VOLK OHNE MYTHOS ?

 

Der Mythos unseres Volkes begann aufzuleben vor 11.000 Jahren. Die Gletscher gaben das Land zurück. Die nordskandinavische Polarküste wurde eisfrei und die Jägersippen der Ahrensburger bzw. Hamburger-Kultur suchten sich mit ihren fellbespannten Booten aus Rengeweih an den Küsten entlang einen Weg zum Nordkap hinauf. Dort erlebten sie das wechselhafte Schauspiel einer nicht untergehenden, am Horizontring entlangwandernden Sonne und wochenlange völlige Lichtlosigkeit. Wenn sie ihre Blicke zur nächtigen Himmelshöhe richteten, schien es, als drehe sich über ihnen die sternenübersäte Weltkuppel auf einer unsichtbaren Allsäule. Die Härte des nordischen Lebenskampfes, die aufwühlenden Naturerlebnisse, insbesondere die beglückende, immer wieder erfolgende Rückkehr der sieghaften Sonne führten zum Sinnen über die Uranstöße des Seins - führten zu Gott. Es formten sich jene Mythen, die später als kulturelles Erbe der indogermanischen Völker in die Südwelt gelangten.

Und weil in den oft nebeldüsteren Nordräumen die Menschenseelen immer sonnendurstig und ihre Körper immer hungrig nach dem Licht waren, so begann ihr sehnsüchtiges Begehren, sie selbst heller und heller zu formen. Ihre Haut wurde rosig wie die Morgenröte, ihr Haar brannte wie Sonnengold oder loderte im Wind gleich Flammenzungen, und ihre Augen nahmen den Glanz des blauen Sommerhimmels an. Schließlich glich ihr eigenes Erscheinungsbild dem der Lichtgötter ihrer Sagen und Mythen. Sie empfanden sich als die Sonnengeläuterten, die Auserwählten, die einzig wahren Geschöpfe der göttlichen Lichtmächte -, die Kinder der Sonne.

Schiffe waren ihre große Leidenschaft, bald wagten sie sich aufs offene Meer hinaus, sie wurden die wettergestählten Hochseejäger der Maglemose- und Erteböllekultur. Von Süd- und Mitteldeutschland schoben sich die zumeist urverwandten bäuerlichen Familien der Bandkeramiker den Küsten entgegen. Ihre ruhige, bodenständig-bedächtige Art ergänzte sich vortrefflich mit den wilden, unruhigen Seekriegern, die die Meerränder und Flussläufe beherrschten. Sie wuchsen zusammen zum indogermanischen Muttervolk der Trichterbecherleute. Große Siedlungen entstanden, die Toten bettete man unter mächtigen Steinmälern zur Ruhe. Vom Rheinstrom zum Schwarzen Meer und zum Baltikum, von Skandinavien bis zu den Alpen erstreckte sich ihr Einflussgebiet. Ihre Blütezeit erreichte unsere Mutterzivilisation vor 5.800 Jahren.

Ein Jahrtausend später erwuchsen aus den Trichterbecherregionen die Tochterkulturen der Schnurkeramiker - bewegliche, mit hervorragend geschliffenen Steinäxten ausgerüstete viehzüchtende Wanderscharen. Ihre großräumigen Bewegungen müssen vom Antrieb eines neuen Lebensgefühles, einer verjüngten Weltanschauung, wohl einer vertieften religiösen Idee ausgelöst worden sein. In ungeheuren Kraftentfaltungen stießen jahrhundertelang diese indogermanischen Völkergruppen in die Weiten des Südens und Ostens. Mit schnellen Reiter- und Kampfwagenverbänden überwanden sie Steppen, Berge, Waldgebiete. Ihre nordischen Lichtgötter und Lichtgedanken schenkten ihnen Sieg um Sieg. Die hellen, kühnen, überlegenen Eroberer müssen den Unterworfenen oft selbst als Abbilder der unwiderstehlichen Lichtblitze aus Himmelshöhen erschienen sein. Der Mythos von den streitbaren, Ordnung und höhere Gesittung schaffenden Sonnenheroen drang in die Welt. Aus dem nordischen Urglauben der Trichterbecherleute erwuchsen die Grundlagenwerke der Weltreligionen: der ario-indische Veda, das persische Awesta, die germanische Edda (vorhanden als kümmerlicher Rest); und noch die jüdische Bibel - beeinflusst von den nordischen Hethitern - vermutete ihren heiligen Berg Zion im höchsten Norden.

