Wortklängen aus, deren Urformen absolut unbekannt blieben. Bei der genetischen Unterschiedlichkeit der Rassen, ihrer Lebensräume und klimatischen Bedingungen von einem einzigen Urvolk und einer einzigen Ursprache auszugehen ist unklug. Franz Bopp (1791-1867) war der deutsche Sprachwissenschaftler welcher zurecht als Begründer der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft gilt. Er erkannte die Indogermanische Sprachfamilie; eine Erkenntnis, welche eine Verwandtschaft von beispielsweise Deutsch mit Aztekisch, der Maya- und Maorisprache ausschließt. Eberhard Landmann behauptet, Mithilfe des Altdeutschen ließen sich alle alten Sprachen deuten. Dass das Altgriechische der Dorer und die Sprache der Hethiter mit dem Althochdeutschen verwandt sein könnte, ginge arbeitshypothetisch noch an, doch die mittelamerikanischen Sprachen der mongoliden Mayas und Azteken liegen in ihren geo-völkischen Entwicklungsgeschichten vom Indogermanischen und Germanischen bzw. Altdeutschen zu weit ab.

 

Die haltlose Botschaft vom Altdeutschen als Ur-Weltspache hat in manchen Kreisen willige bis begeisterte Aufnahme gefunden. Laien und Ignoranten lassen sich bekanntlich rasch für gerade die verrücktesten Ideen deshalb gewinnen, weil sie ihnen die Möglichkeit vorgaukeln, ohne die arbeits- und zeitaufwendigen ernsthaften Studien in den Besitz einer sensationell wirkenden Information gelangen zu können, mit deren Hilfe sie bei weiteren Laien Eindruck schinden könnten. So wirken auch blanke Unsinnigkeiten im Schneeballsystem. Ähnlich verhielt es sich zu Beginn des 20. Jhs. mit Guido List, dem fantasiereichen Schöpfer der 18er Runenreihung, die bis heute von Runen-Laien angeschwärmt wird. Spinner wird es immer geben, dagegen ist nicht viel einzuwenden. Aber lassen wir die Spinner den Spinnern ! Ernsthafte Menschen prüfen, wägen und sondern die Spreu vom Weizen. Dass auch Eberhard Landmann im Grundansatz kein ernstzunehmender Forscher ist und sein will, ist durch wenige Überprüfungen seiner Postulate festzustellen: Er manipuliert, er geht auf Bauernfängerei aus. Ein Beispiel für Landmanns Übersetzungskünste sei gegeben: Die ersten drei Zeilen des 1. Merseburger Zauberspruches lauten: „Eiris sâzun idisi, sâzun hêra duoder“. Das heißt ins Hochdeutsche übertragen: „Einst saßen Idisen, setzten sich hierher und dorthin.“ Aber E. Landmann bezeichnet das als puren Unsinn, die richtige Übersetzung müsste lauten: „Das Ei [Raumschiff] stieg auf, sie setzten nach [der Galaxie] Id(i), er tut den Strahl bis [zur Galaxie Od] setzen.“

 

