Sorgenfalten

DER KULTURBRUCH

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Unter dem mörderischen Frankenkönig „Christen-Karl“ (747-814) wurden wir Deutsche aus den Wurzeln gerissen. Wenn nachdenkliche, nach Identität ringende Menschen heute wieder mühsam in das keltische und germanische Altertum unserer Vorfahren hineintasten müssen, so kommt das daher, weil im  frühern Mittelalter die Überlieferungen bewusst und künstlich zerstört wurden. Nur zumeist unverstandene und falsch gedeutete Reste der echten Inhalte schimmern in Kunst und Brauchtum des Bauerntums, in Christnacht und Johannisfeuer, durch die christlichen Überkleisterungen hindurch. Denn das Wissen um unsere Ahnen wurde nicht nur unterdrückt, sondern, was sich noch schlimmer auswirkte, durch eine fremde orientalische Überlieferung ersetzt.

Karl, der christlich besessene Frankenherrscher, setzte römisches Recht, römische Kunst und römischen Gottesdienst an Stelle der heimischen Gesittung. Sein Sohn Ludwig I. (778-840), genannt „der Fromme“, vollendete Karls Zerstörungswerk, indem er die germanischen Heldenlieder verbrennen ließ. Bar jeden Selbstbewusstseins starrten seitdem - zuerst erzwungen, später aus Tradition - die deutschen „Gebildeten“ gebannt nach dem Süden, von dem alle Zivilisation und Kultur gekommen sein sollte.

 

Die Spender des hochgelobten „Bibel“-Buches, die Hebräer, zu denen sich später auch die Ägypter und Babylonier gesellten, hielt man für die alleinigen Schöpfer höherer Gesittung. Von dort sei die Kultur zu den Griechen und Römern gelangt, jedoch hätten die barbarischen Germanen in der Völkerwanderung die herrlichen Kulturwerke des Südens zerstört. Schließlich hätten sie sich aber doch der höheren römischen Kultur gebeugt. Erst dadurch sei ein Licht in die finsteren Wälder Germaniens gedrungen, erst dadurch seien Germanen von der Stufe eines wilden, bärenhäutigen Naturvolkes zur Stufe eines Kulturvolkes aufgerückt.

 

FREMDES GEBAREN

Die künstlich aus machtpolitischem Kalkül hervorgerufene Überfremdung konnte die Wiederbesinnung auf unsere Vorzeit nicht dauerhaft verhindern. Wie sich Martin Luther in religiöser Beziehung von Rom losgesagt hatte, so glaubten zu seiner Zeit nun viele auch geistig von Rom loszukommen und an der eigenen Vergangenheit anknüpfen zu können. Aus dem neu entdeckten Büchlein „Germania“ des Römers Tacitus erfuhr man allerlei Nachdenklichmachendes über unsere Vorfahren. Die Schrift wurde zur Zeit der Humanisten in der Abtei Hersfeld aufgefunden und wohl im Jahre 1455 nach Italien gebracht.

Aber doch führten all diese Bemühungen nicht zu einer Verlebendigung unserer Vorzeit, denn die Brücke zu dieser war durch die verfremdende Kulturüberlagerung abgebrochen. Man sah unsere Vorfahren ja nur durch die Augen des Nichtdeutschen, des Römers, dem man die einzigen, oft missverstandenen und böswilligen Berichte über unsere Vorzeit verdankte. Die unbestechlichen Zeugen der Bodenfunde wusste man noch nicht zu deuten, und so waren die damaligen Versuche, wieder mit unserer Vorzeit Fühlung aufzunehmen, von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Die Erhebung der Befreiungskriege (1813-1815) gegen das französische Joch Napoleons hatte die Wissenschaften vom deutschen Menschen zu neuer Blüte gebracht. Immer seltener wurden die Stimmen, die behaupteten, der Germane sei ein Raubtier, welches schlafe, wenn es nicht jage saufe oder fresse. Man erkannte, dass die bisherigen Sichtweisen der romanistischen Forschungsrichtungen in die Irre führten.

