DIE VERSCHIEDENEN STÄNDE

-- verkäuflich gegen Gebot --
 
Kunstdruckblatt der Lithographischen Anstalt von Eduard Gustav May Verlag & Druck, Druckort: Frankfurt (Main), 1840/1850, Lithographie & koloriert, 27,7 x 35 cm - „Die verschiedenen Stände im menschlichen Leben“. Die Texte in den Podesten der 7 Personen lauten: „Der Kaiser sagt: ich fordere Tribud.“ – „Der Edelmann sagt: ich habe ein freies Gut.“ – „Der Pfarrer sagt: mir gehören die Stollgebühren.“ – „Der Jude sagt: ich muss von dem Profite leben.“ -  „Der Soldat sagt: ich bezahle nichts.“  - „Der Bettler sagt: ich habe nichts.“ – „Der Bauer sagt: ich lasse den lieben Herrgott walten, ich muss euch doch alle Sechs erhalten.“
 
 
DIE STÄNDE
 
Sieben Stände sind bekannt,
sieben Stützen kennt ein Land,
die in Harmonie sich runden,
bleiben sie dem Staat verbunden.
 
Einer ist‘s der stets regiert,
der sich möglichst nicht blamiert,
heißt er Kanzler oder Kaiser -;
hoffentlich ist er ein Weiser !
 
Zum Regieren ging voran,
einstmals war’s der Edelmann,
heute sind es Staatsbeamten,
die im treuen Dienst entflammten.
 
Der dritte Stand gehört dazu,
zuständig für die Seelenruh;
leider woll'n die falschen Pfaffen,
meistenteils Gebühren raffen.
 
Was im Staat noch nötig ist,
der Händler und der Banker List;
wenn sie’s nur nicht übertreiben
und bei kleinem Zinssatz bleiben.
 
Gefährlich ist das Hin und Her,
ohne starkes Militär,
darum achtet die Soldaten -,
ihrer ist nicht zu entraten !
 
Eines Stand’s bedarf es nicht,
jene Bettler-Schnorrer-Schicht;
werden die Schmarotzer mächtig,
wird es untergangs-verdächtig.
 
Wer jedoch in Armut sank,
unverschuldet wurde krank,
dem sollte geholfen werden,
falls er tauglich ist auf Erden.
 
Sieben Säulen sind der Grund,
auf ihm ruht der Stände Bund.
Tüchtige Handwerker und Bauern
müssen Staaten untermauern !
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