Es handelt sich bei ihm oft um ähnliche Torheiten wie sie schon von dem Ariosophen Rudolf John Gorsleben (eigentlich R. John) in seinem Buch „Hoch-Zeit der Menschheit“, 1930, vorgestellt wurden, der Begriffe wie Krishna und Christus und Kristall  zusammenbrachte, welche zwar groblautlichen Gleichklang, aber ansonsten nicht das Geringste mit einander zu tun haben. Wenn man liest, wie leichtfertig Landmann Begriffe von angeblich gleichem Urstamm definiert, wie z.B. „Texas“ = „te sas“ = „die Sachsen“, drängt sich die Frage auf, ob auch er seinen Spaß daran haben könnte, sein Publikum als Eulenspiegel zu unterhalten ? Und was Landmanns dubiose Übersetzungsmethoden anbelangt, wobei er aus ägyptischen und den May-Hieroglyphen moderne Druckbuchstaben des Bold-Typus herauszulesen versucht, um diese Worte aus seinen gewagten althochdeutschen Formungen zu deuten, das ist derart irre, dass einem selbst das Kopfschütteln im Halse stecken bleiben möchte. Hinzu kommt 1.) dass das Althochdeutsche nur eine Form ist unter einem ca. Dutzend germanischer Lautgruppen (z.B. Gotisch, Langobardisch), die uns aber fast alle nicht mehr in ihren Ursprungslautungen einer ausreichenden Sprachschatz-Überlieferung zur Verfügung stehen. - 2.) E. Landmann manipuliert die Hieroglyphenstrukturen aus denen er „deutsche“ Buchstraben herauszulesen sich abmüht. Ich verglich Stichproben seiner Bildangaben mit einigen Originalbildern ägyptischer Heilszeichen und den Meißelungen von Maya-Inschriften und kam zum genanntem Schluss. Wir sollten uns aber zusätzlich vor Augen halten, dass diese Lateinschriften aus karolingischen Minuskeln hervorgegangen sind, also nicht älter sein können als das karolingische Mittelalter. Wenn die Thesen Landmanns nur annähernd stimmen sollten, dann müsste er die Deutungsversuche nicht mit einer für die Deutschen fremden Schrift, sondern mit den altdeutschen Runen beginnen. Das wäre jedoch aus anderen Gründen nicht weniger unsinnig als seine bisherigen Vorgehensweisen. Landmann vermittelt eine völlig falsche Vorstellung vom Althochdeutschen, dem er die Ehrung einer Welt-Ursprache zuweist. Vor dem erst im Mittelalter entstandenen Althochdeutschen sprachen die Deutschen ihre diversen germanischen Dialekte, die zwar alle sehr nahe verwandt, aber ganz und gar noch keine Frühformen des Althochdeutschen waren. Dieses ist eine Entwicklung aus dem süddeutschen Raum, ohne dass es das Niederdeutsche und Altnordische in irgendeiner Weise hätte integrieren können.  

 

DAS OD / OT

 

Abb. 2

 

In welcher gewaltsam-willkürlichen Art und Weise E. Landmann und seine Anhänger bei ihren „Wortdeutungen“ aus alten Heilszeichen der Völker vorgehen, verdeutlicht sehr gut das Beispiel von Sven Möbius (Abb. 2). Die ägyptische Hieroglyphe Anch, hervorgegangen aus einem Bildkürzel der Sandalenschlinge (?), gerät - je nach Positionierung - zur Buchstabenfolge der Lautung IKO oder OT. Die Silben „i-ko-ot“ sollen „ewig-kommen-ot“ heißen und „Od“ bzw. „Kleinod / Gut“. In dieses Anch-Schlingen-Zeichen war ursprünglich weder jemals ein O noch ein T  hineingedacht worden, wie es die „Landmänner“ uns vorgaukeln wollen. Das Anch-Symbol oder Anch-Kreuz, Henkelkreuz, Lebensschleife, Nilschlüssel, Koptenkreuz ist ein altägyptisches Symbol für das gesunde Diesseitige Leben sowie für das Ewige Leben, das Weiterleben nach dem Körpertode im Jenseits. Kurioserweise steht das Ach-Zeichen zwar tatsächlich mit unserem germanischen Begriff od / ot in engem symbolgeschichtlichen Zusammenhang, aber aus völlig anderen Gründen als die naiven „Landmänner“ glauben. Mit neudeutschen Buchstaben ist das Anch-Zeichen nicht zu ergründen, das steht fest. Die Ägypter gebrauchten weder eine germanische Sprache noch Althochdeutsch. Aber ihre ältesten Anch-Hieroglyphen waren noch deutlich als Schlinge geformt durch die unterhalb des Schlingenauges ein Querbalken verläuft (Abb. 3). Bei diesem „Querbalken“ könnte es sich um eine Schlaufe handeln die die Anch-Schlinge zusammenhält.