Unsere alte, echte Eigenkultur wurde nun mit Eifer erschlossen. Die Gebrüder Grimm (1785/6-1863/59) sammelten Recht, Sprache, Märchen und Sagen unserer deutschen Frühzeit. Gleichzeitig mit dem Dänen Ch. J. Thomsen, erkannte J. Friedrich Danneil (1783-1868), dass all die gesammelten Altertümer nicht nur Raritäten seien, die man ob ihrer merkwürdigen Gestaltung bewundern, sondern dass sie Dokumente der frühesten Entwicklung unserer Vorfahren darstellen. Er las aus ihnen, dass als älteste Stufe eine Steinzeit, dann eine Bronzezeit kam und endlich die Eisenzeit heranreifte - drei Perioden menschlichen Werdens. Auf Grund seiner Ausgrabungen erkannte G.Ch. Friedrich Lisch (1801-1883) die kulturelle Überlegenheit der bronzezeitlichen Germanen gegenüber gleichzeitigen Südvölkern. Es ist auch kein Zufall, dass er zum ersten Mal auf die in germanischen Tonurnen eingeritzten Hakenkreuze aufmerksam machte und ihnen eine „heilige Bedeutung“ zumaß. Auch auf dem ältesten deutschen Möbelstück aus dem Anfang des 4. Jahrhunderts, einem Erlenholzstuhl aus einem Warftgrab bei Bederkesa/Cuxhaven, sind zierende Hakenkreuze in Kerbschnittmanier eingegraben. Ich erwähne das, weil es heutige Stimmen gibt, die das Sonnenkreuz als etwas dem germ. Sinnbildfundus völlig fremdes darzustellen bemüht sind. Ebenso wie das damals aufkeimende Deutschbewusstsein durch die Reaktion in der Mitte des 19. Jahrhunderts gewaltsam unterdrückt wurde, so sollten auch  hoffnungsvolle Anfänge einer deutschen Vorgeschichtsforschung durch romanistische Wissenschaft, die alles Heil im Süden suchte, restlos vernichtet werden.

Der Direktor des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz, Ludwig Lindenschmidt (1809-1893), glaubte, die Germanen seien bis zur Römerzeit auf der Stufe der Steinzeit verharrt; die herrlichen Bronzefunde des Nordens hielt er sämtlich für aus den Mittelmeerländern eingeführt. Die italischen Kaufleute selbst glaubte er in den Baumsargfunden Jütlands und Schleswig-Holsteins mit ihrer kleidsamen Wolltracht zu erkennen; denn die Germanen konnte er sich nur mit rohen Fellen behängt und mit mächtigen Keulen bewehrt vorstellen. Die angedeuteten, uns heute unglaublich erscheinenden Ansichten über unsere ältesten Vorfahren waren in Deutschland allgemein herrschend, als Gustaf Kossinna (1858-1931), anknüpfend  an Danneil und Lisch, seinen Kampf um unsere arteigene Vorzeit begann. Das Wort Jakob Grimms, „Weil ich lernte, dass seine Sprache, sein Recht und sein Altertum viel zu niedrig gestellt werden, wollte ich mein Vaterland erhöhen“, stellte er an den Anfang seines grundlegenden Buches: „Die deutsche Vorgeschichte, eine hervorragend nationale Wissenschaft“. Kossinna begründet diesen Ehrentitel der Vorgeschichte mit den Worten: „Wer unser früheste und eigenste Art rein und unverfälscht auf sich wirken lassen will, der muss bei der Vorgeschichte anfragen. Und dadurch besitzt diese Wissenschaft einen so hervorragenden Gegenwartswert und ihre hervorragende nationale Bedeutung.“ 1895 hatte Kossinna in seinem Kasseler Vortrag mit Hilfe der von ihm ausgearbeiteten genialen siedlungsarchäologischen Methode das älteste Siedlungsgebiet der Germanen genau umrissen. Später hat er auch den nordischen Ursprung der Indogermanen nachweisen können. Damit war klar erwiesen, dass Deutschland und die nordische Rasse schon seit frühster Zeit im Mittelpunkt des europäischen Geschehens stand.

