Ich war dabei ! - Sonnenkultstätte Goseck - Weihnachten vor 7.000 Jahren

Ich war dabei ! 

Sonnenkultstätte Goseck - Weihnachten vor 7.000 Jahren
 
Seit Monaten war ich mir sicher, ich musste dabei sein, wenn nach rund 7.000 Jahren das älteste Sonnenheiligtum in seinem rekonstruierten Zustand wieder begehbar und erlebbar wäre. Bei dem Dörfchen Goseck in Sachsen-Anhalt, zwischen Naumburg, Freyburg und Weißenfels gelegen, findet sich erstaunlicherweise ein Weinberg der einen guten Tropfen liefert, wie ausgewiesene Weinkenner bezeugen. Zudem lädt eine geschichtsträchtige Burg-, Kloster- und Schlossanlage zur Besichtigung ein, die ums Jahr 1.000 von einem sächsischen Adelsgeschlecht errichte wurde. Als „Gozacha zivitas“ wird Goseck bereits im 9. Jahrhundert im Hersfelder Zehntregister erwähnt und gehört somit zu den Grenzburgen an der Saale. Das Wichtigste aber an Goseck ist die besagte, am Dorfrande mittels Luftbildarchäologie aufgespürte, stichbandkeramische Kreisgrabenanlage. In einem halben Jahr Bauzeit ist sie nun zur Wintersonnenwende 2005 fertig gestellt worden, das geschah ganz bewusst, denn die markantesten Toröffnungen, also Peilrichtungen, sind, neben dem Nordtor, die beiden Julzeit-Tore, das südöstliche zum Aufgangspunkt der Wintersonnenwende hin und das andere zu deren Untergangsazimut. Unseren mitteldeutschen Vorfahren war demnach bereits vor 7.000 Jahren der Weihnachtsfestraum wichtig und wurde kultisch begangen. Wie die Sonne hinter dem Südosttor am Morgen der diesjährigen Wintersonnwende aufgeht, das wollte ich erleben.
 
Am Morgen des 20. Julmond 2005 sollte die Fahrt beginnen, es sind ca. 400 Kilometer von meinem Wohnort im Taunus nach Goseck südlich von Halle. Meine litauische Freundin wollte mit, also holte ich sie am Montagabend um 20 Uhr in der Nähe von Mainz ab. Sie wollte bei mir übernachten und am Dienstag die gemeinsame Fahrt nach Mitteldeutschland beginnen. Ich wartete eine halbe Stunde lang über die verabredete Zeit hinaus, dann erschien das Luderchen im Arm eines Onkels, beide waren sturzbetrunken. Ja, meine Jurgita-Aurelia kann was vertragen, sie sagt immer, dass litauische Mädchen sowas brauchen würden, ein bisschen angeschickert lasse ich mir gern gefallen, aber das war so eine Art Vollrausch, zu Hause bei mir ging es weiter mit Köstritzer Schwarzbierchen. Das Mädel wurde unter zunehmender Alkoholeinwirkung immer negativer -; die Lateiner sagten ja, „in vino veritas“, die Frage ist ungeklärt, sagen Kinder und Betrunkene die Wahrheit ? Ich weiß es nicht genau, jedenfalls begann mich das Weibchen immer böser und penetranter zu beschimpfen, schließlich bezog jeder sein eigenes Bett in unterschiedlichen Stockwerken des Hauses. Die Freude an einer gemeinsamen Fahrt war mir gründlich verhagelt worden. Komisch, als wir vor Wochen mal die ODING-Runen geworfen hatten, um uns nach Zukünftigem zu erkundigen, endete der Runenwurf mit der Hagel-Rune. Das war’s wohl ! Nach einer schlaflosen Nacht brachte ich die wieder ernüchterte junge Frau zu ihrer Tante zurück, angeblich wusste sie nichts mehr von der vergangenen Nacht, keines ihrer schlimmen Worte war ihr erinnerlich -, gibt es das, ist das möglich ? Als ich mich verabschieden wollte hing sie mir zwar wieder am Hals, weinte wie ein Schlosshündchen, bat, dass ich wiederkommen wolle, doch ich fuhr geknickten Herzens nach Hause, machte mich fertig und startete gen Osten. Das Schlimme ist, ich liebe diese Frau wie ein Verrückter, ohne sie macht mir alles keinen rechten Spaß.
 
