STUMMES PÜPPCHEN

 

STUMMES PÜPPCHEN

Frauen sind mir niemals schnuppe !
Weil ich gerne eine hätte,
kauft’ ich mir ne Mädchenpuppe,
nahm das Dingchen mit ins Bette.

Still sitzt es auf meinen Kissen,
sprachlos guckt es in die Runde -;
Plapperkunde muss ich missen,
aus 'nem frohen Frauenmunde.

Hörte doch so gern Geschnatter,
um die seichten, kleinen Sachen,
die mit lautstarkem Geknatter,
Frauen sich Gedanken machen.

Schier geruchlos ist mein Püppchen,
schnupp’re ich an seinem Leibchen,
an den Bauch- und Busen-Küppchen -;
allzeit lecker roch mein Weibchen !

Niedlich schaun’ die Puppenaugen -
leblos bunter Perlenschimmer -,
können nie zum Zwinkern taugen,
wie bei keckem Frauenzimmer.

Also dort wo Weibchens Süße,
lockt zur Zuckernäpfchen-Stätte,
wisst schon -, oberhalb der Füße -,
schnöde Kunststoff-Puppenglätte !

Püppchen sind doch kein Ersatz,
für ein blutvoll, warmes Wesen,
für ’nen Schwatz mit einem Schatz -,
ritt’ das Weib gar auf dem Besen.

Lieber noch ein scharfes Hexlein,
so mit Zinken und mit Zacken,
das mir seine Tinten-Kleckslein,
spritzt’ auf Seelenruh und Nacken.

Lieber mal ein bissen Zank,
auch auf kleiner Flamme rösten -;
Einsamkeit macht eher krank -;
keine Puppe kann mich trösten !

 

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