NEUE FUNDE

Erst die allerjüngsten archäologischen Neufunde zerstörten endgültig die alte Sichtweise von der primitiven Vorgeschichte des Nordens.

Erstmalig unternahm es der positive Volksgedanke des „Dritten Reiches“ (1933-1945) die deutsch-germanische Vorgeschichte mit staatlichen Hilfsmitteln aufs nachhaltigste zu fördern. Alfred Rosenberg (1893-1946 ermordet), Reichsleiter und Beauftragter für die weltanschauliche Erziehung der NS-Bewegung, schuf mit seinem heute aus Gründen der „Political correctness“verfemten Werk „Der Mythus des XX. Jahrhunderts“ die zwar sehr visionäre Sichtweise zum Erahnen unserer Vorgeschichte, aber warum sollte nicht einmal eine Überzeichnung erlaubt und lesenswert sein, wo wir mit christlichen und internationalistischen Überzeichnungen seit Generationen konfrontiert werden ?! Der Rückschlag erfolgte mit der militärischen Niederlage im Weltkrieg II. bis hin zur völligen Abkehr und systematischen Verleugnung der bisherigen sicheren Ergebnisse deutscher Vorgeschichtsforschung. Wenn man nur an den Nachkriegsskandal um Pastor Jürgen Spanuth’s Atlantisforschung denkt, in dessen Verlauf sich namhafte Wissenschaftler von ihren eigenen vor Kriegsende gemachten wissenschaftlich belegten Aussagen lautstark distanzierten, weil sie in der neuen demokratischen - ach so meinungsfreien BRD - damit nicht anecken wollen, also Angst verspürten, sich frei zu äußeren ! Die sog. Panbabylonisten gewannen in neuem Gewande wieder die Oberhand. Man darf darunter jene Leute verstehen, die möglichst alle Geistigkeit, Kultur und Religiosität, insbesondere die Astrologie aus dem Orient bzw. dem Zweistromland ableiten wollen, unter dem Motto: „Ex oriente lux“. Zwar schreibt die „Brockhaus Enzyklopädie“, Ausgabe 1972, im Artikel „Panbabylonismus“ folgendes: „Der Panbabylonismus hat wegen der Einseitigkeit seiner Betrachtungsweise heute nur noch historisches Interesse“, doch in Wahrheit werkelten die Dunkelmänner ungehindert weiter an der Verbreitung ihrer falschen Weltsicht. Dazu gehören orientgläubige Ideologen wie Prof. Dr. Hermann Müller-Karpe, geboren 1925, ein deutscher Prähistoriker, der 1963 ordentlicher Professor in Frankfurt am Main wurde und von 1980 bis 1986 die neu gegründete Kommission für Allgemeine und Vergleichende Archäologie des Deutschen Archäologischen Instituts in Bonn leitete. Er initiierte 1965 das große Editionsunternehmen der „Prähistorischen Bronzefunde“ (PBF), das bis heute an den Universitäten Frankfurt a. M. und Münster fortgeführt wird. Müller-Karpe schuf das „Handbuch der Vorgeschichte“, wobei er eine kulturhistorische Sichtweise verbunden mit einem isochronologischen Ansatz darlegte, aus dem unverblümt die Ableitung der Kultur aus dem vorderasiatischen Raum postuliert wird.

