MEIN HAI MIT HAMMER

 
MEIN HAI MIT HAMMER
 
Ich heiße Ruth und bin so frei,
ich liebe einen Hammerhai.
Ich geb’ es zu, ich bin verrucht,
mit Männern hab’ ich’s oft versucht.

Doch keiner konnte mir das geben,
was ich so brauche nun mal eben.
Die meisten sind zu schwach gebaut,
für mich als eine Super-Braut.

Des Weiteren finde ich es ätzig,
die Kerle sind mir zu geschwätzig,
die soll’n was leisten und nicht reden,
deswegen nehme ich nicht jeden.

Bewerber gibt es ohne Zahl,
doch kenn’ ich keine Qual der Wahl,
ich seh’ sofort der Kerle Klassen,
wenn sie die Hosen runter lassen.

Doch weil mir all dies’ nicht genügt,
hab’ ich mich an den Strand verfügt,
und dachte mir, nicht zimperlich,
ich angele mir den stärksten Fisch.

Da kam ein Hammerhai geschwommen,
hat mich zu sich mit fortgenommen;
der hat nun endlich das Kaliber -,
ich liege seitdem wie im Fieber.

Das ist ein Typ, ein richtig strammer,
mit einem starken Doppelhammer.
Jetzt schwimmt mir endlich einer nach,
der mich mit seiner Kraft bestach.

Sein Hammerteil besitzt zwei Seiten,
die mir im Wechsel Freud’ bereiten;
ist seine eine Seite müde,
so ist die andere lang’ nicht prüde.

Und auch mein Hai ist voll begeistert,
wie er die Stellungen bemeistert;
für ihn - so sagt er - sei es schön,
der Frau bis auf den Grund zu sehn.

So lieben wir von früh bis später,
Probleme gibt’s nur mit dem Äther;
es könnte ohne Pause klappen,
müsste ich nach Luft nicht schnappen.

Dies’ dumme Atmen ärgert mich,
doch nötiger ist mir mein Fisch;
dies’ ist der einzige Defekt,
ansonsten treiben wir’s perfekt.

Ich brauche noch ein Tauchgerät,
von ebensolcher Qualität,
wie mein potenter Hammerhai,
dann funktioniert es einwandfrei.
 
PS: Schon der allgemein üblich gewordene Begriff „Sex“ führt auf Abwege des Denkens und Handelns, denn er impliziert die Befriedigungssuche nach seelenloser fleischlicher Begierde. Bei ihr muss aber immer ein schales Gefühl des Unbefriedigtseins zurückbleiben, das den Anreiz nach stärkeren und noch stärkeren Anreizen verursacht. Sex ohne Minne, ohne liebevolles Gedenken, also der seelischen Hinneigung zum Partner, ist die eigentliche Ursache für die heutige - von den Medien geschürte - Sexhektik in der Suche nach einer letztlich endlosen und ziellosen Steigerung im rein körperlich-funktionellen Bereich.
 
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