29.01.2022
 
So gut wie fast alle deutsch-neuheidnischen Vereine erblöden sich, die vorderasiatische Dattelpalme, in den diversen kindsköpfigen Ausführungen, zu ihren Vereins-Symbolen erhoben zu haben: z.B. „Die Goden“, „Armanen“, „Artgemeinschaft“, „Asatru“, „Blogger Thorsten Haas (Germanenherz)“, „Irminengemeinschaft“, „Verein für Germanisches Heidentum“, „Odinic Rite“, „Germanitas Othala - Schwarzmetall Bruderschaft“, „Comunità Odinista/Italia“. Die Ignoranz dieser Leute beginnt mit ihrer Unfähigkeit eine Säule („Irmin-Sul“) von einer Baum-Ikone (Lebensbaum“) zu unterscheiden. Dem Schimpfwort „Depp/Deppen“ oder „Dappes“ liegt die Bezeichnung des Trottels und Tollpatschs, des ungeschickten Kerls, also des Menschen mit geringer Intelligenz oder Vernunft, zugrunde. Anders sind diese Leute keinesfalls abzuwerten, die vorgeben, „deutsch-nordische Heiden“ sein zu wollen, den orientalischen Christianismus ablehnen und gleichzeitig den orientalischen Dattelpalmbaum als ihr Sinnzeichen verehren. Die Bezeichnung als Idioten, als „unwissende, ungelehrte, unerfahrener und unbelehrbare“ Kandidaten, träfe dem sprichwörtlichen Nagel ebenso auf den Kopf. Das ist doch zum Weinen und zum Lachen, der geisteskranke paulinische Christianismus ist Nordeuropäern von Pfaffen, Kaisern und Königen aufgezwungen worden. Und heute laufen Leute, die vorgeben, sich von eben diesem orientalischen Wahn und Zwang befreien zu wollen, der orientalischen Dattelpalme hinterher, indem sie diese als ihr Heilszeichen interpretieren. Geht es noch irrer ?! Dass viele dieser Menschen auf anderen Gebieten durchaus vernünftig und sogar lobenswert tätig sind, soll nicht in Frage gestellt werden !
 
1. Bild: Mosaik aus dem byzantinischen Klosters in Tall Bi'a, am oberen Euphrat, aus Beginn 6. Jh n.0. Gut ausgeprägt sind hier die Dattel-Fruchtstände ausgeführt, die den Baum, von dem ganze vorderasiatische Stadtkulturen lebten, zum „Lebensbaum“ werden ließ. In seinen variablen ikonographischen Darstellungen sind die herabhängenden Datteltrauben als mehr oder minder kleine nach unten gedrehte Röllchen geformt, so wie es am Externstein-Lebensbaum-Relief beobachtet werden kann. Auch die gerippten beiden Palmblattwedel der Externstein-Palmette, die man zumeist als Voluten bezeichnet, weisen klar und unmmissverständlich auf den Charakter des Palmbaum-Ikone hin.
 
2. Bild: Rollsiegel des Perser-Großkönigs Dareios (549-486 v.0) mit Herkunftsangabe Äypten, London (nach Merrilles 2005, Taf. 7 Nr. 16) Die Dattelpalme galt als der orientalische Lebens- und Königisbaum, deshalb flankieren den Löwen jagenden Herrscher auch im Siegel die beiden Dattelpalmen.
 
