GEGENSATZSEELEN

 
 
Adolf Hitler: Donnernder Redner mit dem sensiblen Mündchen -;
 harter Kämpfer, brutaler Schlächter mit Pianistenhänden -;
Kunstmaler, Musikkenner, Graphiker, Vegetarier, Motorfex....?
 
 
GEGENSATZSEELEN
 
Unergründlich liegt die reife Menschenseele,
gleich einer Landschaft der Kontraste
die alles Allzumenschliche vereinigt:
Die hehrsten Höhen und Moraste.
 
Die großen Gestalten der Menschheitsgeschichte
sind oft erschütternd widersprüchlich,
sie bauten auf und taten Schlimmes,
fast unter jedem Himmelsstrich.
 
Auch aus Braunau am Inn, der Ungeheure,
der Meister-Magier der Worte,
verband furchtloses Kriegertum
mit feingeistigster Seelen-Sorte.
 
In seiner Männerbrust verwoben sich Talente
von gutem Stil, Musik und Malerei,
Wissen um Technik und Geschichte.
Brutalität und Härte waren auch dabei.
 
Die größten Liebenden sind oftmals größte Hasser,
sie hassen stur das „Böse“ in der Welt
und werden dadurch selbst zum Bösen,
oder zu dem was man für teuflisch hält.
 
Es wiederholen sich erneut Verfolgungsschrecken,
zum Teufel werden selbst die Exorzisten,
das lehrt uns schon das Bibel-Studium,
Massenmordhetzer ehren fromme Christen.
 
Wenn wir die alten Christenkirchen heut‘ besehen,
die jeder Kenner mit Genuss beschaut,
mit ihrer reichen Kunstentfaltung -,
auf Heidenmassenmord sind sie erbaut.
 
So passen in der krausen Menschenweltgeschichte
Worte und Taten niemals zueinander;
Höhen und Tiefen sind Seelen-Zwillingsbrüder,
das zeigten Hitler, Cäsar und Großer Alexander.
 
Genießbares - Verwerfliches, Früchte eines Baumes,
Süße und Bitternis, allzeit zu gut gemischt.
Wer ist zum Urteil zweifelsfrei befähigt ?
 Und wer zum gerechten Völker-Gericht  ?
 
 
A. HITLER ALS KÜNSTLER
 
 
Die berechtigten und unberechtigten Anklagepunkte gegen Adolf Hitler sind zu bekannt, als dass sie hier wiederholt werden müssten. Zahllose Abhandlungen sind über seine Person und sein Wirken verfasst worden, von Kennern und Scharlatanen, und doch ist das Rätselhafte seiner Erscheinung nicht kleiner geworden. Aber ähnlich unergründlich erscheinen uns alle die Großen der Geschichte in ihren inneren Widersprüchen. Von Alexander dem Großen beginnend, der über ein Dutzend Alexandrien gründete, der sich als Befreier von Sklavenfesseln ersah, ein Menschenfreund war und ebenso ganze Städte niederbrennen ließ und seinen Soldaten die Vergewaltigungen dortiger Frauen zugestand. Nicht anders Cäsar, dessen Name Vorbild für den abendländischen Herrschertitel wurde, der aber ohne Völkerverrat und Völkermord, nie zu seiner positiven Bedeutung für Rom gelangt wäre. Napoleon I. erließ ein großartiges, lobenswertes Gesetzeswerk, versprach ein gleiches Recht für alle Bürger, unbesehen des Standes, und wurde gleichzeitig zum schrecklichen und mörderischen Tyrannen in Deutschland, der seinen Soldaten das Niedermetzeln und die Vergewaltigungen der eroberten syrischen Stadt Jaffa erlaubte und befahl, dass tausende der muslimischen Gefangenen wie Vieh mit Bajonetten abgestochen wurden, um Wachsoldaten und Pulver zu sparen. Auf die Massenmorde der Christenkirche an Heiden, Ketzern und Hexen, die heuchlerisch vorgab eine „Religion der Liebe und des Verzeihens“ zu predigen, sei verwiesen. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit - bei Alltagsmenschen, Machthabern und Institutionen - klaffen oftmals Abgründe. Ebenso sind die Widersprüche in der Person Hitlers anscheinend unüberbrückbar: Charmeur und Frauenschwarm, Anekdotenerzähler, Alleinunterhalter, geselliger Menschenfreund, faszinierender Redner, hypnotischer Trommler und Visionär der aufstand, um das Unrecht an Deutschland gutzumachen, der die damalige Kriegsschuldlüge anging, der dem „gottlosen“ und massenmörderischen Bolschewismus Halt gebot, der den kapitalistischen bzw. plutokratischen Vampiren des Westens den Kampf ansagte, die Zins und Zinseszinsknechtschaft abschaffen wollte, die Gleichberechtigung für sein gedemütigtes und ausgeplündertes Deutschland anstrebte und der selbst zum menschenverschlingenden Tyrannen, Völkermörder und Unheilsbringer für sein geliebtes Vaterland gedieh. Ein feinnerviger, künstlerischer Mensch, mit feinsten Sinnen für Ästhetik, Stil, Farb- und Formharmonien, mit Anstand, Höflichkeit und Hilfsbereitschaft war Hitler jedenfalls. Nicht ein einziger seiner engsten Vertrauten hat ihn nach dem verloren Krieg in der Weise verraten, dass er schlecht über ihn gesprochen hätte, trotz verlockender Geldangebote von feindlicher Seite. Urteilsfähige und bedeutende Männer haben ihn zum Teil überschwänglich gelobt. Unbestreitbar ist zudem seine persönliche Tapferkeit, die er als unbedeutender Frontsoldat im Weltkrieg I. erwies und als Feldherr in Weltkrieg II., während seiner Frontbesuche,  ebenso unter Beweis stellte. Ein Mann scheinbar ohne Nerven, der auf einem seiner freiwilligen Meldegänge über ein Dutzend Franzosen gefangen nahm und sie über die Bombentrichterlandschaft zu den deutschen Linien zurückbrachte. Einer der sich mit geplatzten Trommelfellen hunderte Eichenholzsplitter von der Stauffenberg-Bombe ohne Betäubung aus dem Leib ziehen ließ. Während des Krieges, um deutsches Sein oder Nichtsein, kam es zu schrecklichen Taten auf beiden Seiten, auf die nicht eingegangen werden muss, weil sie - zumindest die Hitler‘schen - in Permanenz von den regierungsamtlichen Propagandamedien - thematisiert werden. Das Wort von Friedrich Schiller, auf die Person Wallensteins gemünzt, behält auch hinsichtlich Adolf Hitler seine Gültigkeit: „Von der Parteien Gunst und Hass verwirrt, schwankt sein Charakterbild in der Geschichte“. Wohlgemerkt, es geht hier wie in meiner Betrachtung, um das Charakterbild des Ausnahmemenschen Hitler ! Nicht um die Taten dieses Menschen und deren zweifellos verheerenden Folgen für Deutsche und Nichtdeutsche.  
 
 
Hitler-Bild - Deutsche Dorf-Idylle
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