Irminsul - das Nicht-Erwachen der Valkyrjar

Den Deutschen muss man die Wahrheit so derb sagen als möglich.

  Friedrich von Schiller
Keine Irminsul am Externstein,
vielmehr das altorientalische Dattelbaum-Idol !
 
 
 
.o.o.o.o.o.
 
 
Besprochen wird ein unintelligenter „Honigmann“-Artikel unter der Überschriftung:
 
D.S. WOLFERT - EIN IRMINSUL-DATTELBAUM-RABULIST 
>>UNVERDROSSEN IRGNORANT !<<
 
 
Die närrischen Nachfahren der Teudt‘schen Fehldeutung des Externstein-Kreuzabnahme-Reliefs können es nicht hinnehmen, dass sie seit 80 Jahren auf dem Holzwege sind. Auch der „Honigmann“ meinte am 21. September 2014 den Unsinn „Die Irminsul am Externstein“ kolportieren und sich ins Heer der Dattelpalmer einreihen zu müssen. Ich schrieb ihn an, er hat mir nicht geantwortet, so muss ich auf der GOD-Seite darauf relativierend eingehen. Er überließ dem diesbezüglich als Don Quijote auftretenden Dieter S. Wolfert das Wort, um den gleichen Unsinn zu wiederholen, den sein längst widerlegter AG-Kamerad Wolf Dieter Schröppe bereits lange zuvor, z.B. im Jahr 2000, verzapft hatte. Man will nicht locker lassen, Vernunft gilt als Schwäche, also wird weiter fest drauflos schwadroniert. Ein paar neue unwissende junge Leutchen wird man schon damit einfangen können, um die Uraltirrtümer der 30er Jahre am Leben zu halten. Meine Kritik bezieht sich ausschließlich auf die Dattelbaum-Fehldeutung, nicht auf die unstrittige Erkenntnis der Externsteine als vorchristliches Kultheiligtum.
   
Der von Irrtümern und Falschangaben strotzende Artikel
wird hier in voller Länge wiedergegeben, ich lektoriere mit roter Schrift:
 
Der Dattelpalmer Dieter S. Wolfert beginnt im „Honigmann-Artikel“ zunächst ganz korrekt und seriös: „Ein oft umkämpftes, in der Kunst-, Geschichts- und Religionswissenschaft beinahe in seinen Bestandteilen gar zur Auflösung zerredetes Thema, ist die Auseinandersetzung mit den Externsteinen im Lipperland. Das in Kürze erscheinende neue Externsteinbuch von Freerk Haye Hamkens befaßt sich ausgiebig mit der großen Anzahl der Schriften über diesen Forschungsbereich und erwägt das Für und Wider der in mehr als 300 Werken erschienenen ,Wege und Irrwege‘ der Externsteinforschung. Nachdem in den achziger Jahren ein vierbändiges Werk von Johannes Mundhenk über die Steine erschienen war, das auf seine Wissenschaftlichkeit hin gründlich von Hamkens überprüft wurde, ist es recht still um das Kulturdenkmal geworden. Sicherlich und vor allem deswegen, weil Mundhenks Großwerk, welches eine vorchristliche Vergangenheit der Externsteine ausschließt, mit beachtlichen Fördermitteln von offizieller Seite finanziert wurde, und kurze Zeit darauf ein wissenschaftlicher, interdisziplinärer Forscherkreis sich nach mehr als 50 Jahren wieder aktiv (nicht deutelnd und verdeutelnd) mit der Entstehungszeit der Anlage befaßte. [Mundhenks Buch war ein mangelhaftes bundesrepublikanisches Tendenzwerk mit der Zielsetzung, nicht objektiv aufzuklären, sondern objektive Aufklärung - bezüglich der altheidnischen Externstein-Funde/Perspektiven - abzuwürgen, durch Einschüchterung mittels eines Großaufgebotes von Seitenzahlen.] Unter der Leitung von Prof. W. Schlosser wurden aus der unteren Grotte Gesteinsproben entnommen und mittels Thermoluminiszensverfahren im Max-Planck-Institut untersucht. Dabei wurde festgestellt, daß in diesem Raum eine letzte hohe Feuereinwirkung vor ca. 3000 Jahren bestanden hat. Unabhängig von einer Deutung über Gründe und Sinn großer Feuer in dieser Grotte, besteht nun endgültig der streng wissenschaftliche Beweis über Vorhandensein und Entstehung dieses Raumes in vorchristlicher Zeit. Allein diese Tatsache ließ die ,Deutungstäter‘ und ,Schreibtischforscher‘ zum Thema Externstein fast verstummen.
 
In der 150jährigen Forschungsgeschichte des Externsteines fallen zwei Jahre als besondere Wendepunkte augenfällig auf:
  • Das Jahr 1936, in dem die Stiftung ,Ahnenerbe e.V.‘ die Forschung als ausschließlich in ihrem Bereich liegende Aufgabe in Anspruch nahm,
  • und das Jahr 1945, den Beginn eines ,wissenschaftlichen Terrors‘, der das Lager der Forscher in ,Germanophile‘, ,Teutomane‘, ,Rassenideologische Germanenverherrlicher‘, ,Phantasten‘ und ,echte‘, politisch korrekte Forscher aufteilte.
Dieser Widerstreit wurde derart auf die Spitze getrieben, daß er uns aus heutiger Sicht zu herzlichem Lachen anregen muß, oder zum mitleidigen, verschämten Kopfschütteln. Beispielhaft für diese Situation sei an des Atlantisforschers Spanuth Rechtsstreit erinnert: Namhafte Professoren (Prähistoriker) norddeutscher Universitäten äußerten unhaltbare Verlautbarungen zu Spanuths Atlantisbuch. Dieser strengte gegen die genannten Professoren einen Prozeß an, vor allem deswegen, weil sie in ihrem Urteil ,Erkenntnisse leugneten, die sie zuvor noch selbst verbreitet hatten‘. Dieser ungewöhnliche Vorgang endete mit dem Widerruf ihrer Worte, als die Professoren vor Gericht darauf angesprochen wurden. Auch waren es einige dieser Professoren, die Anfang der 60er Jahre im Auftrag Erich Kittels Gutachten erstellten, welche den Grabungsbericht von Prof. Dr. Andree zerpflücken sollten. [Die vorstehenden kritischen Vorhaltungen Herrn D.S. Wolferts, mit denen er die Tragödie um meinen verstorbenen Freund J. Spanuth und die beschämenden Aktivitäten von Nachkriegs-Umfall-Forschern beschreibt, treffen wirklich im vollen Umfang zu. Was aber den laien- und lückenhaften Grabungsbericht des Dr. Andree anbelangt, sollte man auf Distanz bleiben, denn dieser stellt wahrlich keine Heldentat dar. Nicht einmal die eindeutig heidnische Peilrichtung des „Felsengrabes“ kommt darin vor. Und auch er verbreitete, ohne jegliche sachkundige Prüfung, den Schwachsinn von der angeblichen Externstein-Irminsul. Dass dieser akademische Banause sich nicht über die Externstein-Palmette bei Kunstkennern des Orients kundig machte, spricht für das Gegenteil einer wissenschaftlichen Unbestechlichkeit, denn hätte er damals seine notwendig gewesene Kritik an der unwissenschaftlichen Schwärmerei angemeldet, hätte er mit einigen Herren vom „Ahnenerbe“ Probleme bekommen -; nicht mit allen, es gab auch dort nüchterne Köpfe, die dem Externstein-Irminsul-Rummel kritisch-distanziert gegenüber standen. Ich sage es ungern, denn ich bin kein Freund dieser Leute Denkweise, aber man muss als aufrechter Forscher bedingungslos der Wahrheit die Ehre geben: Alle kirchenchristlichen Autoren der 30er Jahre hatten damit Recht, dass sie das gebogene Gebilde vom Externstein-Kreuzabnahmebild als „Palmette“ bezeichnet haben. Sie sind dafür vom damaligen Zeitgeist zu Unrecht geschmäht worden.
 
