decsdanlenetfifrelhuislvltnoplptruessv
 
 
 
 
Palmen-Motiv auf Apsis-Relief am Dom zu Speyer
 
Palmen-Motiv auf Lund-Dom-Kapitell
 
Palmen-Symbolik an Domen zu Speyer und Lund
 
Als Speyerer Dom, im heutigen Bundesland Rheinland-Pfalz, wird der „Kaiser- und Mariendom zu Speyer“ bezeichnet. Er gilt als die größte erhaltene „romanische Kirche“ der Welt. Der deutsche König - gleichzeitig König von Italien und Burgund - späterer Kaiser Konrad II., aus dem Geschlecht der ostfränkischen Salier bzw. aus der langobardischen Sippe der Widonen, ließ auf einem Felsensporn um 1025 den Bau mit dem Ziel beginnen, die größte Kirche des Abendlandes errichten zu lassen. Um die für den Bau benötigte Menge von Stein und Holz nach Speyer zu bringen, wurde extra ein Kanal vom Pfälzer-Wald bis zum Rhein gegraben. Weder Konrad II. noch dessen Sohn Heinrich III. erlebten den Abschluss des gewaltigen Bauvorhabens. In 1046 ließ der König in Sutri drei konkurrierende Päpste absetzen und ersetzte sie durch einen mitgebrachten deutschen Bischof, von dem er sich zum Kaiser krönen ließ. So souverän hantierte der damalige deutsche Herrscher mit dem Papsttum. Aus diesem Machtgefühl über das Abendland erwuchs das Bedürfnis zur Verherrlichung des salisch-deutschen Kaisertums in Gestalt des dominanten Domes. Heinrich III. stiftete zur Altarweihe des Hochaltars 1046 die Pergamenthandschrift des „Speyerer Evangeliars“. Erst unter Konrads II. Enkel Kaiser Heinrich IV. wurde der Bau im Jahr 1061 geweiht. In der Forschung wird dieser Bauabschnitt als „Speyer I“ bezeichnet. Der Bau umfasste einen Westbau, ein dreischiffiges Langhaus mit anschließendem Querhaus, um den Kreuzförmigen Grundriss zu erzielen. Der Chor war von zwei Türmen flankiert. Die ursprüngliche Apsis. Fast 20 Jahre nach der Vollendung von „Speyer I“ ließ Heinrich IV. den Dom zur Hälfte einreißen, um ihn ab 1080 noch gewaltiger aufzubauen, denn modernere Bautechniken waren zwischenzeitlich erkannt worden. Im Mittelschiff wurde die Decke abgetragen, der Bau um fünf Meter erhöht und das größte Kreuzgratgewölbe des Reiches eingezogen.Den Baumeistern war es gelungen die für damalige Verhältnisse enorme Distanz von 14 m im Mittelschiff zu überwölben. Eine genuine Erfindung im Zuge der Bauarbeiten.  Erst im Todesjahr Heinrichs IV., also 1106, erfuhr der Prachtbau „Speyer II.“ seine Fertigstellung. Mit einer Länge von 444 röm. Fuß (134 m) und einer Breite von 111 röm. Fuß (33 m) war er eines der wuchtigsten Bauwerke seiner Zeit. Geringe Arbeiten gingen weiter, etwa bis zum Tode Heinrich V. im Jahre 1125. Die heutige Apsis-Umbauung stammt also aus dem Beginn des 12. Jahrhunderts. An einer Halbsäule der Apsis befindet sich die Darstellung einer Vorstellung des Paradieses, sie zeigt das friedliche Beisammensein von Löwen und Schlangen unter orientalischen Palmen, nach den Bibeltexten bezüglich des Juden-Propheten Jesajas. In Jesaja 65,25 heißt es laut Luthers Übersetzung: „Wolf und Lamm sollen weiden zugleich, der Löwe wird Stroh essen wie ein Rind, und die Schlange soll Erde essen. Sie werden nicht schaden noch verderben auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der Herr.“
 