Abb. 2

 

Zu derlei Einsichten - wie ich sie oben zum Altdeutschen darlegte - gelangt E. Landmann mittlerweile selbst. In neuern Auslassungen klingt das nun so: „Wenn ich zu Beginn meiner Forschungen und Veröffentlichungen vor rund dreißig Jahren von Alt-deutsch sprach und das Wort noch gelegentlich verwende, dann nur, wie die offizielle Wissenschaft dies tut und vor allem, weil ich damals noch nicht wußte, daß die Ahnen unserer Menschheit aus dem Weltall, aus der Galaxie Ot, Od kamen und von dort die theodische Sprache, die Sprache der Galaxie Od, Ot, mitbrachten, von der das Altdeutsche und seine Dialekte nur eine Variante ist.“ Alte Verstiegenheiten ersetzt er also durch neue ebenso unbeweisbare Thesen.

 

Auch die indogermanischen Hethiter kannten ein Schlingenzeichen, bei dem sich unterhalb des „Querbalkens“ die Schlingenenden weit auseinander spreizen; es ist ihr Zeichen für jenseitige Seelenwesen. Es gab also eine Kulturgrenzen überschreitende Gemeinsamkeit der Anschauungen bezüglich des Schlingen-Symbols. Ich konnte in einigen Aufsätzen darauf hinweisen und den Bildnachweis führen, dass auch im Germanischen mit der Schlingen-Rune ) ein Seelenbegriff einherging. Zusätzlich erkannte ich, dass im gemeingermanischen ODING-Buchstabensystem der erste Vokal eben dieses Schlingenzeichen ist und der unmittelbar folgende erste Konsonant des Systems das „d“ ist, welche beide als Begriff zusammengezogen das germanische Wort für das höchste Gut bedeuten muss, nämlich für die Seele = „Od“ -, und sich als die erste Urstammsilbe der Ur-Runen-Reihung bzw. Sprachsystematik präsentiert.

 

Wie kommt E. Landmann auf eine Galaxi namens Od ? Von den Runen, über die er sich nicht kundig machte, kann er die Od-Bedeutung nicht wissen und von germanischen Götter-Metaphern hat er auch keine Ahnung. Er führt im gleichen Aufsatz Folgendes aus: „Wie es der Zufall so will: als ich diesen Artikel vorbereitete, rief mich ein Arzt an, der eine sprachwissenschaftliche Frage zum Thema Merseburger Zaubersprüche hatte und zum angeblichen Germanengott Wotan. Der Herr konnte nicht wissen, daß es für mich keine Germanen gab und so auch keinen Germanengott Wotan. Man muß einfach richtig und Zwischenraum übergreifend lesen „----eW Ot An“ = der „ewige Ahn von Ot“, das gleiche Ot übrigens…“ Der germanische Gottesbegriff Wodan-Wodin-Odin besitzt als Zentralsilbe natürlich das Od, ist er doch der Od-Bringer, der Od-Hauch-Gott, aus dem alles Od-Heil - und das ODING als Verkündungswerk des Od - kommt. Ein Odingist benötigte keine Verstiegenheiten von einer Galaxie „Od“, um sich das altheilige Wort Od zu erklären, unsere Runen-Sprache selbst klärt uns darüber auf, aus dem Mund des Runenschöpfers. Das ist der Unterschied zwischen der wissenschaftliche ODING-Lehre und dem Landmann-Larifari !

 

Abb. 3 4   

Abb. 3 - Die Darstellung zeigt Bes der als Schutzgottheit galt, die ab der 12. Dynastie im Alten Ägypten (etwa 2137 bis 1781 v. 0) verehrt wurde. Bes stützt sich auf das Schlingen-Zeichen der Schutz- und Lebens-Hieroglyphe (Col. de Tout-Ank-Amon)

