VORSCHLAG FÜR EINE RUNEN-WOCHE

VORSCHLAG FÜR EINE RUNEN-WOCHE

 

Die gewählte Ordnung des ODiNG-Runen-Wochenringes erhebt, was die Zufügungen der Geistesgrößen anbelangt, nicht den Anspruch unstrittig objektiver Bewertungen. Grundsätzlich wollen wir uns stets den besten Anteil eines Menschen­lebens und -werkes zum vorbildhaften Ansporn herausnehmen und eine Persönlich­keit nicht etwa deshalb völlig verwerfen, weil sie Brüche oder zeitgeistbedingte Fehl­haltungen aufweist. Zu unserem idealen Menschenbild haben etliche direkte Vorfahren und vorbildliche Weltbürger ihre Teilbeiträge geleistet. -- Nach altem heidnischen Herkommen beginnt die Planeten­woche mit dem Tag der Sonne, dem Sonn(en)tag.

 

SONNTAG

 

Ihm muss die 3. ODiNG-Rune () des Sonnen- und Fruchtbarkeitsgottes Frö-Ingo zugeordnet werden, die in einigen Quellen als kleiner (Sonnen-)Kreis erscheint. Das solare Tagesmotto lautet: H E I L !  denn alles irdische Heil - im direkten und übertragenen Sinne - kommt von der zentralen Kraftquelle Sonne. Als Tagesprophet wurde der Wort- und Tondichter Richard Wagner gewählt, der uns in vielen Werken wahre Sphärenklänge schenkte. Mit seinem bedeutungsschweren Bühnendrama „Der Ring des Nibelungen“ setzte er dem mythischen Sonnenhelden mit seiner Furchtlosigkeit und Liebe ein unsterbliches Denkmal - aber auch dem Fluch gegen das gleißende Gold und alle niedere Gier. Die trotzige Stimmung des großartigen Schlussduetts Siegfried-Brünhilde verkündet Welt- und Lebensbejahung bis zum gegebenen Ende: „Mir strahlt zur Stunde Siegfrieds/Brünhildes Stern: er/sie ist mir ewig, ist mir immer, Erb' und Eigen, ein und all': leuchtende Liebe, lachender Tod !“ In diesen heldischen Auftakt gehört ganz entschieden als allegorisches Ur-Elternpaar und gemeinsame Retter Germaniens: die Seherin Albruna, wohl identisch mit der kühnen Frau, die den vermessenen römischen Vormarsch in die Tiefe unserer Heimat mit düsterem Fatumswort zurückwies, und der siegfriedhafte Armin, der den römischen Legionen, die gleich einem gierigen Drachenwurm in unser Land gekrochen kamen, das germanische Schwert in den Schuppenleib stieß. Eine unnennbare Reihe vorausgegangener und folgender Helden und Heldinnen der „Stirn und der Faust“ standen im Dienst dieses Werkes bis zum heutigen Tag. Nur einige wenige konnten wir aufzählen - die Feuergeister Hutten und Schiller dürften nicht fehlen. Jeder wird sich sein eigenes Vorbild erwählen.

 

MONTAG

 

Dem Tag des Mondes, dem „Montag“, gehört das 4. Zeichen (),  die lagu-laukaR-lewa-Rune an (germ. lewa = Sichel/Mondsichel). Dieses Ideogramm mit seinen Begriffswerten „Wasser und Kraut“ hatte entsprechend der altgläubigen Logik die innigsten Beziehungen zum Nachtgestirn bzw. muss selbst den „Himmelswasserkessel“ oder, nach anderer Betrachtung, die wachsende-welkende „Himmelspflanze“, Mond / Mondin (Soma), vertreten haben. Die Gewalt des Mondes über die irdischen Gewässer und Säfte - auch jene von Pflanze und Mensch - ist bekannt. Der Mond als Herr/Herrin aller Feuchtigkeit war nach weit verbreiteten Mythologien ebenso Spender und Wiederempfänger der Seelensäfte -- Deshalb muss die S E E L E das bestimmende Tagesmotto sein. Wenn es in der germanischen Bildsprache heißt, dass sich der Weltlogos Wodin-Odin beim Wassergeist Mimir Rat einholt, so kann nur gemeint sein, dass er seine eigene Weltseele, gewissermaßen sein Es (sinnbildhaft im Monde verkörpert), zu belauschen gedenkt. Als Tagesprophet drängt sich der unvergleichliche Ludwig Klages auf, der die Werke schuf: „Der Geist als Widersacher der Seele“, „Vom kosmogonischen Eros“, „Rhythmen und Runen“. Der 4. Vers aus seinem „Seelenflug“ lautet: „Hebt näher euch, ihr Söhne der Sonnensee ! Nun flammt sie auf in brennender Rätselglut - Nun zünden sie mit goldener Pfeile Klang: Kehret, rettet !“

