MEINE GELIEBTE GRAEKO

„Seefahrt tut not !“
 

 
 
 
ERINNERUNG AN DIE GRAEKO
 
Die große Freiheit schenkt das Meer,
kein Riff, kein Riegel weit umher -;
das Herz fragt nicht was morgen sei,
es folgt dem rauen Möwenschrei.
 
Ich ging an Bord auf Nordlandfahrt,
hab’ nie mich zaghaft aufgespart -;
der junge Morgen lockt’ hinfort,
kein Mädel gab ein Abschiedswort.
 
Die weiße „Graeko“ lag in Kiel,
von Seefahrt wusste ich nicht viel,
als Kochsmaat musterte ich an,
es gibt nichts was ein Kerl nicht kann.
 
Nach Wismar ging der erste Törn,
mein Käpt’n war der lange Björn.
In Rostock war die „Kogge“ recht,
dort wurd’ der Heuer Rest verzecht.
 
Die Ostsee, Nordsee ward’ uns kund,
wir trampten an den Küsten, rund -;
und liefen wir in Häfen ein,
stand unser Sinn auf Weib und Wein.
 
Die Zeit flieht wie ein Möwenflug,
sie segelt hin gleich Sinnen-Trug,
zieht übers Heck zum Horizont,
wo nur Erinnerung sie besonnt.
 
 
 
Fotos: Der Kümo „Graeko“, der „Weiße Schwan der Nord- und Ostsee“, in Büsum
- „Koch und Meister“, Juni 1966
 
Die „Kogge“ in Rostock, ein rotes Eckhaus mit hanseatischem Giebel, ist nur einen Steinwurf vom Stadthafen entfernt. Es ist die empfehlenswerte und älteste maritime Gaststätte der Stadt, in der sich alle Ost- und West-Matrosen trafen. Allerdings musste man wegen der überall lauernden Stasi-Spione mit seinen Worten vorsichtig umgehen, darauf machten uns die anwesenden Mädels immer wieder aufmerksam.
 
Tragisch ist, dass die Graeko am 12.01.1978 wegen nicht genügend gesicherter Ladung sank und seitdem ihre 8 toten Seeleute zu beklagen sind.
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