Eine frohe Fahrt wurde es freilich nicht, Frust, Trauer, Gewissenbisse, Unsicherheit und ein Anflug von Verzweiflung reisten mit. Unterwegs übermannte mich die Müdigkeit, ich legte eine kleine Rast ein, dusselte ein bisschen und weiter ging es; gegen 18 Uhr hatte ich Goseck gefunden. Dunkelheit herrschte, keine Laterne oder Hausbeleuchtung weit und breit, der Regen rann, ich zog die Gummistiefel an, der Matsch knatschte knöcheltief, ich machte einen ersten Rundgang durch die Anlage mit dem Handscheinwerfer.
 
Eine mächtige kreisförmige Anlage aus Wall, Graben und zwei Holzpalisaden. Die 2,50 m hohen Palisaden bestehen aus 1675 Eichenstämmen, geschlagen im Pödelister Forst. Um authentische Fällspuren nachzuahmen, wurden die oberen Enden der Stämme per Hand mit Dechseln und Stechbeilen bearbeitet. Nachdem die Stämme von der Rinde befreit waren, flämmten die Arbeiter die unteren Enden der Stämme ab, bevor sie zur Konservierung in Buchenholzteer behandelt wurden. Zur zusätzlichen Stabilisierung dienen handgedrehte Hanfseile, die die Stämme an ihren oberen Enden miteinander verbinden. Durch das Südosttor dieser Kreisgrabenanlage konnten die Altvorderen am Tag der Wintersonnenwende den Sonnenaufgang beobachten. Der Sonnenkultplatz war in den letzten Jahren von Archäologen der Martin-Luther-Universität Halle und des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt systematisch ausgegraben worden und im Rahmen des touristischen Netzwerkes "Himmelswege" am authentischen Ort wieder errichtet worden. Einmalig ist bisher die wissenschaftliche Rekonstruktion eines solchen Kultortes am Platz der Auffindung, sie ermöglicht uns heute einen Blick zu tun in die Zeit der ersten Monumentalbauten Europas - lange vor Errichtung des berühmten Stonehenge in Südengland.
 
Der Abend war noch lang, eine Pension gibt es in Goseck nicht, aber im Schloss solle es Unterkunftsmöglichkeiten geben, hatte man mir gesagt. Im Schlosshof sah ich Leute in eine Türe hineinhuschen, dann lag der Platz wieder in völliger Finsternis. Ich raus aus dem Wagen, hingerannt, hinein und durch dunkel Gänge mich vortastend, stieg ich menschlichen Geräuschen nach, bis ich eine Gruppe von Leuten fand, die dabei waren, eine Schlossführung zu erleben. Ich schloss mich an. Der Führer, ein eher schlichter Geist, verbreiterte sich in der Schlosskapelle über ein Tympanon mit drei Blütenrosetten, aus denen sich, wie er dozierte, später das christliche Kreuz entwickelt hätte. Ansonsten quatsche ich gerne mit, wenn es um Sinnbildforschung geht, aber mir war es einfach zu kalt in diesen muffigen Gemäuern. In der DDR-Zeit ließ man die Mauern verkommen, legte zeitweilige eine Jugendherberge hinein und soll Teile des Mobiliars verfeuert haben. Was die Bomben der alliierten Terrorflieger im Zweiten Weltkrieg verschont hatten, das fiel nach 1945 in der sowjetischen Besatzungszone zum Teil dem proletarischen Ungeist kommunistischer Primitivlinge zum Opfer.
 
Anschließend fuhr ich die 9 Kilometer zurück nach Naumburg, tankte Benzin, bummelte durch die romantischen Gassen, schaute interessante Auslagen an, bestaunte die herrlich geschmückten alten Fassaden der reichen Bürgerhäuser. Wie wunderschön doch unser Deutschland einmal war, jede Stadt, jedes Städtchen war einst einem Schmuckkästchen gleich, welches Land vermochte sich mit dem unsrigen vergleichen ? Nicht eines ! Ich umschritt den Dom, besah mir die Brunnen und immer wieder die herrlichen Fassaden -, Naumburg allein ist eine Reise wert.
 