Abb. 4 - Sasanidische Goldmünze (241-272 n. 0) Sie zeigt links oben das verkürzte zoroastrische Faravahar-Symbol, das als eine Art Schlingenzeichen dargestellt werden konnte: ein Kreischen mit beidseitig kleinen Nocken und schlingenartigen Beinen. So auch auf hethitischen Siegeln „Sogen. Ziti-Siegel“ / Siegel des „Tabarna von Hatti“ von um 14. Jh. v.0, Zeit des Großkönigs Arnuwanda II. (J. Friedrich, „Entzifferung verschollener Schriften u. Sprachen“, S. 74, Abb. 40). Der Feueraltar auf Abb. 4 wird von zwei Assistenzfiguren flankiert. Das Faravahar-Zeichen meint im altpersischen Glauben den Geist oder die Seele, also etwas das schon vor der Geburt und auch nach dem Tod eines Menschen weiter existieren soll (Josef Bauer, „Symbolik des Parsismus“, 1973, S. 85) Aus altkretischer Religion ist das Symbol der Kultschleife mit Doppelaxt bekannt. Auch hier also hatte die Schlinge einen religiösen Stellenwert.

 

Abb. 5 a 5 b   7 

 

Abb. 5 a+b - Altkretisches Zeichen von Doppelaxt und Knoten / Kultschleife nach A. Evans, „The Palace of Minos at Knossos I”, 1921, S. 432, Abb. 310 d. Es gibt Embleme dieser Art auf Keramik bei denen die Schleifenenden weiter auseinander stehen. - Abb. 6 - Seelenvögelköpfe mit angehängtem Schlingenzeichen der O-Rune () auf Goldbrakteat von Simmonsnes, Norwegen (Detlev Ellmers, „Zur Ikonographie nord. Goldbrakteaten“, 1972)

 

Aber E. Landmann deutet hemmungslos wie in einem Rauschzustand seine Od-Spekulationen vom Gott „E Li“ aus der Galaxie „Ot, Od“ weiter:  „In vielen Sprachen hat man „deot, teot, diut“ mit dem Wort „Gott“ übersetzt., obwohl es nur „te ot, de ot, de od“ , die Galaxie „Od, Ot“ ist. So ist „Deot diota“ keineswegs „Gottes Volk“ sondern „de ot diota“, das „Volk“ aus Ot“, das „Ot-Volk“, wobei im Wort Volk, „diota“ nochmal die Silbe „ot“ steckt. (Und dies in der theodischen Sprache, die sich am besten im Alt-deutsch, in den Mayasprachen, Aztekisch, Maori und weitern sogenannten „ex-ot-ischen“ Sprachen erhalten hat.). Ebenso wie in den Wort „Leute, Menschen“, nämlich „liod, liot, lioth, liut“, weil sie vom Gott E Li aus der Galaxie Ot, Od, abstammen., was auch die Vornamen und Familiennamen „Eliot“ und „Eliott“ ausdrücken. Der Name für die Bücher der Christenbibel, das Alte und Neue Testament, lautet in theodischer Sprache „wizod, wizzod, wizssod, wizzot“ – das Wissen vom Od, Ot. (Ein wunderbarer Hinweis auf die totale, wirklich totale Falschübersetzung dieser Bücher, denn sie erzählen uns nichts über das Wissen vom Od. Statt dessen wird z.B. „Ex od us“, das (drei)eckige Fahrzeug aus Od, mit „Auszug aus Ägypten“ eines Volkes, das es so nicht gab, übersetzt. Die angeblichen Römer hießen denn auch „rumliote“ – Leute aus dem (Welt)raum und in der „Thietmar Chronicon“, der angeblichen Chronik Thietmar vom Merseburgs (in Wirklichkeit bedeutet „thiet mar“ das „große Volk“ aus der Marsburg.) schreibt man vom „Othelrici“, vom „Reich Od im Hel (Weltraum)“ und aus „Odhoaker“ – in das „hohe Od kehrt“ zurück, hat man einen Herrscher „Odhoaker“ gemacht. In manchen Religionen spricht man vom „wizzodopfer“ und „wizzodbrot“. Und warum heißen die 10 Gebote (Altdeutsch „gibota“) Gebote und nicht etwa Vorschriften, Anweisungen, Befehle, Ratschläge, Empfehlungen Gottes? Sie heißen Gebote – „Geb Ot E“ („gib ota“), weil es dasjenige ist, was der Gott E Li aus dem Ot vorgegeben hat. Das, was von denen aus der Galaxie Ot vorgegeben wurde, und nicht von einem vermeintlichen Jesus Christus, von dem gar nichts in den Büchern steht, weil die Worte „je su chris to“ falsch übersetzt werden. Genauso wie der angebliche griechische Schriftsteller Herodot – „her od ut“ – „her aus ot“ falsch übersetzt wird. Bei den Basken heißt das Wort Himmel = „iz otz“, es „ist Ot“. Und schließlich heißt das Menschengeschlecht in theodischer Sprache „liodvolc, liotfolk“ = das „Volk (des Gottes E) Li (aus dem ) Ot. Das sagt doch alles.“ - Die angeblich falsche Übersetzung des Jesus-Christos aus „je su chris to“, ist so abenteuerlich die Deutung des Namens von Herodot und wie fast alles andere. Griechisch Jesus kommt aus dem Hebräischen Jehoschua / Jeschua / Jeschu, ein Rufnamen der in irgendeiner Beziehung zu dem Judengott Jahve stand. Und griech. Christos bedeutet der Gesalbte. Abgesehen von dem angeblichen Gott „Eli“ und seiner Od-Galaxie, könnten eine Reihe altdeutscher Begriffe wie beispielsweise „Gebot“ in der Tat von germ. „Gib-Od“ entstanden sein -, ich habe selbst auf einige germanisch-altdeutsche Od-Worte hingewiesen.