 

DIENSTAG

 

Zum Tag des Tiu, dem Tiu-Tag - aus dem sich die Lautung „Dienstag“ entwickelte - gehört die 8., die Tiu-Tir-Tyr-Rune (). Er ist der alte arische Himmelsvater, der mit seiner gleichnishaften Himmelssäule / All-Säule, der Irminsul, die Erhaltung des Raumes garantiert. Als kämpferische Kraft steht er allen Degen bei, die in seinem heiligen Namen ihren Lebenskampf durchfechten. Das ewige Ringen ist die elementarste Ausdrucksform des Lebens schlechthin; ja, man könnte im zugespitzten Sinne sagen: Natürliches Leben heißt Kampf ! Nicht allein die rohe Gewalt der Schwertfaust ist für ein gelungenes Leben vonnöten, vielmehr setzte auch der mythische Überwinder des Fenriswolfes (niedere Macht des Sumpfes) die gelungene List ein, indem er das Böse mittels der magischen Fessel „Gleipnir“ zu binden vermochte. -- In diesem Verständnis ist das Tagesmotto N A T U R zu begreifen. Der Tagesprophet kann nur der gottselige Gottlieb Fichte sein, der die begeisternden „Reden an die deutsche Nation“ verfasste, um zur unerschrockenen Kampfestat für Freiheit und Selbstbestimmung aufzurufen. Sein Wort: „Gott ist dasjenige, was der von ihm Begeisterte tut !“, fordert uns auf zum heiligen Wagnis für Volk und Vaterland - um damit unmittelbar der gesamten Menschheit zu dienen.

 

MITTWOCH

 

Unser heutiger „Mittwoch“ war einst der Wotans-Wodinstag wie es sich im Englischen und in Skandinavien noch erhalten hat. Da der 21. Runen-Buchstabe () diesen Seelen-Geistgott vertritt - unter dem Begriff seines Kultnamens „Ase“ - wird er dem Mittwoch zugesprochen. Wodin, der Heilige Geist der germ. Runenreligion, muss als kosmische Belebungsenergie ebenso gedacht worden sein, wie als Lebenswille (Mut/Gemüt) in jeder einzelmenschlichen (germ.) „Herzenskammer“. Der deutsche Volksgeist ist identisch mit seinem Od-Gott, dem mythischen W-od-in. -- Es bleibt keine Wahl, das Tagesmotto muss G E I S T lauten. Wir wissen ja, wie faustisch aber gerade der deutsche Volksgeist ist, wie er hin- und hergerissen ist zwischen Flucht und Verflüchtigung ins Weltbürgertum und sich dann wieder aufruft, aufrafft, zur Sammlung und Selbstfind­ung in Liebe zur Eigenart. In seiner unübertrefflich reifen Vollkommenheit ist dieser Volksgeist Fleisch geworden durch die Gestalt Wolfgang von Goethes. Vor vielen anderen dürfte er den geeignetsten Tagespropheten darstellen. Sein „Faust“ spiegelt das biedere, reine, allzu vertrauensselige deutsche Gemüt ebenso wie das selbst­quälerische Gott- und Wahrheitssuchertum und auch die selbstvergessene mensch­lich-allzumenschliche Sucht nach den „Schätzen“ der Welt.

 

DONNERSTAG

 

Für den Tag des göttlichen Donars (des Donner-Gottes), der zum „Donnerstag“ wurde, bietet sich allein die 2. Rune () an. Es handelt sich um das steinalte arische Doppelaxt-Doppelhammer-Attribut des himmlischen Urvaters. Das der Rune zugehörende Begriffswort ist „Tag“, worunter wir den Sinn „Tagvater“ verstehen dürfen, so wie auch im Lateinischen der „Diespiter“ ein Beiname des Jupiter war. Die derbe, bullige Leibbetonung dieser Gottheit ist auffällig; der arioindische Indra gleicht darin aufs Haar dem eddischen Donar-Thor. Es sind gewaltige Esser und Trinker. Der Donnergott ist jener kraftstrotzende Riesenbezwinger, der seinen Doppelhammer schwingt - zu seiner Menschenkinder Heil, und der Gegner Unheil. So leibhaftig hörbar das Donnergrollen den Gewitter­himmel durchrollt und so leiblich sichtbar das blitzende Himmelsfeuer hernieder­schlägt, so real wurde diese gewalttätige Gotteskraft aufgefasst. Jeder einzelne arische Krieger mochte sich als Inkarnation dieser zuweilen fürchterlich wütenden Himmelsmacht begreifen: „Ohne den kein Sieg möglich ist, den man im Kampf anruft“ (Rigveda 2,12,9). Religionsgeschichtlich gesehen ist Donar/Thor eine Abspaltungsform des Himmelsgotte Tiu (), so wie der indisch-arische Indra ein Sohn des Dyaus (Himmel) und der Prithivi (Erde) ist. -- Deshalb erwählen wir als Tagesmotto das Leibliche, den L E I B. Welcher Geistestitan hätte mehr Anspruch darauf, Tagesprophet der Leibheiligung zu werden als Friedrich Nietzsche ? Durch seinen „Zarathustra“ ruft er uns zu: „Meine Brüder, bleibt mir der Erde treu“, verliert euch nicht in Hinter- und Überwelten, vergesst den Leib nicht ! - „Der Mensch ist ein Seil, gespannt vom Affen zum Übermenschen“ - „Nicht nur fort sollst du dich pflanzen, sondern hinauf !“ - „Kriegstüchtig sei der Mann, gebärtüchtig sei das Weib“ - „Wirf den Helden in deiner Brust nicht fort, halte heilig deine höchste Hoffnung.“ Einem blitze- schleudernden Gotte gleich, so beschenkte uns dieser gewaltige Philosoph, der Zertrümmerer christlicher Wertetafeln. Er lehrte uns den „Willen zur Macht“ ebenso wie das - einfache leibbezogene Leben und auch das stille Glück des Menschen, der seine Bestimmung gefunden hat.

