DIE TAT

„Es ist besser ein Lichtlein anzuzünden als sich über Dunkelheit zu beklagen“ – Kungfutse

„Wir sind nicht auf der Welt, uns beliebt zu machen, wir sind auf der Welt, ein Lichtlein anzuzünden.“ - Gerhard Hess

 

 
DIE TAT
 
Alle Worte sind eitel wie Blätter im Wind,
doch die Erde ruft nach der guten Saat,
ist auch der Mensch für die Zukunft blind,
nichts geht über die wackere Tat !
 
Wie immer die Götter die Taten dreh’n,
schlagen zum Guten, zum Bösen sie aus,
vor dem Ende kann’s keiner ersehn,
ohne ein Wagnis baut keiner sein Haus !
 
Reden sind wichtig gleich silbernem Glanz,
weisen sie goldenen Taten die Bahn,
doch wertlos ist wortreicher Schnörkel-Tanz,
wie das stolze Krähen vom eitlen Hahn !
 
D’rum lasset uns sinnen, was ist zu tun,
nehmt die Spaten und Kellen zur Hand,
wir sollen im Bauen und Deichen nicht ruh’n,
bis zu des Lebens äußerstem Rand.
 
Und kraftvoll vergesst nie das gute Schwert,
auch die Rotten der Räuber sind wach,
wenig ist auch der redlichste Haus-Bau wert,
ohne schützende Mauern und Dach !
 
Wer sich tätlich bemüht im biederen Werk,
dem bleiben die Götter auch treu,
rüstig versetzt er den hemmenden Berg
und schafft seine Welten sich neu !
 
 
 
Bild: Fidus (1868-1948)
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