DAS WEIB, EIN RÄTSEL

DAS WEIB, EIN RÄTSEL

Warum ist das Weib ein Rätsel ?
Wär’ es wie ein Laugenbrezel,
etwas salzig und verschlungen,
wär’ die Lösung längst gelungen !

Aber es ist süß und saftig,
dabei selten ganz wahrhaftig -;
bei feinstem Busen, Bauch und Bein,
überwiegt der falsche Schein.

Es erscheint als Sahnetörtchen,
säß’ es gar auf dem Abördchen,
gelte das auch wenig sittlich,
Männern scheint es appetitlich.

Betörend sind die roten Lippen,
die Daunenkissen auf den Rippen,
der Lockruf ihrer glatten Häute,
und ihrer Stimme hell’ Geläute.

Frauen zwitschern wie die Finken,
können trotzdem Wodka trinken,
würden sie brummen wie die Bären,
wär’ kein Rätsel aufzuklären.

Die Männer fragen sich verstört,
wie die Natur sich das erklärt,
dass aus feinstem Lippenschwingen
gemeine, böse Worte dringen ?

Das Weib, liebreizend von Gestalt,
erzeigt sich eisenhart und kalt -;
ein Wesen mit so zartem Hintern,
kann damit bestens überwintern.

Scheint das Weib nur zart und lieb,
wird es doch zum Herzensdieb -;
scheint es sahnig-weich geschaffen,
führt’s doch gnadenlose Waffen.

So bleiben Weiber große Wunder,
sei’n sie auch mager oder runder -,
sei's im Büro, in Bett und Küche,
stets Bündel voller Widersprüche !

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