Die indogermanische Volkskraft schien unerschöpflich: vor 3.250 Jahren verursachte ein erneuter starker Glaubensanstoß die unbändige Aufbruchsstimmung der Urnenfelderbewegung. Er führte zentral- und nordeuropäische Heerscharen (Seevölker) erneut in die Mittelmeerländer und bis vor die Tore Ägyptens. Als Philister beherrschten sie bald die vorderasiatischen und nordafrikanischen Küsten. Dann erhoben sich vor 2.500 Jahren aus dem mittel- und süddeutschen Großraum die Keltenstürme, die jene Völkerschaften nach Griechenland, Anatolien, Frankreich, Spanien, England und Irland führten. Zuletzt traten die Germanen, als unmittelbarste Nachfahren norddeutsch-skandinavischer Ertebölle-Seekrieger, auf die Schaubühne der Geschichte, um der Welt erneut einen nordischen Steuerungsimpuls zu vermitteln: den ethischen Mythos vom „Guten Licht“. Sie zerschlugen die würdelose spätrömische Sklavenhaltergesellschaft, beschenkten Europa mit dem Begriff der persönlichen Freiheit und legten die Grundlagen für das heutige nach Ausgewogenheit und Gerechtigkeit strebende Weltgesittungsideal.

Die beiden deutschen Stammvölker - Kelten und Germanen - waren gleichermaßen getragen vom nordischen Lichtmythos, der in seinen drei bedeutendsten Quellendokumenten wunderbaren Nachweis fand: das 7.000 Jahre alte Sonnenheiligtum von Goseck, die 4.000 Jahre alte Himmels-Kalender-Scheibe von Nebra, das 2.000 Jahre alten runisch-kodierte ODING-Wizzod, nämlich einen Glauben an den Sieg des heilenden Himmelsglanzes über die Mächte der Dunkelheit, des Chaos und der Lüge. Lebendig ist er, der Deutsche Mythos, doch NOCH unbewusst, angekränkelt und verfälscht.

 

PS: Wie konnten sich helle Haut und blondes Haar im Evolutionsprozess entwickeln ? Blondhaarige, hellhäutige Menschen sind empfindlicher gegenüber UV-Strahlung und somit benachteiligt. Rein helle Haut und blondes Haar werden heute immer mehr zu einer Seltenheit. Noch im Mittelalter war der Großteil der Deutschen hellhaarig.  Laut Statistik kommt momentan auf fünfzig dunkelhaarige Menschen nur ein Einziger mit blonden Haaren. Einen entwicklungsgeschichtlichen Grund dafür haben Forscher längst erkannt: Das Gen, welches für blonde Haare zuständig ist, wird rezessiv vererbt. Für ein Kind, das von seinen Eltern sowohl die Erbinformation für dunkle als auch für helle Haare erhält, beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass es blonde Haare bekommt, nur 25 Prozent. Doch wie konnte die Erbanlage für blondes Haar überhaupt entstehen ? Dänische Genetiker wollten herausgefunden haben, dass sich vor 6.000 bis 10.000 Jahren ein für die Augenfarbe mitverantwortliches Gen bei einigen Menschen stark verändert hatte. Doch das Gen, welches für rote und rotblonde Haare zuständig ist, mutierte schon vor 20.000 bis 40.000 Jahren, so Mark Stoneking, Professor am Max-Planck-Institut in Leipzig in der Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“. Der Leipziger Forscher Michael Hofreiter konnte sogar nachweisen, dass es bereits bei den Neandertalern rotblonde Haare gegeben hatte. Verantwortlich für die blonden Haare ist das Gen MC1R. Es liegt in mehr als 70 Varianten vor. Es enthält die Erbinformation für ein Eiweißmolekül, das an der Oberfläche der sogenannten Melanozyten wirkt. Diese Zellen produzieren die Farbpigmente, das Melanin, die für die Dunkelfärbung von Haar und Haut verantwortlich sind. Wie die blonde Haarfarbe im Evolutionsprozess entstand, ist kein absolutes Rätsel. In Afrika, der angeblichen „Wiege der Menschheit“, konnten keine hellhäutigen Menschen überleben. Das Risiko für Hellhäutige, an Hautkrebs zu erkranken, ist im Gegensatz zu dunkelhäutigen Menschen um den Faktor 100 erhöht. Da eingewanderte dunkelhäutige Menschen im Norden, im Zustande mangelnden UV-Lichts, benachteiligt sind, musste sich die Haut des nordischen Menschentums kontinuierlich entfärben, um mehr Sonnenlicht in die Körper hineinlassen, damit eine bessere Infektabwehr möglich wurde und zur leichteren Einlagerung von Kalzium in die Knochen, das dafür unentbehrliche Vitamin D3 sich zu entwickeln vermochte.

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