Prof. Dr. J. Andees Grabungsbefund des Jahres 1934 hat obendrein die Altheiligkeit des Externstein-Geländes leider keineswegs aufgehellt, sonst hätten die Vorgeschichtler, die im April 1935 nach Detmold gerufen wurden, um zu prüfen, welche Ergebnisse erzielt worden seien, doch wohl kaum geraten, die angefangenen Arbeiten abzuschließen, aber keine weiteren Untersuchungen mehr vorzunehmen. Schon O. Suffert schrieb in „Lippische-Mitteilungen“, 43, 1974 unter dem Titel „Falsche Irminsulbilder“, S. 233: „So etwas kann man nur behaupten, wenn man die Irminsul mit dem christlich gewordenen Lebensbaum aus dem Zweistromland unbedenklich miteinander gleichsetzt.“ Und er fährt nicht weniger ironisch fort, als ich es in diesem Zusammenhang wurde: „Selbst Geistliche verschmähen es nicht, die Irminsul auf ihre Messgewänder aufsticken zu lassen … gern tragen Könige und Fürsten in deutschen Landen Gewänder mit Lebensbaumzier.“ Suffert drückt es sehr vornehm aus, dass er diese Leute - insbesondere jene vom Kaliber eines H.W. Hammerbacher („Irminsul und Lebensbaum“) - die in jeder Palmwedel-Säule die Irminsul erkennen wollen, für ausgemachte Narren hält.   
 
 
 Abb. b - „Karl der Große“, nach Meinung der Irminsul-Fantasten,
mit „Irminsülchen“ in der Hand,
vom 2. Pfeiler des Großmünsters/Zürich, 1130/1150
 
Schon die christlich-langobardische Kunst übernahm byzantinisch-orientalische Anregungen der Lebensbaum-Lilien in der sakralen und profanen Schmuckgestaltung. In dieser späten Langobardenkunst wimmelt es nur so von Lebensbäumchen und sog. heraldischer Lilien, den kleinen Geschwistern des Dattelbaum-Lebensbaumes. Nach der Eroberung des Langobarden-Reichs ließen sich schon zur Zeit „Karls des Großen“ die Franken vom langobardischen Schmuckstil anregen, der von den begehrten langobardischen Bauhütten ins gesamte Frankenreich hineingetragen wurde. Die byzantinisch-langobardischen Dattelbaum-Lebensbaum-Formen erhielten seit den Kreuzzügen einen neuen bestätigenden/verstärkenden Impuls. Der enge Umgang des europäischen Adels mit den islamischen Araberkulturen auf Sizilien und Unteritalien (Normannenherzogtümer) und den Kreuzfahrerstaaten Syriens und Palästinas brachte die stolze, hohe, nährende Dattelpalme verstärkt ins Bewusstsein, so dass sich mancher mittel- und nordeuropäische Adlige eine Palme ins Wappen setzen ließ. Ab dem 12. Jahrhundert war die Dattelpalmen-Ikone/Lilie bei französischen und deutschen Herrscherinsignien ein fester traditioneller Bestandteil. Diese Palmbäumchen - zum Teil noch allerdeutlichst mit gerippten Palmblättern ausgeführt - als germ. Irminsulen zu deuten, wie das seitens W. Teudt, J. Andree, Schröppe und Wolfert u.a. geschah - kann nicht nachsichtiger als ein Erkennungszeichen von purer Dummheit bezeichnet werden, denn wie wollen diese Leute erklären, wie es kommt, dass schon „Karl der Große“ - der Irminsul-Zerstörer - solche angeblich heidnischen Irminsul-Zepter, in Wahrheit aber Palmbaumzepter in Händen hält ? Es wäre doch absolut hirnrissig, dem Frankenkönig eine Verehrung der Irminsul unterstellen zu wollen. Derartige Dummheiten der genannten Personen haben ihre Wurzeln in einer erschreckenden Unkenntnis der vorhandenen Bildquellen.]
 
Trendwende in der Frühgeschichtsforschung
 
[Von einer Trendwende bezüglich der antigermanischen Berichterstattung der BRD-Lizenz-Medien und der staatlich gelenkten, subventionierten universitären Forschung - die Wolfert damals herbei fantasierte - hat man bis zum heutigen Tage leider nichts bemerken können.] Spätestens seitdem der Europarat 1992 eine Kampagne ins Leben gerufen hatte, mit dem Motto ,Die Bronzezeit, das erste goldene Zeitalter Europas‘, und die für das Kulturerbe zuständigen Minister der europäischen Mitgliedsstaaten eine Europäische Konvention zum Schutze des Archäologischen Kulturgutes unterzeichneten, weht ein zwar zarter doch immerhin offener Wind in den Segeln der Frühgeschichtsforschung. Es wurde ein Archäologisches Programm verabschiedet, das als erstes vereinbart, ,in einer Kampagne zur Bronzezeit das Bewußtsein in der Öffentlichkeit für die Wurzeln europäischer Kultur und Werte zu fördern.‘ Dr. Dr. Günter Wegner, Leiter des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover, schreibt: ,Es gibt manchen Grund, warum die Bronzezeit in den letzten Jahrzehnten nicht das Hätschelkind der archäologischen Forschung war. Es wäre schön, wenn die ersten Aktivitäten, zu der Niedersachsens Archäologen sich durch die Kampagne des Europarates veranlaßt fühlten, nicht nur zu einer momentanen Bestandsaufnahme geführt hätte, sondern zu intensiver Forschung motivieren würde.‘
 
Diese von öffentlicher Seite erkennbare zarte Trendwende gilt es zu unterstützen und untermauern, zumal sich diese Wende nicht nur auf wissenschaftlicher, akkreditierter Ebene abspielt, sondern weil ,Leute vom Fach‘ sich zunehmend offener für Hinweise und Hilfen aus den Kreisen der Heimatforscher zeigen; eine Entwicklung, die die Forschung wieder in ,das rechte Lot‘ bringt. [Soweit ist den Ausführungen Wolferts beizupflichten, doch dann folgen seine unsachlichen Auslassungen, die mit dem Vorhergesagten in keinerlei Verbindung stehen.]
 
