MET-REZEPT

 
MET-REZEPT
 
 
 
(wer größeren Ballon hat, nimmt größere Mengen !)
 
Materialbedarf:
 
10 Liter-Gärballon (Einen Gärballon (bauchige Glasflasche) findet ihr in der Drogerie oder im Weinhandel)
 
Gummipropfen / Korken
 
Gärröhrchen
 
Trichter
 
Sieb
 
großen Topf / Eimer
 
1 Liter-Messbecher
 
Kitzinger Reinzuchthefe, Heferasse Portwein (auch bei größerer Menge nur ein Hefefläschchen !) Die Hefe in der Apotheke bestellen (dauert nur 1 Tag), kostet etwa 5 DM. Nach Bedarf Gärtabletten zusammen mit der Hefe bestellen. Das Nährsalz erhöht die Alkoholentwicklung.
 
1-3 Äpfel  oder andere Früchte (z.B. Johannisbeeren / eventuell auch veredelnde Kräuter)
2-4 kg flüssigen Honig. Die Honigsorte/-qualität ist nicht wichtig.
etwa 7 l Wasser
 
Phase 1: 1l Wasser in einen Topf füllen und 500g Honig darin lösen. Die Reinzuchthefe hinzugeben, Topf verschließen und einen Tag stehen lassen. Am Tag darauf den Gärballon mit etwa 4 Litern Wasser füllen und den restlichen Honig hinzugeben und lösen. Die Äpfel schneiden und einfüllen. Nun wird der geimpfte Topfinhalt in den Gärballon gegeben. 4-6 Nährsalztabletten können zerstoßen und eingefüllt werden. Der Gärballon wird bis zu 90% mit Wasser aufgefüllt, vorsichtig geschüttelt (geschwenkt) und mit dem Gummipfropfen und dem Gärröhrchen verschlossen.
 
Phase 2: Der Gärballon muss täglich leicht geschwenkt werden, damit sich der Honig nicht wieder absetzt.
 
Phase 3: Nach etwa sechs Wochen wird der Ballon geöffnet. Der gesamte Inhalt wird in den großen Topf geschüttet. Die Äpfel und ein Teil der Hefe werden herausgefiltert bzw. mit einem Schlauch abgezogen. Der Met wird mit Honig und Zitronensäure abgeschmeckt und kommt mit einem kleinen Rest an Hefe zurück in den Ballon, um noch etwas zu ziehen.
 
Phase 4: Nach zwei Wochen wird der Met vollständig von der Hefe befreit und endgültig abgeschmeckt.
 
Phase 5: Freunde einladen, Frohsinn verbreiten, Met-Hörner füllen und trinken -; einen Minne-Schluck auf die Götter, einen Gesundheits-Schluck für unsere Freunde, einen schmunzelnden Verachtungs-Schluck gegen unsere Feinde.
 
 
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Kultisches Trinkgelage auf Gotländischem Bildstein, 6. Jh.

 

Das germanische Wort „Met“ hat seine Wurzeln im indogermanischen Wortstamm „medhu-“ mit dem zumeist der Honig bezeichnet wurde. Im Sanskrit bedeutet das Wort „mádhu“ einen süßen, berauschenden Trank oder Honig, den nach dem indoarischen Rigveda auch die Ashvins (germ. Alken), die mythische Zwillinge, trinken. Die Worte Madhu und Soma (altnord. Óðrörir) werden im Rigveda gleichermaßen  für denselben Göttertrank verwendet. Wie verbreitet dieser indogermanische Wortstamm ist, zeigen folgende Beispiele: Der dänische und norwegische Begriff ist „mjød“, der schwedische „mjöd“, englisch „mead“, französisch „miel“ bedeutet Honig, auf litauisch und lettisch „midus" (Honig heißt „medus"), slawisch „med“. Seit ältester Zeit erkannten Indogermanen und Germanen, die in den stark bewaldeten Gebieten über ausreichend Honig verfügten, die Entwicklung von Honig und Wasser zu einem gut schmeckenden und berauschenden Getränk. In der nordische Mythologie gedieh der Trank zum Geschenk der Asen-Götter. Der Honigwein wurde nicht nur zu privaten festlichen Anlässen in großen Mengen getrunken, sondern diente ebenso als kultischer Trank bei religiösen Weihefeiern. Durch den kultischen Status war ausschweifender Genuss von Met denn auch gleichzeitig ein frommes Götteropfer. Insbesondere zum Julfest wurde dem Met und dem späteren Bier heftig zugesprochen. Die Texte von „Edda“ und „Heimskringla“ enthalten detaillierte Beschreibungen von großen kultischen Trinkgelagen. Auch heute noch wird auf allen Heidenfesten der Met in Trinkhörnen gern genossen. Mit Kirschen vergorener oder mit Kirschsaft vermischter Met wird häufig als „Wikingerblut“ oder „Odinsblut“ bezeichnet. Met oder Wikingerblut mit einer scharfen Gewürzmischung wird auch als „Drachenblut“ bezeichnet.

 

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Wer sich unsere Ahnen zum Vorbild nehmen will, der weiß, wie wichtig gerade das gemeinsame Kult-Met- und Biertrinken immer in Germanien gewesen ist. Schon Tacitus schreibt davon, dass unsere Vorfahren vor wichtigen Entscheidungen gemeinsame Trinkgelage veranstaltet hätten auf denen geradezu exzessiv dem leckeren Nass zugesprochen wurde. Das war gedacht als Prüfung des Einzelnen und als Versuch die Barriere zwischen den irdischen und transzendenten Welten zu durchdringen. Wer sich im Suff daneben benimmt, der offenbart seinen unguten Charakter. Wer aber auch im Rausch ein feiner Kerl bleibt, der ist getestet und in Ordnung befunden -, so einfach und sinnvoll ist das. Der maßvolle Trunk hat keiner germanischen Generation je geschadet. Nicht das Bier und der Met haben Germanien verwüstet, sondern eine falsche Familien- und Ausländerpolitik, auch die Antikinderpille. Aber zu allererst die christliche sowie die scheindemokratische Erziehung der Menschen gegen die eigene Nation, also gegen sich selbst. Schon im Frühmittelalter gab es einen Spruch im germanisch bestimmten Spanien: „Die trinken wie die Goten !“ Trinken ist - so sagt der Mediziner - so ziemlich mit das Wichtigste Gesunderhaltungsmittel, die meisten alten Menschen trocknen förmlich aus. Nierenversagen ist die zwangsläufige Folge. Kein organgesunder, robuster Mensch ist je durch Met oder Bier umgekommen. Das Gegenteil ist der Fall. So wie es festzustellen ist, dass die Berufe die zum regelmäßigen Trunke neigen, die alten Weinbauern, Küfer, Kelterer, Brauer usw. ein besonders hohes Alter erreichten, so ist ebenso zu erkennen, dass Leute, die wenig trinken, keinesfalls wirklich hohe Lebensalter erreichen können. Zu jedem keltisch-germanischen Fest gehörte das ausgiebige Kult-Trinken. Wer die nordischen Saga-Berichte gelesen hat und ebenso die historischen Darstellungen über das Leben unserer Vorfahren, der weiß vom unverzichtbaren Wert der rituellen Trinkgelage. Das ist aus guten Gründen der Kernbereich aller deutschen Feste. Der heilige Rausch erst, der seelenanregende Rausch schafft die spirituelle Verbindung mit der Anderswelt des göttlichen Allgeistes -, er, der Trunk erst, verhilft zur gewünschten heiligen Inspiration. Prost, liebe Heiden, lasst Euch die Freude am Trunk nicht verderben !

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