„DER GEFRORENE FRITZ“

Die englischsprachigen Medien nannten jenen am besten erhaltenen Fund eines Menschen aus der Steinzeit im deutschen Alpengebiet „Gefrorenen Fritz“. Er beweist die schier unglaubliche Kulturhöhe unserer steinkupferzeitlichen Vorfahren. So sind erst die allerjüngsten Funde der Archäologie befähigt, das gesamte fein gestrickte Netz der uralten Überschätzung des Orients in Frage zu stellen. Am 19. September 1991 wurde von den deutschen Bergwanderern Erika und Helmut Simon aus Nürnberg der „Gefrorene Fritz“, der „Ötzi“, eine ca. 5.300 Jahre alte Gletschermumie nahe dem Hauslabjoch in den Ötztaler Alpen in 3.210 m Höhe gefunden. Der Körper des ca. 40 Jahre alten, ungefähr 1,60 m großen Mannes ist nahezu unversehrt. Da der Körper beim Gefrieren schrumpft, muss er zu Lebzeiten von größerer Statur gewesen sein. In den Haaren wurden hohe Konzentrationen von Metallen nachgewiesen, daraus ergibt sich, dass er mit Kupferbearbeitung beschäftigt war. Die Zähne sind nicht von Karies befallen; ihrem Mineralienstatus zufolge stammt er aus dem Eisacktal. An der Mumie wurden 15 blauschwarze Tätowierungs-Gruppen gefunden, bei denen Kohlenstaub in kleine punktförmige Wunden eingerieben worden war. Sie setzen sich aus insgesamt 47 Einzeltätowierungen zusammen, wie parallele Linien im Lendenbereich, Streifen um seinen rechten Fußknöchel und eine Tätowierung in Form eines Kreuzes hinter seinem rechten Knie. Aufgrund einiger Punktierungen an klassischen Akupunkturpunkten wurden therapeutische Absichten vermutet.

Neben der Leiche wurden außer Bekleidungsresten auch zahlreiche Alltags- und Gebrauchsgegenstände von höchster Qualität gefunden: Eine aus braunem und weißem Ziegenfell längs gestreifte Jacke, deren helle und dunkle Fellstreifen auf der nach außen getragenen Fellseite sich wirkungsvoll voneinander abheben. Die Hosen ähneln den bekannten Beinlingen, bestehend aus Ziegenfellstücken, die mit Tiersehnen in Überwendlingstechnik sorgfältig zusammengenäht waren. Der Gürtel ist aus Kalbsleder und der Lendenschurz reichte etwa bis Kniehöhe. Ötzis Schuhe bestehen aus verschiedenen Materialien: Bärenfellsohlen, Obermaterial aus Hirschfell, Innenschuh aus Lindenbastgeflecht, Polster- und Isolierschicht aus Grasfaser. Als Kopfbedeckung trug Ötzi eine Bärenfellmütze. Außerdem wurde ein etwa 25 cm² großer Grasdecke aus geflochtenem Pfeifengras gefunden, vielleicht ein Regenkopfschutz. Sein geschäftetes Kupferbeil besteht zu 99 % aus Kupfer, das laut Analysen aus dem Salzburger Land stammt. Der Bogen aus Eibenholz, eine tödliche Waffen mit Reichweite von 30 bis 50 Metern, ist 1,80 m lang. Die Schäfte der Pfeile wurden aus Holz des Wolligen Schneeballs gefertigt. Als Spitzen dienten mit Pflanzenfasern und Birkenteer befestigte Feuersteine. Der zur Ausrüstung gehörige Dolch hat eine Feuersteinklinge und einem Griff aus Eschenholz. Zum Bearbeiten von Feuersteinschneiden diente der Retuscheur, ein Stift aus Lindenholz, in den der gehärtete Span eines Hirschgeweihs eingesetzt war. Zwei Gefäße aus Birkenrinde, eines diente als Glutbehälter, gehörten zu seiner weiteren Ausrüstung. Eine Gürteltasche enthielt einen Klingenkratzer, einen Bohrer, das Bruchstück einer Klinge und eine 7,1 cm lange Ahle. Der ebenfalls enthaltene Zunder und Spuren von Pyrit sind Bestandteile des damals üblichen Feuerzeugs. Mitgeführte Birkenporlinge dienten vermutlich als Heilmittel. Den Zweck seiner mit Riemen verbundenen, gelochten Steinscheibe kennen wir nicht.