3. Bild: Der „Verein für Germanisches Heidentum e.V.“ des leider völlig ahnungslosen Herrn Haimo Grebenstein in Königstein gibt unter der Überschrift „Unser Vereinssymbol“ zum Besten: „Von Beginn an haben wir die Irminsul in unserem Logo verwendet, als eines der wenigen Symbole, die für das antike mitteleuropäische Heidentum bekannt sind. 2016 haben wir im Rahmen eines Neu-Designs auch ein stilisiertes ,Lebens‘ – oder ,Sonnen-Rad‘dazugefügt. In den letzten Jahren ist dieses spezielle Irminsul-Motiv etwas in Verruf gekommen. Daher erklären wir hier, warum wir dieses Motiv dennoch weiter verwenden: Die Irminsul ist kein „Nazi-Symbol“: Der Kern der Vorwürfe bezüglich der „Irminsul“ ist, dass die Interpretation der Darstellung dieses Motivs (vom sog. „Kreuzabnahme-Relief“ an den Externsteinen) von Wilhelm Teudt im Auftrag der „Stiftung Ahnenerbe“ und der SS entstanden sei und somit unwiderruflich belastet ist. In Wirklichkeit soll es sich um eine stilisierte „Dattelpalme“ handeln. Das ist  aus unserer Sicht eine mögliche, aber nur teilweise nachvollziehbare Interpretation. Natürlich hat Teudt diese „Forschungen“ an den Externsteinen durchgeführt und seine These weithin bekannt gemacht, jedoch lassen sich gleichlautende Behauptungen bildlich und textlich bis ins mindestens 19. Jahrhundert nachweisen, im völkischen und national-romantischen, aber auch im christlichen Umfeld. Die „Dattelpalmen-These“ ist zusätzlich kaum haltbar, wenn man sich ähnlichen Darstellungen vor allem in der Architektur bis zurück ins früheste Mittelalter nähert. Wir gehen davon aus, dass es nicht nur „DIE Irminsul“ gegeben hat, die Karl der Große zerstört haben soll, sondern viele, viele „Irminsuls“ in den verschiedenen Stämmen und Untergruppen. Von keiner haben wir ein Bild oder eine Darstellung. Das vorliegende Motiv einer Irminsul ist jedoch weltweit als „germanische Irminsul“ bekannt seit sehr langer Zeit, es hat einen hohen Wiedererkennungswert. Aus unserer Sicht ist die „Belastung“ dieses Motivs durch die Nazizeit eher gering einzuschätzen, da anders als bei Hakenkreuz, Sowilo-Rune und anderen Motiven, keine Greueltaten in direkter Verbindung zum Motiv stehen. Deswegen werden wir sie weiter verwenden, wohl wissend, dass dieses Motiv auch von Nazi- und rechtsextremen Organisationen verwendet wurde und wird.“ - Der Autor dieses Textes hat die Struktur-Details seiner Dattelpalmen-Iriminsul nicht verstanden, ebensowenig ist er über das uns vorliegende Denkmälermaterial nicht einmal minimal informiert. So demaskiert er sich als Banause welcher sich anmaßt, bei einem für ihn absolut unbewältigten Thema dozieren zu wollen.
 
Herr Grebenstein weiß es nicht, aber er ist kein Maßstab. Wir wissen sehr genau wie die germanisch-altsächsische Irminsul aussah. Aufgrund vieler Funde wissen wir es, mit Erweisen schon aus der germanischen Bronzezeit ! Er müsste sich nur die Zentralsäule der Krypta von der Michaelskirche in Fulda anschauen, dann wüsste auch er es. Die Strukturelemente der germanischen „Irminsul-Allsäule“ (die das All tragende Stütze) erklären sich aus der germanisch-keltischen Mythologie. Es sind einmal der Sonnenwendel, nämlich die Doppelspirale des jährlichen Sonnenweges - des „Heilsweges“ - sowie die darunter gesetzte Weltstützensäule zur gedachten Himmelserhaltung.
4. Bild: Die ungarische Silberscheibe von Anarcs, einem Dorf im Landkreis Szabolcs-Szatmár-Bereg in der nördlichen Tiefebene Ostungarns. Sie zeigt die altorientalisch-anatolische Lebensbaum-Ikone nach dem Naturvorbild der lebenspendenden Dattelpalme. Die Ungarn gebrauchten diese sakral gedachten Arten von Zierelementen, die sie im Kontakt mit nahöstlichen Kulturen aufgenommen hatten. (den Stamm der Dattelpalme ist im Original kürzer, sonst ist keine Bildänderung vorgenommen worden.)