STINKEFINGER

STINKEFINGER

Wieder mal war ich auf Reisen,
sitz’ am Strand und bin am Speisen,
hocke da mit meiner Möhre,
kommt `ne kleine, freche Göre,
diese schnippisch dreisten Dinger,
zeigt mir einen Stinkefinger.

Sag’ ich prompt: „Was soll das heißen,
kannst Du Dich zusammenreißen ?!“
Dazu ich noch weiter unkte:
„Das gibt 7 Flensburg-Punkte -;
obenrein bist Du noch nackt,
moralisch völlig abgewrackt !“


Da baut das Ding sich vor mir auf,
lässt seinem Ärger freien Lauf,
steht mit breit gespreizten Beinen
über den behosten meinen;
hält mir in einer Art Ekstase,
den Stinkefinger vor die Nase:

„Was willst Du denn, Du alter Sack,
ich hau’ Dich raus aus Deinem Frack,
schieltest frech nach meiner Röhre,
zeigst mir hier die rote Möhre;
ich sage Dir, mach’ mich nicht an,
weil ich das nicht leiden kann !“


Nun bin ich aber doch perplex,
bin ein frommer Müsli-Fex;
bin schon lang’ Reformhaus-Jünger,
ess’ die Rübchen ohne Dünger,
alles bestens -, alles Bio -;
wir sind nicht am Strand von Rio.

Ich sage ihr: „Jetzt aber marsch,
sonst steckt die Rübe Dir im A…,
nimm Deine Beine in die Hand,
und gewinne schleunigst Land -;
was hast Du für Gedankenschübe,
was guckst Du hin zu meiner Rübe ?

Ich winkte Dir nur höflich zu,
wie ich’s mit allen Frauen tu’,
die Rübe ist doch kein Symbol,
glaubst Du denn ich sei frivol ?
Ich bin ein Harvard-Absolvent
und schon ewig impotent !“


Eh wir weiter uns besannen,
trollte sie sich rasch von dannen,
wackelte mit nacktem Po,
zu ihrem Handtuch irgendwo.
Und die Moral von der Geschicht’:
Wink’ mit roten Rüben nicht !

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