Um so verwunderlicher erscheint es, daß in einem kürzlich erschienenen Aufsatz [Der „kürzlich“ erschienene Aufsatz erschien in Wahrheit 24 Jahre (!) vor dem Erguss des Herrn Wolfert in „Pen Tuisko“, Folge 17. April 1990, sowie in „DGG“, 4/90.] von Gerhard Heß überwunden geglaubte Praktiken wieder aufleben: So wird z. B. statt einer sachlichen, objektiven Auseinandersetzung mit den Forschungsergebnissen von Wilhelm Teudt in Verunglimpfungen und unqualifizierte Angriffsmethoden verfallen. [Solch ein frecher Schwachsinn: „überwunden geglaubte Praktiken…“ Kein Autor (!) hat vor mir hinreichend erwiesen - gestützt auf einem breiten Bildquellenmaterial - dass die sog. „Irminsul vom Externstein“ exakt, und zwar in jedem Detail, der vorderasiatischen Dattelpalmbaum-Ikone entspricht, wie sie im Orient seit Jahrtausenden auf unzähligen Bildwerken nachzuweisen ist. Wolfert hätte nur einmal weniger in die überholte diesbezügliche Literatur der 30er Jahre starren sollen, und alternativ dazu meine vorgelegten Bildquellen vergleichen mögen, und schon wäre er von seinem Wilhelm-Teudt-Syndom befreit worden. Die neuere Literatur, die Wolfert anspricht, beschäftigt sich mit der Irminsul-Palmetten-Frage überhaupt nicht. Ein G.A.B. Schierenberg veröffentlichte im Jahre 1879 eine Schrift in der er schon jene Fehldeutung von einer Irminsul im Externstein-Relief in die Welt posaunte, doch W. Teudt wurde erst der erfolgreiche Propagandist dieser Dummheit. Ich habe ja an der Person des W. Teudt überhaupt nichts anderes auszusetzen als dessen unwissenschaftliche Leichtsinnigkeit. Geht es um blindgläubigen Personenkult, oder geht es um die historische Wahrheit ? Diese Frage muss ich Herrn Wolfert eindringlich stellen. Geht es ihm um einen kindhaften Erfolg bei unwissenden Lesern ? Wenn er ein echter, sachlicher Freund germanisch-deutscher Kultur wäre, würde er sich nicht mit deratigen Mätzchen befassen, wissenschaftlich fundierte Positionen unglaubwürdig reden zu wollen, nur weil sie den altbackenen Postulaten liebgewordener Autoren im Dritten-Reich zuwiderlaufen. Herr Wolfert, die Wissenschaft ruht sich niemals auf Lorbeeren aus, die Foschung und ihre Erkenntnisse gehen weiter und oft auch über morsch gewordene Eichenstämme - wie W. Teudt - hinweg. Will dieser dummschwätzende D.S. Wolfert wirklich argumentieren, die Altsachsen hätten den orientalischen Palmbaum als ihre „Allsäule“ heilig gehalten ?] In dem Aufsatz von G. Heß geht es vornehmlich um das an dem Externstein befindliche Kreuzabnahmerelief und hier wiederum vorrangig um das seltsame Gebilde, auf dem Nikodemus bei der Kreuzabnahme steht. [Es folgt im Originalartikel die hinreichend bekannte Fotografie vom gebogenen Dattelpalmbaum, mit der Unterschriftung „Irminsul“] Heß versucht dort in pseudowissenschaftlicher Beweisführung, [Was der Scharlatan Wolfert die Chutzpe hat, „pseudowissenschaftliche Beweisführung“ zu nennen, sind die unumstößlichen Bildquellen zur vorderasiatischen Sakral- und Schmuckkunst aus dem 2./1. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung. Über diese Zeugnisse kann sich jeder der guten Willens ist in der einschlägigen Fachliteratur kundig machen. Wie es in meinen Schriften üblich ist, gebe ich die Quellen exakt an. Der Interessierte kann sich in die orientalische Palmetten-Kunst beispielsweise mithilfe jedes Ausstellungskataloges zur irakischen, iranischen, syrischen, hethitischen, helladischen, frühgriechischen, phönizischen Geschichte/Kunstgeschichte einarbeiten.] dieses Gebilde als ,sumerisch - babylonisch – assyrisch – zyprische‘ (sprich orientalische) ,Dattelpalmen-Nachbildung‘ zu deuten. Mit der Frage , wie sich die Einwanderung des heiligen Lebensbaumes der Orientalen ins mythische Kernland der Deutschen erklären läßt, induziert er im Leser die absolute, überragende Wichtigkeit dieser, seiner Frage, mit der Äußerung, daß nur ,schlichte Gemüter sich wahrscheinlich mehr über diese Frage selbst wundern als über deren Inhalt‘, denn, so Heß, es sei doch nicht zu verwundern, daß neben einer Kreuzigung in Jerusalem nicht auch eine Palme erscheine. Palme, Sessel, Hocker, Gabelbaum oder Irminsul; der Streit um die Deutung dieses Gebildes ist so alt wie Goethe. Focke schreibt: „Goethe hat die Fußstütze des Nikodemus richtig als Baum erkannt. [Mit „überwunden geglaubten Praktiken…“ haben meine vielen Forschungsreisen (mit zahllosen Museumsbesuchen) nach Kreta, Zypern, südliche Türkei, Syrien, Irak (Bagdad), Ägypten und Tunesien nun wirklich nichts zu tun. Herr Wolfert ist offensichtlich hartnäckig begriffsstutzig. Er erwähnt Goethes Meinung, das Externstein-Gebilde sei ein Baum. Herr Wolfert fangen Sie endlich an, folgerichtig zu denken: Die Irminsul wird in den „Fränkischen Annalen“ als die Allsäule der Sachsen beschrieben ! Ist ein Baum als Himmelssäule denkbar ? Nein !]
 
Der Fragenkreis um G. Heß Deutung ist sicherlich berechtigt, würde er nicht den heutigen Forschungsstand stillschweigend übergehen. Letztendlich zeigt sich der scheinbar erklärbare Sinn seines Aufsatzes in dem am Ende seiner Ausführungen erbrachten ,amüsantesten Treppenwitz der Welt- und Geistesgeschichte', die (nach seiner Beweisführung) orientalische Dattelpalme, als Irminsul verwechselt und von einer neuheidnischen ,Rückbesinnungsbewegung als gegenchristliches Symbol verwendet.‘ G. Heß´ Freude daran zu beweisen, daß ,dem deutschen Neuheidentum (der) Wechselbalg eines orientalischen Baumes in die Wiege geschmuggelt wurde‘, wird erst erklärlich, wenn man die dazugehörige Tatsache, daß Heß selber sich nunmehr [„Nunmehr“ ? - Herr Wolfert, hätten Sie Ihren Artikel nicht von Herrn Schröppe schlichtweg kopiert, wäre Ihnen aufgefallen, dass Sie hier von Vorkommnissen reden die ca. 16 Jahre zurücklagen -, heute liegen sie mehr als 18 Jahre zurück. Ich erinnere, meinen Artikel - um den es Ihnen hier geht - schrieb ich im Sommer des Jahres 1989 und veröffentlicht wurde er mehrfach im Jahre 1990, z.B. in der April-Ausgabe der „Deutschen-Hochschullehrer-Zeitung“. Was also Wolfert die Unverfrorenheit hat, „Tatsache“ zu nennen, ist eine glatte Lüge seinerseits ! Allein dieser Umstand zeigt, dass es Wolfert nicht um die Abwehr unberechtigter Angriffe auf „seinen“ Externstein-Irminsul-Glauben geht, sowie biedere Richtigstellung, sondern um Ehrabschneidung, Verleumdung und geradezu sektiererisches, mönchisches Eiferertum gegen den wissenschaftlichen Fortschritt, den ich vertrete.] im Streit mit der ,neuheidnischen Rückbesinnungsbewegung‘ befindet, für die er selbst tätig war, berücksichtigt. Sollte dieses der wahre Beweggrund zur Verfassung eines Aufsatzes zum Thema Externsteine sein, wäre es doch bedauerlich, diese als Tatsache hingestellte Beweisführung unwidersprochen stehen zu lassen. Abgesehen von der Unverantwortlichkeit allen jenen Forschern gegenüber, die sich seit Jahr und Tag gegen die allgemein ,nur christliche‘ Vergangenheit der Steine wenden und im Kampf der Vorurteile eine offene Wissenschaftlichkeit in diesem Forschungsbereich zu erreichen suchen und sich aktiv gegen den Spruch wenden: ,Da seht´,die Phantasten !‘ [Nun langt Herr Wolfert unappetitlicherweise noch einmal - wie es sein Vorschreiber W.D. Schröppe schon einmal tat (z.B. in „Mensch und Maß“, 9.01.2000) - in die Mottenkiste unkorrekter Unterstellungen. Zu dieser Art von Anwürfen nahm ich bereits Stellung in „Zu den Falschaussagen des Wolf-Dieter Schröppe“. Es ist nicht richtig und wird nicht richtiger durch Wiederholung, dass ich mich im Streit mit der „AG“ des verstorbenen RA J. Rieger befunden hätte und aus solchem niederen Grunde, dessen Vereinssymbol, nämlich die Dattelpalmen-Irminsul, hätte madig machen wollen. Dass Wolfert den von mir korrigierten Schröppe-Artikel streckenweise einfach abgeschrieben hat, geht unzweideutig daraus hervor, dass er im Jahr 2014 die gleichen Anwürfe erhebt wie sein Freund Schröppe im Jahr 2000. Bitte nehmen Sie zu Kenntnis, Herr Wolfert, dass Sie Ihren Lesern einen Teebeutelaufguss anboten der schon im Jahre 2000 ausgelutscht war. Nehmen Sie konkret zur Kenntnis, dass ich meine reformatorisch-kritischen Irminsul-Dattelbaum-Artikel schrieb, bevor Herr J. Rieger mit intriganten Machenschaften gegen mich vorging. Meine Artikel waren also keine Reaktion darauf ! Ich setzte vielmehr J. Rieger über meinen Forschungsstand und den bedenklichen Sachverhalt bezüglich Irminsul- und Externstein in Kenntnis, wie es unter sachbezogenen Interessenten anständigerweise üblich ist. Aber anhand dieser böswilligen Unterstellung der Herren Schröppe und Wolfert ist die ganze Erbärmlichkeit deren Kindergarten-Denke, zu durchschauen. Deren Zwergengeist hat nicht begriffen, um was es hier geht ! Es geht nicht um Hess, um Wolfert, Schröppe, um Rieger oder den alten Teudt. Es geht um die Wiederherstellung der historischen Ehre des deutschen Neuheidentums, das erbärmlicherweise seit Anfang des 19. Jahrhunderts mit einer frei erfundenen 18er-Runenreihe des Fantasten Guido List hantiert und seit W. Teudt für eine nicht existente Externstein-Irminsul schwärmt. Geben Sie sich einen Ruck, Herr Wolfert, beginnen Sie selbst vernünftig zu forschen, werden Sie anständig, im Umgang mit Kritikern denen es um die heilige Sache geht ! Und unterlassen Sie es zukünftig - ungeprüft - die Aufsätze anderer Autoren, wie jenen vom „AG“-Auftragsschreiber Schröppe, als eigene Textung zu veröffentlichen, denn wenn man abschreibt - wie Sie - ist immer die Gefahr gegeben, dass man Fehler abschreibt, wie Sie es schmählich vorexerziert haben. Ich vermochte nicht nur mit meiner Runen-Forschung beweisen, dass ich nicht nur rüge, sondern auch gleichzeitig die besseren Lösungen beibringe. Wäre W.D. Schröppe kein „AG“-Auftragsschreiber - und D.S. Wolfert wohl auch - würden beide Schreiberlinge nicht mit der gleichen Falschinformation arbeiten, ich hätte meine diesbezüglichen Aufsätze nur geschrieben, um damit den damaligen „AG“-Hauptmann RA J. Rieger zu bekämpfen.]
 
