Monotheismus ?

Monotheismus - kein absoluter Monarchismus !

 

Es wurde von einem Diskutanten mehrfach das vorwurfsvoll klingende Schlagwort wiederholt, G. Heß  würde Monotheismus predigen. Abgesehen davon, dass es zum Stolz der indogermanischen Religionsgeschichte gehört, einen uralten vedischen Monotheismus zu besitzen (Brahman ist das höchste Gottes-Es), sollte man mit diesen Begriffen der Glaubenskennzeichnung vorsichtiger umgehen.

 

Was Heß darlegt, ist alles andere als Monotheismus wie er im abfälligen Sinne eines personifizierten göttlich-absoluten Patriarchen zu verstehen ist -, vielmehr wird von ihm einer mythischen Volksseelenvergöttlichung, also einer autotheistischen Variante des monistischen Polytheismus das Wort geredet. Das ist nicht neu. Auch die heidnische antike Schule der Stoa griff auf den Hylozoismus des Heraklit zurück. Nach dieser Betrachtungsweise gibt es nur eine Welt, die gleichsam als leibhaftiges Lebewesen zu verstehen ist, dessen alldurchdringende Feuer- oder Windhauch-Seele zwar allegorisch als „Zeus“ („Wodin“, bei Heß) bezeichnet wurde/wird, in Wahrheit jedoch als „Odem“ (ODING = Od-Kraft) alles der absoluten Notwendigkeit entsprechend ordnend bewegt und weiterzeugend erhält. Es handelt sich wie gesagt, um ein geglaubtes pantheistisch-monistisches Urprinzip, welches sich zusätzlich in einer kreislaufförmigen und dualistischen Selbstschwingung bewegt -, bewegen muss, weil sich kosmisches Sein scheinbar endlos (ewig), und dazu im Wellen- oder Pendelgesetz darstellt. Dieser „Gott“ ist im „Stoff“ allenthalben die wirksame „Kraft“. Er formt sich zum „Rasseseelengott“ jeglichen Volkes welches jeweils die Kraftströmung die zu seiner Schöpfung hinführte, vergöttlicht -, in einer Art unschuldigem, weil als solchen unerkannt bleibenden Autotheismus. Sämtliche Ethnien glauben sich Gott entstammt, verwandt, und realisieren ihr Gottesbild in Reflexion ihrer artspezifischen Wahrnehmungskriterien sowie morphologischer Selbsterfahrungen. In Stoa, auch altnordischer Edda-Mythologie und dem bedeutend älteren ODING-Konzept von Heß, atmet allerdeutlichst das Weltbild des Heraklit mit seiner Vorstellung eines periodisch wiederkehrenden Unterganges bzw. einer Selbstverbrennung der Welt, mit nachfolgender Neuschöpfung.

 

Heß wird ersichtlich angetrieben vom Bedürfnis des möglichst genauen Nachvollzugs des in der ODING-Systematik erkennbaren Gottesverständnisses; er ist somit ein ODING-Systematiker. In dieser „seiner“ Runen-Logizität werden verschiedene Gottsmächte aufgeführt welche zum Teil in der völkerwanderungszeitlichen germanischen „Brakteatenreligion“ (Karl Hauck) ersichtlich blieben und ca. tausend Jahre nach der Runenerfindung noch in altnordischen Götterfabeln (Edda) beschrieben wurden. Heß kommt dadurch nicht umhin diese subalternen Gottesbegrifflichkeiten mitzubeachten. Doch auch noch in spätheidnischen Zeugnissen erscheint der gemeingermanische Wodan/Wodin, der altnordische Odhinn, als monokratischer „Göttervater“ und „Allvater“ (dem Heß auch in dessen weiblichem Aspekt Genüge tut, durch Hinweis auf Lokasenna 23).

 

Dieser monistisch-pantheistisch periodische, duale Weltodem der Stoiker und anzunehmenden Urrunen-Theosophen wird als intellektuelles  Wesen ebenso wie ein schöpferisch tätiges Feuer begriffen, dessen „warme Hand“ (Stoa) die ganze Welt durchdringt, alles mit Notwendigkeit entstehen läßt, indem sich die Keimformen welche Gott in sich ausformt, in wohlgeordneter Folge entwickeln. Eine seiner Keimformen oder Musterideen gestaltete sich zum westindogermanischen Kulturkreis, der im entnationalisierten Verständnis als „deutsch“ (aus „deutschem“ Gen- und Georaum sind Indogermanen hervorgegangen) von Vertretern der „Deutschen Gottschau“ verstanden wurde. Die charakteristischen ethnischen Ausformungsgebilde begreifen die Gottesmatrix aus der sie kommen, ganz naheliegend als „ihren Gott“, d.h. als ihre eigene schöpferische Ausgangsenergie.

 

So wenig wie die heidnische Stoa intellektuell widerlegt wurde, ist die oding-runische Gottschau von Heß zu widerlegen. Die Stoa wurde vom Christentum durch dessen aggressive imperiale Organisation überwunden. Gleichgültig wie man zu Heß und seinen Ansichten und beweisbaren Erkenntnissen steht, ist für das Heidentum zu hoffen, dass sich an ihm nicht das gleiche Schicksal wiederholt.

 

Text: Fremdbeitrag aus alter GOD-Seite
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