GRAEKO-KÜMO-FAHRTEN

 
 
KÜMO-FAHRTEN

Seefahrt ist ein Ding mit Pfiff,
die weiße „Graeko“ war mein Schiff.
Ich fühlte in mir Wiking-Blut,
mich zog’s hinaus zur grünen Flut.

Der Kapitän sucht’ einen Koch,
nur war ich nie ein Koch jedoch.
Drum rührt’ ich Puddingchen und Breie,
zum Einstand meiner Seekoch-Weihe.

So war bald Puddingkoch mein Name,
ansonsten war ich nicht der Zahme:
Wenn Susi mal in Rostock schmollt’,
war Jola mir in Danzig hold.

Bald geriet ich aus der Klemme,
damit ich jede Speise stemme,
sandt's Mütterlein, nach Bitt-Gesuch,
mir Dr. Oetkers Lehrkochbuch.

So war ich bestens präpariert,
hab’ feinste Speisen bald serviert -;
und hab’ als Vollkoch, hoch geehrt,
die Ost- und Nordsee überquert.

In Finnland quälten uns die Mücken,
kein Schmuggel tät in Schweden glücken,
die Mädels war’n in Polen willig,
Engländer schienen wahrhaft grillig.

Der Kümo „Graeko“ zog die Bahn,
der Käpt'n war zumeist’ im Tran,
er soff zu gern den Whisky pur,
dann trat sein Geist aus jeder Spur.

Matrosen, Maaten, all’ die Mannen
zwei Themen ganz allein besannen:
Wie findet man an jedem Pier
möglichst preiswert Weib und Bier.

Was war dann auch das Resultat,
der zuchtlos wilden Seemanns-Art ?
Die „Graeko“ sank mit Mann und Maus,
doch ich war glücklich schon zuhaus’.



Ein Küstenmotorschiff, kurz Kümo, ist ein motorisiertes, kleineres Frachtschiff.
Die „Graeko“ sank am 12.01.1978 wegen nicht genügend gesicherter Ladung mit 8 Seeleuten.
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