 

FREITAG

 

Der Tag der Göttin Freija ist der Freijatag, der „Freitag“. Ihm darf aus guten Gründen die 7., die Birken-Rune ()‚ beigefügt werden. Die weißhäutige Birke ist der älteste Baum nordischer Vegetation und vermag treffsicher die urgermanische Mutter- und Liebesgöttin zu symbolisieren. Die helle, mädchenhaft biegsame Birke galt als Kennwort-Gleichnis für die nordische Frau und weibliche Gottheit. -- Das Tagesmotto L I E B E und G L A U B E  ist damit zwanghaft vorgegeben. Der Freitag gilt noch heute mancherorts als der beste Tag für Liebesgeschäfte und deshalb auch zum Heiraten. Als Tagesprophetin erwählten wir die kämpferisch liebende Ärztin und große Seelsorgerin Mathilde Spieß/Luden­dorff. Sie schenkte uns Werke wie den „Triumph des Unsterblichkeitswillens“, „Der Minne Genesung“, „Erlösung von Jesu Christo“. Diese einzige deutsche Philosophin, aus einer stark christlich-evangelisch bestimmten Familie kommend, rang sich frei und führte als gereifte Frau und Mutter - schließlich an der Seite von Erich Ludendorff - ihren Abwehrkampf gegen die wesensfremde Christenlehre, gegen Okkultismus, Dunkelmännertum und auch gegen unheilvolle Wegweisungen des heraufziehenden Nationalsozialismus, wahrhaft wie eine Walküre, mit Herz und Schwert.

 

 

SAMSTAG

 

 

Es leitet sich der „Samstag“ vom Saturn-Tag ab, dem Tag des alten, müden Planetengottes, der als kaltes, verneinendes, pervertierendes, tötendes Prinzip, geldgieriger Verführer, Bösewicht, ja als „maleficus major“, Satan/Teufel verstanden wurde und in der mittelalterlichen Astrologie traditionell mit einer Sichel oder Sense  dargestellt wird, also für Unglück: Sorgen, Melancholie, Krankheiten und harte Arbeit stand, jedoch auch für Ordnung und Maß. In germ. Mythologie entsprach ihm der Loki, der „Logathore“ auf der Nordendorfer Runenspange ? Deshalb muss es in Heidenzeiten den Lokitag, germ. Logadag gegeben haben, der zum späteren an. Laugardagr verkam (s. Grimm-„Mythol.“, 1854, S. 227). Mit dem Endzeitbereiter Loki zieht der Wochenschluss herauf. Die 22. Rune ( ist sein Zeichen. Das Negative darf in keiner Situation ein Vorbild sein, deshalb schauen wir nur mit Abscheu und Bedauern auf alle Minus-Seelen die in den vorgegebenen Rahmen passen: die Seelendiebe, die Mordhetzer, die Atombombenbastler und -werfer, die Giftgas-, Napalm- und Uranmunition-Unholde. -- Die Wochen-Kraft ist verbraucht, und doch muss sie nach dem ewigen Kreislaufgesetz aus sich heraus einen Neuanfang ermöglichen. Jedem nächtlichen Absturz folgt die Wiedergeburt mit Aufgang der Sonne, dem Sonntag. Des Menschen Tagesmotto heißt zwingend, gerade in Zeiten von Not und vermeintlichem Untergang: Selbstbeherrschung und Erfüllung der P F L I C H T. Unter diesem Aspekt bietet sich kaum ein Besserer an als der „Weise von Königsberg“, Immanuel Kant: „Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.“   

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