YOGA-FRAU

 
YOGA-FRAU

Gibt’s denn das, ist Gaby gaga,
treibt den ganzen Tag nur Yoga ?
Morgens krieg’ ich keinen Kuss,
Gaby übt den Sonnengruß.

Streckt mir ihren Hintern hin,
dass ich ganz verwundert bin;
lecker lockt ihr süßes Schößchen,
Yoga treibt sie ohne Höschen.

Dann schiebt sie ihr Müsli rein,
in Baumhaltung auf einem Bein;
anschließend zum puren Scherze,
zeigt sie mir die Grätschen-Kerze.

Ich sage ihr: „Zieh doch was an,
das vertrag’ ich nicht als Mann -,
bedecke züchtig Deinen Po,
ich muss gleich in mein Büro !“


Gaby meint: „Wo denkst Du hin,
Du hast keinen Yoga-Sinn,
der wahre Swami meidet Sex,
nicht anders wie ein Pontifex !“


Ein Heiliger doch bin ich nicht,
Yoga taugt aus meiner Sicht,
keineswegs zur Sex-Verbannung,
nie zur Ruhe und Entspannung.

Ich stehe auf vom Frühstückstisch,
Gaby macht noch schnell den Fisch,
hebt den Brustkorb steil nach oben,
mir beginnt mein Blut zu toben.

Zum Mittagessen komm’ ich heim,
in der Schüssel dampft ein Leim,
ein Hirse-Kichererbsen-Brei,
der bestens zur Entgiftung sei.

Ich esse heut’ gewiss nicht viel;
Gaby liegt im Krokodil -,
dann geht’s etwas durcheinander:
Kobra, Pfau und Salamander.

Die Asanas, die zu wählen,
kann ich sämtlich gar nicht zählen,
doch eine stärkt den Ehebund,
Adho-Mukha meint den Hund.

Will ich Gaby abends lieben,
hätt’ ich’s gern mit ihr getrieben,
muss ich listig mich erweisen,
laut die Hunde-Stellung preisen.

Kaum hat sie die eingenommen,
ist mir dieses hoch willkommen -;
nur unterm Hare-Krishna-Singen,
darf ich tiefer in sie dringen.

Ja, meine Gaby ist `ne Marke,
halt eine Hatha-Yoga-Starke -;
doch sie lässt sich auch versöhnen,
dann beim Pranayama-Stöhnen.

PS:
Asanas = Körperhaltungsstellungen/Yogahaltungen
Sarvangasana = (Schulterstand/Kerze)
Vrkshasana = (Baumhaltung)
Nakara = (Krokodils-Übungen)
Matsyasana = (Fische-Übungen)
Bhujangasana = (Kobra-Übungen)
Adho Mukha = (Hunde-Übungen)
Prana-yama = (Atem-Übung/-verlängerung)
Hare-Krishna = Gesang, ein Mantra, d.h. eine Art der Meditation; Krishna gilt als Inkarnation Vishnus (ind. Gottheit). Hare ist die weibliche Energie der Freude, die Krishna innewohnt; gleichzeitig ist dies eine Anspielung auf Radha, Krishnas Gefährtin.
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