Ich rollte zurück nach Goseck und stellte mein Auto so, dass ich mich möglichst nahe am Sonnenheiligtum befand, wollte ich doch beim ersten Licht in der Anlage sein. Was soll ich sagen, die Nacht war erbärmlich kalt, die Sterne funkelten, der Orion grüßte im Osten, ich zog mir einen zweiten Pullover an, holte sogar die warmen Socken aus der Reisetasche; ich pflege in der Regel unbestrumpft zu leben. Irgendwie überstand ich auch diese Nacht, dabei kam es mir tröstlich in den Sinn, dass ich das alles mit einer Frau als Begleitung gar nicht so hätte durchziehen können. Also hätte der Zoff mit der Freundin doch einen Sinn gehabt ? Beim ersten Dämmerlicht war ich auf und vertrat mir die halberstarrten Füße. Ich stapfte durch die Palisadenöffnung des Haupteinganges und war verwundert, dort schon drei Jungens anzutreffen die hier genächtigt hatten, auch sie berichteten, trotz guter Schlafsäcke, scheußlich gefroren zu haben. Die kleinen Symbolschmucksachen der Männer wiesen sie als bekennende Heiden aus.
 
Ein Habicht schwebte heran und setze sich auf einen Pfosten des Sonnentores. Es ist der Vogel, den unsere germanischen Ahnen als Sonneninkarnation ansahen, nicht anders die alten Ägypter, die in ihm eine Erscheinung des solaren Horus schauten. Ich reckte spontan die Arme hinan und intonierte schallend: „Odiiiiin, sende uns die Sonne !“ Da wurden wir seltsamer Klangeffekte gewahr, es echote, es hallte zurück, jedes Wort, was im Mittelpunkt des Palisadenrundes gesagt wird, ist überlaut zu hören. Bald erschien das ZDF, das Zweite Deutsche Fernsehen mit Redakteur, Kameramann, Kabelträger und Assis, man kam ins Gespräch, ich schwärmte von der Rekonstruktion des Sonnenkultplatzes und merkte gar nicht, dass man mich dabei filmte. Erst wieder zu Hause, mailte mir eine Bekannte dies: „Abends gucke ich die ,heute’-Nachrichten (19:00h im ZDF) und sehe einen Bericht über das rekonstruierte und heute eingeweihte Sonnenobservatorium Goseck. Mache mir Notizen, um Dich darüber zu informieren - und siehe da: Du selbst stehst im Bild und sagst sinngemäß, welch erhebender Augenblick es sei, das nachzuvollziehen. - Also musste ich Dich nicht darüber informieren. Übrigens war der Bericht von Giselher Suhr schön ausführlich gemacht, auch die Sonnenscheibe wurde gezeigt und erwähnt. Da hast Du Dir zur Wintersonnenwende ja mal was Besonderes gegönnt !“
 
