VERLIEBT IN DIE EIGENE NARRETEI

VERLIEBT IN DIE EIGENE NARRETEI

 

Seit den scheußlichen Leichtsinnigkeiten, um sie nicht zutreffender Dummheiten zu nennen, mit denen Wilhelm Teudt (1860-1942) das deutsche Patriotentum, durch fatale Fehlschlüsse bezüglich IRMINSUL, belastet hast, formierte sich eine Art Irminsul-Schutztruppe, die in ihre Irminsul-Narretei derart verliebt ist, dass sie gegen jeden Neuerer ankämpft, der sie von ihrem Wahn zu erlösen versucht. Diese laienhaften Schwärmer stehen mit Nibelungentreue felsenfest auf der Bastion ihrer Albernheit und verteidigen die orientalische Dattelpalmen-„Irminsul“ mit Klauen und Zähnen. Hierbei handelt es sich gewiss nicht um ein weltgeschichtliches Problem, aber immerhin um ein Geschichtchen, über das manch ein Wissender von der Gegenseite sein Schnupftuch von Lachtränen gänzlich durchfeuchten wird.

 

Es liegt hier ein geradezu erschütterndes Beispiel dafür vor, wie Menschen durch Exerzitien bzw. durch beständiges Einreden von unsinnigen Sachverhalten, dazu bestimmt werden können, geistige Selbstbeschränkungen zu erfahren, ihr optisches Urteilsvermögen zu verlieren, so dass zwei allerdeutlichste Palmblattwedel als eine Weltstützengabel geschaut werden können. Nun gibt es sogar einige stolze Ritter der Unvernunft, die sich gewichtig und gespreizt anschicken, diese alte Eselei in Gestalt langatmiger Erörterungen und Diskussionen zu verteidigen. Angesichts der nachprüfbaren Eindeutigkeit, gleichen diese Leute in ihrem Unterfangen den mittelalterlichen Scholastikern, welche mittels der absurdesten Winkelzüge ihrer verquasten biblischen Doktrinen wider Natur und Natürlichkeit anstritten.

 

Mir liegt es fern, irgendeiner aufrichtigen Person zu nahe treten zu wollen, doch zum größten Bedauern der ernsthaften Beschauer ist es ein Fakt, dass fast das gesamte neudeutsche Heidentum, was seine Grundkonstitutionen anbelangt, einen närrischen Verein darstellt, welcher auf den frei zusammenfantasierten, spinnerten Entwürfen von Guido List, R.J. Gorsleben und F.B. Marby basiert und als Krönung ein orientalisches Dattelpalmen-Logo als Vereinsabzeichen anhimmelt.

 

Neudeutschheidnische Narretei, die orientalische Dattelbaum-Ikone triumhiert über dem Globus

 

Seit einigen Jahrzehnten lege ich mittels schlagendem Bildmaterial dar, dass die von deutschen Neuheiden als ihr Sinnbild genutzte Irminsul nichts anderes darstellt, als die altheilige Dattelpalm-Kultsäule der semitischen Kulturkreise des Nahen Ostens.

 

 

Der Dattelpalm-Lebensbaum als Anbetungsobjekt - Alabaster-Wandrelief aus dem Nord-West-Palast des Assurnasirpal II. in Nimrud (London, Britisch Museum). Er war König von 883 bis 859 v. 0

 

