AM EXTERNSTEIN

35 Jahre Externstein-Forschung - 2016
 
 
 
Am Externstein-Relief u. in der Grotte - 5.11.1989
 
 
AM EXTERNSTEIN
 
Wie oft stand sinnend ich allein
am rätselschweren Externstein
und prüfte sorglich Teil für Teil,
was blieb besteh’n vom alten Heil ?
 
Lang‘ ist sie hin, die freie Zeit,
das Heiligtum ist arg entweiht
durch diese Kreuz-Bild-Meißelei,
die Christen-Terrors Stempel sei.
 
Das Bildnis gibt vielfältig kund‘,
bald tausend Jahr‘, bis heut‘ge Stund‘,
dem der es recht zu lesen weiß,
aus nüchternem Verstandeskreis.
 
So mancher steht als blinder Tor,
unwissend diesem Steinbild vor,
und sieht und sieht, trotz bestem Licht,
worauf es ankommt trotzdem nicht.
 
So ist mit Blindheit reich begabt,
der sich am alten Irrtum labt
und sich wie einstmals Pfarrer Teudt,
an nicht vorhandener Sul erfreut.
 
Die Narren werden niemals all,
mit einem Sparren oder Knall,
sind nicht nur jene reich bestückt,
die von Natur aus sind verrückt.
 
Der Externstein ist voller Fragen-Not,
ein Geist, der nicht mehr fragt, ist tot.
Antworten werden nie verschenkt,
nur Wissenschaft zum Wissen lenkt.
 
Und Studium heißt langer Jahre Qual,
ist Wandern durch ein dunkles Tal.
Nur wer den Weg zum Gipfel steigt,
dem wird der weite Blick gezeigt !
 
 
 
Der ansonsten redliche Pfarrer Wilhelm Teudt (1860-1942) war maßgeblich daran beteiligt, den grauenhaften Unsinn zu verbreiten, der orientalische Dattelpalm-Lebensbaum im Externstein-Relief würde die altsächsische Irminsul darstellen.
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