DER TOD

DER TOD

Scheint uns die Welt im guten Lot,
so sind wir immer doch gefährdet,
im Rücken lauert uns der Tod,
der hätt’ so gern uns rasch geerdet !

Er greift mit hundert dürren Tatzen,
nach unsern zarten Lebenssträngen,
er schreckt mit hundert eklen Fratzen,
und ebensolchen Schreckgesängen.

Wir sind umgeben von Gefahren,
es schärfen Waffen rings die Feinde,
auch wenn wir keine recht gewahren,
es schafft die tödliche Gemeinde !

Sie webt ein Netz, sie will uns fangen,
knüpft ihre Maschen dicht und dichter.
Wann wird es uns ans Leben langen,
das scheußlich emsige Gelichter ?

Viren, Bakterien und Mykosen,
Kleinstlebewesen schlimmer Rassen,
greifen von unserer Brust die Rosen,
suchen des Lebens Kern zu fassen !

Des Todes Heerschar ist unmesslich,
sie heckt sich stündlich neue Würger,
ist auch ihr Wirkungswille grässlich,
sie tarnen sich als sanfte Bürger !

Habt Acht, das Andere will uns töten,
das Fremde bringt uns die Verfremdung,
Schutzzellenkraft ist höchst vonnöten,
ist sie zu schwach, folgt die Verendung !

Der Tod agiert an vielen Fronten,
wirft Gegenwesen aneinander,
Kampf herrscht auf allen Horizonten,
in einem endlosen Mäander.

Ewig die Well’ von Tod und Leben,
dies’ Ab und Auf ist Erd-Geschick,
doch Leben will nach Leben streben,
im Sich-erhalten liegt das Glück !

Drum habet sorgsamen Bedacht,
macht es dem Tod nicht allzu leicht,
lebt nur gesund, seid auf der Wacht,
wisst allzeit, dass er Euch umschleicht !

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