DER TODESVOGEL

 
DER TODESVOGEL

Wenn der goldene Sonnen-Apfel,
aus des Himmels Wipfel fällt,
taucht er in die Westmeer-Wogen,
nieder in die Anders-Welt.

Blutig wollen Wolken schäumen,
da ein Lebens-Tag erlischt -;
in die düsteren Abend-Schatten
wirbelt hoch der rote Gischt.

Dann erhebt sich aus den Grüften,
manche drohende Gefahr,
und der Todes-Vogel breitet
jetzt sein schwarzes Flügelpaar.

Auf schraubt er sich zu den Sternen,
zieht dort Kreise im Zenit,
wen sein Geisterschatten findet,
dessen Seele zieht er mit.

Fühlt die Seele dieses Streifen,
gilt ihr das als Todes-Wink,
wird dem Körper-Haus enteilen,
schwärmt in düstere Höhen, flink.

In des Todes-Vogels Folge,
flattern Seelen -, alle gleich,
graue, kleine Fleder-Mäuse,
waren arm sie oder reich !


Text und Zeichnung G. Hess
 
 
 
   

 

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