 

Naivitäten von der Art, das Anch-Zeichen als Buchstabenfolge „O T“ lesen zu wollen, müssen nicht weiter beachtet werden, schon deshalb, weil kein wissender Altägypter in dem Zeichen je lineare Formen des Buchstabens „T“ gesehen haben kann. Anders verhält es sich mit dem Schlingenzeichen, welches als „O“ möglicherweise deshalb zu deuten wäre, weil Vokalzeichen für O oder Ö der ägyptischen Sprache zwar eigentlich fremd waren, man aber beim Schreiben ausländischer Namen für die Wiedergabe dieses Lautes ein Schlingenzeichen verwendete, das von den Fachleuten als Seil gedeutet wird. Die Buchstabenform des O-Lautes im Griechischen ist von einer Schlinge weit entfernt. Aber der germanische Runenschöpfer verwendete ein (Seelen-)Schlingen-Schlangen-Zeichen für seinen O-Laut. Die O-Rune in kantigen wie kursiven Formen ist in einer großen Fülle auf Bildwerken der Sakral- und Alltagskunst (z.B. germ. Gürtelschnallen- u. Amulettbilder) auf uns gekommen. Der germanische Begriff des Heiles, des Gutes, des höchsten Gutes, nämlich des Ewigen Lebens in Seelengeistform steckt im Worte Od, das nicht allein die Zentralsilbenlautung des Wortes God / Gott darstellt, sondern in einer weiteren Vielzahl von germ.-altdeutschen Wortbildungen vorkommt. Am prägnantesten aber erscheint der OD-Begriff am Beginn des einzigen in sich geschlossenen literarischen Denkmals aus gemeingermanischer Urzeit, der 24-er Ur-Runenreihe.

 

DER GEMEINSAME GOTTESBEGRIFF

 

