ODiNGs Menschenspiegel

 

Wir sehen ein Schema der vollkommenen Menschenform nach der Volksvorstellung alter deutscher Überliefe­rungen: der Kniepunkt, umkreist vom erdigen Element ( ); der Fortpflanzungspunkt, umkreist vom wässrigen Element  ( ); der Herzpunkt, umkreist vom feurigen Element ( ); der Scheitelpunkt, umkreist vom luftigen Element ( ). Die Mitte von den Fingerspitzen der emporgereckten Arme bis zu den Sohlen ist der Nabel. Die Mitte vom Scheitel bis zu den Sohlen ist der Fortpflanzungspunkt. Die Mitte von den ausgestreckten Fingerspitzen bis zu den Knien ist der Herzpunkt. Kniepunkt, Fortpflanzungspunkt, Herzpunkt und Scheitelpunkt sind zugleich die Bewegungsmitten der vier menschlichen Grundbewegungsarten. Entstanden ist der Mensch aus den vier Elementen: Erde, Luft, Feuer, Waser ( , , , ) und dem Gottesgeist als verbindende, belebende und begeisternde „Fünfte Essenz“.

 

Doch der Einzelne, mag er noch so vollkommen sein, ist ohne die geschlechtliche Ergänzung nur eine Halbheit. Die Sinnbildsprache der ODiNG-Runenreihe betont dies im besonderen. Sie zeigt auf 5. Stelle den Buchstaben   ( ) mit dem Lautwert „m“, zu dem der Begriff „mannaz/mannus“ gehört. Gemeint ist der Urmensch (der symbolhafte Prototyp des real existierenden Menschen) als paariges männlich-weibliches Doppelwesen. Er ist ei­nerseits ein vollgültiges Produkt der geistväterlich-männlichen Kräfte: Luft und Feuer ( 2+ 3=5) wie auch ein ebenso vollgültiges Produkt der leibmütterlich-weiblichen Kräfte: Erde und Wasser ( 1+ 4=5). Die mannaz-/Mensch-Rune ( ) erweist sich als ein Bildkürzel des Pentagrammes (dem Symbol des vergeistigten Menschen, bei Betonung des Opferaspektes mit nach unten

 

Wir sehen ein Schema der vollkommenen Menschenform nach der Volksvorstellung alter deutscher Überliefe­rungen: der Kniepunkt, umkreist vom erdigen Element ( ); der Fortpflanzungspunkt, umkreist vom wässrigen Element ( ); der Herzpunkt, umkreist vom feurigen Element (  ); der Scheitelpunkt, umkreist vom luftigen Element ( ). Die Mitte von den Fingerspitzen der emporgereckten Arme bis zu den Sohlen ist der Nabel. Die Mitte vom Scheitel bis zu den Sohlen ist der Fortpflanzungspunkt. Die Mitte von den ausgestreckten Fingerspitzen bis zu den Knien ist der Herzpunkt. Kniepunkt, Fortpflanzungspunkt, Herzpunkt und Scheitelpunkt sind zugleich die Bewegungsmitten der vier menschlichen Grundbewegungsarten. Entstanden ist der Mensch aus den vier Elementen: Erde, Luft, Feuer, Waser ( , , , ) und dem Gottesgeist als verbindende, belebende und begeisternde „Fünfte Essenz“.

 

Doch der Einzelne, mag er noch so vollkommen sein, ist ohne die geschlechtliche Ergänzung nur eine Halbheit. Die Sinnbildsprache der ODiNG-Runenreihe betont dies im besonderen. Sie zeigt auf 5. Stelle den Buchstaben   ( ) mit dem Lautwert „m“, zu dem der Begriff „mannaz/mannus“ gehört. Gemeint ist der Urmensch (der symbolhafte Prototyp des real existierenden Menschen) als paariges männlich-weibliches Doppelwesen. Er ist ei­nerseits ein vollgültiges Produkt der geistväterlich-männlichen Kräfte: Luft und Feuer ( 2+ 3=5) wie auch ein ebenso vollgültiges Produkt der leibmütterlich-weiblichen Kräfte: Erde und Wasser ( 1+ 4=5). Die mannaz-/Mensch-Rune ( ) erweist sich als ein Bildkürzel des Pentagrammes (dem Symbol des vergeistigten Menschen, bei Betonung des Opferaspektes mit nach unten gerichteter Spitze) wie auch des Hexagrammes mit zwei Spitzen nach oben, welches Mann und Frau ohne hierarchische Ordnung eines etwaigen „Oben und Unten“ als gleichwertige Teilwesenheiten des Menschen darstellt. (Das Menschenpaar in der Hexagramm-Abbildung stammt aus einem alchimistischen Traktat. Gezeigt wird die Verbindung der sich zur Harmonie ergänzenden Weltgegensätze. Sie kreuzen ihre Blüten, eine dritte fügt der „spiritus“ hinzu.) Entstanden ist der Mensch als Idee, wie alle Werdung, aus dem erdmütter-himmelsväterlichen Urzeugungsakt (      ) von germ. Nertha/Frigga ( = 7) und Tuisto-Teiwaz/Tiu ( = 8). Frau und Mann tragen die Gaben beider (Verkörperungskraft und Vergeistigungskraft) in möglichst vollkommener und harmonischer Mischung.