Genetisch gehörte Ötzi der mtDNA-Untergruppe K1 an, zu der bislang keine lebenden Angehörigen aufgespürt wurden. Die urmenschliche Großfamilie bzw. Haplogruppe K gibt es seit ca. 50.000 Jahren innerhalb Europas, Nordafrikas, Indiens, Arabiens, des nördlichen Kaukasusgebirges und des Nahen Ostens. Einige der VertreterInnen der Gruppe wanderten nach Skandinavien oder in den Süden, nach Nordafrika, die meisten Mitglieder des K-Clans überquerten das Kaukasusgebirge im südlichen Russland und besiedelten die Steppe am Schwarzen Meer.

SONNENTEMPEL ZU GOSECK

Im 5. Jahrhundert erließ Papst Theodosius II. ein Edikt, das wieder einmal mehr heidnische Bräuche untersagte, die auch bei den Völkern des gallogermanisch-romanischen Westens noch tief verwurzelt waren. Es folgten mehrere Konzilien (beginnend 458 in Arles), die die Bischöfe anhielten, „mit aller Kraft“ gegen Brauchtum des Volkes vorzugehen. Auf dem Konzil von Nantes fassten die Geistlichen den Beschluss, die großen Steinmäler, die Megalithen nicht nur zu schleifen, sondern sie auch noch tief zu vergraben, um sie damit dem Tageslicht und den Gebräuchen des Volkes zu entziehen. Doch die Wahrheit lässt sich auf Dauer kaum unterdrücken, die christliche Mönchslüge vom angeblichen primitiven Barbarentum der Nordvölker ist als solche endlich zweifelsfrei erkannt.

Ohne die Sonne gäbe es kein Leben auf der Erde. Unsere Vorfahren wussten das und beobachteten das Zentralgestirn sowie den Sternenhimmel genau. Schon um 4.800 v.0, also vor ca. 7.000 Jahren, erkannten sie die Wintersonnenwende als kürzesten Tag des Jahres. In Goseck (Gotteseck / -acker), Sachsen-Anhalt, erbauten sie sich einen hölzernen Steinzeitkalender, der diese Daten fixierte. Es handelt sich um das älteste Sonnenobservatorium der Welt, welches von Archäologen der Uni Halle-Wittenberg bis 2004 völlig ausgegraben und rekonstruiert wurde. Zum Vorschein kam ein kreisförmiger Graben, 71 Meter im Durchmesser und die Abdrücke zweier Palisadenringe, mit drei Toren. Prof. Wolfhard Schlosser von der Ruhr-Universität gehört zur neuen Wissenschaftlergeneration, die der deutschen Vorgeschichte vorurteilsfrei und positiv gegenüberstehen. „Die Funktion dieses Ortes ist sehr einfach“, erklärt er, „zur Wintersonnenwende, am kürzesten Tag des Jahres, geht die Sonne in Richtung dieses Tor auf, beschreibt dann einen sehr flachen Bogen am südlichen Himmel und geht im Südwesten in dieser Richtung unter. Und das wurde eben damals aufmerksam verfolgt und hat sozusagen das neue Jahr eingeläutet.“ Die Anlage ist ungefähr 2.500 Jahre älter als die ägyptischen Pyramiden und 3.000 Jahre älter als Stonehenge, der berühmte Steinkreis in England. Schlosser ist von der Anlage begeistert: „Sie ist deswegen so bedeutend für die Archäologie und auch für die Astronomie, weil sie die derzeit älteste bekannte Sonnenanlage ist, aus der frühen Steinzeit, sie ist und sie zeigt, dass wir damals schon einen enormen Wissensstand über Sonne, Mond und Sterne hatten.

