DES MANNES HOSENKAUF

DES MANNES HOSENKAUF

Männer sind nicht zu beneiden,
Männer können sich nicht kleiden,
mit dicken Hälsen, blanken Glatzen,
Bäuchen die aus Nähten platzen,
steh’n sie unbeholfen, stumm,
beim Kleidereinkauf dumm herum.

So fängt es mit den Kerlen an,
sie kennen keinen Bauchumfang,
geben peinlich sich die Blöße,
kennen niemals ihre Größe;
wissen nichts von Modefarben,
dass gewisse Formen starben.

Gehen auch nicht mit der Zeit,
in dösiger Bescheidenheit,
können einfach nicht verstehen,
dass sich Modemaschen drehen.
Das was sie in jungen Tagen,
damals doch so gern getragen,
suchen sie ein Leben lang,
danach steht ihr tumber Drang.

Damals noch als schmale Hechte,
schritten forsch sie zum Gefechte,
doch nach zwanzig Jahren Ehe
sagt der Doktor: „Wehe, wehe !“
Aus der einst’gen Augenwonne,
wurd’ ein Kerl wie eine Tonne;
der jetzige Kartoffelsack
passt in keinen Frack und Klack.

So würde solcher Mann verzweifeln,
gern den Kleiderkauf verteufeln,
oder einfach auch verschieben,
wär’ ihm freie Wahl geblieben.
Doch es gibt gar strenge Frauen,
die den Mann genau beschauen,
die ihn in die Läden schleppen,
weite Wege, lange Treppen.

Denn es gibt ersichtlich auch,
Hosen für den dicksten Bauch.

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