Das assyrische Relief zeigt Genien beim Vorgang der künstlichen Bestäubung. Ein Baum trägt entweder weibliche Blüten oder männliche Pollen. Ein weiblicher Blütenstand hat etwa 400-500 Blüten mit jeweils drei Fruchtknoten. Wenn der Wind die Bestäubungsfunktion allein übernehmen sollte, dann müssten in einem Palmenhain etwa die gleiche Anzahl weiblicher und männlicher Βäume stehen. Dies wäre unwirtschaftlich, weshalb man sehr früh mit der künstlichen Bestäubung begann. Die Dattelbäume waren für die orientalischen Stadtkulturen die Lebensbasis schlechthin, deshalb galt der Baum - in seinem oftmals hohen Erscheinungsbild - als der „Lebensbaum“, der die beiden großen Weltpolaritäten verbindet, nämlich Wasser und Feuer. Die Araber sagen: „Der Baum steht mit den Füßen im Wasser und seinem Wipfel im Feuer.“ Zusätzlich erhielt die Pflanze ihren ehrenden Ruf als Fruchtbarkeitsbaum, weil sie zahllose Früchte trägt. So ist es nicht verwunderlich, dass den Datteln auch magische Kräfte zugeschrieben wurden und werden. Männer verspeisen Datteln und tragen ihre Kerne bei sich, um die Libido zu steigern. Ein Kind trägt einen Dattelkern bei sich, um das Stolpern und Hinfallen zu verhindern. Es heißt, um sich bei einem Gewitter vor Blitzschlag zu schützen, sollte man einen Dattelkern auf sich tragen. Wie dem auch sei, ist den Datteln aus Sicht einer gesunden Ernährung, ihr Wert nicht abzusprechen. Datteln verfügen über einen hohen leicht verdaulichen Zuckergehalt und Eiweiß. Dazu haben sie einen sehr hohen Anteil an Vitamin D und sind reichhaltig an Phosphor und Calcium. Das Gesagte kann aber natürlich in keinem Moment die deutsch-heidnische Albernheit rechtfertigen, das ikonographierte Bild der Dattelpalme als die altsächsisch-germanische Weltsäule - die Irminsul - zu betrachten.

 


Wandrelief aus gleichem NW-Palast wie oben

 

Kopfteil und Fußteil der assyrischen Dattelpalmen-Lebensbaum-Kultsäule

 

Allerdeutlichst trägt die Palmbaum-Ikone vom Externstein-Relief die gleichen nach oben weisenden Winkel am Kultstamm wie ihre assyrischen Vorbilder

 

Alabaster-Vase mit Palmbaum-Ikonenbild aus der Gruft 45 in Assur (Abb. 81, S. 117, Anton Moortgat, „Die Kunst des Alten Mesopotamien“,1967)

 

Im Auftrag der Paderborner Benediktiner-Mönche, denen der germanische Kultplatz am Externstein gehörte, schuf ein orientalischer Steinmetz-Meister des 12. Jahrhunderts das Kreuzabnahmerelief in den Fuß des Hauptfelsenturmes. Zur Bildkomposition der Kreuzigung in Jerusalem gehört die nieder gebogene altsemitische Dattel-Lebensbaum-Ikone als gleichgültiges Symbol für das gezüchtigte und überwundene Alt- sowie das damalige Neuheidentum in Gestalt der Deutschen Kaiser. 

 

Heinrich IV. (1050-1106) und Heinrich V. (1081-1125) die in heftige Auseinadersetzungen mit dem Papsttum verstrickt waren und sich damit auch die erbitterte Feindschaft des Benediktiner-Ordens auf sich gezogen hatten. Das Kaiser-Emblem war der aus dem Orient übernommene Palmbaum-Herrscherstab, das sog. Lilienzepter. So stand das Palmbaum-Sinnzeichen im Externstein-Bild zum einen für jedwede heidnische Weltlichkeit, die die Mönche zu überwinden trachteten, zum zweiten für das antipäpstliche Weltkaisertum. Bei der Externstein-Lebensbaum-Palme fehlt allein die Blätterkrone, um mittels dieser Bildaussage ihre unfruchtbare Taubheit zu unterstreichen.

 

Nur mit der altsächsisch-heidnischen All-Säule, der Irminsul, hat der gebogene Lebensbaum vom Externstein nicht die mindeste Ähnlichkeit und keine symbolgeschichtliche Verwandtschaft, obwohl auch die hl. Dattelpalme des Orients bereits als Himmelsstütze verstanden werden konnte. Jene närrischen deutschen Neuheiden, welche die Dattelbaum-Lebensbaum-Ikone als ihr Sinnbild-Abzeichen erwählen, folgen eindeutig einer orientalischen Tradition und schmähen dadurch, wenn zwar unbewusst, ihre altgermanischen Heiden-Ahnen !

 

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