 
Die Datierung des Externsteinreliefs
 
Dreh- und Angelpunkt der Heß´schen Beweisführung ist die Datierung für die Entstehung des Kreuzabnahmereliefs. [Dreh- und Angelpunkt meiner Beweisführung ist nun keineswegs die Datierungsfrage, vielmehr sind es die altorientalischen Dattelbaum-Lebensbaum-Abbildungen, die der Externstein-Palme/Palmette aufs Haar gleichen.] Wie so oft in der Externsteinliteratur setzt Heß die Entstehungszeit in das 12. Jahrhundert, genauer, in das Jahr 1118, und schließt auf einen Fertigungszeitraum von 11/2 Jahren. [In das 12. Jahrhundert ist das Relief deshalb zu setzen, weil dessen Formensprache kunstgeschichtlich ins 12. Jh. gehört und z.B. der dortige Flügeldrache als das übliche Satans-Gleichnis des 12. Jhs. galt. Das Externstein-Relief gehört ins 12. Jahrhundert, was sehr gut anhand des Drachenbildes zu deuten ist. Man beschaue zum Vergleich den Einfügung der Goslar Domvorhalle, mit dem linken Flügeldrachen. Der Bau ist im 12. Jh. an die ehemalige Stiftskirche angebaut worden. Oder das St.-Pankratius-Portal der Stiftskirche zu Hamersleben (Lkr. Börde) mit den beiden Drachen im Tympanon. Ebenso die Drachenbilder-Kapitelle dieser dreischiffigen Basilika, die im Zeitraum 1110-1140 errichtet worden ist. Auch der Flügeldrachen auf dem Sockel der Taufe von der Kirche Althadersleben (Südjütland / Dänemark). Das gotländische sandsteinerne Taufbecken ist aus dem 12. Jahrhundert. Der geflügelte Satans-Drachen entspricht in den Grundmerkmalen ganz dem auf dem Externstein-Bild. Auch er besitzt den Dreiblatt- bzw. Lilien-Schwanzquast wie der Externstein-Drachen. (Abb. c) - Der ganze fatale noch heute die Betrachter verwirrende Widerspruch erwuchs aus dem Umstand, dass im 12. Jh. die einen - und zwar die staatlich-kaiserlicherseits Legitimierten - das sog. Lilien-Zeichen als ihr Herrschaftssymbol verwendeten und gleichzeitig manche mönchischen, fundamentalistisch Orientierten, das Dreispross-Zeichen als heidnisches Emblem verächtlich machten; beides ist aus den noch vorhandenen Bildwerken nachweisbar. 
 
Abb. c - Mein Papierabrieb vom Althaderslev-Flügeldrachen, 12. Jh.
 
Abb. d - Kapitell vom Dom zu Lund, 12. Jh.
 
Der Dom zu Lund im schwedischen Schonen wurde 1145 geweiht, die Krypta von Erzbischof Asker bereits 1123. Eines der romanischen Kapitelle, mit Vögeln, Trauben, beinhaltet auch an beiden oberen Winkeln Lebensbaummotive, welche die gleichen Dreiwinken-Köpfe zeigen wie es der Lebensbaum im Externsteinbild aufweist. Gleichgültig ob der Anthroposoph Walter Matthes das Relief an den Externsteinen als karolingisch einstuft, es zeigt mehrere Merkmale des 12. Jahrhunderts -; Matthes wird sich revidieren müssen.] 
 
So deutet Heß die ,Bildsprache des Externsteinreliefs‘ mit den Umständen, die ermittelbar mit dieser Jahreszahl in Verbindung zu bringen seien: die ,gebeugte Palme‘ als Zeichen der gebeugten deutschen Kaiserlichkeit vor dem Papst, welcher als kleines Kind im oberen Register des Reliefs von Gott Vater getragen werde. [Wolfert hat meinen Artikel, den er sich anmaßt, beurteilen zu können, wohl gar nicht gelesen. Die gebeugte Palme habe ich nicht als Zeichen der „gebeugten Kaiserlichkeit vor dem Papst“ beschrieben, sondern ganz allgemein vor der eingebildeten Heiligkeit des irren Golgatha-Geschehens vor dem die Mehrheit der raubeinigen deutschen Ritter des Kaisers wenig Respekt aufbrachten, was man in späteren Jahren gewahr wurde, als die Landsknechte des Georg von Frundsberg in Rom ihrem lang aufgestauten Hass gegen alles was katholisch aussah freien Lauf ließen. Die Paderborner Benediktiner ließen das Relief erstellen und sie stellten den „Kaiser-Palmbaum“, welcher durch die Schlacht am Welfesholz gedemütigt wurde, auch gedemütigt dar - mit den Füßen eines biblischen Christen auf der Brust - wie es aus Sicht der feixenden Benediktiner historisch auch wirklich zutraf.] [Es folgt eine Fotografie des Externsteinrelief mit der Unterschrift „Relief der Externsteine“]
 
Bei diesem Deutungsversuch bleibt es schlicht unverständlich, aus welchem Grunde Heß in seiner Literaturangabe einen Gelehrten erwähnt, der gerade diese Altersdatierung völlig aushebelt. [Auszuhebeln vermag er sie eben ganz und gar nicht ! Warum sollte das „unverständlich“ sein, dass ich ihn lese ? Die Ausführungen des W. Matthes brachten viel Quellenmaterial, sind wichtig zu studieren und zu prüfen, allein er konnte mit seinem Datierungsversuch nicht überzeugen. Ich ringe ebenso wie Matthes um die richtigen Deutungen, ich konnte ihm beim besten Willen nicht in allem folgen. Meine Recherche ist besser fundiert.] In seinem ersten, im Heßschen Beitrag angeführten Buch, weitet Prof. W. Matthes in mehr als 40 Seiten die ,Vermutung‘ aus, daß die erste Klostergründung auf sächsischem Boden von Corbier Mönchen im Anfang des 9. Jahrhunderts am Externstein vollzogen wurde, und somit die Entstehung des Reliefs in dieser Zeit anzusetzen ist. [Matthes Vermutungen basieren auf Vermutungen, auf nicht mehr ! In dieser Zeit stand kein Steinmetzmeister in Zentraleuropa für einen solchen Großauftrag zur Verfügung und es gab auch keinen Anlass dazu, denn in dieser Zeit versuchte man die altheidnischen Kultstätten möglichst zu verschweigen und verbot dem Publikum die Besuche. Ein Großrelief hätte noch keinen werbestrategischen Sinn gemacht.] Es folgte nun ein zweites Buch von Matthes, in dem diese Zeitangabe aus kunstgeschichtlichen und geschichtlichen Gründen bestätigt und bewiesen wird. [Herr Matthes steht ziemlich alleine da mit seinen Fehleinschätzungen. Ich bringe mehr Quellenbildmaterial für die Datierung auf das 12. Jh.]
 
