OSTER-HÄSCHEN

 
OSTER-HÄSCHEN

Schon steht Ostern vor der Tür,
da wünscht man sich ein Hasentier,
zum österlichen Festgenuss,
aus Zucker- oder Schoko-Guss.

Kriegt man es, beißt man hinein,
lutscht ein Ohr ab oder Bein,
und freut sich dieser Süßigkeit,
zu jeder neuen Oster-Zeit.

Man ergötzt sich süßer Sachen,
die zu Ostern glücklich machen,
denn das ist des Festes Sinn,
ein jährlich neuer Glücksgewinn !

Wieder war die Sonne Sieger,
strahlend lacht sie wie ein Krieger,
über Winter-Nacht und -Graus -;
der Unhold wankt zum Tor hinaus.

Auch die Mondin muss sich füllen,
rund und prall in ihren Hüllen -;
dann als Vollmond zeigt sie’s an,
stolz wie auch ihr Sonnen-Mann.

So seh’n wir das Signal zum Feste,
beachten nicht des Winters Reste,
es schwindet bald das letzte Stück,
nun kommt die warme Zeit zurück.

Zur guten Zeit gehört die Liebe,
schon erwachsen linde Triebe;
das große Wecken und Verlocken,
künden uns die Oster-Glocken.

Sinnvoll zeigen’s die Symbole,
der Urzeit Fruchtbarkeits-Idole:
Das Hasentier -, das liebestolle,
sowie das Ei -, die Lebensknolle.

Jetzt ist des Lebens Auferstehung,
unsinnig jede Sinnverdrehung !
Dem Echten, Wahren, frei die Bahn,
ich lach’ der Christen Oster-Wahn !

Und weil ich nur das Echte schätze,
auch kein Drumherum-Geschwätze,
möchte ich kein Schoko-Späßchen,
ich will ein echtes Oster-Häschen.
 
Ich stell’ mir so ein Häschen vor,
zwar ohne langes Hasen-Ohr -,
doch süß von außen bis zum Kern,
zum Vernaschen hätt’ ich’s gern.
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