WOHER KOMMT DER MENSCH ?

 
 
Wissenschaftliche Rekonstruktion des Schädels
der Rurikidin Helena Glinskaja (1506-1538)
 
 
WOHER KOMMT DER MENSCH ?
 
Schaut dem Menschen ins Angesicht,
erkennt Ihr seine Abkunft nicht ?
Aus Himmel und Erde ist er geschaffen,
dem Äther ist er verwandt und dem Affen.
 
Mit Nasen und Ohren ist er beschwert,
die schuf im die äffische Physis der Erd‘.
Die Weltseele formte ihm Augen und Münder,
seiner hohen Abkunft holde Verkünder.
 
Einst nahm die Seele vom Affen Besitz,
schenkte dem Wesen den göttlichen Witz,
den unendlichen Geist blinkender Sterne,
das wurde sein Erbe aus kosmischer Ferne.
 
In den beiden Augen spiegelt sich Geist,
der durch das All und den Menschen reist.
Nur menschliche Augen wollen so blinken,
hinauf der Gestirnen-Heimat zu winken.
 
Und Seele wie Geistkraft geben sich kund,
aus edel geschwungenem Menschen-Mund.
Er ist die Quelle von allen Gewinnen,
mit ihm gelang des Menschen Beginnen.
 
Was der Mensch begreift und was er denkt,
von Mund zu Mund der Menschheit schenkt.
So sind es die Münder und die Augen,
welche zur Hochzucht des Menschen taugen.
 
Ihnen merkt man die treibende Seele an,
sie formt uns zum Göttlichen irgendwann.
Was wir vom Affen noch nicht verloren,
sind passive Hilfen, die Nasen und Ohren.
 
Je feiner die Nasen und Ohren sind,
umso mehr ist der Mensch ein Sternenkind
und je lichter die Augen ihm glänzen,
umso mehr will die Seel‘ ihn bekränzen.
 
 
Es sind oftmals die nachdenklichsten und edelsten Menschen die sich mit der wissenschaftlichen Darstellung der Darwin-Haeckelschen Menschheitsgeschichte - die den Menschen aus vormenschlich-äffischen Formen hervorgehen lässt - nicht abfinden können. Sie wollen nicht glauben, dass der Mensch eine irdisch-körperliche Entwicklungsgeschichte besitzt, wie jedes andere Lebewesen auch. Sie meinen, die absolute menschliche Ausnahmestellung, betonen zu müssen. Oft sind diese Menschen auf die eine oder andere Art religiös und esoterisch gebunden, sind also Gnostiker welche den diversen mehr oder minder inbrünstigen Verkündigungen anhängen, wie wir sie in besonderem Maße aus der spätpythagoreeischen Phase, nämlich aus dem Beginn unserer Zeitrechnung her kennen. Aus dieser Zeit ist der nahöstliche paulinisch-christianische Gedanken ebenso entstanden wie die germanisch-runische ODING-Lehre der Nordländer. Die genannten Bedenken sind eigentlich seit der Hochantike bekannt und diskutiert worden, eigentlich seit der Seelen-Gedanken ins Blickfeld der Philosophen geriet. Orpheus, Pythagoras und Platon waren seine bekanntesten Verkünder, aber auch schon die ario-indischen Veda-Texte beschäftigen sich mit einem geistigen Anteil des Menschen der durch den körperlichen Tod unzerstörbar sei. Für diese kosmisch-menschliche Seelenkraft gebrauchten die hellenistischen Gnostiker verschiedene Begriffe, sie verstanden darunter die „Weltseele“, für unsere germanischen Ahnen war es „das Od“. Es gab viele Spekulationen darüber, wie sich die „Weltseele“ in den Ur-Menschenkörper eingemischt habe, um ihn mitzulenken. Man könnte sagen, dass vereinfacht die Auffassung bestand, der Mensch würde seine schmerzhaft erkennbare Dualität, ja Polarität aus dem Umstand bezogen haben, dass sein Gemütsleben aus körperlich-bestialischen und aus den damit in Widerstreit stehenden idealen-seelischen Antrieben besteht. Moderne Psychologen definieren nicht sehr viel anders, indem sie des Menschen urstammhirnlichen Impulse in die Dualität „Destruktionstrieb-Libido“ bzw. „Aggression-Harmoniestreben“ splitten.
 
Es besteht also ein altes Denk- und Erklärungsmodell folgender Art: Die kosmisch-göttliche (Gott = das Gute) Urkraft speiste sich in die uräffischen Wesen ein und trieb sie als genetisch wirksame immanente Entwicklungspotenz auf die Stufenleiter der Anthropologie. Anderen uräffischen Mitwesen-Stämmen geschah dieser seelische Hochzüchtungsimpuls nicht, so dass sie im äffischen Zustand der Primaten verblieben bis auf den heutigen Tag. Wer diese alttraditionellen Erklärungen als brauchbares Denkmodell akzeptiert, benötigt nicht die hypermodernen Erklärungsvehikel à la Erich v. Däniken von interstellaren Raumfahrern die - indem sie irdische Affen mit ihren hochrassischen Genen schwängerten - die menschliche Hochzüchtung bewerkstelligt hätten.
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