Klostergründung der Corbier Mönche am Externstein
 
Die Wichtigkeit dieser Örtlichkeit, der Klostergründung, des Reliefs und deren Inhalte werden verständlich, wenn man in Betracht zieht, welche Persönlichkeiten und zu welcher Zeit dort wirksam wurden. Es war der erste Versuch einer Klostergründung, die als Ausgangspunkt anzusehen ist, den neuen Glauben ins Land strömen zu lassen. Es waren Corbier Mönche, welche sich dort 816 niederließen und bis zum Jahre 822 verblieben, in dieser Zeit auch den Auftrag zur Entstehung dieses Großreliefs gaben. Matthes schreibt:
 
 ,Es war ja ein ungewöhnlicher Vorgang, daß eine hervorragende Großplastik, die ein Ergebnis christlicher Heilsgeschichte wiedergibt, innerhalb einer unwirtlichen Berglandschaft an der Wand eines mächtigen Felsens angebracht wurde. Das zunächst rätselhaft erscheinende Vorhaben vermag jedoch verständlich zu werden, wenn es als Teil jener Maßnahmen betrachtet werden kann, die nach der Unterwerfung der Sachsen ein bedeutendes heidnisches Felsenheiligtum in eine führende Kultstätte des christianisierten Sachsenlandes umwandeln sollte.‘ [Das ist ja alles richtig, doch ist es bereits Hundertemale vor Matthes durchgekaut und breitgetreten worden und bleibt doch nur eine Vermutung. Und es wäre möglicherweise auch glaubhaft, wenn, ja wenn, eben das abgebogene Baumgebilde vor dem Kreuz nicht exakt dem Lebensbaum-Dattelbaum des Orients entspräche, der das Herrscher- und Kaisersinnbild seit Beginn der Kreuzzüge wurde. Im 9. Jahrhundert gab es in Germanien bzw. bei der schlichten Bauern- und Kleinadel-Bevölkerung Sachsens keine Kenner des orientalischen Lebensbaumes ! Also hätten die Paderborner Mönche mit solch einem Bild auch keinen missionarischen Erfolg erreichen können. Sie rabulieren Herr Wolfert, vermögen nicht selbständig zu urteilen, Sie schreiben als kunstgeschichtlicher Laie lediglich dem Prof. Matthes nach, indem Sie hoffen, dass er Recht hat. Ich lese alles, aber ich begebe mich sodann aufs grüne Feld der eigenen Objektforschung. Meine Externstein-Palmbaum-Artikel sind getragen - nicht von vagen Vermutungen - vielmehr von der langen Logik einer Bild- und Chronologie-Stimmigkeit.]
 
,Gerade an dem Ort des alten Felsenheiligtums, wo schon in heidnischer Zeit große Skulpturen zu sehen waren…‘
 
Die Herkunft der hier handelnden Persönlichkeiten, des Grafen Wala und des Abtes Adalhard, sollen nun letztlich die Wichtigkeit dieses Standortes und ihrer Aufgabe unter Beweis stellen. Adalhard, Leiter des fränkischen Reichsklosters Corbie an der Somme, war Vetter Karls ,des Großen‘. Graf Wala, auf dessen Initiative die Klostergründung am Externstein zurückgeht und der das Relief in Auftrag gab, war ein Halbbruder Adalhards. Bezeichnenderweise war die Mutter Walas eine sächsische Adlige, ,sodaß er von Natur aus ein gutes Verhältnis zu den besiegten Sachsen hatte, bei denen er außerordentlich beliebt war.‘ Darüberhinaus hatte Kaiser Karl Wala zum leitenden Sonderbeauftragten für die sächsischen Angelegenheiten ernannt.
 
Der gebeugte Stamm
 
Mit den im vorigen Abschnitt genannten geschichtlichen Hintergründen in Verbindung mit der Gestalt des Wala, treibende Kraft zur Vollstreckung der Klostergründung am Externstein und Auftraggeber der am ersten Felsen befindlichen Skulptur zu sein, sind wir in der Lage, die Bestandteile des Reliefs zu betrachten, in dem nicht nur der ,gebeugte Stamm‘ als einzigartig im Vergleich mit anderen Darstellungen der Kreuzabnahme ins Auge fällt. [Wir sind nur in der Lage die längst quellenmäßig belegte erste Klostergründung am Externstein annehmen zu dürfen, sonst nichts ! Daraus auf die Anbringung des Großreliefs zu schließen, ist freie Hypothese. „Einzigartig“ ist der Casus des „gebeugten Stammes“ nun wieder nicht so ganz. Sie sollten meine Artikel studieren und sich schlauer machen.] Auch andere Merkmale sind zu beleuchten: Hier sei nur beispielhaft das Auftreten des aus drei Ringen bestehenden Hals- und Handgelenkschmuckes der ,Maria‘ zu beachten, einer Zier, welche ausschließlich in dieser Form nur im germanischen Norden zu finden ist. [Ist Ihnen nicht schon aufgefallen, Herr Wolfert, dass auch der links im unteren Register des Reliefs kniende Heidenpriester, mit den langen Zöpfen, ebensolche Halsringe besitzt ?] [Es folgt die Fotografie des beschädigten Maria-Kopfes mit der Unterschrift „Maria mit Halsschmuck“]
 
Doch kommen wir zurück auf den ,gebeugten Stamm‘. Daß dieses Gebilde ,gebeugt‘ zu betrachten ist und nicht als ein Stuhl oder Hocker, steht im Forscherstreit mittlerweile außer Frage. Der aufgerichtete gabeförmige Stamm ist im kunsthistorischen Vergleich oft auf Gegenständen oder Plastiken anzutreffen, vor allem im europäischen Norden, und jahrtausendelang, wenn auch in abgewandelter Form, zu belegen. [Diese Aussage ist so falsch geblieben wie sie es schon im Jahre 2000 des Schröppe-Artikels war. Ich fuhr 16 Jahre Sommer für Sommer nach Skandinavien, um die dortigen Felsritzungen der Bronzezeit in den Wäldern zu suchen, abzureiben und zuhause zu studieren. Viele davon habe ich auch hier innerhalb der GOD-Artikel veröffentlicht. Wo sind sie nur, die vielen Gabel-Stämme des Nordens ? Auch im Norden - nach eifrigem Suchen - sind wohl Gebilde anzutreffen die so gedeutet werden könnten, ebenso weltweit. Ich erhielt von einem meiner Mentoren, Herman Wirth, dessen gesamte Bibliothek unveröffentlichter Werke und dazu tausende von Einzelfotografien usw., aber die von den Herren Schröppe und Wolfert propagierten vielfach zu findenden „gabelförmigen Stämme auf Gegenständen und Plastiken“ muss ich sehr vermissen. Ich gebe es gerne zu, ich hätte sie allzu gerne gefunden.] Findet man dieses Motiv im Vergleich etwa auf einem phönizischen Dekorationsplättchen oder ein anderes auf einem Philisternapf von 1160 v.d.Zw.
 