Der beeindruckende, vorbildgebende Speyerer Dom wirkte bis nach Schweden im höheren Norden. die Domkirche in Lund ähnelt in Teilen dem Speyerer Dom so auffällig, dass hier von einer Nachfolge oder Nachahmung gesprochen werden darf. Der Kunsthistoriker Professor Dr. Christofer Herrmann führt aus, die Grundanlage und das Stützensystem sind beinahe mit dem von Speyer identisch. Geringe Modifikationen ergeben sich allein dadurch, dass die Krypta in Lund um etwa ein Drittel kleiner ist wie die im  Speyerer Dom. Die Gestaltung der Säulen mit attischer Basis, Schaftring und Würfelkapitel sowie profiliertem Kämpfer wurde in Lund exakt kopiert. Allein einige Schäfte wiesen figürliche und ornamentale Verzierungen auf, „gewisse Eigenarten, die sich gegen den Kopierwillen durchsetzten“ und vielleicht der Mitwirkung englischer Bauleute geschuldet seien. Um zu verdeutlichen, warum in Lund von einer Kopie und nicht von einer bloßen Ähnlichkeit gesprochen werden kann, lenkte Herrmann den Blick nach Köln. Die Krypta der Kirche St. Maria im Kapitol zeigt ebenfalls Ähnlichkeiten mit Speyer, unterscheidet sich aber in der Grundanlage und bei in der Gestaltung der Stützen doch entscheidend. Die Apsis der Kirche in Lund besitzt außen den gleichen Aufbau wie die Apsis in Speyer. Über einer Sockelzone gibt es eine Blendengliederung und darüber eine Zwerggalerie. Dass die Blendengliederung in Lund zweizonig ist, könnte auf den Einfluss niederrheinischer Kirchen zurückzuführen sein. Wie in Speyer lassen sich auch in Lund im Querhaus Apsiden mit vorgeblendeten Ädikulen finden. Hier gibt es jedoch in Lund leichte Abwandlungen. Die figürliche Verzierung mit Fabelwesen weist wiederum eine erstaunliche Ähnlichkeit auf. Von einer exakten Kopie lässt sich bei der Gestaltung der korinthischen Kapitelle sprechen. Anlass für den Lunder Dombau war sicherlich die Lösung des Bistums Lund aus der Abhängigkeit des Bremer Erzbistums im Jahr 1103. Als eigenständige Erzdiözese bildete Lund von da ab das kirchliche Zentrum Skandinaviens und war über einige Zeit hinweg die größte Diözese der Christenheit. Infolge dieser Rangerhöhung ließ Erzbischof Asker ab 1104 einen neuen, seiner Stellung würdigen Dom errichten. Wahrscheinlich suchte er auf Reisen nach Vorbildern für diesen neuen Kirchenbau. Am Oberrhein könnte er auch deshalb fündig geworden sein, weil mit dem Tod Heinrichs IV. 1106 die Bautätigkeit am Speyerer Dom quasi erlosch und nur noch notdürftig zu Ende gebracht wurde. Die teuren, hochspezialisierten Fachleute aus der Lombardei, die hier tätig gewesen waren, konnten daher leicht abgeworben werden. Einzelne junge und fähige Steinmetze oder gelehrige Schüler vom Rhein traten wohl die Reise nach Lund an, wie die frappierenden Übereinstimmungen an Bauformen und Bauskulptur dort zeigen. Lund ist allerdings keine exakte Kopie von Speyer, sondern verfügt in Grundriss und Skulptur über gewisse Eigenheiten, die dafür sprechen, dass neben den lombardischen ‚Spitzenkräften‘ aus dem Rheinland auch regionale, möglicherweise auch englische Steinmetze in Lund beschäftigt waren. Dass der Dom von Lund wiederum Vorbild für Kirchenbauten zu Ribe und Viborg war, zeigte Professor Herrmann an den genannten Beispielen.
 
Gleicher Zeithorizont von Speyer, Lund und Externstein-Relief
 
Dem langobardischen Steinmetzkünstler, der das Halbrelief am Speyer-Dom geschaffen hat, war die ganze ideenreiche Fülle der Lebensbaum-Variationen aus seiner norditalienischen Heimat her wohl bekannt. Die langobardische Kunst hatte sich darin vom byzantinischen Schmuckschaffen anregen lassen, dass aus den Traditionen der schon helladischen und griechischen Vorläufer gewachsen war. Die orientalische und frühgriechisch-ionische Lebensbaum-Ikone, die sich aus der Naturvorlage der lebenspendenden Dattelpalme ableitete und auch schon sehr früh mit Himmelstützensymbolik zusammenging, wie eine babylonische Reliefplatte aufzeigt, wurde zum Baumattribut des babylonischen Sonnengottes Šamaš, wie auch zu dem des griechisch-nordischen Apollon. Bereits die Griechen verbanden die vegetatiblen und floralen Motive aus den Lebensbaum-Dattelpalm-Motiven mit Spiralornamenten wie beispielsweise in ihrem Tempel-Firstschmuck, den Akroterien. Die gleiche Kombination, von Palmblättern und Spiral-Voluten, weist auch das Relief an der Apsis-Halbsäule des Speyer-Domes auf. Geradeso hat diese Kombination bei dem Kultsäulen-Halbrelief des Kreuzabnahmebildes vom Externstein bei Horn-Bad-Meinberg Verwirklichung gefunden. Auch das Externstein-Bild wurde in gleicher Zeit, nämlich zu Beginn des 12. Jh. geschaffen, eine Datierung die hinsichtlich der Errichtung der Dombauwerke zu Speyer und Lund gesichert ist. Nicht gesichert ist hingegen die Datierung des Externstein-Reliefs, aber die auffällige  Verwandtschaftlichkeit der Palmbaum-Bildschemata von Speyer, Lund und Externstein lässt einen gleichen kunstgeschichtlichen Zeithorizont stark vermuten. Im Kapitell des Lund-Domes (Abb. 2) sind an den oberen beiden Ecken die Palmbaum-Lebensbäumchen sogar mit dem gleichen Dreiwinkel-Symbol versehen wie wir es vom Externstein-Dattelbaum kennen und wie es in der floralen Schwanzquaste des Flügeldrachens nochmals erscheint. Alle diese Bildreliefs an kirchenchristlichen Bauten habenkeinerlei Ähnlichkeit mit der germanisch-altsächsischen sog. Irminsul („Gewaltige Säule“). Allein das Detail der Spiral-Arme, die ursprünglich den jährlichen Sonnenweg, den „Heilsweg Gottes“ durch die Zeit, charakterisieren sollten, deckt sich mit altgermanischen Assoziationen zur Himmelstragesäule welcher der Sonnenweg in Gestalt einer Doppelspirale auflag. Dafür ist das beste Beispiel die von mir gedeutete Ur-Irminsul im bronzezeitlichen Felsbilderbezirk von Kasen Bohuslän/Schweden.       
Pin It
Joomla Template by Joomla51.com