HAUSFRAUEN-PLAGE

 

HAUSFRAUEN-PLAGE

Der Mann plagt sich von früh bis spat,
schafft seine Pflichten akkurat,
steht an der Werkbank -, im Büro,
auf seinem Posten irgendwo,
an heiß umkämpfter Arbeitsfront,
im fachlich engen Horizont.

Derweil die Frau die Blümlein gießt,
und hofft, dass die Geranie sprießt.
Dann ruft sie froh die Freundin an
und meckert über ihren Mann,
wie lange er nicht daran dachte,
ihr keine Rosen überbrachte !

Dass obendrein, der schlimme Bube,
stets offen lässt die Zahnputz-Tube
und dass sie schier verzweifeln muss,
denn lang' bekam sie keinen Kuss.
Dann legt sie sich erschöpft danieder -;
im Radio trällern Lieblingslieder.

Zufällig schaut sie auf die Uhr:
„Oh weh, ich muss ja in die Spur !“
Sie hechtet schwitzend in ihre Küche,
jetzt helfen keine schlauen Sprüche;
bald naht der Mann mit müdem Tritt,
ganz sicher hat er Appetit.

Es bleibt ihr knapp ein halbes Stündchen,
nachdenklich kräuselt sie ihr Mündchen;
des Tages schwerster Teil beginnt,
da ihre Freizeit nun verrinnt,
und sie die Fragen lösen will:
„Reicht im Gurkenglas der Dill ?“

Und: „Ach, was nehm' ich, meine Güte,
die Pfanni- oder Maggi-Tüte ?“


Der Mann kehrt heim zur Abendzeit,
sein Herz ist voller Dankbarkeit.

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