 
[Auch diese Aussage ist schlicht und einfach falsch, es gibt nicht einen einzigen Philisternapf auf dessen Dekor etwas zu finden wäre was einer nordischen Irminsul einwandfrei entspräche ! Gerade danach suchte ich ja wie nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen. Was ich fand, waren Dattelpalmbaum-Lebensbaumbilder - schon in helladischer vorgriechischer und vorphilistrischer Ära, und zwar in spielerischer Reichhaltigkeit einfallsreicher Kunsthandwerker. Aber bei 99% handelt es sich um Formen welche sich ableiten vom Grundmuster der säulenartigen Dattelpalme, mit ihrem typischen Fruchtstand-Gehänge, wie es an der Externstein-Palme als kleines nach unten weisendes Röllchenpaar angedeutet ist.], so wäre es töricht, dieses als Beweismittel dafür anzuführen, das Zeichen käme aus dem Orient (selbst wenn man die von Spanuth beschriebene Völkerwanderung der Nordmeervölker nicht beachten wollte !). [Meinem Freund Jürgen Spanuth habe ich seinen Irrtum der Dattelbaum-Irminsul-Bilder in seinen Werken auch nicht verhohlen. Ich führte ihm meinen Fund einer echten Ur-Irminsul, aus der Bohusläner Felsbildlage „Kasen“, in Form meiner Felsbildoriginalabriebe, vor. Spanuth konnte nicht mehr zurück, seine „Pilister“ waren schon im Verkauf und seine „Phönizier“ waren bereits im Druck. Es wird eine Fehldeutung auch dann nicht richtiger wenn sie von einem Freund begangen wird !] Es wäre ebenso töricht, würde man im Vergleich behaupten, die Funde von Dolmen und Steinsetzungen am Jordan bewiesen die Wiege der Megalithkultur in Palästina.
 
Das gebeugte Gebilde gehört im kunsthistorischen Vergleich eindeutig in den nordeuropäischen Kulturkreis, und die von Hamkens bemerkten und aufgezeigten ,Sprossen‘, welche in der Beuge des Stammes am Relief des Externsteines deutlich auszumachen sind, lassen die letzten Zweifel verfliegen [Welche Zweifel sollen denn die Baumsprossen verfliegen lassen ? Sind denn an einer Irminsul, an einer Allsäule Baumsprossen denkbar ? Sie reden Unsinn, Herr Wolfert ! Die Dattelpalme weist die abgeschnittenen Blattsprossen auf, zwar mehrere, nicht so wenige wie sie der reduzierende Steinmetzkünstler wiedergab. Aber noch etwas: Dass es sich um einen gebogenen Baum handelt, meint auch Wolfert, doch frage er sich einmal in stiller ehrlicher Stunde, ob sich eine Säule biegen lässt ?! Eine Irminsäule-Himmelssäule ist nicht zu biegen, die ist allein zu zerbrechen. Von einer Bruchstelle ist an der Externstein-Dattelpalme nichts zu sehen ! Auch dieses Argument spricht für meine Deutung als Palmbaum.], die ,Dattelpalmentheorie‘ könne auch nur ein Fünkchen Wahrheit beinhalten. [Herr Wolfert gefällt sich in reinster Rabulistik, aber mit Worten ist kein Dom zu erbauen und ein Beweis ebenso wenig. Man muss schon Steine klopfen, wie ich es getan habe. Nicht einen einzige Beweis ihrer Theorie haben die Sprücheklopfer Schröppe und Wolfert beigebracht. Wo sind sie, Ihre Bildbelegte, meine Herren ? Ich brachte die Bildbelege für meine Beweisführungen und meine Kritiker nichts als blah, blah blah ! Die vielen eklatanten Widersprüche innerhalb ihrer Theorien fallen den beiden streitlustigen, ignoranten Herren nicht auf, sind sie des logischen Denkens nicht fähig ? Ich bin über so viel Begriffsstutzigkeit schon recht verwundert. Man gibt zu, einen Externstein-Baum vor sich zu haben, bleibt aber stur dabei, es müsse doch eine Säule sein. Wo bleibt da die Logik ?
 
Ein wichtiges Kriterium ist im Gesamtzusammenhang noch zu besprechen, etwas was selbst manchem gutwilligen Studenten den Zugang zum vollen Verständnis des Palmbaum-Lebensbaum-Irminsul-Komplex zunächst versperrt, es sind die anzutreffenden Mischformen von Baum und Säule. Sie kommen schon in babylonischer Zeit vor, wo innerhalb eines bekannten Reliefs der schlanke hohe Palmbaum als Stützte des Himmelsbaldachins fungiert. Also vermochten schon babylonische Visionäre den Dattelbaum-Lebensbaum als kosmische Säule zu sehen. Aber das geschah und konnte nur geschehen, weil der Palmbaum einer Säule gleicht; kein anderer und sowieso kein germanischer Baum ist säulengleich und hätte als Himmelssäulengleichnis dienen können. Somit kann die orientalische Sinnverknüpfung von Palme als Lebensbaum und Palme als Himmelsstütze niemals gleichermaßen in Germanien eine Entwicklung erfahren haben und ebenso wenig auf ein germanisches/frühdeutsches Verständnis gestoßen sein. Derartige Anschauungsbilder, auch das des „Lebensbaumes“ hat erst die christliche Mission nach Nordeuropa gebracht. Es gab keinen „Lebensbaum“ in der germ. Mythologie, es gab allein einen „Weltenbaum“ (Eibe Yggdrasils) und eine Himmelsstütze (Irminsul). Und die Dattelpalme, der orientalische Lebensbaum, wurde nicht als lebensferne Metapher zum Lebensbaum-Sinnbild, sondern ganz konkret deshalb, weil die Gemeinschaften der Stadtkulturen allein wegen der kommunal organisierten Pflege, Bestäubung und Ernte der Dattelfrüchte überlebten. Die Ikonisierung des vorderasiatischen Dattelpalm-Lebensbaum-Sinnbilds ist bereits im 2. Jahrtausend vor Ztr. erfolgt. Eine reiche Formenvielfalt musste sich über diese langen Zeiträume hinweg entwickeln, so dass es dem Neuling mitunter schwerfallen mag, in den Dekor- und Ziergebilden noch das Grundmuster des Dattelbaum-Lebensbaums zu erkennen. Das sicherste Anzeigen, dass es sich aber um einen vom Künstler gemeinten Lebensbaum, also im Grunde um ein orientalisches Sinnbild handelt, sind die beiden nach unten weisenden Röllchen unterhalb der Palmblätterkrone oder der Doppelranken-Reduzierung (wie bei der Externstein-Palmette). Diese beiden Röllchen deuten die Dattelfrucht-Gehänge an, das Wesentliche am Lebensbaum. Diese Dattelfrucht-Röllchen weist eben auch das besprochen Palmetten-Bildwerk im Externstein-Kreuzabnahmerelief auf, wodurch sich das Bild einwandfrei als Lebensbaum und nicht als irminsulische Himmelsstütze erklärt.]
 