Aber noch warteten wir auf den spannenden Moment. Ein Dutzend Leute nur harrten im Zentrum der matschigen Anlage auf den Sonnenaufgang. Er solle gegen 8.19 erfolgen. Wir beäugten argwöhnisch den verhangenen Himmel, ob uns das Glück vergönnt wäre, überhaupt die Sonne zu sehen ? Vermutungen wurden geäußert, Scherze flogen hin und her, die Minuten krochen, immer wieder Blicke zu den Armbanduhren, endlich war es soweit. In der Fluchtlinie eines einige hundert Meter entfernten Hauses mit zwei Schornsteinen und einem Keramik-Hahn auf der linken Dachseite musste sich die Wintersonnwendsonne zeigen. Die Himmelshöhe fing an etwas aufzuklaren, hinter sich verdünnenden Wolken, begann es zart zu blauen. Aber alle Augenpaare starrten aufs Südosttor, ein kleines rosarotes Wölkchen stand mit einem Male über der Aufgangsstelle, das Gewölk schien beiseite gedrückt zu werden, als glühendes gelbes Scheibenstückchen ruckte die Wintersonne über das besagte Dach. Dann schoben sich Wolken davor. Aber noch einmal wurde sie frei und die Sonne, wie eine hochpolierte Messingplatte, strahle zu Dreivierteln ihrer Rundgestalt durchs Tor des Heiligtums. Eine deutsche Familie, eine hübsche brünette Frau mit Kindlein auf dem Arm, zwei ältere Menschen daneben, wohl Mutter und Vater, stimmten zusammen einen Gesang an, die junge Frau mit himmlisch reiner, hoher Stimme. Wie ich erfuhr, handelte es sich um ein georgisches Sonnenbegrüßungslied. Das ZDF-Team war erfreut, der Kameramann schwenkte mit seiner Kamera hinüber zu den Singenden. Einen Moment lang sah es so aus als wolle es ein rechter Sonnentag werden und die Nebel und die Wolken würden sich auflösen, doch das war eine Täuschung, der Tag blieb diesig, unfreundlich -, wir mussten mit einem ganz normalen deutschen Wintertag vorlieb nehmen. Der Zustrom von Besuchern mehrte sich langsam.
 
Plötzlich stand mein Freund und GOD-Genosse Heidan vor mir. Wir fielen uns in die Arme, freuten uns des Wiedersehens das begossen werden musste. Ich holte meine Flasche Wodka aus dem Gepäck, Heidan steuerte einen vorzüglichen Roten bei, ein dritter Bekannter stellte sich ein, der Becher kreiste in der Runde. Das machte Hunger, ein gemütliches Gasthaus war schnell gefunden; köstliche Klöße, Rotkraut, Hirschlendchen und Wildschweinteilchen, einfach traumhaft, reichlich, gut, ohne Schnickschnack, deutsche Küche, nur 11 Euro; wir lobten laut die Köchin. Die vollbusig reizvolle Bedienung wusste auf Nachfrage zu berichten, dass der alte Namen von Goseck „Gotteseck“ gelautet habe. Meine diesbezügliche Vermutung, die ich schon vorher den Freunden mitgeteilt hatte, sah ich bestätigt. Der heilige Ort, der von Gott gesegnete, der Sonnenkultplatz musste über alle Abgründe der Zeit hinweg seine Tradition gewahrt haben. Das Wissen um die altheilige Stätte wurde von Generation zu Generation über sieben Jahrtausende weitergereicht und schlug sich schließlich in der dörflichen Namensgebung Gotteseck-Goseck nieder.
 
Nun aber mal genau: Der älteste belegte Namen „Gozacha“ ist in die beiden Silben „goz“ und „acha“ zu unterteilen, wobei „goz“, bei Berücksichtigung der Austauschbarkeit von „t“ und „z“, sich als althochdeutscher Begriff „got“ für das höchste Wesen „Gott“ erklärt -, während „acha“ aus dem altdeutschen „acar, achar, acher“, „hochdeutsch „Acker, Feld“, bei mundartlich abgeschliffenem „r“, erklärbar würde. Goseck, also der Gottesacker, das Feld welches seit Urtagen als heilige Stätte in Erinnerung blieb.
 
Welch eine hohe Stätte, was dieser Boden alles gesehen haben mag ?! Wir wanderten durch das Dorf, ein Bewohner kam mit uns ins Gespräch, wir erfuhren gute Kunde. Neben dem alten Kriegerdenkmal mit einem trutzigen Adler aus grauem Gestein, nach dem ersten Weltkrieg für die gefallenen Soldaten des Dorfes errichtet, stehen zwei Eichbäume, die sog. Hindenburg- und die Adolf Hitler-Eiche. Zwei einstmalige große starke Hoffnungsträger unserer deutschen Geschichte fanden hier Verewigung. Die dazugehörenden historischen Steintafeln hat Nachkriegsdemut und Helotendummheit entfernt und auf Nimmerwiedersehen verschwinden lassen. Dass sich doch des Menschen und auch der Unmenschen Art seit Menschengedenken gleich geblieben sind ! Vor über viertausend Jahren wurde der ägyptische Ketzerkönig Echnaton (Amenophis IV.) ebenso nach seinem Tode auf allen Inschrifttafeln ausgelöscht.
 
