FRIEDEN ?

 

F R I E D E N ?


Wohl gibt es schlaue und dumme Fragen.
Wie die dümmste lautet, will ich dir sagen:
„Warum sich Menschen nicht vertragen ?“
 
Leben ist Kampf, ohne Kampf kein Leben,
nichts wird dem Sein ohne Ringen gegeben;
Streiten um Vorteil ist jegliches Streben !
 
Wenig ist gleich: die Geburt und der Tod !
Doch sitzen nicht alle im gleichen Boot,
so empfinden nicht alle die gleiche Not !
 
Die in anderen Booten gehör’n nicht zu dir,
es gibt kein gesamtes menschliches WIR !
Nur auf Verträgen -, die sind nur Papier !
 
Nicht einmal Menschen vom gleichen Blut,
wär’n sie eines Vaters und Volkes Brut,
gewähren sich friedfertig Hilfe und Hut.
 
Ein jeglicher sucht sich den besten Platz,
und keiner teilt den eroberten Schatz,
wer dir was nimmt, dem machst du Rabatz.
 
Vom Gezänk’ sind selbst Weise nie genesen,
fast jeglicher ist von ungleichem Wesen -;
wer hätte die gleichen Bücher gelesen ?!
 
Du siehst im Spiegel dein Eigengesicht,
du hörst wohl, das And’re zu lieben sei Pflicht,
doch die fremde Hautfarbe magst du nicht.
 
Und das ist natürlich seit ewigen Zeiten,
in diesem Sinn will Natur dich geleiten,
nur eigener Art sollst den Weg du bereiten !
 
Drum suche nicht Frieden, strebe zum Sieg,
wenn’s auch Katheder und Kanzel verschwieg,
sei immer bewusst, das Leben ist Krieg !
 
Im Kampfe allein schärft sich die Kraft,
im Wettstreit erwächst jene Eigenschaft,
die den Besten Wege zur Zukunft schafft.
 
 
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