Abb. e - Zeichnung eines Kapitell-Reliefs in St. Pietro, Pavia/Oberitalien
 
Beispielhaft dafür, wie solche Gestaltungskombinationen von Palmbaum und Säule laienhafte Betrachter in die Irre führen können, ist ein Kapitel-Relief in St. Pietro, Pavia (Abb. e), dessen Existenz ich nicht garantieren kann, weil ich es im Original nicht gesehen habe und weil es sich lediglich um eine Nachzeichnung handelt, deren Genauigkeit sich der Beurteilungsmöglichkeit entzieht. Darauf kommt es aber auch nicht an, denn ebenso könnten weitere Beispiele dieser Art aufgezeigt werden. Hier wurde unzweifelhaft kein Baumstamm, sondern ein Säulenschaft dargestellt, der an der Spitze im gleichen Dreiwinkel-Kopf endet, wie es die Externstein-Palmette zeigt und ebenso das Relief vom Dom zu Lund. Eine solche Dreieck- bzw. Winkel-Bekrönung kommt bei den orientalischen Vorbildern auch vor, über anderthalb Jahrtausenden vor der Schaffung des Externstein-Bildes (Abb. f). Wie es z.B. an Pfeilerkapitellen aus Zypern, der eisenzeitlich-archaischen Periode, des 6. Jh. v.0 zu sehen ist (Antikensammlung des „Kunsthistorischen Museums / Wien“, unter der Inventarnummer „ANSA_I_717“). Die zu beachtenden und hervorzuhebenden Details dieses Reliefs aber sind die beiden Astranken welche sich - ebenso wie bei der Externstein-Palmette - nach rechts und links hinschlingen. Es wurde keine eindeutige Dattelpalme, aber ein jedenfalls planzliches Mischgebilde ins Bild gesetzt. Auch hier gelangten, künstlerisch-verspielt, die typisch gerippten Palmblätter zur Darstellung -, besonders deutlich linksseitig und bei der Wipfelkrönung. Zwei weiche, nicht symmetrische Astranken sprossen an diesem Säulenschaft-Baum. Völlig ungeeignet wäre dieses Gebilde, das Himmelsdach zu stützen, was ja die mythisch-mythologische Aufgabe der germanischen Irminsul gewesen sein soll ! Dieses Bildnis von St. Pietro ist also absolut ungeeignet argumentativ als Irminsul-Beispiel angeführt zu werden, wie das zuweilen weniger genaue Beobachter leichtfertig versuchen.
 
Abb. f - Kein Irminsul-Säulenkopf,
sondern ein Lebensbaum-Kapitell von Zypern des 7./6. Jh. v. Ztr.,
ca. 1.500 Jahre vor Fällung der Irminsul durch Frankenkönig Karl
 
 
 
 
 
Sinnbild des ,alten Glaubens‘
 
Nicht zuletzt sei zu bemerken, daß solche aufgerichteten, stilisierten Zeichen oft als Zeugnis des alten Glaubens dargestellt wurden, so zum Beispiel unzweifelhaft in der Darstellung am Elstertrebnitzer Türsturz. Prof. Dr. Julius Andree beschreibt ihn so: ,Die alte frühchristlich-germanische Darstellung zeigt in der Mitte die Gottheit über einer halbkreisförmigen Nische, zu der Treppen hinaufführen. Die Gottheit wird verehrt von Menschen des neuen Glaubens (rechts mit Kreuz und Traube) wie von Menschen des alten Glaubens (links mit Irminsul und Sonnenrad).‘ [Bitte nehmen Sie mir meine unverschnörkelte Direktheit nicht allzu übel, aber die unklugen, von keinerlei Kenntnis erhellten Darlegungen des trotteligen Dr. Julius Andree wiederzukäuen ist schlichtweg blöde ! Dieses angebliche „Irminsulchen“, welches der linke Anbeter im Elstertrebnitz-Türsturz vor sich hält, ist die Herrschafts-Lilie welche tausendfach in der christlichen Ikonographie des Mittelalters zu finden ist. Wenn Sie, Herr Wolfert, nicht einmal die Grundschulbegriffe der Kunstgeschichte beherrschen, sollten Sie einfach nur den Mund halten und nicht durch derartige Albernheiten Ihre partielle Dummheit preisgeben. Ich rufe Ihnen sehr ernsthaft zu: Bleiben Sie bei Ihren Leisten, Sie mögen woanders etwas wissen und können, doch warum begeben Sie ich auf ein Parkett auf dem Sie beständig ausrutschen und auf die Nase fallen ?! - Studieren Sie meinen GOD-Artikel „DIE LÖSUNG DES ELSTERTREBNITZ-RÄTSELS“, damit Sie begreifen, wovon Sie mitzureden wagen.] Sicherlich sehen beide als Sinnbild des alten Glaubens [Keines der beiden „Sinnbilder“ sind solche des alten Glaubens. Die Dattelpalme vom Externstein hätte kein sächsischer Bauer als ein heidnisches Sinnbild begriffen, denn es war das heidnische Sinnbild des Orients und nicht des germ. Nordens. Und das ähnliche Bäumchen vom Elstertrebnitz-Tympanon trugen auf den mittelalterlichen Sigeln, Bullen und Reliefs und Buchmalereien die christliche Kaiser, Könige, Fürsten, Äbtissinnen und Äbte und nicht ein einziger Heide ! Wollen Sie wirklich annehmen, ein markantes altheidnisches Sinnzeichen hätte das beliebteste Herrschaftssymbol des christlichen Mittelalters werden können ? Es handelt sich hier um die sog. „heraldische Lilie“, die sich ebenso aus dem orientalischen Dattel-Lebensbaum entwickelte und schon auch in minoischer Zeit Kretas exakt so dargestellt wurde. Auch dabei handelt es sich um christliche Importware. Hätten die Herrschenden Mittel- und Nordeuropas darin ein heidnisch-germanisches Heilszeichen gewittert, die hätten es nicht mit spitzen Fingern angerührt -, so verhetzt waren die Oberschichten seit der karolingischen Ära.] gedeuteten Zeichen nicht identisch, sondern nur ähnlich aus, doch erfolgt ihre Übereinstimmung in ihrer religiösen Aussage, zumal das ,gebeugte‘ Sinnbild an einem Ort steht, der bewiesenerweise ein Zentrum des heidnischen Glaubens darstellte, zu deren Zerstörung (einer militärisch bedeutungslosen Anlage) das fränkische Heer, mitten im feindlichen Land, drei Tage verwendete. Ist aber die politische wie kultische Bedeutung so groß gewesen, wie eben angedeutet, dann war die Kunde von einer Zerstörung nicht so leicht zu vergessen, d.h. das Wissen um den Gegenstand und sein Name blieben lange erhalten, auch wenn beides im Laufe der Jahre nach dem Glaubenswechsel vielleicht entstellt wurde. [Oh Gott, Herr Wolfert, kommen Sie aus Ihren Jenseitsflügen einer zusammengeträumten Fantasiewelt zurück in die Wirklichkeit des Beweisbaren und des Faktischen -, ich musste es auch. Oder schreiben Sie, wenn Ihen nach Schwärmen zumute ist - wie ich es zuweilen mache - reine Dichtungen. Aber Ihr ignorantes pseudowissenschaftliches Gehabe ist kaum zu ertragen. Was halten Sie von Reisebeschreibungen der Holsteinischen-Schweiz, wär' das nichts für Sie ? Dort kann man nicht mehr so schlimm abrutschen und versinken, die Sümpfe dort sind so gut wie alle trockengelegt. ]
 
Diesem Schluß entsprechen die Zeugnisse, die z. B. Jakob Grimm über die Fortdauer und Bedeutung des Namens Irminsul anführt. ,Sie ist auch im 12. Jahrhunder noch unerloschen‘, schrieb er, und wenn er dazu weiter berichtet, ,in Hochdeutschland verband man, vom achten bis zum dreizehnten Jh. mit irmensul, irminsul die allgemeine Vorstellung eines heidnischen, auf einer Säule errichteten Bildes‘, so ist ein Nachleben von Wort und Sinn über ein halbes Jahrtausend hinweg bezeugt. [Ja, der Begriff Irminsul ist mehrfach aus alter Literatur belegt, nur wie sie aussah, das müssen wir selbst erforschen, wie ich es mit gutem Erfolg seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts betrieben habe.]
 