Wir gingen zurück zum Pressezelt des Sonnenheiligtums. Eine wirklich hochkarätige Gesellschaft saß beisammen. Ein Minister der Regierung von Sachsen-Anhalt war angereist, der Landrat, Astromathematiker Prof. Wolfhard Schlosser von der Ruhr-Universität, der Chefausgräber und Dr. Meller vom Museum Halle. Sie alle sprachen und was sie sagten war gut und richtig; es ist wie ein Erwachen, ein Morgenrot ist gesetzt, man hat begriffen welche Bedeutung der Fund von Goseck hat, ebenso wie der Fund der Himmelsscheibe von Nebra, was nicht mehr als 23 Kilometer entfernt liegt. Hier in Mitteldeutschland ist eine der bedeutendsten Wiegen der Menschheitskultur zu vermuten. Später hatte ich Gelegenheit gegenüber dem Fachmann Wolfhard Schlosser im Heiligtum selbst noch einmal die Frage anzusprechen, wieso die Torfluchten nicht zentrisch zum Mittelpunkt hinweisen und andere scheinbare Ungereimtheiten.
 
Ich erfuhr viel Neues, so beispielsweise, dass es aufgrund der Bodenfunde von Goseck anzunehmen ist, die Wintersonnwendkultzeremonien schlossen Stieropfer mit ein. Noch 5.000 Jahre später, zur Entstehungszeit der ODiNG-Runen, steht die Urstier-Opferrune am Beginn der Jul-Phase Mitte November.
 
Ganz in der Nähe der Anlage fanden die Archäologen ein Kindergrab mit einigen Beigaben. Darunter war ein Kumpf mit fünf Ösen der außer dem gängigen stichbandkeramischen Linienbändermotiv ein rautenförmiges Bild aufweist. Wie hatte man mich angegriffen, als ich 1993 mein Runenbuch „ODING-Wizzod“ herausbrachte, wegen dessen Titelbild mit dem Hexagramm, man nannte das Symbol „Judenstern“ und unterstellte mir Nähe zur jüdisch-religiösen Geistigkeit. Auf diesem 7.000 Jahre alten Keramikkrug des Kindergrabes stoßen drei Dreiecke an ihren Spitzen genau zusammen, die sechs Linien ergeben somit den Sechsstern, welcher demzufolge damals bereits in irgendeinem geistigen Zusammenhang bedeutsam gewesen sein muss. Und noch 5.000 Jahre später singen unsere ODING-Runen das Loblied der Sechs, worauf ich in diversen Aufsätzen hinweisen konnte.
 
Auf einmal sprach mich eine junge Frau an, die mit einem Kamerateam herumlauerte. Sie war auch von irgendeiner Fernsehredaktion ins Feld geschickt worden, Material mitzubringen. Als sie hörte, ich wäre ca. 400 Kilometer gefahren, nur um das hiesige Spektakel mitzuerleben, bat sie mich für die Kamera zu poussieren. Ich spielte den Besucher, ging auf die Kreisgrabenanlage zu, trat durch das Tor, suchend, mich umschauend, das Neue gewahrend, erstaunt, begeistert, dann wurde ich von ihr angesprochen und sollte meine Eindrücke und Assoziationen schildern. Ob ich es zur Zufriedenheit der Redakteurin, des Senders und der Cutterin tat, weiß ich natürlich nicht, ich fragte nichtmal nach dem Sender. Als es langsam zu dämmern begann flammten die vorbereiteten Feuer auf, ein Fackelzug bewegte sich würdig im Palisadenring. So könnte es gewesen sein, allen die zuschauten, rann es heiß und kalt den Rücken hinab, ein urdeutsches Wintersonnwendfest war nach 7.000 Jahren wieder aufgelebt und Politiker und Wissenschaftler standen dabei und freuten sich darüber. Ist das nicht ein Wunder ? Es ist eines, das Wunder von Goseck, dem Gotteseck, dem urdeutschen, urkultigen Gottesacker ! 
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