 

Aus 7 und 8 besteht das Schöpfungs-All. Deshalb verfügt das Tarot über 78 Karten (7 + 8 = 15 mit Quer­summe 6); denn die Gesamtheit der Dinge ist gern als Sechsstern (Hexagramm) versinnbildlicht worden. Der Mikrokosmos Mensch wurde im ODiNG und schon in früher vedischer Zeit vorrangig zwar als Fünfheit verstan­den (5 Grundsinne), er entspricht aber letztlich auch der makrosymbolischen Sechs im Sinne der Zahlenmystik: 1+2+3+4+5 = 15 mit Kernsumme 6. Sogar das altgermanische Wort für Mensch (mannaz), welches gleich­zeitig der Buchstabenbegriff der 5. ODING-Rune ist, weist den gematrischen Wert von 87 auf ( 5 + 21 + 15 + 15 +21 + 10 = 87 ). Darüber hinaus zeigt sich die Überzeugung unserer Vorfahren, dass Men­schenwesen und Gottheit – oder zumindest Menschenseele und Weltseele – grundsätzlich von gleicher Art sei; denn die Buchstabensummierung des Seelengottes Wodan/Odin ergibt ebenso die Summe von 87 ( 17 + 1 + 2 + 21 + 15 + 21 + 10 = 87 ). Nicht allein in dieser Zahl zeigt sich Wodans androgyner männlich-weiblicher Doppelcharakter, der noch für den Mercurius der mittelalterlichen Alchimisten typisch war. Galt Wo­dan als identisch mit der Seelenkraft eines jeden Angehörigen des germanischen Volkes, so musste er zwangs­läufig weibliche und männliche Qualitäten besitzen.

 

Nach einem tiefsinnigen indogermanischen Mythos wurde der Urmensch direkt geboren aus der Mutter der Lie­be und des Lebens (ein Aspekt der Ur- und Erdmutter), griech. Aphrodite, röm. Venus, germ. Perðö, altnord. Frija. Ihr gehört die 11. ODiNG-Rune ( ), welche den Kalenderort Mitte Mai einnimmt. 9 synodische Monate bzw. runische Monatsschritte später (menschliche Schwangerschaftsdauer), Mitte Februar zur Faselzeit, erscheint folgerichtig der Urmensch-mannaz-Buchstabe im Runenkalender. Die kultfeierliche Erinnerung an die Entstehung des doppelgeschlechtlichen Urmenschen aus der Liebesgöttin (       ) ist somit als eigentlicher Anlass der Faselnächte (Fruchtbarkeitsfest Fasnet/Fasching) erkannt. Der Name dieser Vorfrühlingsfeier lautete noch im Hochmittelalter „Aller Manne Fasnacht“ = „Aller Menschen Vermehrungsnächte“.

 

Wenn nicht nur die 5, sondern - wie wir sahen - ebenso die verborgene 6 die Zahl des Menschen ist, muss das Geistwesen Mensch - oder der höhere, vergeistigte Mensch - auch durch die 21 gekennzeichnet worden sein; denn der Geist der 6 wird durch die spirituelle Meisterzahl 21 symbolisiert (1+2+3+4+5+6 = 21). Deshalb nimmt der germanische Geist-/Seelengott, der Ase Wodan, im ODiNG-Runenkonzept die 21. Position ein; und die uralten indogermanischen Weisheitsbücher des Veda verraten, dass 21 die Zahl des Kosmos, der Sonne und des Menschen sei. Da heißt es: „12 Monate, 5 Jahreszeiten, 3 Welten und 1 Sonne ergeben 21“, oder „Die Sonne ist gleich 21“, oder „21-fältig ist der Mensch, er besitzt 10 Finger, 10 Zehen, dazu das Ich“. So erschließt und bestätigt das ODiNG, wie sich das Bild des Menschen im Ahnenglauben spiegelte.

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