E. Landmann stellt in seinen Texten die rhetorische Frage: „Warum heißen die Namen für Gott in allen möglichen Sprachen entweder immer nach dem höchsten Gott der alten Deutschen Teut, nämlich Teot, Deus, Teotl, Thot, Zeus, Ziu, Teo, oder sie gehen, wie wir oben sahen und noch Legionen von Beispielen bringen könnten, auf das ahd. Wort kot, koto, zurück, wie das ungarische Wort für Schöpfer, alkoto, der allkot oder der altkot, …“ Zuerst einmal: Die Worte Teut und Theos sollte man nicht unerklärt nebeneinander stellen, sie klingen zwar verwandt, doch kommen sie aus unterschiedlichen Begriffsstämmen. Teut kommt von indogerm. teuta = das Volk (also Volksgott) und Theos = von indogerm. di/ti/zi, Dyaus (Pita) = Licht (-Vater). Das ungarische Wort für Gott lautet Isten, bei den von E. Landmann aufgeführten Begriffen handelt es sich um Lehnworte aus alten dt. Dialekten. Über die weite Verbreitung des Wortes für Gott muss sich keiner verwundern, seitdem Franz Bopp die Gemeinschaft der indogerm. Sprachen erkannte. Anders verhält es sich mit dem aztekischen Gottesbegriff teotl. Die Tatsache, dass dieses Nahuatl-Wort für Gott dem altgriechischen θεος verwandt erscheint, sorgt bereits seit vielen Jahren für eine endlose Debatte unter Wissenschaftlern. Die Azteken siedeln sich um 1215 im Hochtal von Mexico an und gründeten 1370 ihre Hauptstadt Tenochtitlan. Der aztekische Gott Quetzalcoatl („leuchtende Schwanzfederschlange“) symbolisierte den Ozean und seine Überlieferung berichtete, er hätte bei seiner Abreise nach einem unbekannten Land „Tlapallan“ verheißen, dereinst über den Atlantischen Ozean mit seinem Gefolge zurückzukehren, um sein Reich wieder in Besitz zu nehmen. Deshalb redeten die Azteken auch die im 16. Jh. ankommenden Spanier des Hernando Cortes als Teotl an, weil sie diese als zurückkehrende Götter wahrnahmen. Aus jener Sage geht zweifelsfrei hervor, dass es einen Europäerkontakt vor Ankunft der Spanier gegeben haben muss, dieser wird für die Übermittlung des europäischen Gottesbegriffes für den aztekischen Sonnengott Teotl verantwortlich sein. Dass grönländische Wikinger unter Leif Eriksson bereits um das Jahr 1000 den amerikanischen Kontinent betraten ist gewiss. Auch sie könnten den heidnischen Gottesbegriff Tiu, Teu, Tiuz, Teut oder auch den griech.-christlichen Theós nach Nordamerika getragen haben, von wo aus er zu den ursprünglich im Nordwestens Nordamerikas hausenden Azteken gelangt ist, die nach heutigen Erkenntnissen wahrscheinlich aus der Umgebung des Großen Salzsees kamen.

 

SPINNERT !

 

Zu welchen ungebremst-phantastischen Kapriolen ein E. Landmann fähig ist, geht u.a. aus folgendem kurzen Textstück hervor: „Wir werden uns daran gewöhnen müssen, daß das arabische salam aleikum, ebenso wie das hebräische schalom, nicht „Friede sei mit euch“ ursprünglich bedeutet, sondern, wie in manchen als Witz gemeinten Verballhornungen, tatsächlich von dem deutschen „sollen alle rein kommen“ bzw. dem angelsächsischen shall come herkommt. Diese Erkenntnis wird vielen Leuten, vielen Ideologen von vielen politischen Seiten her nicht passen, und sie werden es mit unfairen Mitteln bekämpfen. Aber kann die Erkenntnis, daß es gar keine semitischen Sprachen und damit keine semitischen Völker gab und gibt … Wenn Juden Diuden sind, also Deutsche, und Araber auch, wenn es gar keine arabische Sprache und Nation gab und gibt, sondern die Sprachen dieser Stämme nur auf den gleichen althochdeutschen Dialekt zurückgehen, besteht dann nicht die Hoffnung, daß die Kriege und Untaten, die im Namen dieser Ideologien verübt werden und von Ideologen in Europa noch unterstützt werden, endlich zum friedlichen Miteinander werden.“

 

Der Völkerfrieden wäre die schönste Errungenschaft der Menschheit, die jeder nur begrüßen würde wäre sie realisierbar, doch wird sie mit Sicherheit nicht durch die Verrücktheiten eines Erhard Landmann auch nur ein winziges Stücklein erreichbarer gemacht. Allein die Wahrheit wäre eine potentielle Einigungsbasis, von der jedoch ist der besprochene Autor zu weit entfernt.

 

Pin It