Auch im bayrischen Gebiet zwischen Isar und Vils liegen mehrere dieser Kalenderbauten. Der rührige Luftbildarchäologen Otto Braasch hatte sie am 20.11.1980 entdeckt und fotografiert. Jener von Meisternthal war mit seiner genauen, ca. 50 Meter langen Ellipse der perfekteste. Von den beiden Brennpunkten aus wurden über die Öffnungen im Osten und Westen die Auf- und Untergangspunkte der Sonnwendtage angepeilt. Die Linie Osttor-Westor führte zu den Auf- und Untergangspunkten der Tag- und Nachtgleichen. Um die optimalen Termine für Aussaat und Ernte nicht zu verpassen und um religiöse Rituale zum richtigen Zeitpunkt zu feiern, waren diese Monumentalbauten unumgänglich. Die steinzeitlichen Konstrukteure hielten so ganz verschiedene Daten fest: Winter- und Sommersonnenwende, Tag- und Nachtgleiche, und die Tage, die genau zwischen Tag- und Nachtgleiche und Wintersonnenwende liegen. Weihnachten, Ostern, Lichtmess und Allerheiligen sind heute christliche Feste, die diesen steinzeitliche Festtagen entsprechen.

DIE HIMMELSSCHEIBE VON NEBRA

Nur 25 Kilometer entfernt vom Sonnenheiligtum Goseck wurde am 4. Juli 1999 ein weiterer archäologischer Jahrhundertfund gemacht: die „Himmelsscheibe von Nebra“. Die weltweit älteste konkrete Darstellung des Kosmos die wir kennen, um die 3.600 Jahre alt, ist eine Bronzeplatte aus der Bronzezeit mit Applikationen aus Gold, welche astronomische Phänomene und Symbole religiöser Themenkreise darstellt; es handelt sich ein  Schiff, Sonne, Mond, Sterne und als Ansammlung von sieben Goldpunkten den Sternenhaufen der Plejaden. Außerdem sind am Rand der Scheibe zwei Bögen, so genannte Horizontbögen, zu sehen, die den Sonnenweg des Jahrganges darstellen. Der Scheibendurchmesser beträgt 32 cm, das Objekt ist zwei Kilogramm schwer. Die wissenschaftlichen Untersuchungen zeigten, dass die bronzezeitlichen Handwerker viel mehr Wissen in der Metallverarbeitung besaßen als die Forschung bislang angenommen hatte.

SIEG DER WAHRHEIT

Wie lächerlich wurden lange Jahre in der bekannten tendenziösen Manier des Magazins „DER SPIEGEL“  jene doch gemacht und als Spinner hingestellt, die von der mittel- und nordeuropäischen Frühgeschichte mehr erwarteten als nur Barbarentum ! Ich registriere seit Jahren sehr aufmerksam die „SPIEGEL“-Artikel zum Thema deutsche Geschichte und germanische Frühzeit, man dürfte sie mit Fug und Recht als vom Willen niederträchtigster Hetze und Verleumdung bestimmt, beurteilen. Dahingegen schwadronierten diese einfältigen Kerle, Schriftleiter der NS-Zeit, schon vor über 80 Jahren, von geisteswissenschaftlichen Leistungen ihres heimatlichen Kulturkreises. Der nicht eben ungebildete Balte Alfred Rosenberg, den die alliierten Sieger in Nürnberg an den Galgen hängten, beschrieb in seinem „Der Mythus des XX. Jahrhunderts“ die Ausbreitung des wahrhaft menschlichen Denkens und Sinnens aus den arischen Wurzelrassen, deren Geozentrum nur in Germanien gelegen haben könne. Das mag zu enthusiastisch geschaut sein, doch die entgegengesetzte These, von der über Jahrhunderte hinweg verkündeten Primitivität unserer Vorfahren, ist das dementsprechende Extrem der Gegenseite. Die Annäherung an die Wahrheit wird, wie so oft, in der Mitte liegen.  

 

Bild: Bonifaz(ius) vor der gefällten Donar-Eiche

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