Somit gehört das gebeugte Säulenzeichen [Ein „gebeugtes Säulenzeichen“, gibt es nicht am Externstein-Relief, ein solches wäre eine geneigte Säule, wir haben aber einen gebogenen Baum. Herr Wolfert, ist es Ihnen denn wirklich nicht gegeben, Baum und Säule auseinander zu halten ?] unzweideutig in den religions-geschichtlichen Rahmen. Sicherlich kann man sich nicht auf eine festgelegte künstlerische Gestaltungsform der Irminsul versteifen. [Natürlich kann man es, man muss es sogar, die Irminsul ist keineswegs ein beliebiges Sinnzeichen ! Säule der Himmelserhaltung und die Doppelspirale des solaren Heilsweges gehören unabdingbar dazu. Aber davon hat der Möchtegern-Irminsul-Deuter keinen blassen Schimmer.] Die mehrtausendjärhige Glaubensgeschichte der nordeuropäischen Völker erlaubte sicherlich eine Wandlungsfähigkeit, zumal sich ihre Religion nicht festschreiben läßt, keinem Dogma unterworfen war. Hier muß auf die Arbeiten von Wilhelm Grönbech verwiesen werden, der diesen Bereich des germanischen Lebens unverrückbar dargelegt hat. [Der wunderbar zu lesende Grönbech hat zur Irminsul-Frage am Externsteinrelief nichts beigesteuert.]
 
Demnach müssen wir der ,Irminsul‘ in ihren unterschiedlichen Gestaltungsformen eine Wandlungsfähigkeit zusprechen, die von zeitlicher und künstlerischer Prägung des jeweiligen Künstlers bestimmt und/oder betont wurde. [Das ist nicht verkehrt, doch aus der altsächsischen Allsäule führt kein Wandlungsweg bis zum orientalischen Dattelbaum-Lebensbaum des Externstein-Reliefs.] Das Zerschlagen der Beine des Nikodemus, der auf dem gebeugten, religiösen Sinneszeichen steht, deutet nicht zuletzt auf die innere Verfassung des sächsischen Täters, der, nachdem der Externstein nach mißglückter Klostergründung wieder der freien Natur überlassen war, zu Ehren seines alten Glaubens, einen letzten Akt der Auflehnung offenkundig darbot. [In welcher Zeit der erwähnte Beinabschlag erfolgte, ist nicht feststellbar; ich plädiere dafür, dass ein Anhänger des Kaisers Heinrich VI. für den Beinabschlag verantwortlich zu machen ist. Denn die gebeugte Herrscher-Palme (bekanntlich auch auf dem normanisch-deutschen Kaisermantel) meint den Kaiser selbst, welcher im Jahre 1115 die Schlacht am Welfesholz gegen die Ostsachsen verlor.] Und nicht ungeachtet darf die Gestalt dieses Nikodemus bleiben. Sie bildet den Schlüssel zur Deutung dieses Gebildes, das Nikodemus mit Füßen tritt. Sein Haupt lehnt sich am Schnittpunkt des Kreuzbalkens an, das heißt, er ruht gerade dort, wo sich kurz zuvor das Herz des Gekreuzigten befand. [Es folgt der fotografische Ausschnitt des zentralen Externstein-Reliefs mit dem Körper des Jeshua, des Nikodemus und dem Kopf des Josef von Arimathia. Die Bildunterschrift lautet: „Nikodemus“]
 
Unter seinen Füßen hat Nikodemus als Podest den gebeugten Stamm, der zu dem Kreuz in einem unverkennbaren Gegensatz steht und sich deutlich vom Kreuz abwendet. [Das ist richtig, doch warfen die Benediktinermönche und große Teile der Kurie im 12. Jahrhundert den Heinrich-Kaisern vor, dass sie heidnisch seien. Es grassierte der Investiturstreit und des Heinrich V. Feldhauptmann Hoyer von Mansfeld hatte in Rom den Papst Paschalis am Hemdkragen gepackt und gefangen genommen. Die Frommen tobten damals gegen die Salier und ein kaiserlicher Eiferer wird - vielleicht sogar im Auftrag des Kaisers selbst - dem Nikodemus die Beine abgeschlagen haben, denn der Kaiser kam nicht mehr in den norddeutschen Raum, er bekam dort, seit der Welfesholz-Schlacht, keine Aktionsgelegenheit mehr.] In der Art, wie diese drei Figuren angeordnet und aufeinander bezogen sind, offenbart sich ein Zusammenhang, der nicht nur formaler Art ist. Aufschlußreich wird der Zusammenhang, wenn der Name des Nikodemus untersucht wird. [Glauben Schröppe und Wolfert im Ernst, im benediktinischen Kreuzabnahme-Relief könnten sich verborgene heidnische Aussagen finden lassen ?] Er gehört der griechischen Sprache an und ist aus zwei Teilen zusammengesetzt: aus nikan, das heißt siegen, überwinden, und aus demos, das heißt Volk. Sein Name kennzeichnet den ,überwundenen, besiegten Volksglauben‘. So steht Nikodemus folgerichtig auf dem gebeugten Sinnbild des alten Volksglaubens, der Irminsul. [Auch diesen knorrigen Schwulst hat Wolfert von Schröppe übernommen. Demos heißt - so nebenbei gesagt - keineswegs „volk/völkisch, vielmehr bezeichneten die Griechen mit diesem Begriff den Dreck, den Abschaum, den sie beim Abkochen abhoben, um ihn wegzuwerfen. Ob man in Deutschland des 9. oder 12. Jhs. den Nikodemos etymologisch korrekt deuten konnte oder überhaupt wollte, ist äußerst fraglich. Das sind doch pseudointellektuelle Ausdeutungsspielchen von Leuten denen etwas Handfestes nicht einfällt.]
 
Gruß an den alten Glauben
 
TA KI
 
 
Gruß an unsere Ahnen
Der Honigmann [Artikel Ende]
 

Insgesamt ein närrischer, anachronistischer, rabulistischer Aufsatz der Herren Schröppe, Wolfert und Honigmann (Kolporteur), im Niveau und Wissensstand der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gehalten. Denn auch jüngere Autoren auf der Externstein-Irminsul-Front brachten keine Beiträge, welche neue überzeugende Argumente hätten vorführen können. Weil es eine verlorene Position ist, weil jener Unsinn, aus einer Palmette eine Irminsul zaubern zu wollen, nicht möglich ist. Ein Artikel also der allein geschrieben wurde, um die Uhr zurückzudrehen, um etwas wegreden zu wollen was durch Worte nicht aus der Welt zu schaffen ist. Die Sprache des Faktischen bleibt allezeit allein schlagend. Hier stelle ich noch einmal meinen Bildvergleich an den Fuß des Textes. Wer Augen hat, zu sehen, der sehe und verabschiede sich von den Scharlatanen die behaupten, im Externstein-Kreuzabnahme-Relief hätten die Benediktiner-Mönche von Paderborn etwas anderes abbilden lassen, als den biblischen Lebensbaum der Orientalen, der nach den Kreuzzügen zum Herrschersymbol des Hochmittelalters gedieh, die lebensspendende - aber dem ursprünglichen Norden völlig fremde - Dattelpalme. Was diese Debatte so überaus närrisch macht ist der Umstand, dass meine blindgläubigen Gegner zu borniert oder zu arrogant sind, sich die beiden Arme/Voluten ihrer Externstein-Ikone genau auzusehen, es sind die gerippenten Blätter der Palme. Warum sollte eine Irminsäule zwei geschwungene Palmblätter aufweisen und darunter die beiden kleinen Röllchen, als die bekannten typischen Andeutungen für die Datteln ?! Ich frage konkret und nicht rhetorisch: Warum diskutiert Ihr über Undiskutierbares ? Habt Ihr keine Augen rechts und links der Nase ? smiley    

Einige künstlerische Formen der Dattelpalme und NICHT einer Gabelstütze 

Abb. g = Dattelpalme von assyrischem Relief – Abb. 7 = Palme von einem griech. Apollo-Dionysos-Krater – Abb. 8 + 9 + 10 = Dattelpalm-Ikonen auf phönizischen Reliefplättchen – Abb. 11 = Dattelpalme auf dem deutschen Kaisermantel – Abb. 12 = aufgerichtete Dattelpalme vom Externstein-Relief – Abb. 13. = Dattelpalmbaum-Logo des Vereins „Artgemeinschaft“ 
 

KREUZ und PALMBAUM-IDOL am EXTERN­STEIN

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